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FeuilletonFrankfurt



Erhard MetzHerzlich willkommen!
Das Internet-Magazin von Erhard Metz

Das Krokodil / 6

29. Juli 2010

Das Krokodil im Krankenhaus

Beim Räumen jüngst in seinem Schrank
wurd’ ’s Krokodil ganz plötzlich krank:

Erleiden tat ’s ‘nen Hexenschuss,
der machte ihm ganz viel Verdruss;

denn wer so viele Wirbel hat
den macht sowas besonders platt.

Von allein wurd’ es nicht gut
und so ergriff es Stock und Hut

um dann zu gehen in ’s Krankenhaus
- dort ist bisweilen aus die Maus
!

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Denn muss man rein in ’s Hospital
bekreuzigt man sich allemal
- zuweilen endet das fatal!

Zumindest war es so verschrie’n
- für ’s Krokodil gab ’s Aspirin!

Dem Krokodil tat alles weh,
es jammert laut: “oh jemineh!”

Es hatte ziemlich arge Schmerzen
- das Personal nahm ’s sich zu Herzen:

’s gab ‘ne Spritze, bei der Hitze!
(Darüber macht man keine Witze!)

Zum Glück war es dann bald kuriert
und komplett auch retabliert;

man nutzte gar die Chance aus
und nahm ihm gleich die Mandeln raus;

den Blinddarm auch noch obendrein
- dann durfte es schon wieder heim!

Entlassen wurd’ ’s alsbald nach Haus
- und hier ist das Gedicht schon aus!

© Gabi Wucher


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(Bildnachweis: jeweils gif-paradies.de)

“Homebanking” bei der Stenkelfelder Volksgenossenbank

28. Juli 2010

Volksgenossinnen und Volksgenossen, das Zuhausebankieren (in Dummdenglisch  “Homebanking”) ist sicherer und einfacher, als Sie denken,  hören Sie einfach hier … (anklicken)

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(Audionachweis: ndr2 /Foto: Thorben Wengert/pixelio.de)

“Event, Stream, Object”: Sound-Installation von Florian Hecker im Frankfurter MMK

27. Juli 2010

Nehmen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, etwas Zeit, gut vier Minuten, und klicken Sie das nachstehende Bild an, bevor Sie weiterlesen. Der sich eröffnende kleine Film kann und soll nicht mehr leisten, als Sie neugierig zu machen auf eine einzigartige (wenngleich etwas krude betitelte) Raum-Klang-Skulptur – so möchten wir das bezeichnen, was Sie in einem der Säle in der dritten Ebene des Frankfurter Museums für Moderne Kunst MMK erwartet.

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MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer und Florian Hecker (Foto: FeuilletonFrankfurt; Nachweis Filmmitschnitt: MMK Frankfurt am Main)

Was Sie soeben sahen und hörten, ist ein Filmmitschnitt zur Raum-Klang-Installation von Florian Hecker. Es handelt sich bei der ersten institutionellen Einzelausstellung Heckers in Deutschland um eine Auftragsproduktion des MMK im Rahmen seiner Mitte Februar 2010 eröffneten und noch bis zum 22. August laufenden Sammlungspräsentation “Radical Conceptual”. Das Haus hat Heckers Arbeit aus finanziellen Mitteln der Museums-Partner produziert und zugleich für seinen Bestand erworben: Ein Beispiel für eine Ausstellungspolitik, die, wie MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer betont, das Museum für Gegenwartskunst auch als einen Ort der Produktion derartiger Werke versteht.

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Eine Beschreibung dessen, was wir vordergründig sehen, scheint schnell getan: Acht Konfigurationen – jeweils eine gebogene, hochglanzpolierte Metallplatte, davor ein kleiner schwarzer Lautsprecher – hängen über den Raum verteilt von der Decke herab. Über jeden dieser Lautsprecher wird ein eigener Tonkanal einer spezifisch für das MMK computergenerierten, insgesamt achtkanaligen, gut dreissigminütigen Klangkomposition abgestrahlt. Der Schall eines Lautsprechers trifft dabei auf die ihm zugeordnete entweder konvexe oder konkave Reflexionsfläche und verbreitet sich entsprechend im Raum, wobei sich die Schallwellen kreuzen und gegenseitig durchdringen oder überlagern. Ein in die Komposition integriertes stochastisches System bewirkt bei jedem Abspiel eine leichte Variation der Tonsignale, so dass eine jede Audiopräsentation ein Unikat darstellt.

