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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

„Begegnungen – Incontri“: 50 Jahre Frankfurter Westend Galerie

25. Juli 2016

1966   2016

Im Jubiläumsjahr 2016 zeigt die Frankfurter Westend Galerie zur Jahresmitte im Rahmen des Jubiläumsmottos „Begegnungen – Incontri“ eine gleichnamige Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten aus 50 Jahren Galerietätigkeit: von Arturo Bonfanti, Eugenio Carmi, Tommaso Cascella, Roberto Casiraghi, Raffaele Cioffi, Dadamaino, Enrico Della Torre, Piero Dorazio, Enzo Esposito, Paolo Iacchetti, Arthur Kostner, Fausto Melotti, Mario Molli, Carlo Nangeroni, Claudio Olivieri, Gianfranco Pardi, Achille Perilli, Mauro Reggiani, Giancarlo Sangregorio, Giuseppe Santomaso, Vincenzo Satta, Toti Scialoja, Giulio Turcato und Italo Valenti.

Im Dezember 1966 begann die einige Wochen zuvor gegründete Deutsch-Italienische Vereinigung im Rahmen eines ständigen Kunstforums unter der Leitung von Trudi Müller-Luiselli und ihrem Vorstandsvorsitzenden Salvatore A. Sanna mit der Schau „Kunsthandwerk aus Sardinien“ ihre Ausstellungstätigkeit. 1971 erhielt das Forum den heutigen Namen Frankfurter Westend Galerie. Mit ihrer Aufgabe, italienische moderne und zeitgenössische Kunst in Deutschland zu vermitteln, erwarb sie sich schon bald grosse Anerkennung und den Ruf von Exklusivität. Freunde und Sammler gaben und geben sich bis heute zu den Vernissagen ein Stelldichein.

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Privatdozentin Caroline Lüderssen, Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung (rechts), begrüsst den Ehrenpräsidenten der Vereinigung, Salvatore A. Sanna, und Barbara Thurau, Frankfurter Westend Galerie

Im Rahmen ihrer einführenden Worte zur Ausstellungseröffnung führte Barbara Thurau mit Salvatore A. Sanna ein Gespräch über die Gründung und die Entwicklung der Galerie in ihrer 50jährigen Geschichte.

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Barbara Thurau im Interview mit Salvatore A. Sanna

Im Folgenden ein Bilderbogen durch die hochwertige, ausserordentlich sehenswerte Ausstellung:

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Piero Dorazio (1927-2005), Faro, 1984, Öl auf Leinwand, 70 x 90 cm

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Enrico Della Torre (*1931), Fuga con brio, 1994, Öl auf Leinwand, 56,5 x 70 cm

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Gianfranco Pardi (1933-2012), Ellisse, 1993, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

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Enzo Esposito (*1953), Ohne Titel, 2003, Mischtechnik auf Leinwand, 98 x 83 cm

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Carlo Nangeroni (*1922), Ohne Titel, 1990, Acryl auf Leinwand, 117 x 50,5 cm

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Italo Valenti (1912-1995),Vicenza, 1968, Öl auf Leinwand, 18 x 24 cm

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Raffaele Cioffi (*1971), Continuum, la mia ombra, 2012, Öl auf Leinwand, 90 x 90 cm

„Begegnungen – Incontri“ – 50 Jahre Frankfurter Westend Galerie, noch bis zum 29. Juli 2016

Abgebildete Werke © die entsprechenden Künstler; Fotos: FeuilletonFrankfurt

 

Sommergäste 2016 in der AusstellungsHalle Frankfurt-Sachsenhausen (1)

23. Juli 2016

Ulrike von der Osten und Natalie Goller

Sommergäste

SOMMERGÄSTE – so lautet auch die diesjährige, siebenteilige Reihe in der AusstellungsHalle (1A) in Frankfurt-Sachsenhausen. Sieben Wochen lang präsentiert Hallen-Chef Robert Bock Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Frankfurt am Main und der Region. Es sind Kurz-Präsentationen, die jeweils am Freitagabend eröffnet werden und am nachfolgenden Samstag und Sonntag in der Zeit jeweils zwischen 14 und 18 Uhr besucht werden können. Dieser Zeitraum ist zwar recht kurz, aber wer am Wochenende in der Stadt ist oder Freizeit am Mainufer verbringt, ist gut beraten, mal in der nahen AusstellungsHalle vorbeizuschauen!

