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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Gräber, Kunst und Sterne

25. November 2014

Von Suse Rabel-Harbering

Ob Museen oder Schlösser, ob Kathedralen oder stillgelegte Kohlebergwerke – in Nordfrankreich gibt es viel zu bewundern und die Wege der Erinnerung führen zu außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten, die man auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann

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Werner Gladines, Klatschmohn

Bei der Ankunft in Lens sorgt der Bahnhof für die erste Überraschung. Das lang gezogene Gebäude im Art-Deco-Stil mit seinem Uhrturm an der Spitze gleicht von außen betrachtet einer Lokomotive. Keine hypermoderne Hochgeschwindigkeitslokomotive, sondern eine gute, alte Dampflok. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass der TGV von Paris nach Lens ungefähr eine Stunde braucht.

Von hier aus führt ein anmutiger Fußweg (Gehzeit 20 Minuten) zum Louvre-Lens, die im Jahr 2012 eröffneten Dependance des Louvre in Paris. Für diejenigen, die es eilig haben, verkehren alle 25 Minuten Pendelbusse.

Wenngleich man den Eindruck gewinnen könnte, dem Bauherren sei bei der Gestaltung der Außenanlage das Geld ausgegangen, erkennt man doch ein subtiles Zusammenspiel zwischen der naturbelassenen Vegetation, die sich nach der Stilllegung der ehemaligen Zeche dort ausgebreitet hat, und der puristisch anmutenden jungen Bepflanzung, was insgesamt die Leichtigkeit des neuen Museums Louvre Lens unterstreicht. Es ist als schwebten transparente Schmetterlinge über das Terrain. Die flachen Gebäudeflügel bestehen hauptsächlich aus Aluminium und Glas. Sie fügen sich in ihrer minimalistischen Schlichtheit in die unprätentiöse Landschaft. Auch das Archiv im Untergeschoss und die Ateliers, in denen Gemälde restauriert werden, sind durch eine Glaswand getrennt und bieten somit dem Besucher die Möglichkeit, den Restaurateuren bei der Arbeit zuzusehen.

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Museum Louvre-Lens, Foto: Tourismusverband CRT- Nord-Pas de Calais, © Hisao Suzuki

Im Gegensatz zu anderen Museen besitzt der Louvre-Lens keine eigene Sammlung. Gezeigt werden Leihgaben aus dem Louvre in Paris. Dabei handelt es sich um Kunstwerke aus verschiedenen Kulturkreisen, die jedoch im selben geschichtlichen Zeitraum entstanden sind. Sie werden in der “Galerie du Temps” auf einer einzigen Ausstellungsfläche in direkter Nachbarschaft präsentiert: Steintafeln mit eingravierten Menschen und Tieren, Steintafeln mit ersten Schriftzeichen, Skulpturen aus Bronze, Statuen aus Marmor, Mosaike und Ölgemälde. Vom vierten Jahrtausend vor Christus bis ins Neunzehnte Jahrhunderte erstreckt sich die Zeitspanne.

Schüler aller Altersstufen wuseln mit Fragebögen durch das Museum und versuchen eifrig, die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen. Dabei sollen sie die Kunstwerke in die erfragte Epoche eintragen, dann wiederum gilt es entsprechende Kulturkreise miteinander zu vergleichen – gelebter Kunstunterricht, wie er spannender und anschaulicher nicht sein könnte. Die Jugendlichen sind bei der Sache.

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↑ Galerie du Temps, Louvre-Lens, Foto: Tourismusverband CRT- Nord-Pas de Calais
↓ Galerie du Temps, Louvre-Lens, Foto: Tourismusverband CRT- Nord-Pas de Calais, © Philippe Chancel

Galerie du Temps (c) Philippe Chancel-600

Lens liegt im Zentrum des Kohlebeckens von Nord-Pas de Calais, das 2012 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Besonders der nördliche Teil der Stadt ist geprägt von den Überresten des einstigen Kohlebergbaus. Fördertürme und Gleisanlagen für den Abtransport der Kohle, Teile der ehemaligen Arbeitersiedlungen aus rotem Backstein und Wohnhäuser für höhere Angestellte im Chaletstil mit Holzveranden sind restauriert und dokumentieren somit den Charakter der ehemaligen Bergbaustadt. Weitere Zeichen dieser industriellen Epoche sind die beiden zu Pyramiden aufgeschichteten Abraumhalden von Loos-en-Gohelle. Eine davon ist begehbar, das heißt, man kann in einer guten Stunde deren Gipfel erklimmen und die eigenwillige Flora und Fauna bewundern. Die andere steht unter Naturschutz. Die Förderung der Kohle wurde in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eingestellt, was zu einem wirtschaftlichen Niedergang des ohnehin strukturschwachen Gebietes führte und bis heute anhält.

Ebenfalls eine Auszeichnung, nämlich zwei Sterne im Guide Michelin, erwarb Marc Meurin mit seinen Kochkünsten auf Schloss Beaulieu in Busnes in der Nähe von Lille. Es ist das einzige mit Sternen gekrönte Restaurant nördlich von Paris. Seit Frühjahr verwöhnt er nun mit herrlichen Speisen Besucher und Gäste in einem Glaspavillon im Garten des Louvre-Lens.

