home

FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

„Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus (2)

27. Juni 2016

Die Göttin Athena mit Entourage im Fokus einer grandiosen Schau

Von Hans-Bernd Heier

In einer dichten chronologischen Inszenierung werden in der großartigen Sonderschau „Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus die zwölf Monate des attischen Kalenders in zwölf Räumen anhand exquisiter Exponate anschaulich präsentiert. Erlesene Bildwerke machen die antiken Feste und deren unmittelbaren Bezug zum Mythos Athens erfahrbar. Die meisten Festlichkeiten des Jahres nehmen Bezug auf die Geschichte von Athena, Poseidon, Erechtheus und Eumolpos. Die Bürger Athens feiern in ihren Heiligtümern, ziehen in Prozessionen durch Stadt und Land und sind umgeben von den Statuen ihrer Götter und Helden.

Im Folgenden möchten wir die Besucher bei ihrem Gang durch die zwölf Themenräume begleiten und die jeweiligen Glanzstücke kurz vorstellen. Der ergänzende 13. Raum erlaubt einen Blick in das „Planungsbüro“ des genialen Architekten und Bildhauers Phidias, der in enger Zusammenarbeit mit dem herausragenden Staatsmann und Kulturpolitiker Perikles Athen nach der völligen Zerstörung durch die Perser glanzvoll wieder aufbaute.

L1310239-500A

Ausstellungsansicht; Foto: FeuilletonFrankfurt

Das attische Jahr beginnt im Sommer. „Hekatombaion“ heißt der erste Monat dieses Kalenders und entspricht ungefähr der zweiten Hälfte des Juli und der ersten Hälfte des August. Sein Name bezieht sich auf das Opfer von 100 Rindern auf der Athener Akropolis. Die getöteten Tiere wurden dann gebraten und von der Festgemeinde verzehrt. Dieses Ritual war der Höhepunkt der mehrtägigen sogenannten „Panathenaia“, dem wichtigsten Fest Athens, das an die Geburt des Erechtheus erinnerte. Den religiösen Feierlichkeiten folgten Tage der musischen und athletischen Wettbewerbe.

L1310246-A-450

Athena mit dem Erechtheus-Kind, Marmor, 2. Jhh. n. Chr., Potsdam, Schloss; Foto: FeuilletonFrankfurt

Hier wie auch im folgenden Raum, der dem Sommermonat „Metageitnion“ gewidmet ist, beeindrucken die herrlichen Bronzestatuetten und Marmorfiguren der mädchenhaften, aber selbstbewussten Athena. Besonders schön ist der moderne Abguss der mütterlichen Göttin mit dem kleinen Eurechtheus auf dem Arm. Auch eine Marmorbüste seines Vaters, dem Schmiedegott Hephaist, ist zu sehen, zünftig dargestellt mit einer Filzkappe der Handwerker auf dem Kopf. In diesem Monat gedachten die Athener besonders den Siedlern und Kolonisten, die in der Ferne lebten. Dazu gehörte auch der Schmiedegott, den seine Mutter Hera vom Olymp geworfen hat. Sein Sturz endete auf der Insel Lemnos, auf der er fern der Heimat siedelte.

Das Fest der Boedromia war Apollon und seiner Zwillingsschwester Artemis geweiht. In einem wahren Blutrausch wurden 500 Schafe auf einen Schlag geopfert und verspeist. Damit dankten die Athener den Göttern für die Abwehr der übermächtigen Perser in der Schlacht bei Marathon (490 v. Chr.). Dadurch erhielt dieses Fest den Charakter eines Nationalfeiertags. Allerdings bezahlten sie dafür einen sehr hohen Preis.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Marmorstatue einer Tochter des Erechtheus (?) aus der Korenhalle des Erechtheion, Marmor, um 410 v. Chr.; Archäologisches Institut der Universität Göttingen; Foto: Stephan Eckardt; moderner Gipsabguss, nach dem Original im British Museum, London

Boedromios“ ist ein Beiname des Orakelgottes Apollon. Es bedeutet „der zu Hilfe Eilende“ und meint den Gott, der in der Kriegsnot den hilfreichen Ausweg weist. Im Mythos der Stadt Athen ist das primär jener Apoll, der dem verzweifelten König von Athen Erechtheus durch das Orakel eine grausame Weissagung übermittelt: Er wird den thrakischen König Eumolpos nur besiegen, wenn er seine erstgeborene Tochter opfert.

