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		<title>Sprachpanscher 2010: Fritz Pleitgen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 06:38:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[And the champion is &#8230; &#8230; Fritz Pleitgen &#8230; oder hat es den Falschen getroffen? Gl&#252;ckwunsch zum Titel &#8220;Sprachpanscher 2010&#8220;, verliehen vom Verein Deutsche Sprache e. V.? Fritz Pleitgen siegte in diesem unr&#252;hmlichen Wettbewerb vor der Stiftung Preussische Schl&#246;sser und G&#228;rten, Telekom-Chef René Obermann, Theaterintendant Manfred Beilharz und Bayerns Staatsministerin Christine Haderthauer (R&#228;nge 2 bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: x-large;">And the champion is &#8230;</span></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong><span style="font-size: x-large;">&#8230; Fritz Pleitgen<br />
</span></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-size: x-large;">&#8230; oder hat es den Falschen getroffen?</span></strong></p>
<p>Gl&#252;ckwunsch zum Titel &#8220;<a href="http://www.erhard-metz.de/2010/06/18/sprachpanscher-2010/">Sprachpanscher 2010</a>&#8220;, verliehen vom Verein Deutsche Sprache e. V.?</p>
<p>Fritz Pleitgen siegte in diesem unr&#252;hmlichen Wettbewerb vor der Stiftung Preussische Schl&#246;sser und G&#228;rten, Telekom-Chef René Obermann, Theaterintendant Manfred Beilharz und Bayerns Staatsministerin Christine Haderthauer (R&#228;nge 2 bis 5).</p>
<p>Wof&#252;r nun erhielt Pleitgen, sprachm&#228;chtiger Ex-WDR-Intendant und Chef der Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas, den Titel? Denn grunds&#228;tzlich ist er ein Freund und H&#252;ter der deutschen Sprache und dem Denglisch abhold, wie denn auch der Verein selbst einr&#228;umt. Und pers&#246;nlich kann er nur wenig f&#252;r die sich im kulturhauptst&#228;dtischen Programm ausbreitende &#8220;Sprachverw&#252;stung&#8221; verantwortlich gemacht werden.</p>
<p>Fast schon entschuldigend verweist die Ruhr.2010-Pressestelle  darauf, dass zahlreiche Akteure und Besucher der Veranstaltungen aus den  Mitgliedsstaaten der Europ&#228;ischen Union anreisten und man sich daher veranlasst gesehen habe, viele der Titel &#8220;seri&#246;s in der  Hauptverkehrssprache der EU&#8221; auszudr&#252;cken. Da habe Fritz Pleitgen &#8220;nicht  den Zensor herauskehren&#8221; wollen, &#252;bernehme aber die Letztverantwortung  auch f&#252;r alle Bezeichnungen in Englisch.</p>
<p>Als da beispielsweise sind:</p>
<p><em>Volunteers</em> werden die Helfer genannt;<br />
<em>Local Heroes</em> die lokalen Pers&#246;nlichkeiten;<br />
<em>Biker</em>, <em>Freerunner</em>, <em>Tricker</em>, <em>Breakdancer</em>, <em>Skater</em>, <em>Beatboxer</em>, kurzum <em>Street</em>artisten sind da am Werk, bereit zum <em>Casting</em>;<br />
&#8220;<em>Ruhrlights: Twilight Zon</em>e&#8221; nennt sich das Programm eines Lichtkunst-Festivals;<br />
&#8220;<em>! SING &#8211; DAY OF SONG</em>&#8221; ein &#8220;Sing&#8221;-Tag im Zuge der musikalischen Veranstaltungen</p>
<p>und, und, und &#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-19435" title="Senior_erstaunt-360" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Senior_erstaunt-360.jpg" alt="Senior_erstaunt-360" width="360" height="254" /></p>
<p style="text-align: center;"><em><span style="font-size: x-small;">(Bildnachweis: Rainer Sturm/pixelio.de)</span></em></p>
<p>W&#252;rde so etwas in Frankreich m&#246;glich sein, das seine pr&#228;chtige franz&#246;sische Sprache &#252;berall und zu jedweder Gelegenheit hegt und pflegt und gegen das Elend der Anglizismen verteidigt? Au grand jamais!</p>