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Zugleich bemerken wir die räumliche Situation als mitkonstituierendes Element der Installation: Die hochglänzenden Metallflächen der Reflektoren wirken als Spiegel, die nicht nur eine Beziehung untereinander herstellen, sondern die Lichtdecke und das grosse Fensterelement des Saales wie auch die Besucher selbst in ein neues räumliches Etwas, in ein gleichsam skulpturales Geschehen einbeziehen, das einem ständigen Veränderungsprozess unterliegt. Sowohl die optischen wie die klanglichen Elemente der Installation laden den Besucher zum Durchschreiten des Raumes ein, fordern ihn geradezu heraus, sich selbst als ein Subjekt dieses Prozesses zu begreifen und einzubringen. Wer sich durch die Installation bewegt, erschliesst sich eine neue multidimensionale, sinnlich wahrnehmbare Erfahrungswelt, in der sich optische und akustische Erscheinungen verbinden: Klang wird sichtbar, Sichtbares wird hörbar. Es entsteht eine skulpturale Raum-Klang-Situation, so wie wir uns auch das Universum als eine multidimensionale Skulptur vorstellen können. Sie erlaubt uns, uns – für eine kleine Zeitlang – unserer eigenen Raum- und Zeitgebundenheit scheinbar zu entziehen.

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Diese Raum-Klang-Skulptur mit den herkömmlichen Mitteln der Sprache zu beschreiben, erscheint unmöglich. Mit den nachfolgenden Abbildungen versuchen wir exemplarisch, die Bedeutung des Fensterelements – als einer Brücke gewissermassen zwischen der Innen- und der Aussenwelt – für die Gesamtskulptur aufzuzeigen. Die jeweilige Tageslicht-Situation wirkt über die Spiegelungen unmittelbar auf die visuelle Erscheinung der räumlichen Struktur ein. Die Raum-Klang-Skulptur gewinnt auf diese Weise etwas Universales, gleichsam “Allzeitgültiges”. Wir sehen hierin einen Schlüssel für eine Antwort auf die Frage, ob und wie diese konkrete Arbeit des Künstlers zu einem späteren Zeitpunkt in anderen räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen realisiert – rekonstruiert, restauriert? – werden kann.

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Florian Hecker und Sophie von Olfers, Kuratorin der Ausstellung

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“Die Arbeit dramatisiert eine Entkopplung gesehener Soundquellen im Raum und deren jeweils wahrgenommene Lokalisation. So ein aktiver Prozess des Hörens unterstreicht die Unmöglichkeit einer einheitlichen Beschreibung, was, wann, wo, von wem gehört wird”, sagt Florian Hecker über seine Installation im MMK.

“Florian Hecker”, so Susanne Gaensheimer, “ist einer der innovativsten Künstler der Gegenwart, denn er verbindet in seiner Arbeit konsequent die Bereiche der Bildenden Kunst, Musik und Performance, um deren Grenzen aufzuheben und neue Ausdrucksformen und Wahrnehmungsmöglichkeiten in Raum und Zeit zu eröffnen”.

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Florian Hecker wurde 1975 in Augsburg geboren. Er studierte 1997 Computer-Linguistik und Psycholinguistik in München und von 1998 bis 2003 an der Akademie der Bildenden Künste Wien mit dem Diplom in Bildender Kunst als Abschluss. Seit 1996 arbeitet er allein oder in Kooperation mit verschiedenen Künstlern an Computermusik und beteiligt sich unter anderem am Prix Ars Electronica sowie weltweit an zahlreichen Ausstellungen, Live-Performances und Audio-Präsentationen. Hecker lebt und arbeitet in Kissing und Wien.