Panorama1

Eumolpos und Erechtheus von einer Statuengruppe der Athener Akropolis (Ausschnitt). Experimenteller und rekonstruierender Nachguss der Bronzekrieger Riace A und B; Bronze, Silber, Kupfer, Gold, farbige Steine, Asphaltlack, Pigmente; Lorenzo Campana, Paola Donati, Kristine Balzer, Christoph Bergmann, Toni Silvestri, Ulrike Koch-Brinkmann, Vinzenz Brinkmann 2015 (mit Unterstützung des italienischen Staates und der Fondazione Prada Mailand); Foto: FeuilletonFrankfurt

Die zwei athletischen nackten Kämpfer Erechtheus und Eumolpos – ein rekonstruierter Bronzenachguss – sind die absoluten Glanzstücke der Präsentation. Beide stehen sich in der landesüblichen Ausrüstung und Kopfbedeckung direkt gegenüber. Die fast zwei Meter hohen wohlproportionierten Bronzefiguren wurden 1972 in Riace im südlichen Kalabrien gefunden und sind nach dem Fundort Riace A und Riace B benannt. Die zwischen 460 und 430 v. Chr. geschaffenen Figuren stellen die Wissenschaftler immer noch vor ungelöste Fragen. Denn Kopfbedeckungen und Waffen sind verloren. „Zahlreiche technische Spuren legen den Schluss nahe, dass Riace A einen korinthischen Helm, Riace B eine Fuchsfellkappe trug. Während Riace A in der Rechten eine Lanze hielt, trug Riace B sicherlich eine kurzschaftige Axt“, sagt Kurator Professor Brinkmann. Ebenso lasse sich aus der Haltung der linken Arme erschließen, dass einer der Krieger einen großen Rundschild und der andere eine leichte sichelförmige Pelta (besondere Form des Schilds) als Abwehrwaffe verwendete.

Die neuesten Forschungen deuten darauf hin, dass die originalen griechischen Statuen ursprünglich auf der Athener Akropolis vor dem Tempel der Athena in der Nähe der berühmten Korenhalle aufgestellt waren und den Sohn der Athena mit seinem Erzrivalen, dem Sohn des Poseidon, darstellen. Warum und wie die Bronzekrieger nach dem Fundort Riace gelangten, ist dagegen noch unklar.

Panorama2

Eumolpos und Erechtheus von einer Statuengruppe der Athener Akropolis (Ausschnitt). Bildunterschrift vgl. vorhergehende Abbildung; Foto: FeuilletonFrankfurt

Im Herbstmonat „Pyanopsion“ (Mitte Oktober / Anfang November) ging es locker bis frivol in Athen zu. Die Athener Bürger feierten die Ernte, vor allem die Gewinnung der neuen Saat. Dazu reichten sie „Pyanopsion Pyanion“, einen süßer Brei aus Pflanzensamen. Bildlich wurde auch die menschliche Fortpflanzung thematisiert: So sind auf einer rotfigurigen Trinkschale Frauen abgebildet, die Kuchen in Form männlicher Geschlechtsteile backen, und ein Weinmischgefäß zeigt eine nackte Frau, die einen Riesenphallus trägt.