I
Ulrike von der Osten
„Parallel“ – Ausstellung und Katalogpräsentation (15. bis 17. Juli 2016)

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↑ o.T., 2016, Acryl auf Leinwand, 60 x 40 cm
↓ alles in ordnung, 2014, Acryl auf Leinwand, 115 x 135 cm

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Ulrike von der Osten, 1962 in Hildesheim geboren, studierte freie Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg bei Professor Georg Karl Pfahler. Seit 1993 ist sie als freischaffende Künstlerin in Frankfurt am Main und in Offenbach tätig.

II
Natalie Goller
Malerei

Freitag 22. Juli 2016, 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 23. und 24. Juli jeweils 14 bis 18 Uhr

Natalie Goller wurde 1972 in Ludwigsburg geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin an der Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart freie Malerei bei Professor Moritz Baumgartl und Professorin Cordula Güdemann. Seit 2002 lebt und arbeitet die Künstlerin in Frankfurt am Main.

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↑ Denkstein, 2016, Öl/Collage auf Leinwand auf Holzkasten,30x30cm
↓ Im Schneesturm, 2015, Öl/Collage auf Leinwand auf Holzkasten,30x30cm

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Die nächsten Eröffnungen innerhalb der Ausstellungsreihe:

III
Bertram Schüler
„Du und Ich“, Masken
Freitag 29. Juli 2016 um 19 Uhr
IV
CaBri – Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz
Videos und Keramikinstallation
Freitag 5. August 2016 um 19 Uhr
V
Bob Lloyd
Malerei & Druckgrafik
Freitag 12. August 2016 um 19 Uhr
VI
Cordelia Heymann
Arbeiten auf Papier & Holz
Freitag 19. August 2016 um 19 Uhr
VII

Allmut Plate
Installation/Objekte
Freitag 26. August 2016 um 19 Uhr

Bildnachweis Logo: AusstellungsHalle; abgebildete Werke und Fotos © die jeweilige Künstlerin

→ Natalie Goller: „Der Orte reine Seele“

 

Absolventenausstellung 2016 der Städelschule im MMK 3 „Croissant“ (2)

22. Juli 2016

Auch so könnte man es sich vorstellen: Da sitzen die diesjährigen Absolventen der Städelschule vormittags beisammen bei Kaffee und – Croissants – , köstlich, unsereiner verspeist, wenn er ihrer habhaft wird, gut und gerne zwei zum Frühstück, selbst drei wären nicht ausgeschlossen. Und wenn man in besagter Runde sich nun noch für die bevorstehende Absolventenausstellung einen Titel aus der Kopfhaut massieren will – na eben: Croissant! Aber so einfach ist die Sache mal wieder nicht, hatte man doch eine andere Bedeutung des französischen Wortes im Sinn: „croissant“ im Sinne von steigend, zunehmend, wachsend – très bien, mes dames et messieurs, endlich mal was in Französisch statt dem ewig-langweiligen Kunst-Englisch: Quelle inspiration magnifique! Bravo, chapeau et félicitations!