<p>Dennoch h&#228;tte ein ganz anderer als Pleitgen den Titel verdient: René Obermann n&#228;mlich wegen der schlichtweg grauenhaften Telekom- &#8220;Sprachverw&#252;stung&#8221;. Hier trifft dieses vom Verein gepr&#228;gte Pr&#228;dikat wirklich den Nagel auf den Kopf. Zumal es sich bei dem Telekom-Sprach-Quatsch kaum um &#8220;seri&#246;se&#8221; Begriffe in der &#8220;EU-Hauptverkehrssprache&#8221; handelt, sondern um allerd&#252;mmstes &#8220;<a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/30/denglisch-quatsch-zum-zweiten/">Denglisch</a>&#8220;.<br />
<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Pisa von innen (6)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 05:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Gäste]]></category>

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		<description><![CDATA[Pisa von innen Eine authentische Erz&#228;hlung von © Salias I. (6) Mittwoch, 5.3.8 Am n&#228;chsten Morgen piept der Wecker eine Stunde sp&#228;ter, aber brutal wie immer. Eigentlich ist der Mittwoch mein unterrichtsfreier Tag. Aber seit vier Wochen ist der Deutschunterricht in meiner 10 ausgefallen; laut Stundentafel sollten die 10er vier Wochenstunden Deutsch haben, aber sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-19246" title="L1060027A-Titel-db-250" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1060027A-Titel-db-2503.jpg" alt="L1060027A-Titel-db-250" width="250" height="644" /></p>
<p><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: x-large;">Pisa von innen<br />
Eine authentische Erz&#228;hlung</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">von © Salias I.</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">(6)</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"> </span><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Mittwoch, 5.3.8<br />
</span></span></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Am  n&#228;chsten Morgen piept der Wecker eine Stunde sp&#228;ter, aber brutal wie  immer. Eigentlich ist der Mittwoch mein unterrichtsfreier Tag. Aber seit  vier Wochen ist der Deutschunterricht in meiner 10 ausgefallen; laut  Stundentafel sollten die 10er vier Wochenstunden Deutsch haben, aber sie  kriegen grunds&#228;tzlich nur zwei, und weil eine Kollegin krank war,  hatten sie schon zu Beginn des Schuljahres ein paar Wochen lang kein  Deutsch. Und zum Halbjahresende haben zwei Deutsch-Kolleginnen unsere  Schule verlassen, und wir haben keine einzige neue bekommen. Also habe  ich mich bereit erkl&#228;rt, den Unterricht zu &#252;bernehmen, so bin ich heute  die 5.+6. Stunde in meiner 10, und damit es sich lohnt, in die Schule zu  fahren, kriege ich die 3.+4. Stunde noch einen Vertretungseinsatz. Also  vier &#220;berstunden, von denen mir wahrscheinlich zwei angerechnet werden.  Ich eile aus dem Haus, mache auf dem Weg zur Schule einen Abstecher zum  st&#228;dtischen „Medienzentrum“, das fr&#252;her Bildstelle hie&#223;, und leihe ein  paar „Medien“ aus.<br />
Und in  der Schule frage ich rasch den Kollegen HH, ob er sich wegen dem K  sicher sei? &#8211; Nat&#252;rlich, er erinnere sich genau, dass der K das auch  zugegeben habe, und er nennt Zeugen. &#8211; Ich danke und eile zum  Unterricht.</p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">3.+4. Stunde: 11 BFS x1</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">R&#252;ckgabe  der Klassenarbeit. Gibt’s die Klausur vor der Besprechung der Aufgaben  oder erst danach? Die Besprechung langweilt alle, aber um Tohuwabohu zu  vermeiden, will ich die Klausuren bis zum Ende dieser  Frontalveranstaltung einbehalten. Ob die Klasse es schafft, die Geduld  aufzubringen? &#8211; Oder aber trotz vorliegender Klausuren aufmerksam zu  sein? So oder so: Es ist immer eine kleine Reifepr&#252;fung.<br />