Die Stadt entpuppt sich mit seinem neuen Museum und mit seiner industriellen Vergangenheit als ein Schauplatz aufblühender und untergehender Kulturen. Von Untergang und Zerstörung zeugen viele Denkmäler und Erinnerungsstätten, die man in der näheren Umgebung findet, denn hier wurde im vergangenen Jahrhundert so manche Schlacht geschlagen. Ein internationales Aufgebot von Truppen und Heeren kämpfte bereits während des Ersten Weltkriegs, der sich heuer zum hundertsten Mal jährt.

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↑ Vimy, Mémorial National du Canada, Foto: Suse Rabel-Harbering
↓ Klatschmohn am Mémorial National du Canada, Foto: Suse Rabel-Harbering

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Restaurierter Graben, Vimy, Foto: Suse Rabel-Harbering

Einer der Wege der Erinnerung führt uns nach Vimy, die große kanadische Gedenkstätte. Dort begleitet uns eine Studentin zu restaurierten Kratern und Gräben und erläutert den siegreichen Angriff der kanadischen Truppen im Frühjahr 1917 gegen die deutschen Stellungen, bei dem es ersteren gelang, den Bergkamm von Vimy einzunehmen. Nun sind die Namen der Opfer in einen zum Himmel emporstrebenden Marmorblock eingraviert, dessen Sockel roter Klatschmohn schmückt. Er gilt als Friedenssymbol für Kriegsopfer aus dem Commonwealth. Auf den Wiesen weiden Schafe, Wolken so weiß wie die Marmorstatue ziehen vorüber und und ganz in der Ferne tauchen die Pyramiden von Loos-en-Gohelle auf.

Bei St. Vaast liegt der größte deutsche Soldatenfriedhof “La Maison Blanche”. Angesichts der Monstrosität des Ersten Weltkrieges sind wir beeindruckt von der Schlichtheit der Anlage. Dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, der entsprechend des Versailler Friedensvertrages mit der Einrichtung und Pflege betraut wurde, ging es um die Einbindung des Friedhofs in die Umgebung und auch darum, dass er als Mahnmal gegen den Krieg wahrgenommen würde.

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Deutscher Friedhof, Neuville St. Vaast, Foto: Tourismusverband CRT-Nord-Pas de Calais

Nicht das individuelle Grab wird hervorgehoben, allein das metallene Kreuz oder die Stele aus Naturstein mit dem Davidstern, beide versehen mit Namen, militärischem Rang sowie Geburts- und Todestag, verweisen auf die Verstorbenen. Ohne Blumen, Hecken oder Sträucher kommt der Friedhof aus, der alte Baumbestand ist Schmuck genug. Es ist ein melancholischer Ort und die Schatten der scheinbar unendlichen Kreuze beginnen im Lichte der Septembersonne zu tanzen. Nur wenige Besucher verirren sich hier her.

Unsere melancholische Stimmung ist durch den eineinhalbstündigen Fußmarsch über Ablain Saint-Nazaire nach Notre-Dame de Lorette, eine der größten Erinnerungsstätten Frankreichs an den Ersten Weltkrieg, verflogen. Hier oben weht die Trikolore. Veteranen, die Friedhof samt Beinhäuser bewachen, geben bereitwillig in teils gutem Deutsch Auskunft über die Anzahl der hier begrabenen Soldaten, die für Frankreich gestorben sind. “Mort pour la France” steht auf jedem Kreuz und jeder Stele unter dem Namen des Verstorbenen. Während wir durch die schnurgeraden Gräberreihen spazieren, drängen die Veteranen zum Aufbruch. Es ist Feierabend.

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Mémorial International, Ablain Saint-Nazaire, Foto: Tourismusverband CRT-Nord-Pas de Calais (Philippe Prost Architectes)

Doch lassen wir uns den Ausblick über den südwestlichen Abhang des Plateaux nicht nehmen. Wenngleich er zum Teil noch von Bauzäunen verdeckt wird, erkennen wir ein weiteres Denkmal. Es ist das “Mémorial International”, das im November eingeweiht wurde. Es besteht aus einem riesigen Ring aus Metall mit einem Durchmesser von 345 Metern. 580.000 Namen von Soldaten, die während des Ersten Weltkrieges in Nord-Pas de Calais starben, werden eingraviert, und zwar ohne militärischen Rang und ohne nationale Zugehörigkeit, einfach in alphabetischer Reihenfolge. 100 Jahre hat es gedauert, bis sich der Kreis schließt zu einem Mahnmal, das Gedenken ohne Selektion und nationale Zugehörigkeit erlaubt. Ein gutes Zeichen für den Frieden und der von Fragilität bedrohten Einheit in Europa?

 

FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (2)

24. November 2014

Im neuen ATELIERFRANKFURT:
Costa Bernstein
Jürgen P. Hohl
Sabine Zimmermann

Darf Kunst gesellschaftskritisch, darf sie politisch sein, “muss” sie das nicht sogar?

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Grüne, schwarze und rote Stempel: “OK Bestätigt Confirmed”; “Annahme”; “Wiedervorlage”; “Vorläufig”; “Annahme unter Vorbehalt”; “Abgelehnt”. Als Siegel der Rubbeldurchdruck einer Münze mit dem Bundesadler. Im Hintergrund das Brandenburger Tor in Berlin, auf jeder deutschen Euro-Münze zu finden.

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Jürgen P. Hohl, “Ausgewürfelt”, Mischtechnik, Graphit, Ölkreide, Aquarell auf Papier, Installation (Ausschnitte)

Jürgen P. Hohl montiert in seiner Arbeit “Ausgewürfelt” Blätter im A4-Format zu einer meterhohen und meterbreiten Installation aneinander. Abgebildet und “abgestempelt” sind Menschen verschiedener Herkunft. Assoziationen an Asylantragsverfahren und deren Ergebnisse stellen sich ein. Und mehr: wie schnell werden Menschen ganz allgemein in Rubriken einsortiert; Stempel drauf und fertig, ab!