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Susanne Gaensheimer mit Sophie von Olfers und Florian Hecker

Die rund dreissigminütige Audio-Präsentation ist täglich (ausser montags) um 10.30, 12.00, 14.00, 15.30 und 17.00 Uhr zu hören, mittwochs zusätzlich um 18.30 Uhr.

Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main – noch bis 22. August 2010

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)


Sommerausstellung in der Galerie Barbara von Stechow: Wolfgang Dieter Bauer, Robyn W. Fairclough und Angel Peychinov

26. Juli 2010

Fürwahr, nicht nur bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius ging es sommerlich zu bei der Vernissage zur Ausstellung “Dreaming in the Summer” der Galerie Barbara von Stechow: Hotel- und Urlaubsszenen aus fernen Ländern, Damen in sommerlich-leichter Bekleidung und an sandigen Stränden weilende Kinder erwarteten die Besucher.

Wieder einmal gelang es Galeristin Barbara von Stechow und ihrer Mitarbeiterin Sylvia Schlieder, dem selbstgestellten hohen Anspruch gerecht zu werden, besonders bemerkenswerte Positionen zeitgenössischer und vor allem junger Künstler der Region wie auch aus dem europäischen Raum und den Vereinigten Staaten von Amerika ihrem gewohnt qualitätsbewussten Publikum zu präsentieren.

Eine Entdeckung ist zweifellos der 1977 im oberösterreichischen Vöcklabruck geborene Wolfgang Dieter Bauer. Von 1998 bis 2003 studierte er an der Kunstuniversität Linz in der Meisterklasse Malerei von Ursula Hübner. Im Juni 2003 bestand er das Diplom mit Auszeichnung. Seit dem Jahr 2000 stellt der Künstler aus, bislang im Schwerpunkt in Österreich, aber auch bereits bei Barbara von Stechow. Bauer lebt und arbeitet in Wolfsegg am Hausruck, Oberösterreich.

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Where’s my bourbon?, 2007, Öl auf Leinwand, 120 x 80 cm, © Wolfgang D. Bauer

Bauer erweist sich als ein Meister der Verführung und Verwirrung: Nur vordergründig bedient er sich Szenen und Protagonisten aus Filmen wie Blue Velvet, Die Reifeprüfung, Pulp Fiction oder Eyes Wide Shut, die er als Inspiration für seine opulente Malerei aufgreift und verfremdet.

Die “Heile, schöne Welt”-Szenerien der wohlhabend wie sorglos Lebenden erweisen sich ebenso wie ein in seinen Gemälden vermeintlich zur Schau gestellter Luxus bei näherem Hinsehen als ambivalent-trügerisch. Personen bleiben einsam, verlieren sich gelangweilt, scheinbar der Bodenhaftung verlustig, im weiträumigen Ambiente einer Hotelhalle oder verharren abwesend-wartend vor dem Eingang von Nobelhotels. Ein Schimmel steht, auf artifiziellem roten Grund, verloren und deplaziert in einer am Meer belegenen Parkszenerie. Bauer öffnet den Blick in eine hintergründige Welt. Seinen von hoher handwerklicher Disziplin zeugenden, dem Realismus verpflichteten Bildern eignet in vielem etwas Träumerisches, Märchenhaftes, oft durchaus Surrealistisches.

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o.T. (Mystery Serie), 2006, Öl auf Leinwand, 120 x 180 cm, © Wolfgang D. Bauer

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Reisen im Scriptorium, 2010, Öl auf Leinwand, 30 x 30 cm, © Wolfgang D. Bauer

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Wolfgang Dieter Bauer mit Töchterchen vor seiner Arbeit One eyed Jack (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Die mit ihrer Biografie Zurückhaltung übende, nicht mehr der jüngeren Künstlergeneration zuzurechnende US-Amerikanerin Robyn W. Fairclough studierte von 1977 bis 1979 an der Museum School of Fine Arts in Boston und anschliessend bis 1983 an der Universität im kalifornischen Santa Cruz Malerei mit dem Abschluss Bachelor of Arts. 1991 folgten zwei weitere Studienjahre an der Universität in Iowa City. Im Jahr 2000 erwarb sie am Johnson State College den Titel Master of Fine Arts. Faircloughs Arbeiten wurden seit 1983 vielfach in den USA ausgestellt, in Deutschland wiederholt in der Galerie Barbara von Stechow und auf Kunstmessen in Frankfurt und Köln unter deren Repräsentanz. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Woodstock, Vermont.