Es wird  diskutiert: die Sch&#252;ler meinen, es sei besser, die Arbeit gleich zu  haben, dann k&#246;nnten sie ihre Fehler besser nachvollziehen. &#8211; Das macht  ja Sinn, aber wird es kein Chaos geben, k&#246;nnen sie dann &#252;berhaupt  zuh&#246;ren? – Sie versprechen es, und ich teile die Arbeiten aus. Nach f&#252;nf  Minuten k&#246;nnen wir die Aufgaben durchgehen, und es geht gut. Wenn doch  alle Klassen so w&#228;ren!<br />
Nach der  Besprechung kommen einige mit Reklamationen zu mir, hier ein Punkt, da  ein Punkt, nur der Fall S ist nicht so leicht zu kl&#228;ren: S will die  Klausur nachschreiben – wir hatten schon einen Nachschreibetermin, aber  den hat er auch vers&#228;umt! S ist  einer, der bei Klausuren notorisch fehlt. Im letzten Halbjahr war er am  Tag der Chemiearbeit in der Schule gewesen, tauchte aber kurz vor der  Arbeit ab. Gegen die Note 6 wendete er dann ein, dass er krank gewesen  sei – er brachte eine handgeschriebene Entschuldigung, ich blieb bei der  6.<br />
Daraus  hat Herr S gelernt: Als wir dieses Halbjahr die Arbeit schrieben, kam S  zu Beginn zu mir und behauptete, ihm sei schlecht. Ich roch seinen  nikotingeschw&#228;ngerten Atem und meinte: „Ja, mir w&#228;re auch schlecht, wenn  ich soviel rauchen w&#252;rde wie Sie. Also, gehen Sie mal nach Hause und  bringen Sie mir n&#228;chstes Mal eine Entschuldigung mit.“ Denn man soll ja  anerkennen, dass die Sch&#252;ler &#252;berhaupt etwas lernen. Er ging sich  auskurieren, und beim Nachschreibtermin fehlte er auch noch.<br />
Jetzt  steht er neben mir und will einen zweiten Nachschreibetermin haben. &#8211; Ob  er eine Entschuldigung f&#252;r den ersten Nachschreibetermin h&#228;tte? &#8211; Ja,  er legt mir sogar ein Attest vor, das, n&#228;her gepr&#252;ft, echt aussieht.<br />
Das ist  ja fein, sage ich und &#252;berlege fieberhaft, ob ich im Notenspiegel noch  Platz f&#252;r eine 5 oder 6 habe, denn wenn es mehr als 50% sind, muss ich  die Klausur wiederholen. Ich hatte zwei oder drei Sch&#252;ler von einer 5  auf eine 4 angehoben, so dass es reichte: 12 negativ, 13 positiv, dann  h&#228;tte ich also gerade noch einen Platz f&#252;r Herrn S. Ich k&#246;nnte auch  sagen: OK, Sie sind entschuldigt, dann wird die Arbeit bei Ihnen nicht  gewertet, dann gilt nur Ihre m&#252;ndliche Note – und das ist die Note 6+  oder meinetwegen eine 5-, denn er leistet ja nichts. Aber das w&#252;rde er  vermutlich wieder ungerecht finden. Lieber soll er seine 5 schreiben,  das macht dann keinen Unterschied, aber er hat seine Chance gehabt.<br />
Dann  schreiben Sie also jetzt nach, sage ich, wohl wissend, dass ich die  Nachschreibearbeit gar nicht in der Tasche habe – aber als Lehrer muss  man das Spiel beherrschen.<br />
Jetzt, fragt der S erschrocken, das ginge nicht, jetzt habe er gar nichts f&#252;r Chemie gelernt.<br />
Ja, Herr S, entgegne ich, dann verzichten Sie auf die Chance und nehmen eine 6 in Kauf?<br />
Zerknirscht wendet S sich um, um mir in den Nachbarraum zur Folter zu folgen.<br />
Doch ich  krame noch in meinen Unterlagen nach irgendeinem &#252;brig gebliebenen  Aufgabenblatt, muss schlie&#223;lich einen R&#252;ckzieher machen. Ich bestelle  ihn f&#252;r den n&#228;chsten Tag f&#252;r 8 Uhr zum Nachschreiben, er ist  erleichtert, und ich nehme den Unterricht auf.<br />
Nach einer Einf&#252;hrung hole ich ein Medium hervor: Chemie und Umweltschutz. Alle sind begl&#252;ckt!<br />
Das  Sichtger&#228;t muss aus dem Nachbarraum herbei geholt werden, ich nehme den L  mit, klopfe dort an, kein Herein ist zu h&#246;ren, ich trete ein: Wenige  Sch&#252;ler, einer mit einer schiefen Kappe bl&#246;kt uns entgegen: „Was wollen  Sie denn hier!“ – „Guten Morgen, Entschuldigung, ich will nur den  Fernseher holen, darf ich Ihnen den entleihen?“ – „Nein, erlauben wir  nicht!“  Aber die Kollegin erlaubt es, und wir machen, dass wir mit dem  Fahrschrank schnell rauskommen.<br />