Szenenwechsel

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Im Atelier der Künstlerin Sabine Zimmermann, am Nachmittag des 22. November 2014: Der Blick aus dem Fenster schweift gen Westen über das Häusermeer auf den aus dieser Perspektive bedrohlich als “Klotz” wirkenden Hochhausturm der Europäischen Zentralbank, zu dessen Füssen zur gleichen Stunde eine Blockupy-Demonstration endet (zum Leidwesen aller Vernünftigen mit dummköpfigen Zaunkletterern und Farbbeutelwerfern). Der zeitliche Zusammenhang ist zufällig. Die Aussagen auf den Bildtafeln von Sabine Zimmermann unter dem Titel “Kapitalismus aus psychischen Gründen – Eine Studie für Eugen Drewermann, Inger Christensen und Jacques Rancière” hingegen sind allgemeingültig.

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Sabine Zimmermann, verschiedene Tafeln, Acrylfarbe auf Holz, verschiedene Formate

Szenenwechsel

Costa Bernstein, der sich zu Recht “Weltbürger” nennt, geht es um die Gefährdung der “einen Welt” durch menschlichen Irrsinn und um die Sehnsucht nach einem globalen friedlichen Miteinander – ersteres scheint leider eine Konstante, letzteres nur im Utopischen verortbar zu sein.

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Costa Bernstein,
↑  Welt auf den Rädern
↓  N.N.

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Die Welt: mal in einem mit Zollstock abmessbaren Kasten auf Rädern – letztere Gegenstände sind installativ auf der Bildtafel montiert – , mal als Halbkugel über einer bunten “Campari”-Gesellschaft.

Die FAT Frankfurter Ateliertage 2014 – West – finden am 29. (14 bis 20 Uhr) und am 30. (12 bis 18 Uhr) November 2014 statt.

Am 29. November, 20.30 Uhr, erfolgt im Künstlerhaus basis, Gutleutstrasse 8-12, die Verleihung des Preises (Arbeitsstipendiums) 2014 des Frankfurter Kulturamts.

Abgebildete Werke © jeweilige Küstlerinnen/Künstler
Fotos: FeuilletonFrankfurt

- wird fortgesetzt -

FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (1)

23. November 2014

Im neuen ATELIERFRANKFURT:
Haroun Afzal und Kai Söltner

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Plakate im Hof weisen den Weg …

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… und manchmal auch eine Malerei auf den Fluren

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So bunt wie die künstlerische Vielfalt im Haus: Blick aus dem Treppenturm des neuen ATELIERFRANKFURT

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“Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm” – wie es im allbekannten Kinderlied des Lehrers, Sammlers und Dichtes, Autors der deutschen Nationalhymne August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 bis 1874) heisst? Nein, weder still noch stumm und schon ganz und gar nicht im Wald – es steht im neuen ATELIERFRANKFURT, im Arbeitsraum 5.16 des Künstlers Haroun Afzal. Und ob überhaupt es ein Männlein und nicht ein Weiblein ist, bedürfte ohnehin noch der näheren Untersuchung.

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“Hoch und Runter”

Still und stumm geht es dort im übrigen überhaupt nicht zu, es rappelt und klingelt, zappelt und schafft, blinkt und leuchtet an allen Ecken und Enden. Haroun Afzal präsentiert in seinem Atelier – noch bis zum 21. Dezember 2014 – seine Ausstellung “Lichtzeichnungen, Lichtobjekte und Lichtinstallationen”, geöffnet mittwochs und freitags von 18 bis 20 Uhr.

Etwas nun wirklich nicht Alltägliches gibt es in der sechsten Etage des Ateliergebäudes zu sehen: Der Künstler Kai Söltner kocht dort Bücher – ja, Sie haben, liebe Kunstfreundinnen und -freunde, richtig gelesen! Die gekochten Bücher schweisst er, dauerhaft haltbar, in Folie ein. Das im Kochprozess entstehende Buchwasser füllt er in Flaschen ab und verabreicht es – in homöopathischen Dosen und mit hochprozentigen Getränken gemixt – in seinen Aktionen dem staunenden Publikum.

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Gekochte und eingeschweisste Bücher – garantiert ungefährlich, hygienisch und dauerhaft haltbar; Bücherwasser, heilt, in homöopathischen Dosen verabreicht, in allen Lebenslagen und erspart das mühsame Lesen

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Kai Söltner mit seinen Kochapparaten

Es handelt sich um ein Langzeitprojekt: Seit 2009 verkocht Söltner Lieblingsbücher von Freunden und Bekannten, nicht ohne zuvor den Inhalt eines Werkes und dessen Bedeutung für den Leser mit diesem besprochen zu haben.

In einem weiteren Langzeitprojekt nimmt der 1961 geborene Künstler, der an der Hamburger Hochschule für bildende Künste bei Erhard Walther und Claus Böhmler studierte und in Frankfurt den Magister für Theater-, Film-. und Medienwissenschaft erwarb, von vorgefundenen, ihm wichtig erscheinenden Gegenständen Materialproben – Bruchstücke oder Abriebe – , die er zu homöopathischen Mitteln verarbeitet und deren Einnahme es dem Rezipienten ermöglicht, die Wirkungsweise der jeweiligen Gegenstände in sich selbst (bei Aktionen in Galerien, Museen oder im öffentlichen Raum) zu überprüfen.