Ton, rotfigurig (Klassisch (um 470 v.Chr.)) von Pan-MalerHöhe 32 cmInventar-Nr.: V.I. 3206Fundort: Etrurien (Italien)Systematik: Geschichte / Antike / Ägäis / Griechen / Kult und Religion / Kulthandlungen, Rituale, Artist: Pan-Maler

Rotfiguriges Weinmischgefäß (Kolonettenkrater) mit der Darstellung eines Jünglings vor einer Herme, um 470 v. Chr., Ton, Höhe 32 cm, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung © bpk / Antikensammlung, SMB / Ingrid Geske

Im Spätherbst kündigt sich der Winter mit seinen Stürmen an. Der Monat „Maimakterion“ ist deshalb „Zeus Maimaktes“ geweiht, dem wilden, stürmischen Gott. Diesem „Ober-Olympier“, der durch seine Unbeherrschtheit vernichtende Orkane auslösen konnte, opferten die Menschen, um einen sanften Winter zu erflehen.

Ins Auge fällt in diesem Raum der sogenannte „Zwölfgötteraltar“ aus dem Pariser Louvre. Dieser zeigt ein Relief mit den zwölf olympischen Göttern – plastisch herausgearbeitet und umgeben von den Tierkreiszeichen. Kunstvoll gearbeitet ist auch der Cellafries des Athener Parthenon, auf dem die Versammlung der Olympier zu sehen ist.

Der Wintermonat „Poseideon“ ist dem aufbrausenden Meeres- und Pferdegott gewidmet. Seitdem der „Erderschütterer“ bei der Bewerbung um die Schutzherrschaft der attischen Stadt seiner Rivalin Athena unterlegen war, bekämpfte er diese gnadenlos. Der Rachefeldzug endete erst mit dem eleusinischen Krieg, in dem er Athenas Sohn Erechtheus mit seinem Dreizack aufspießte.

Ein bedeutender Ort der Verehrung Poseidons befand sich am Ende der südlichen Landzunge Attikas. Ein Höhepunkt der Feier war eine Schiffsprozession von Athen nach Sunion. Veranschaulicht wird diese durch eine stimmungsvole Video-Animation mit Galeeren auf dem Meer. Beeindruckend ist auch die Bronzestatue Poseidons, die diesen macht- und kraftvoll mit dem Dreizack zeigt.

Der „Gamelion“ (Januar / Februar) war für Bauern, Fischer und Händler eine ruhige Zeit. In dieser Jahreszeit fanden deshalb in der Antike ausgiebige Hochzeitsfeiern statt. Auch Zeus und Hera sollen in diesem siebten Monat des attischen Kalenders die Hochzeit vollzogen haben. Geheimnisvoll ist die große Marmorstatue von Hera, der Schutzgöttin der Ehe, die in der linken Hand eine Spendenschale hält. Archäologische Wissenschaftler interpretieren diese Darstellung so, dass die betrogene Hera feierlich damit einwilligt, die uneheliche Athena im Olymp aufzunehmen.

L1310271-450

↑ Kopf des bärtigen Weingottes Dionysos, römische Wiederholung eines griechischen Originals, das um 440 v. Chr., vermutlich in Athen im Umkreis des Phidias geschaffen wurde; Marmor, Höhe 68 cm; Museo Archeologico Nazionale di Napoli; Foto: FeuilletonFrankfurt

↓ Attisch-rotfiguriger Becher (Skyphos) des Penelope-Malers mit der Darstellung des Anthesterienfestes, um 440 v. Chr., Ton, Höhe 20,3 cm; Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung; © bpk / Antikensammlung, SMB / Eva-Maria Borgwaldt

Ton, rotfigurig (3. Viertel 5. Jh.v.Chr.) von Penelope-Maler Höhe 20,3 cm, Durchmesser 23 cm Inventar-Nr.: F 2589 Fundort: Chiusi (Italien) Person: Silen, Naturgeister der griechischen Mythologie Systematik: Personen / Antike / Mythologie / Satyrn, Silene, Artist: Penelope-Maler

In geradezu rauschhafter Ausgelassenheit feierten die Athener im „Anthesterion“ das Ende des Winters. Der Wein war gereift und die Fässer wurden geöffnet. Schweigend leerte jeder Festeilnehmer einen kompletten Weinkrug, um anschließend lärmend vom Heiligtum des Weingottes Dionysos auf den zentralen Marktplatz der Stadt zu ziehen. Hier sollen sich der Sage nach die „Königin“ und der „Gott“ Dionysos vereinigt haben. Womöglich folgten die Gläubigen diesem öffentlichen Liebesakt durch heftige Überschreitungen der sonst streng befolgten Normen im Alltag. Rotfigurige Bilder auf Tongefäßen belegen drastisch dieses orgastische Treiben.