Geradezu manisch scheint die Künstlerin der Darstellung von Kindern, häufig an Gewässern und Sandstränden spielend, verhaftet. Oft sind deren Gesichter stilisiert, drücken eine Versunkenheit in sich selbst aus. In anderen Darstellungen wiederum spielen Kinder durchaus lebhaft einander zugewandt. Fairclough pflegt einen dynamischen, farbenreichen Malstil. “Der Künstlerin gelingt es”, so die Galerie, “die Unbeschwertheit der Jungen und Mädchen auch formal zu vermitteln, indem sie die kindliche Spontaneität und typische Selbstversunkenheit durch angeschnittene Motive und einen expressiven Farbauftrag auszudrücken versteht. Die Frische und Lebendigkeit ihrer Kompositionen lassen den Betrachter in eine unbeschwerte Welt eintauchen”.

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Feeling stronger now, 2004, Öl auf Leinwand, 76 x 66 cm, © Robyn W. Fairclough

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Hartland, 2004 – 2006, Öl auf Leinwand, 68 x 60 cm, © Robyn W. Fairclough

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Briland, 2005 – 2006, Öl auf Leinwand, 28 x 36 cm, © Robyn W. Fairclough

Eine Entdeckung der Galerie ist schliesslich auch der 1977 in Asenovgrad, Bulgarien, geborene Angel Peychinov. Er besuchte von 1991 bis 1996 die Hochschule für Künste und 1999/2000 die Akademie der Künste in Plovdiv, bevor er 2001 an die Frankfurter Städelschule kam. Dort studierte er  bis 2007 bei den Professoren Hermann Nitsch, Simon Starling und Christa Näher, deren Meisterschüler er wurde. Er war Stipendiat der Hans-Werner Dildei-Stiftung. Peychinov lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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Angel Peychinov vor seiner Arbeit Valerie (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Angel Peychinov, der Michelangelo wie Rembrandt zu seinen Vorbildern zählt, malt in altmeisterlicher Art und einem Stil, der als hyperrealistisch bezeichnet wird. Dem Fotorealismus zugerechnet zu werden lehnt er – mit Recht – ebenso ab wie ein Arbeiten mit Hilfe von Projektionen. Seine Arbeiten folgen der Lehre klassischer Bildkomposition.

Seine bevorzugten Sujets sind jüngere Frauen in zumeist eleganten, stets bewegten, oft tänzerischen Posen. Der menschlichen Haut, den Haaren widmet er die gleiche virtuose malerische Sorgfalt wie den zumeist feinen Textilien und Accessoires der Abgebildeten. Doch wirken seine Protagonistinnen bei allem Gestenreichtum und aller Dynamik meist in sich gekehrt, selbstversunken, bisweilen von einer feinen Melancholie überschattet. Wem mögen sie gefallen wollen, auf was für ein Rendezvous bereiten sie sich vor? Oder genügen sie sich, introvertiert und verliebt in ihre Schönheit und Anmut, allein sich selbst?

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Sylvia, 2010, Öl auf Leinwand, 160 x 120 cm, © Angel Peychinov

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Rückenansicht III, 2008, Öl auf Leinwand, 100 x 110 cm, © Angel Peychinov

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Assia, 2009, Öl auf Leinwand, 130 x 120 cm, © Angel Peychinov

Eine in der Gegenüberstellung dreier verschiedener malerischer Positionen, die sich dennoch unter einem  gemeinsamen Spannungsbogen begegnen, ausserordentlich reizvolle, formal wie inhaltlich gelungene Ausstellung in der Galerie Barbara von Stechow nebst einem gegenüberliegenden temporären, grosszügigen Ausstellungsraum, Frankfurt am Main; bis 27. August 2010