Die FAT, Frankfurter Ateliertage 2014, – Ost – haben heute von 12 bis 18 Uhr geöffnet, die FAT – West – am 29. (14 bis 20 Uhr) und am 30. (12 bis 18 Uhr) November 2014.

Am 29. November, 20.30 Uhr, findet im Künstlerhaus basis, Gutleutstrasse 8-12, die Verleihung des Preises (Arbeitsstipendiums) 2014 des Frankfurter Kulturamts statt.

Fotos: FeuilletonFrankfurt

- wird fortgesetzt -

Das Holzhausenschlösschen – ein Frankfurter Kleinod

21. November 2014

Was für ein Klang! Grosszügig der Raum – und viel Licht!

Von Renate Feyerbacher

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Holzhausenschlösschen, Foto © Barbara Staubach

Zwei Jahre hat der Umbau des Holzhausenschlösschens, der etwa 3 Millionen Euro kostete, gedauert, das nun einen barrierefreien Zugang und einen Aufzug hat.

Das ist nur eine der Veränderungen. Eine andere ist der neue, akustisch einzigartige Kammermusiksaal, der Grunelius-Saal – benannt nach der Familie des Frankfurter Bankiers Ernst Max von Grunelius, die 1989 die gleichnamige Stiftung gründete. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Frankfurter Bürgerstiftung, die nunmehr seit 25 Jahren im Holzhausenschlösschen residiert.

Ein neuer Musiksaal für Frankfurt

Der Kammermusiksaal wurde architektonisch komplett verändert, die Decke durchbrochen und die darüber liegende Etage einbezogen, eine rundum laufende Balustrade mit Sitzmöglichkeiten geschaffen, auf der es Platz für Konzertbesucher gibt: 184 Personen fasst jetzt der Saal.

Er ist ein Meisterwerk der Akustiker. Clemens Greve, der Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung, lobt begeistert deren Arbeiten und das Werk der Schreiner. Der Saal verfügt nun über einen hochwertigen Resonanzboden, geschwungene Kassettendecken und geriffelte Wandflächen. Selbst die Fensterläden hinter der Bühne sind akustisch ausgetüftelt, ebenso die Polsterung der Stühle.

Verwandelbar ist der Saal auch in einen Festsaal mit Kronleuchter, wo gefeiert werden kann.

Das Mansardendach des schlichten, viergeschossigen Rechteckbaus, dessen Ursprünge im 15. Jahrhundert liegen, wurde zu einem angenehmen Ruhe- wie Garderobenraum für Künstler ausgebaut.

Das ursprünglich einfache Landgut, “Große Öde” genannt, das vor allem wirtschaftlichen Zwecken diente, kam 1474 durch Heirat in den Besitz der Familie Holzhausen. Justinian von Holzhausen (1502-1553), Sohn des Frankfurter Ratsherrn, Diplomaten und Humanisten Hamman von Holzhausen (1467-1536), der wie sein Vater Ratsherr und Diplomat war, liess das Gut zu einem Landsitz mit der Wasserburg ausbauen und legte den Weiher an. Aber bereits 1552 wurde das Anwesen bei der Belagerung Frankfurts – Aufstand protestantischer Reichsfürsten – zerstört, danach jedoch wiederhergestellt. Im 18. Jahrhundert wurde das Schlösschen nach Plänen des französischen Barock-Baumeisters Louis Remy De la Fosse (1629-1726) auf den Fundamenten der Wasserburg neu gebaut, natürlich nach französischem Vorbild. De la Fosse war Landgräflicher Hessischer Hofbaumeister, er baute unter anderem in Hannover und Darmstadt (Seitenflügel des Residenzschloss alias Stadtschloss, Orangerie). Der kinderlose Adolph Freiherr von Holzhausen (1866-1923), der letzte männliche Nachfahre der älteren Linie der Patrizierfamilie Holzhausen, schenkte der Stadt Frankfurt das architektonische Kleinod mit dem umliegenden Park, der heute beliebter Treffpunkt für Groß und Klein ist.

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Der neue Grunelius-Saal, Foto © AEON Verlag & Studio

Mit etwa 300 Veranstaltungen – Schwerpunkte im Holzhausenschlösschen sind Konzerte sowie Kinder- und Jugendveranstaltungen – ist die Frankfurter Bürgerstiftung heute ein kultureller Motor in der Stadt Frankfurt am Main. Bei der Planung und Gestaltung stehen dem Geschäftsführer Clemens Greve vier Damen zur Seite.

Die grossartige Akustik des Grunelius-Saals begeisterte bereits die einzigartige Sopranistin Christiane Karg und das Emil Mangelsdorff-Quartett, das nach zwei Jahren des “Exils” im Haus am Dom wieder an seine angestammte Spielstätte zurückkehrte. Dessen 166. Auftritt am 6. Oktober 2014, der vom Publikum mit kaum enden wollendem Beifall begeistert gefeiert wurde, stand unter dem Motto “Stolen Moments” – so der gleichnamige Titel der neuen CD des Quartetts. Deren Produktion finanzierte die Frankfurter Bürgerstiftung – endlich einmal wieder eine CD dieses Quartetts mit dem exzellenten Saxofonisten Emil Mangelsdorff, dem virtuosen Pianisten Thilo Wagner, dem ideenreichen Kontrabassisten Vitold Rek und dem bravourösen Drummer Janusz Stefanski.