Neben dem Gewinner des Absolventenpreises Stuart Middleton verliessen 25 weitere – jetzt ehemalige – Studierende den sicheren Hort dieser einzigartigen Kunsthochschule; es geht fortan hinaus in die freie wie raue Welt einer Existenz am Kunstmarkt, denn Künstlerinnen und Künstler müssen mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und – was bei allem nicht zu kurz kommen darf – ihrem (auch und gerade) handwerklichen Können ihren künftigen Lebensunterhalt verdienen. Und das wird beileibe nicht einfach sein! Denn: „Wer Künstler werden will, muss Risiken eingehen“, bekannte jüngst HfG-Präsident Professor Bernd Kracke bei der Rundgangsveranstaltung der Kunsthochschule im benachbarten Offenbach.

Zu denen, die dieses Risiko nicht scheuen, zählen dieses Jahr neben Stuart Middleton und den Studierenden, deren Arbeiten wir nachfolgend (und stellvertretend für all die anderen) abbilden, die vormaligen Studentinnen und Studenten William Alexander Bacon, Kitsum Cheng, Andrew de Freitas, Anders Dickson, Lina Hermsdorf, Benjamin Horns, Martin Kähler, Theresa Kampmeier, Ellen Yeon Kim, Soojung Kim, Yuki Kishino, Chloé Malcotti, Aislinn McNamara, Luzie Meyer, Xerxes Oakman, Bonny Poon und Elif Saydam aus den Klassen der Professorinnen und Professoren Peter Fischli, Douglas Gordon, Judith Hopf, Michael Krebber, Tobias Rehberger, Willem de Rooij, Amy Sillman und Josef Strau.

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Olga Cerkasova, Dead or alive, 2016, Acrylic on canvas

Bereits zum achten Mal stellt das MMK 3 den ehemaligen Zollamtssaal für die Absolventenausstellung der Städelschule als einen institutionellen Rahmen zur Verfügung und setzt damit die erfolgreiche Kooperation mit der Hochschule fort, aus der in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Ankäufe für die MMK Sammlung hervorgegangen sind. Und wiederum setzen die Schulabgänger ihre Kreativität und ihr thematisches Material in den künstlerischen Medien Malerei, Video, Installation, Performance sowie Skulptur um.

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James Gregory Atkinson erläutert seine Arbeit „Hypersensitive (Blowing things out of  proportion)“, 2016, Inkjet print mountet on Dibond; neben ihm die Ko-Kuratorin der Ausstellung Sabrina Franz

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Eine sehr schöne, intelligent wie homorvoll erdachte zweiteilige Arbeit zeigt Jasmin Werner: „ambivalent ladder (Entrance Sans Souci)“ – oben – und „ambivalent ladder (Exit Cascade)“ – unten -, erstere zu Beginn, letztere am Ende des Ausstellungssaals, beide aus 2016, die Werkbeschreibungen lauten „Aluminum, thread rods, wing screws, thermal paper“. Sinnbild für Aufstieg und Fall einer Künstlerexistenz, für deren Fragilität? Nicht doch, wer von der Städelschule kommt, hat das Ticket zum Erfolg zumeist bereits in der Tasche!

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Wir bekennen gerne: Die Videoinstallationen von Franziska Wildt faszinieren uns vom ersten Moment an. Eine Zaubermeisterin! Da gibt es nur eines: hingehen und anschauen!

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Ikue Higuchi, Someone’s portrait, 2016, Fabric

Zwei schöne Arbeiten, die eine, mittelformatig auf Leinwand (links), die andere, kleinformatig auf Papier (rechts), sehen wir von Martin Kozlowski.

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Magnus Andersen zeigt eine Kombination aus Malerei und Skulptur, der Rahmen ähnelt einem Kaminportal

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Magnus Andersen, Arte et Marte, 2016, Acrylic, chalk and glue on canvas, wood

Der Hingucker zum US-amerikanischen Wahlkampf: die himmelhohe Arbeit von Anina Troesch: Was ist aus der stolzen „Stars and Stripes“ geworden? Die Stripes hängen lustlos-schlaff herunter, und die Stars? Zwei sind noch übrig geblieben – symbolisieren sie den finalen Showdown zwischen Kandidatin und Kandidat?