„Diese asozialen EIBE-Sch&#252;ler“, mault L. &#8211; Jaja, ich wei&#223;, es gibt immer welche, auf die man herabsehen kann.<br />
F&#252;r den  Rest der Stunde f&#252;ttere ich meine edlen BFS-Sch&#252;ler aus der  DVD-Konserve, aber in vorsichtigen H&#228;ppchen: immer wieder stoppe ich zum  Leidwesen der gierigen Sch&#252;ler die schnell wechselnden Bilder, um die  fachlichen Sachverhalte des Filmes aufzukl&#228;ren.</p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Pause<br />
</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In der K&#252;che f&#252;lle ich mir ein Glas warmes Wasser ein, da ruft mir der Kollege M zu:<br />
„Der I bereitet seinen Toilettengang vor!“<br />
Wir  lachen. &#8211; Heute h&#228;tte ich mal Zeit, in Ruhe zu trinken, aber wie es so  ist, muss man seinem Ruf folgen. Ich nun bin dazu berufen, auf dem Klo  zu trinken.<br />
Nach dem  W&#228;ssern will ich mal sehen, was sich noch erledigen l&#228;sst, und  schlendere durch den Lehrertrakt, jedes Gesicht danach abpr&#252;fend, ob mit  dem etwas zu kl&#228;ren ist. Vielleicht kann ich mich auch mal setzen? Da  werde ich selber angesprochen, vom gesch&#228;tzten Kollegen B2, der uns  Naturwissenschaftler mit Kopien von technikkritischen Fachartikeln  versorgt und den ich zu den bestgekleideten Kollegen z&#228;hle. Hallo Herr  I, begr&#252;&#223;t er mich, und fragt, ob ich den Artikel gelesen  h&#228;tte, den er mir ins Fach gelegt hat? &#8211; Nein, gestehe ich, vielen Dank,  aber leider bin ich noch nicht dazu gekommen. – Die „Stromversorgung  ohne Batterie“ h&#246;re sich an wie Solartechnik, dabei handele es sich um  eine Vervielfachung von Elektrosmog.  – Jaja, wie so oft: statt  Fortschritt kriegen wir eine Vervielfachung des B&#246;sen! &#8211; Kollege H steht  schon wartend neben uns – er l&#228;sst in seinem Fachpraxis-Unterricht die  Holzregale f&#252;r die Rechtschreib-DUDEN bauen und will nun von mir wissen,  wie viele Teile wir brauchen usw.? – Keine Ahnung, denke ich, woher  soll ich das wissen? Aber ich leite das Fach Deutsch bei uns, und wer  sonst soll es wissen? Also muss ich &#252;berlegen, r&#252;ckfragen, antworten&#8230;  und ehe ich mich versehe, ist die Pause zu Ende. Wie gerne h&#228;tte ich  mich mal l&#228;nger mit dem Kollegen B2 unterhalten!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img title="IMG_3304-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/IMG_3304-430.jpg" alt="IMG_3304-430" width="430" height="564" /></p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">5. + 6. Stunde: 10 BFS X1</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">In meiner  10 muss ich eine kritische Stunde meistern: Letzte Woche hat die Klasse  das Buch „Die Welle“ zur Lekt&#252;re ausgew&#228;hlt, und ich habe aufgegeben,  dass sich jeder das Buch beschaffen soll. Es &#252;berrascht mich nicht, dass  jetzt nur zwei, drei Sch&#252;ler das Buch dabei haben. Aber bevor ich den  Unterricht beginnen kann, umringen mich die Unzufriedenen: Ob ich denn  ihre Zeugnisse neu gedruckt h&#228;tte? – Nein, sage ich, ihr wart ja gestern  nach der Stunde auch nicht bei mir. &#8211; Sie wollen, dass wir jetzt,  sofort, die Fehlzeiten &#252;berpr&#252;fen. &#8211; Nein, sage ich, jetzt haben wir  Unterricht! Endlich gehen sie auf ihre Pl&#228;tze.<br />
Ich  verk&#252;nde, dass n&#228;chstes Mal jeder, der das Buch nicht dabei hat, von mir  in die Stadt geschickt werde, um es sich zu kaufen – und dass er die  Note 6 f&#252;r diese und jede weitere Stunde bekommt, die er das Buch nicht  hat. Und weil wir in Hessen Lehrmittelfreiheit haben, soll jeder,  der ein finanzielle Problem hat, nach der Stunde zu mir kommen, damit  wir das Problem l&#246;sen k&#246;nnen. Ich sage nicht, dass die Schule 13 B&#252;cher  in der Bibliothek hat, die ich alle ausleihen k&#246;nnte, denn die 13  reichen nicht aus, und wie sollte ich sie gerecht verteilen? Die Sch&#252;ler  akzeptieren. Und jetzt? Weil wir jetzt noch nicht alle das Buch haben,  gibt es als Einf&#252;hrung in das Thema eine Dokumentation &#252;ber die Jugend  unter dem Nationalsozialismus: „Treue bis ins Grab“<br />