Musikbeispiel: Bitte anklicken:

“Perhaps“ (Charlie Parker, Screen Gems-EMI Music Inc.),
Emil Mangelsdorff Quartet feat. Manfred Schoof
aus der CD “Stolen Moments” – Emil Mangelsdorff Quartet & Friends
(Label: L+R records, Bellaphon CDLR 663121)

mit freundlicher Genehmigung der Bellaphon records GmbH,
Frankfurt am Main

- alle Rechte vorbehalten -

Seit etwa 20 Jahren, jeweils am ersten Montag im Monat, gibt es die Konzertabende mit diesen Jazzern und einem besonderen Gast. Das sind immer hochkarätige Instrumentalisten oder Vokalisten. Diesmal waren es drei besondere Gäste, zwei Jazz-Freunde, mit denen Emil Mangelsdorff die CD im Studio aufgenommen hatte: der in Texas geborene Posaunist Joe Gallardo, der in den USA, aber auch in Deutschland Karriere machte, der Saxofonist Wilson de Oliveira, geboren in Uruguay, lange Jahre in der Big Band des Hessischen Rundfunks tätig, Komponist, Arrangeur, Leiter der Frankfurt Jazz Big Band und Lehrender an den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz; Manfred Schoof, der auf der CD mit Trompete und Flügelhorn vertreten ist, hatte absagen müssen. Aber was für einen “Ersatz” hatte Emil Mangelsdorff gefunden: Es war der junge Trompeter Axel Schlosser, schon einmal besonderer Gast beim Quartett, Solist der hr-Big Band, auch Leader eigener Formation, Komponist und Arrangeur. Brillant war das Spiel dieser Formation am Jazz-Premierenabend im neuen Musiksaal! Der nächste Auftritt des Emil Mangelsdorff Quartetts mit einem besonderen Gast findet am Montag, 1. Dezember 2014, 19.30 Uhr statt.

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Axel Schlosser und Wilson de Oliveira, Foto: Renate Feyerbacher

Musikbeispiel: Bitte anklicken:

“Für Emil“ (Manfred Schoof, Copyright Conrol), Wils Emil Mangelsdorff Quartet feat. Joe Gallardo
aus der CD “Stolen Moments” – Emil Mangelsdorff Quartet & Friends
(Label: L+R records, Bellaphon CDLR 663121)

mit freundlicher Genehmigung der Bellaphon records GmbH,
Frankfurt am Main
- alle Rechte vorbehalten -

Das Stück “Für Emil” ist eine Hommage an den genialen Musiker, komponiert vom Kollegen Manfred Schoof, der auch zu den Grossen des Jazz gehört. Im Gespräch – geführt im April 2012 anlässlich Emils 87. Geburtstag – hatte Wilson de Oliveira über Emil Mangelsdorff den Satz gesagt: “Er spielt nicht nur Musik, er ist Musik”; Joe Gallardo nannte ihn einen grossen Musikartisten und Tony Lakotos, der mittlerweile weltberühmte, jüngere Jazzmusiker und Saxofonkollege, nennt ihn ein Vorbild: “Es ist unglaublich, dass er immer besser spielt, gefühlvoller. Es ist einfach der Wahnsinn.” So war es auch an diesem Abend: Es kann kein grösseres Lob als das von Kollegen geben. Nicht zu glauben, dass Emil Mangelsdorff im April 2015 seinen 90. Geburtstag feiert.

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Emil Mangelsdorff, Foto: Renate Feyerbacher

Schwerpunkt E-Musik

Im Mittelkpunkt die Musik“ ist der Broschüren-Name, der die Musikveranstaltungen im Holzhausenschlösschen vorstellt. Dazu gehören vier neue Reihen:

Erstens “quartettaffairs”, das internationale Frankfurter Streichquartett-Festival vom 23. bis 29. November 2014, mit Werken von der Klassik bis zur Moderne und bedeutenden Musikern. Am Sonntag, 23. November 2014, 17.00 Uhr wird es mit dem “Kuss Quartett” (Jana Kuss, Violine, Oliver Wille, Violine, William Coleman, Viola und Mikayel Hakhnazaryan, Violoncello) eröffnet. Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (Streichquartett D-Dur KV 575, Ludwig van Beethoven (Streichquartett B-Dur op.130 mit Großer Fuge op.133) und Oliver Schneller (Introjections). Der vielfach ausgezeichnete deutsche Burgtheater-Schauspieler Udo Samel ist einmal (am 24. November) mit einer Lesung beteiligt.

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Kuss Quartett, Foto © Neda Navaee

Zweitens: “Klavier Solo“, das Ragna Schirmer bestreitet. Die preisgekrönte Pianistin wird unter dem Titel “Von der Freiheit” ausgewählte Kompositionen präsentieren.

Drittens: “Lied Blicke”, eine weitere Reihe, die ausgefallene Liedangebote darbietet. Höhepunkte sind “Die Winterreise” von Franz Schubert, aber auch Lieder des jungen Schubert, sowie der Abschlussabend, den Christine Schäfer gestalten wird.

Schliesslich Viertens: “Klavier plus”, Klavier-Kammermusik unter dem Motto “Streifzüge”.

Literarische Angebote gibt es in “Salon kontrovers”. Und Schlosskater Ferdinand und Sidney, die schnellste Maus der Welt, sind auch wieder dabei. Der Vorschul- und der Grundschul-Kinderchor probt wie immer dienstags, dann ist auch die Kinderbibliothek geöffnet.