Verträumt und verwunschen: Die Villa Barbarigo im venezianischen Valsanzibio

22. Juli 2010

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Es ist ein warmer, von einem weisslichen Himmel verhangener Frühsommertag, ein feiner Schleier webt sich über das lichte Grau der Mauern und Steine, über das “Dianaportal”, über das Grün der Bäume und Gebüsche. Wir betreten die Villa Barbarigo Pizzone Ardemani in Valsanzibio, das Örtchen ist heute nach Galzignano Terme am Rand der Euganeischen Hügel eingemeindet. Wir befinden uns im Veneto, in Venezien. Von ringsum grüssen Weinberge, Obst- und Olivengärten.

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Es ist späte Mittagszeit, kaum ein die Strasse passierendes Fahrzeug stört die Ruhe. Keine Menschen weit und breit, nur der Portier im Kassenhäuschen, das den Eingang zur Villa bewacht, blinzelt freundlich-gelangweilt, als wir nach einem Billet verlangen. An den Mauern vorbei, schon huschen zwei, drei Eidechsen vor unseren Füssen in bergende Spalten zwischen den Steinen. Dunkelgrüne Hecken, fünf, sechs Meter hoch, weisen uns einen Weg.

Eine Perspektive eröffnet sich im saftigen Grün, der weiche Schleier wirkt noch etwas dichter. Immer noch kein Laut, keine menschliche Stimme. Kulissenhaft erhebt sich ein steinernes Monument in der Lichtung.

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Grün, saftiges Grün, reich gespeist von herbst- und winterlichen Niederschlägen, soweit das Auge schaut. Wir haben die zentrale Allee, den “Springbrunnen des Regenbogens” erreicht.

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Weiter geht es die zentrale Allee sanft bergan, zum “Fischteich der Winde”. Das die Gesteine überwuchernde Grün, das Grün der Hecken und Bäume vermischt sich mit der Farbe des Wassers.

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Hochauf ragt eine Skulptur gegen den milchig-milden Himmel.

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Und bald öffnet sich der Blick, am Springbrunnen “Pila”, zum Herrschaftshaus, der nach unserem Sprachgebrauch eigentlichen “Villa”.

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Zunächst führt der Weg vorbei an Wasserspeiern und steinernen Allegorien. Wasser, immer wieder sprudelndes, quellendes Wasser …

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… auf der Hauptallee bis hin zum Schlösschen …

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… das wir jetzt erreichen. Vor der Freitreppe der kreisrunde “Springbrunnen der Verzückung”.

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Nun geht es zum grossen Oval des “Zeitmonuments” mit dem “Steinbrunnen”. Das saftige Grün will und wird uns nimmermehr verlassen …

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… und weiter zum sauber beschnittenen, quadratischen Irrgarten:

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Vom zentralen Hügel aus erscheint er übersichtlich, aber die Hecken messen bald zwei Meter in der Höhe, und wir zögern, uns auf das Spiel einzulassen, zumal der Nachmittag voranschreitet.

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Die Lüfte scheinen etwas klarer und die Kontraste etwas kräftiger zu werden, wir schauen die zentrale Allee hinunter zum “Dianabad” und auf die Gartenseite des “Dianaportals” …

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… und nehmen auf jener in sauberem Weiss lackierten Bank Platz, auf der wir schon im vergangenen Jahr ruhten und wir uns vielleicht auch im kommenden Jahr niederlassen wollen, …

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… wenn uns der Zauber des “Dianaportals” erneut in seinen Bann schlagen wird.

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Die Villa Barbarigo Pizzone Ardemani, von Francesco Zuane Barbarigo und seinem Sohn Antonio nach einem Entwurf von Luigi Bernini im 17. Jahrhundert errichtet und von Fabio Pizzone Ardemani liebevoll restauriert, gilt als ein herausragendes Beispiel barocker Gartenbaukunst in Venezien. Bis zum Jahr 1797 gehörte das Gebiet um die Villa zur Republik Venedig.

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)