L1310289-450A

Euripides, römische Wiederholung des griechischen Originals, das um 330/340 v. Chr. entstanden ist; Marmor, Höhe 46 cm, Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek; Foto: FeuilletonFrankfurt

Auch der folgende Frühjahrsmonat „Elaphebolion“ stand im Zeichen des Dionysos, des Gottes des Weins, des Rausches und der Fruchtbarkeit. Zu seinen Ehren veranstalteten die Athener ein großes Theaterfestival. Es kamen neue Tragödien und Komödien zur Aufführung. Private Geldgeber, die sogenannten Choregen, finanzierten die Inszenierungen, und die besten Theaterstücke erhielten Auszeichnungen und Preise, vermutlich um 416 v. Chr. auch Euripides‘ Tragödie „Eurechtheus“, von der Ausschnitte zu hören sind. Beeindruckend ist Marmorbüste dieses berühmten Theaterschriftstellers – trotz abgeschlagener Nase.

Im „Mounichion“ (Ende April / Mai) wechselte das Wetter meist schlagartig und übergangslos auf sommerliche Temperaturen. Im Heiligtum der Artemis, der Göttin der Jagd und Schutzgöttin der jungen Leute, feierten Jugendliche übermütig bis tief in die milden Nächte.

Mit diesen „Munichia“ genannten Feierlichkeiten wurde zudem an den Sieg Athens über die Perser in der Seeschlacht vor der Insel Salamis 480/479 v. Chr. erinnert. Sie nahmen so den Charakter eines Nationalfeiertags an.

L1310277-670

Mumienmasken, Ausstellungsansicht; Foto: FeuilletonFrankfurt

Besonders ausdrucksstark sind die römisch-ägyptischen Totenmasken, die im elften Ausstellungsraum zu sehen sind, der dem Monat „Thargelion“ gewidmet ist. Dieser stand ganz im Zeichen der Befreiung von Schuld und der Reinigung (Katharsis). Erechtheus nahm durch den Opfertod seiner Töchter und seinen eigenen Tod im Krieg gegen Poseidon den alten Fluch der Stadt Athen auf sich und bereinigte ihn dadurch. Das namensgebende Ritual, die „Thargeleia“, war von archaischer Grausamkeit: Zwei menschliche Sündenböcke (Pharmakoi) wurden durch die Stadt getrieben und gegeißelt. Sie nahmen symbolisch den Fluch der gesamten Bevölkerung auf sich und wurden schließlich am Meer gesteinigt und verbrannt.

L1310265-380

Athena, Marmorstatue mit Ergänzungen aus dem Barock, römisch, um 180/190 n. Chr., Höhe 178 cm; Liebieghaus Skulpturensammlung; Foto: FeuilletonFrankfurt

Im letzten Monat des attischen Kalenders, dem „Skirophorion“, feierten die Athener die Versöhnung von Athena und Poseidon und damit die feierliche Aufnahme des Meeresgottes Poseidon auf der Athener Akropolis. Die Kraft der Versöhnung wird in der griechischen Kunst und Literatur durch die Liebesgöttin Aphrodite dargestellt. Ein Blickfang ist die reizvolle Statue der himmlischen Aphrodite, ein Abguss einer ursprünglich wohl von Phidias gestalteten Figur.

lh_presse_athen_ausstellungsansicht_8-650

Ausstellungsansicht, „Blick in „Phidias Atelier“; Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung

Der abschließende Raum der herausragenden Schau ist der historischen Architektur und der planerischen Gestaltung des hochklassischen Athens sowie ihren zentralen Gestaltern gewidmet. Neben einer Reihe eindrucksvoller Modelle fällt speziell ein farbig gestaltetes ionisches Kapitell aus der Zeit des Perikles ins Auge. Diese Farbrekonstruktion vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der bunten Götterwelt der damaligen Zeit.