Dies sind nur einige Höhepunkte im vielfältigen, reichhaltigen Programm-Angebot der Frankfurter Bürgerstiftung, die ausschliesslich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken dient. Das heisst, es geht nicht um eigenwirtschaftliche Ziele, und sie arbeitet ohne städtische und staatliche Subventionen. Nicht nur Spenden, sondern auch Ideen, Unternehmergeist und soziales Engagement stärken die Zwecke der Stiftung, die sich Kultur, Wissenschaft und seit 2013 auch Soziales und Umwelt in die Satzung schrieb.

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(v. l.) Rebekka Kwon (Presse- Öffentlichkeitsarbeit), Clemens Greve (Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen und Vorstandsmitglied der Initiative Frankfurter Stiftungen e.V.), Franziska Vorhagen (Programmplanung und Organisation), Ulrike Schönbeck (Finanzen), Ursula Wöhrmann, seit 16 Jahren ehrenamtlich tätig – und das täglich; Foto: Renate Feyerbacher

→ Neujahrskonzert der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen
→ Robert und Clara Schumann – eine Ausstellung im Frankfurter Holzhausenschlösschen

WHAT’S THE F***? – ATELIERFRANKFURT feiert die Eröffnung der neuen Räume

20. November 2014

“WHAT’S THE F***?
***Wir füllen den Frankfurter Osten mit Leben und zeitgenössischer Kunst”

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Johannes Kriesche, Lichtinstallation “Musenzopf”

Der 19. November 2014 wird als ein historischer Tag in die Geschichte der Frankfurter Kunst- und Kulturszene eingehen: Das ATELIERFRANKFURT eröffnete nach zweieinhalbjährigem “Exil” sein neues Domizil im Frankfurter Ostend. Bis Sonntag, 23. November 2014 sind die Besucher eingeladen, fünf Tage voller Kunst, Musik, Theater und vielem mehr zu erleben. Am Samstag, 22. November und Sonntag, 23. November 2014 geht das Festival in die “FAT – Frankfurter Ateliertage” über, an welchen die Künstler und Kreativen des ATELIERFRANKFURT die Türen ihrer Ateliers öffnen.

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Engagement und Kompetenz, Tatkraft und Mut: ATELIERFRANKFURT-Direktorin Corinna Bimboese und Jörg Mugrauer, Vorstandsvorsitzender des Vereins ATELIERFRANKFURT e.V.

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Ratgeber und Unterstützer in schwierigen Zeiten:
↑ Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main a. D. und Vorsitzende des Beirats von ATELIERFRANKFURT e.V.
↓ Carolina Romahn, Leiterin des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main

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Den Auftakt bildete die feierliche Eröffnung des Hauses mit Ansprachen von Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main a. D. und Beiratsvorsitzende von ATELIERFRANKFURT, der Kulturamtsleiterin der Stadt Frankfurt am Main, Carolina Romahn, sowie von Jörg Mugrauer und Corinna Bimboese.

“WHAT’S THE F***?” lautete das Motto des Eröffnungsfestivals. Die Antwort gibt ATELIERFRANKFURT: “***Wir füllen den Frankfurter Osten mit Leben und zeitgenössischer Kunst – auf 11.000 Quadratmetern, mit 130 Künstlerstudios und neuen Projektflächen”!

Das neue ATELIERFRANKFURT steht für Produktion und für 130 Atelier- und Projekträume, die in den vergangenen Monaten auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern entstanden sind. Die Zahl der Ateliers hat sich damit gegenüber der früheren Unterbringung in der Hohenstaufenstrasse verdreifacht. Vervielfacht hat sich auch die Fläche für die Präsentation zeitgenössischer Kunst. Auf über 1.000 Quadratmetern wird ab Herbst 2015 das Ausstellungsprogramm des Kunstzentrums zu sehen sein. Veranstaltungen rund um Kunst, Musik, Tanz und Theater werden bereits ab Jahresende das Haus beleben und Begegnungen zwischen Stadtgesellschaft, lokaler Kunstszene und globalem Kunstgeschehen möglich machen. Im Rahmen der Vernetzung sollen der regionale, nationale und internationale Austausch sowie die Kooperation mit externen Partnern ausgebaut werden. Neben bildenden Künstlern und Kreativen gibt es im neuen Kunstzentrum unter anderem Platz für Theatermacher, Filmschaffende, Komponisten, Galerien und einen Verlag.

Den Umbau des Hauses finanzierten der gemeinnützigen Verein ATELIERFRANKFURT e.V., der Hauseigentümer Michael Loulakis, das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main sowie zahlreiche private und institutionelle Spender. Der Erlös einer Benefiz-Auktion mit Unterstützung des Auktionshauses Christie’s im September 2014 kam ebenfalls dem Umbau zu Gute. Noch konnten nicht alle Arbeiten abgeschlossen werden; ATELIERFRANKFURT bleibt deshalb auf die Unterstützung weiterer ehrenamtlicher Helfer und Sponsoren angewiesen.

Über ATELIERFRANKFURT

Das Atelier- und Ausstellungshaus ATELIERFRANKFURT bietet Künstlern und Kreativen eine interdisziplinäre Plattform für die Produktion, Präsentation und Vernetzung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.
PRODUKTION von zeitgenössischer Kunst auf interdisziplinärem Niveau in über 130 Studios auf sechs Stockwerken – das Atelierhaus bietet individuell sowie kooperativ genutzte Freiräume für kreatives und künstlerisches Arbeiten auf professioneller Ebene. ATELIERFRANKFURT stärkt so die regionale Kunstszene Frankfurts.
PRÄSENTATION von zeitgenössischer Kunst auf über 1.000 Quadratmetern Projektfläche – das Ausstellungshaus zeigt Ausstellungen aufstrebender Künstler auf nationaler und internationaler Ebene.
VERNETZUNG durch zeitgenössische Kunst und öffentlichem Interesse – Hessens grösstes Kunstzentrum ist durch internationale Kooperationsprojekte und Veranstaltungskonzepte eine Schnittstelle zwischen Stadtgesellschaft, lokaler Kunstszene und globalem Kunstgeschehen.