„Gucken  wir einen Film“, schreien sie begeistert. Ich nicke und hole das Medium  hervor. Es ist eine gute Wahl: authentische Filmaufnahmen, Interviews  mit Zeitzeugen, denen im Erinnern an das Morden die Stimme bricht.<br />
Ich halte  das Band an. Zwei, drei Sch&#252;ler erz&#228;hlen von ihren Gro&#223;eltern, doch das  Interesse der anderen bricht schnell ein, die Offenheit wird durch  ver&#228;chtliche Bemerkungen gestraft, und ich kanzle diese unsozialen  Kameraden ab. Es erweist sich, dass ein h&#228;ufiger Wechsel zwischen Film  und Aussprache geschickter ist.<br />
Um viertel vor eins singt ein Chor einiger Hinterb&#228;nkler: „Feierabend, Feierabend!“ – Zornig sehe ich in ihnen die Vorhut der <em>Fr&#252;haufsteher</em> und verdonnere drei dazu, dass sie noch l&#228;nger als die anderen hier bleiben, weil ich den Vorfall mit ihnen zu bereden habe.<br />
Nach  Beendigung der Stunde kommen die Narzissten zu mir. Sie sind b&#246;se, denn  die anderen d&#252;rfen schon sieben Minuten fr&#252;her gehen. Und sie sollen  wegen des ungerechten Lehrers ihren Bus verpassen?!<br />
„Ihr habt  euch &#252;berhaupt nicht zu beschweren, der Unterricht dauert bis 13 Uhr,  und bis dahin werden wir fertig sein“, entgegne ich und schaue mir in  aller Ruhe die vorgelegten Testatb&#246;gen an, die mal wieder eine kritische  Sicht auf das eigene Verhalten vermissen lassen. Danach widme ich mich  den Feierabend-Fr&#252;haufstehern, die ihre Unschuld beteuern: Sie h&#228;tten  nur den Text aus einem der Nazi-Lieder zitiert, das im Film vorgekommen  sei, und sie sagen mir eine ganze Strophe auf.<br />
„Na dann  ist das aber ein Missverst&#228;ndnis“, lenke ich ein, „wenn ihr euch mal  richtig gemeldet und das erkl&#228;rt h&#228;ttet, w&#228;re es ja keine St&#246;rung,  sondern Mitarbeit gewesen.“ Ich entlasse sie. Ihren Bus haben sie  verpasst. Gutgut.<br />
Jetzt  fehlen noch die Zeugnis-Reklamationen. Nur der N ist noch da, ich  schlage seine Fehlzeiten nach, und er schreibt sie sich auf. Ich weise  ihn darauf hin, dass ich keine nachtr&#228;glichen Entschuldigungen  akzeptiere.</p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">freier Nachmittag</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was ist  frei? Frei hei&#223;t, dass man Unterricht vorbereiten kann. Oder erstmal  ausschlafen. Am besten beides. Dann muss man nicht lange nachdenken, was  man als n&#228;chstes macht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nach  dem Erwachen muss ich an die Arbeit. Um meine Widerst&#228;nde gegen die  Hausaufgaben auszutricksen, lese ich zuallererst eine halbe Stunde die  Frankfurter Rundschau, und zwar online; so habe ich den PC schon am  Laufen, und kann mich bruchlos &#252;ber die Schularbeit hermachen. So geht  es, bis mein Berufsethos der M&#252;digkeit nachgibt. Das schafft zwar keine  wirkliche Befriedigung, aber ohne Pragmatismus geht es nicht.<br />
Abgearbeitet  krieche ich in die Federn, greife widerwillig zu Hemingway, der mir  allzu karg ist, und wenn ich Gl&#252;ck habe, besucht mich meine Frau und wir  lieben uns; danach kehrt sie zur&#252;ck an ihren PC-Arbeitsplatz, und ich  schlafe gut.</p>
<p><em>(Fortsetzung folgt)</em></p>
<p><strong><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒</span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"> </a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/">(1)</a></strong></p>