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Anina Troesch, flag, 2016, fabric

Eine kleine Auswahl von Arbeiten nur, sie mögen in der hochkarätigen, absolut sehenswerten Ausstellung für all die anderen Absolventinnen und Absolventen stehen, von denen wir gewiss früher oder später hören – und vor allem sehen – werden!

Zwei Absolventinnen, Ellen Yeon Kim und Franziska Wildt, zeigten am Eröffnungsabend jeweils eine Performance, ein zweifellos anspruchsvolles, aber auch flüchtiges, oft situationsbezogenes künstlerisches Medium, welches sich meist nur schwierig beschreiben oder visuell dokumentieren lässt.

Zur Ausstellung erscheint eine von den Absolventen entworfene lose Sammlung von Karten. Die offene Form dieser Publikation soll die Vielfalt der Künstlerpositionen repräsentieren.

Ausstellung „Croissant. Absolventen der Städelschule 2016“, Museum für Moderne Kunst / MMK 3, bis 14. August 2016

Abgebildete Werke © jeweilige Künstlerinnen / Künstler; Fotos: FeuilletonFrankfurt


→ Absolventenausstellung 2016 der Städelschule im MMK 3 „Croissant“ – Absolventenpreis an Stuart Middleton

 

Siegfried Dammrath

19. Juli 2016

Von Petra Kammann

Zur Erinnerung an den verstorbenen Bildhauer, Philosophen und Lyriker J. Siegfried Dammrath ist bis zum 31. Juli 2016 im Museum Kaiserswerth eine Ausstellung zu sehen, die sich mit dem Leben und Wirken dieses vielseitigen Künstlers befasst. Der Bildhauer und Dichter war am Pfingstsonntag im Alter von 87 Jahren verstorben. Er lebte viele Jahre lang in den Düsseldorfer Stadtteilen Kaiserswerth und Kalkum.

Der als Steinmetz ausgebildete Bildhauer absolvierte eine Ausbildung für das künstlerische Lehramt und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie u.a. bei Professor Ewald Mataré Bildhauerei. Im Verlauf seines künstlerischen Wirkens schuf er nicht nur Steinbildwerke, Steinreliefs, Altargestühl und Grabsteine, sondern auch Bronzereliefs und andere Metallskulpturen. Zudem gestaltete er im Rheinland, am Niederrhein und im Ruhrgebiet etliche Arbeiten wie Kirchenfassaden, Glasmalereien in öffentlichen Gebäuden, Lithografien und vieles mehr.

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J. Siegfried Dammrath Weiterlesen

Weltkulturen Museum: „A Labor Of Love – Kunst aus Südafrika – Die 80er jetzt“

18. Juli 2016

Meister des Linolschnitts

Von Renate Feyerbacher

Das Weltkulturen Museum Frankfurt besitzt eine Sammlung von etwa 600 afrikanischen Kunstwerken, ausschliesslich von schwarzen Künstlern geschaffen. Sie wurden 1986 angekauft. Noch bis zum 24. Juli 2016 ist eine Auswahl von 150 Werken zu sehen, darunter solche von heute namhaften Künstlern wie Peter Clarke, Lionel Davis, David Koloane oder Sam Nhlengethwa. Bis 2001 hiess das Haus „Museum für Völkerkunde“, dessen Direktor einst der Ethnologe Leo Frobenius war. Ein Jahr nach dem genannten Ankauf, 1987, fand die Ausstellung „Botschaften aus Südafrika“ statt. Ein Werk daraus, „The 10 th Anniversary of June, the 16 th“ von Sam Nhlengethwa (*1957), wurde bereits damals ausgestellt und ist heute wieder zu sehen.

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Sam Nhlengethwa, „The 10th Anniversary of June, the 16th“ 1986, 1986, Öl auf Leinwand, 113,5 x 171,5 cm; Weltkulturen Museum, Foto: Wolfgang Günzel
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