Der Verein

ATELIERFRANKFURT e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der die Produktion und Präsentation zeitgenössischer Kunst fördert und belebt. Er ist alleiniger Träger des gleichnamigen Atelier- und Ausstellungshauses. Der Verein finanziert sich hauptsächlich durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und Stiftungen und wird durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, unterstützt.
Mit der Errichtung von über 130 Ateliers, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen schafft der Verein das größte Kunstzentrum Hessens. Damit fördert er nicht nur ca. 200 professionelle Künstler und Kreative aus dem Rhein-Main-Gebiet – er wirkt auch weit über die Grenzen des Standorts hinaus.
Insbesondere die unterschiedlichen Gastatelier-Stipendien sowie das vielfältige Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zeigen die Vernetzung mit dem globalen Kunstgeschehen. Darüber hinaus verstärken sie das internationale Potential der Stadt Frankfurt am Main.
ATELIERFRANKFURT e.V. lebt von vielen engagierten Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern, die das Team und den geschäftsführenden Vorstand unterstützen. Der Beirat unter dem Vorsitz von Petra Roth (Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main a.D.) steht dem Verein beratend zur Seite.

Geschichte

Aus der privaten Initiative für bezahlbare Atelierräume für Künstler gründete sich 2004 das Atelier- und Ausstellungshaus ATELIERFRANKFURT. Das Haus etablierte sich schnell als Ort der Produktion, Präsentation und Vernetzung für die junge Frankfurter Kunstszene. Institutionen wie das Lichter Filmfest, die Musikreihe acousmain, die Initiativen Nitribitt-Frankfurter Ökonomien, freitagsküche, the thing, salon noir waren Teil des ATELIERFRANKFURT.
Von 2004 bis 2013 war ATELIERFRANKFURT Zwischenmieter des früheren Hauptverwaltungsgebäudes der Andreae-Noris Zahn AG, das später Teil des Polizeipräsidiums war. Dort stellte der Offspace auf 3.500 Quadratmetern 45 Atelierräume für Künstler und Kreative zur Verfügung, inszenierte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen und war ein beliebter Ort für Lesungen und Diskussionen. 2014 folgte der Abriss des Gebäudes.
Seit 2014 bespielt das Atelier- und Ausstellungshaus 11.000 Quadratmeter im aufstrebenden Frankfurter Ostend. Das 1912 Lagerhaus im Osthafen wurde als Firmensitz der Lebensmittel- Einzelhandelskette Jakob Latscha errichtet und später von der Firma Getränkehandel Loulakis erworben und genutzt.
Nach dem Umbau des Gebäudes in 2013 und 2014 eröffnet ATELIERFRANKFURT mit erweitertem Konzept: Die bewährte Verbindung von Arbeitsräumen und Präsentationsflächen, von Veranstaltungs- und Förderprogrammen wird beibehalten und um eine internationale Ebene erweitert.
ATELIERFRANKFURT ist heute nicht nur das grösste Atelier- und Ausstellungshaus Hessens, sondern auch eines der grössten Kunstquartiere Deutschlands.

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Grund zur Freude: Manuela Messerschmidt, Jörg Mugrauer, Corinna Bimboese und Petra Roth

Performance von Edith Kollath und Raman Zaya

“restricted sceneries #01″ lautete der Titel einer Performance am Eröffnungsabend. Eingelassen wurden die Zuschauer in zwei Kategorien, je nachdem, wie sie verschiedene von einer Türsteherin ins Ohr geflüsterte Fragen beantworteten, zum Beispiel welche Augenfarbe die Mutter oder wann man zum letzten Mal Sex hatte.

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Performance “restricted sceneries #01″ (Ausschnitt)

Ten Years After – Eine Jubiläumsausstellung von ATELIERFRANKFURT, kuratiert von Corinna Mayer

Eine schöne Idee zur Eröffnungsfeier wie zum 10-jährigen Bestehen von ATELIERFRANKFURT hatte Corinna Mayer, Malerin, Zeichnerin und nicht zum ersten Mal Ausstellungskuratorin: ein Saal voll Wandmalereien aktueller und ehemaliger Künstlerinnen und Künstler des Hauses. Die Schau ist bis zum 19. Dezember 2014 zu sehen (Atelier 0.04 im EG).

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↑ Corinna Mayer
↓ Jörg Eibelshäuser

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Beteiligt an der Jubiläumsausstellung sind: Jörg Ahrnt, Fides Becker, Sascha Boldt, Il-Jin Atem Choi, Jörg Eibelshäuser, Bea Emsbach, Thomas Erdelmeier, Isabel Friedrich, Till Galunke, Natalie Goller, Barbara Gräwe, Ina Holitzka, Martin Holzschuh, Caroline Krause, Corinna Mayer, Hans Petri, Lionel Röhrscheid, Monika Romstein, Edwin Schäfer, Vroni Schwegler, Sandip Shah, Jörg Simon, Valentina Stanojev und Zeljko Vidovic.