Athen. Triumph der Bilder“, Liebieghaus Skulpturensammlung, bis 4. September 2016

Bildnachweis: Liebieghaus Skulpturensammlung

→ „Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus (1)

 

„Open Day“ im Künstlerhaus AtelierFrankfurt

26. Juni 2016

Ein Zwischenruf

Künstlerinnen und Künstler der 4. Etage im AtelierFrankfurt hatten sich am heutigen Sonntag zu einer eintägigen Werkschau ihrer Arbeiten zusammengefunden und ihre Ateliers geöffnet. Unser Eindruck: Respekt und Anerkennung! Was wir in den beteiligten Ateliers gesehen haben – im Vordergrund Malerei und Zeichnung, in einigen Fällen Fotografie, Skulptur und Objektkunst – , war in der Summe überzeugend! Und es warf wieder einmal einige Fragen auf:

Warum werden diese Künstlerinnen und Künstler und deren Arbeiten im öffentlichen – besser gesagt „veröffentlichten“ – Diskurs und in den Medien ihrem Niveau und Stellenwert entsprechend oft immer noch nicht angemessen wahrgenommen? Warum finden sie nicht genug Ausstellungs- und Präsentationsflächen auch und gerade im Rhein-Main-Gebiet, wie sie es verdient hätten? Kann es daran liegen, dass wir heute dort „Werke“ im wohlverstandenen Sinne dieses Wortes sahen anstatt „immaterielle“ Kunst als Teilphänomen des zeitgeistigen akademischen Lehrbetriebs, die sich mehr oder weniger ausschliesslich in den „Köpfen“ von Künstlern abspielt – Stichwort Konzeptkunst, zu deren Verständnis es einer zumindest viertelstündigen, im besten Fall verschrobenen, im schlechteren Fall von vornherein verquer-unverständlichen Erläuterung von Künstlern und/oder Kuratoren bedarf? Und warum also finden Werke, wie wir sie heute sahen, so wenig Eingang in öffentliche Sammlungen?

Antworten kann nicht zuletzt der vielfach bis weitgehend durchkommerzialisierte „Kunstbetrieb“ liefern – heute von manchen Autoren schon fast als ein Schimpfwort eingesetzt. Dank deshalb all den Galerien in Stadt und Land, die sich in ihren Ausstellungsprogrammen der Künstlerinnen und Künstler im AtelierFrankfurt annehmen!

!cid_part1_21968D46_4EB589A8@kus-itc-500

Ausstellungsplakat

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher fanden sich heute – wie wir hörten und auch augenscheinlich bezeugen können – in der „4. Etage“ des Künstlerhauses ein. Dieser Erfolg sollte Schule machen: Künstlerinnen und Künstler sollten sich zusammenfinden und auch ausserhalb des oft schwerfälligen Ausstellungsbetriebs solcher Institutionen und viel zu selten (und dann auch noch zeitlich zu kurz) stattfindender „Open Doors“ (oder wie immer man das nennen mag) die Initiative ergreifen, ihre Ateliers zu öffnen!