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		</item>
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		<title>Bosheiten / 12 (Bayrisch)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 05:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayrisch]]></category>
		<category><![CDATA[Bosheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,Univers,Zurich BT,sans-serif;"><img class="alignnone size-full wp-image-19343" title="oide liab" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/oide-liab.jpg" alt="oide liab" width="430" height="258" /><br />
</span></p>
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		<title>Pisa von innen (5)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 05:31:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Gäste]]></category>

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		<description><![CDATA[Pisa von innen Eine authentische Erz&#228;hlung von © Salias I. (5) Mittagspause 13.00-13.30 Ich eile, eile um das ganze Experimentierzeug wegzur&#228;umen, ein Sch&#252;ler hilft dabei, um 13.10 komme ich herunter, und bis ich mir das immergleiche Brot mit Erdnussbutter geschmiert habe und neben mampfenden Kollegen im Lehrerzimmer sitze, ist von der Mittagspause nur noch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-19177" title="L1060027A-Titel-db-250" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1060027A-Titel-db-2502.jpg" alt="L1060027A-Titel-db-250" width="250" height="644" /></p>
<p><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: x-large;">Pisa von innen<br />
Eine authentische Erz&#228;hlung</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">von © Salias I.</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">(5)</span></span></p>
<p><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Mittagspause 13.00-13.30<br />
</span></span></strong><br />
Ich eile, eile um das ganze Experimentierzeug wegzur&#228;umen, ein Sch&#252;ler hilft dabei, um 13.10 komme ich herunter, und bis ich mir das immergleiche Brot mit Erdnussbutter geschmiert habe und neben mampfenden Kollegen im Lehrerzimmer sitze, ist von der Mittagspause nur noch eine Viertelstunde &#252;brig.<br />
Meine Schnitte ist &#246;de, aber ich hatte keine Zeit, etwas anderes zu besorgen. Nicht &#246;de ist der Smalltalk mit dem Kollegen R: dass wir f&#252;r die Schule alles m&#246;gliche lernen m&#252;ssen, was wir nicht studiert haben &#8211; zum Beispiel f&#252;r den WISO-Unterricht: dass es in Deutschland ein „Arbeitszeitgesetz“ gibt, demzufolge jeder Besch&#228;ftigte Anspruch auf eine halbe Stunde Pause h&#228;tte, wenn die Arbeitszeit insgesamt l&#228;nger als 6 Stunden am Tag ist. Interessant. Aber f&#252;r Lehrer und &#196;rzte gelten andere Gesetze.<br />
Kollege R muss sich sputen, denn er hat eine Abordnung an eine andere Schule, in der er gleich unterrichten muss, und weil der Weg dorthin &#252;ber 20 Minuten dauert, d&#252;rfte er gar keine Mittagspause machen.<br />
Aber warst du nicht krank, frage ich ihn, da er r&#246;chelt; wie kannst du dich am ersten Tag gleich so strapazieren! &#8211; Jaja, best&#228;tigt er, er sei noch immer angeschlagen, aber es gibt ja bei uns keine halben Sachen, wenn du wieder „gesund“ bist, musst du alles durchziehen. &#8211; Ja, ich mache diesen Fehler auch oft, sage ich, bin letzte Woche zu fr&#252;h wieder in die Schule gekommen; ich f&#252;hle mich immer noch geschw&#228;cht, schlafe viel, der Infekt h&#228;ngt mir nach.<br />
Es ist 13.20, Kollege R will nicht mehr s&#228;umen, er verabschiedet sich.<br />
Wir zur&#252;ckgebliebenen Kollegen sind uns darin einig, dass man das alles nicht mitmachen d&#252;rfte. Warum gehen wir dieses Risiko ein, halb krank in die Schule zu gehen? Weil wir immer daran denken, dass es keinen Vertretungsunterricht gibt, der uns ersetzen kann, dass unsere Halbjahresplanung von der Krankheit bedroht wird, und so suchen wir das Kranksein abzuw&#252;rgen.<br />