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↑ Isabel Friedrich
↓ Barbara Gräwe

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Am Eröffnungsabend nicht zu vergessen schliesslich die Aufführung des Theaterstücks “Nipple Jesus” von Nick Hornby, gespielt von Carlos Garcia Piedra vor Arbeiten von Jan-Ulrich Schmidt!

DAS PROGRAMM
(Änderungen / Ergänzungen vorbehalten)

Donnerstag, 20. November 2014 – Eröffnung Vereinslokal
18.00 Uhr
• Eröffnung Vereinslokal
• Mit dem Live-Act Ludwig Röhrscheid
21.00 Uhr
• Buchverkochung mit Kai Söltner

Freitag, 21. November 2014 – Bands im Clubraum
ab 20.00 Uhr – Details und weitere Bands werden noch bekannt gegeben
• 20.00 Mitglieder des Ensemble Modern
• 21.15 N.N.
• 23.30 Kokonino Kounty
Jason Schneider: Gesang & Trompete, Clemens Wolfart: Gitarre, Manuel Tiranno: Bass, Mitja Hinzpeter: Drums
• 23.30 Mona D
Corinna Mayer: Gesang, Lionel Röhrscheid: Gitarre, Jörg Weil: Percussion, Peter Wolf: Theramin
• Fingerfood und Getränke gibt es im neu eröffnete Vereinslokal im Erdgeschoss
Ort: Vereinslokal im EG

Samstag, 22. November 2014 – FAT – Frankfurter Ateliertage
14.00 – 20.00 Uhr geöffnete Ateliers Ort: EG bis 6.OG
• LICHTER Filmfest Frankfurt International präsentiert “Es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn”
Ausgewählte Kurzspielfilme, Animationen und Experimentalfilme aus dem Archiv.
Ort: Veranstaltungsraum im EG
• Performance, Videoinstallation Let Go Anchor! (2014)
Raul Gschrey
Ort: Pförtnerloge im EG
• Erleuchtung der Lichtinstallation “Musenzopf”
Johannes Kriesche
Ort: linkes Türmchen im Innenhof
• Fingerfood und Getränke gibt es im neueröffneten Vereinslokal
Ort: Vereinslokal im EG
14.00 Uhr
• Führung “Experimentelle Raumkonzepte” von Michaela Filla
Atelierbesuche bei: Sabine Kuehnle, Merja Herzog-Hellsten, Patrick Raddatz
Treffpunkt: Empfang im EG (Eingang Innenhof)
14:00-18:00 Uhr
• Offene Theaterproben – Schauspielunterricht zum Zuschauen
TASK Schauspielschule für Kinder und Jugendliche
Ort: Atelier 0.02
15.00 – 15.30 Uhr
• Iris Welker Sturm liest aus Ihrem neuen Buch “das unerhörte zwischen. gedichte & mokka kaos”
Ort: Kantine im 4. OG
16.00 Uhr
• Führung “Zurück zum Wesentlichen. Gemalte Konzentration”
Atelierbesuche bei: Norbert Frensch, Jörg Ahrnt, Eberhard Ross/ Christine Brunella
Treffpunkt: Empfang im EG (Eingang Innenhof)
17.00 – 18.00 Uhr
• Ute Paul und Martina Weber
Zwei Frankfurter Lyrikerinnen lesen in Kooperation mit dem Frankfurter Kranz – Plattform für kulturschaffende Frauen
Ort: Kantine im 4. OG
19.00 Uhr
• Wiebke Dröge / Memory Chunk
Ort: Atelier 6.16
22.00 Uhr
• WHAT’S THE F***? – Clubraum Opening Party
Alex Hawn; Sebästschen; Jermaine Dotson; Romero Brothers; Napkid ; organisiert von reprint
Ort: Clubraum im EG

Sonntag, 23. November 2014 – FAT – Frankfurter Ateliertage
12.00 – 18.00 Uhr geöffnete Ateliers Ort: EG bis 6.OG
• LICHTER Filmfest Frankfurt International präsentiert “Es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn”
Ausgewählte Kurzspielfilme, Animationen und Experimentalfilme aus dem Archiv.
Ort: Veranstaltungsraum im EG
• Performance, Videoinstallation Let Go Anchor! (2014)
Raul Gschrey | www.gschrey.org
Ort: Pförtnerloge im EG
• Erleuchtung der Lichtinstallation “Musenzopf”
Johannes Kriesche
Ort: linkes Türmchen im Innenhof
• Fingerfood und Getränke gibt es im neueröffneten Vereinslokal
Ort: Vereinslokal im EG
13.00 – 14.00 Uhr
• Offene Theaterproben – Schauspielunterricht zum Zuschauen
TASK Schauspielschule für Kinder und Jugendliche
Ort: Atelier 0.02
14.00 – 15.00 Uhr
• Schauspiel-Schnupperstunde. Die Besucher sind zum Mitmachen eingeladen
TASK Schauspielschule für Kinder und Jugendliche
Ort: Atelier 0.02
15.00 Uhr
• Führung “Art and Society” (Englische Führung) von Michaela Filla
Atelierbesuche bei: Kevin Clarke, Federico Rosa, Khaled Barakeh
Treffpunkt: Empfang im EG (Eingang Innenhof)
16.00 – 17.00 Uhr
• Theateraufführung: Der Dieb der nicht zu Schaden kam” von Dario Fo
TASK Schauspielschule für Kinder und Jugendliche
Ort: Atelier 0.02

Fotos: FeuilletonFrankfurt

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