 

Philipp Demandt neuer Direktor von Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung

24. Juni 2016

Demandt soll in Personalunion auch die Leitung der Schirn Kunsthalle Frankfurt übernehmen

„Die erfolgreiche Arbeit am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen, ist eine Herausforderung, der ich mit Spannung entgegensehe. Zugleich blicke ich mit grosser Dankbarkeit auf rund fünf erfüllte Jahre an der Nationalgalerie. Auf Frankfurt, das sich zu einem der aufregendsten Kunstzentren Deutschlands und darüber hinaus entwickelt hat, freue ich mich sehr – ganz persönlich auch, da mir Stadt und Region lange vertraut sind.“

Kein anderer als Philipp Demandt, derzeit Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin und künftiger Direktor von Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle, sagte dies. Am heutigen frühen Vormittag liefen entsprechende Pressemeldungen von Städel Museum und Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main ein.

st_presse_philipp_demandt_portrait_2-600

Philipp Demandt; Bildnachweis: Städel Museum, Foto: Oliver Mark

Philipp Demandt, 1971 in Konstanz geboren (und damit lediglich zwei Jahre jünger als Max Hollein), studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik. 2001 promovierte er am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit „Die historische Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des Luisenkults“. Ein Jahr später ging er an das Berliner Bröhan-Museum (ein Museum für Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus). 2004 wechselte er als Dezernent zur Kulturstiftung der Länder, wo er unter anderem mit der Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken befasst war. Darüber hinaus arbeitete er als Kurator und Publizist. Demandt entstammt einer kulturhistorisch profilierten Familie: sein Vater ist der Althistoriker Professor Alexander Demandt, sein Grossvater Karl Ernst Demandt, vormals Staatsarchivrat im hessischen Staatsarchiv Wiesbaden und stellvertretender Direktor des Staatsarchivs Marburg.
Weiterlesen

25 Jahre Museum für Moderne Kunst MMK (1)

24. Juni 2016

Das Museum für Moderne Kunst Frankfurt MMK feiert Geburtstag:
FeuilletonFrankfurt gratuliert!

MMK1_a-500

Das Stammhaus an der Domstrasse und heutige „MMK 1“, Foto: Axel Schneider © MMK Frankfurt

Das MMK feiert seinen Geburtstag mit einer neuen Sammlungspräsentation und einem Tag der offenen Tür

Samstag, 25. Juni 2016
Grosse Geburtstagsparty im MMK 1 an der Domstrasse

Das Haus ist von 10 bis 20 Uhr geöffnet, Eintritt frei Weiterlesen

„Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus (1)

23. Juni 2016

Die Göttin Athena mit Entourage im Fokus einer grandiosen Schau

Von Hans-Bernd Heier

Keine andere Stadt hat die Entwicklung Europas stärker beeinflusst als Athen. Der Stadtstaat gilt als Geburtsstätte der europäischen Hochkultur. Das ambitionierte Ausstellungsprojekt „Athen. Triumph der Bilder“ im Frankfurter Liebieghaus kreist, wie Kurator Professor Vinzenz Brinkmann, Leiter der Antikensammlung, betont, „um die hochklassischen Bauten der Akropolis und fragt im Besonderen nach den zahlreichen, zum Teil kolossalen Bildern, die die Mythen Griechenlands, aber vor allem das Märchen von der Stadtgöttin Athena und ihrem Sohn erzählen“.

pan-b

Professor Vinzenz Brinkmann, Leiter der Antikensammlung, und Max Hollein, bis Ende Mai 2016 Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung (bei seiner letzten Pressekonferenz im Liebieghaus), Fotos: FeuilletonFrankfurt

Die umfangreiche Sonderausstellung lenkt den Blick auf die faszinierende Bilderwelt des antiken Athen und zeigt eindrucksvoll dessen Riten, Opfer, Prozessionen und Feste. „Die Schau stellt das Athen im goldenen Zeitalter des Perikles ins Zentrum. Keine andere Epoche hat den Begriff und die Vorstellungen von der Klassik so stark geprägt wie die Zeit des Wiederaufbaus in Athen nach dem Sieg über die Perser. In der Liebieghaus Skulpturensammlung wird die zum damaligen Zeitpunkt geschaffene, facettenreiche attische Bilderwelt nun in einer völlig neuartigen Weise der Antikenrezeption wieder zum Leben erweckt“, erläuterte Max Hollein bei seiner letzten Pressekonferenz in der Skulpturensammlung. Weiterlesen