Wenn wenigstens die Schule die Gesundheit f&#246;rdern w&#252;rde. &#8211; Kein Angebot f&#252;r warmes Essen gibt‘s, nur einen Kiosk mit ungesundem Zeug. Unser Schulleiter erz&#228;hlte mal, was der wichtigste Eindruck eines renommierten ausl&#228;ndischen Schulexperten bei seinem Besuch deutscher Schulen war: „Die Schule n&#228;hrt euch nicht“.<br />
F&#252;r eine Mahlzeit bleibt auch gar keine Zeit.<br />
Wie k&#246;nnten wir richtige Pausen haben?<br />
Ich schlage einen Antrag an die Gesamtkonferenz vor, dass wir erst um 9 Uhr beginnen, eine ordentliche Mittagspause mit einem warmen Essen gew&#228;hren und den Tag bis 17 Uhr strecken. &#8211; Kollege D wendet ein, dass viele Sch&#252;ler aus weit entlegenen Gebieten kommen, auf &#246;ffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und dann erst nach 18 Uhr nach Hause k&#228;men. Also unzumutbar! Wir m&#252;ssen um 15.00 schlie&#223;en und bis dahin 8 Unterrichtsstunden unterbringen, koste es was es wolle.<br />
Im Moment kostet es mich meine zweite Schnitte, zu der ich nicht mehr komme, da ich zu langsam esse; es ist 13.30, hungrig r&#228;ume ich mein Essen weg – man soll ja auch nicht mit vollem Bauch geistig arbeiten. Dagegen die Aggressivit&#228;t wegen &#252;berschie&#223;enden Appetits schadet nichts, oder?</p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">7. + 8. Stunde 12 IM X2</span></span></strong></h3>
<p>Auf zu den Industriemechanikern: Sie sind fast alle da, <span id="more-18841"></span>obwohl sie die ersten sechs Stunden nur Vertretung hatten. Die letzten zwei Wochen fiel die Berufsschule bei ihnen aus – wegen Lehrermangels. Aber wir hatten vorher verabredet, heute die wichtigsten Inhalte aus dem Buch „Christiane F.“ zu wiederholen und n&#228;chste Woche die Arbeit dar&#252;ber zu schreiben. Jetzt wettert eine Reihe von Sch&#252;lern, dass sie zwischenzeitlich die ganze Geschichte vergessen h&#228;tten und keine Arbeit dar&#252;ber schreiben wollten. Dabei hatten wir abgestimmt: Entweder schreiben wir &#252;ber das Buch, oder &#252;ber Balladen. Herr N lamentiert, dass er in der letzten, entscheidenden Stunde nicht da gewesen ist, dass der Beschluss dumm gewesen sei; als Klassensprecher fordert er eine Wiederholung der Abstimmung.<br />
Spontan willige ich ein und sitze in der Falle: Eine chaotische Kontroverse bricht aus, laut meldet einer, dass der alte Beschluss g&#252;ltig sei, er bestehe darauf, weil er sich vorbereitet habe.<br />
Recht hat er, denke ich, man muss diejenigen sch&#252;tzen, die den Plan ernst genommen und das Buch weiter gelesen haben. Also rei&#223;e ich das Ruder herum: „Herr N, Sie waren letztes Mal nicht da und m&#252;ssen sich dem demokratischen Beschluss f&#252;gen!“Der N gibt nicht nach, er bezichtigt mich der Inkonsequenz, ergie&#223;t sich in Selbstmitleid, weil er letztes Mal nicht da war, folglich auch das Buch nicht gelesen habe und nun arg im Nachteil sei. Die Chaoten-Fraktion um U gibt dem N ihre Unterst&#252;tzung, aber die &#252;brige Klasse bleibt ruhig. Im Vertrauen auf diese schweigende Mehrheit halte ich den Kurs:„Herr N, haben Ihnen die Kameraden nicht gesagt, was wir in der Stunde gemacht haben, als Sie nicht da waren?“„Nein, wie denn, die habe ich doch heute zum ersten Mal wieder gesehen.“<br />
„So haben Sie denn gar keine M&#246;glichkeit, die Technik der Telekommunikation einzusetzen?“ Undsoweiter, ein Hin und Her um die Verantwortung, aber nach und nach gelingt es mir, sie unter Kontrolle zu bringen, nur die U-Fraktion in der Hinterbank motzt und schw&#228;tzt ungebrochen vor sich hin; trotzdem setze ich meinen Entschluss durch, und nun muss ich Stoff liefern, um die Kontrolle auszubauen.<br />
Entschlossen wische ich die Tafel, konzentriere mich zehn Sekunden lang und schreibe an: „Phasen und Wendepunkte im Leben von Christiane F.“<br />
Ich habe keine Ahnung, wie ich eine Klausur daraus machen werde, aber in diesem Unterrichtsgespr&#228;ch gelingt es, den Inhalt des Buches auf ein paar Seitentafeln herunterzubrechen. Das war ja auch das Ziel: Alles noch mal Revue passieren zu lassen, nach drei Wochen Pr&#228;senz zu schaffen und gleichzeitig Christianes Geschichte zu reflektieren: „Wo sind die Wendepunkte und was bewirken sie?“ Da haben wir indirekt die ganze Interpretation dabei. Und die Sch&#252;ler haben ordentlich etwas zum Abschreiben &#8211; au&#223;er die Chaotenfraktion um U, aber die schreiben ohnehin nie. W&#228;hrend die anderen die Tafel kopieren, mault der N: „Der ganze Tag Berufsschule war f&#252;r den Arsch. Da sitzt man 8 Stunden ab und lernt gar nichts.“<br />
Ich sage nichts. Als wir zum Schluss des Buches kommen, diskutieren wir, ob es unfair war, dass Christiane bei Hamburg von der Realschule flog, nur weil ihre Akte aus Berlin eingetroffen war – sie hatte dort ein neues Leben angefangen und entpuppte sich als gute Realsch&#252;lerin. Die Meinungsf&#252;hrer der Klasse sind sich darin einig, dass sie eine zweite Chance verdient h&#228;tte und man die Akte aus ihrer Vergangenheit mal h&#228;tte beiseite lassen k&#246;nnen. Nur der N wei&#223; es wieder besser: „Nein, man muss hart sein, es ist ja bekannt, dass Christiane sp&#228;ter wieder Drogen nimmt.“<br />
„Keine zweite Chance?“ frage ich.<br />
„Nein, keine zweite Chance“, urteilt N.<br />
„Das musst du gerade sagen“, wirft ihm ein Mitsch&#252;ler vor. Der Hintergrund bleibt unausgesprochen: N war in der Klasse verhaftet und abgef&#252;hrt worden, weil er gedealt hatte. Polizei, Schule und Betrieb haben kooperiert, um zu bewirken, dass er trotzdem seine Lehrstelle behalten und seinen Irrweg korrigieren konnte. Sein Klassenlehrer E ist jahrelang &#252;ber die Grenzen des Ertr&#228;glichen hinaus strapaziert worden, hat ihn aber nie aufgegeben. Der Fall N ist ein Beispiel daf&#252;r, dass ein au&#223;erordentlich gro&#223;es p&#228;dagogisches Engagement und Durchhalteverm&#246;gen erforderlich ist, um solchen Sch&#252;lern die Zukunft zu retten.<br />
Hat nicht auch der Kollege E einen Tinnitus?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-19230" title="IMG_3278-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/IMG_3278-550.jpg" alt="IMG_3278-550" width="550" height="413" /></p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Nachlass statt Nachlassen</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nach den acht Stunden kehre ich ein ins Lehrerzimmer, w&#228;hnend, dort ein wenig nachlassen zu k&#246;nnen. Da kommt mir eine unbekannte Frau entgegen: „Sie sind der Herr I?“ &#8211; ach ja, das hatte ich ganz vergessen, verdr&#228;ngt: Die Mutter von K aus der X2. „Guten Tag, Frau K, sch&#246;n, wir wollen mal sehen, wo wir einen Raum finden, wo wir ungest&#246;rt sind.“ Im Vorbeigehen ziehe ich den Klassenordner aus dem Regal, wir setzen uns in die Bibliothek, die eigentlich gar keine ist, weil die B&#252;cher adressatenlos aufgereiht sind und Sch&#252;ler keinen Zutritt haben; die B&#252;cherkulisse dient als Besprechungsraum.<br />
Erstmal will Frau K wissen, warum im Zeugnis so viele unentschuldigte Fehltage stehen. Ich zeige ihr die Listen im Ordner als Beweismittel. Und wenn der Sch&#252;ler nur versp&#228;tet ist, und der Lehrer ihn als fehlend eintr&#228;gt? &#8211; Dann muss der Sch&#252;ler nach der Stunde zum Lehrer gehen und fragen, ob der ihn als versp&#228;tet nachgetragen hat. Wenn er das vers&#228;umt, kann es sein, dass der ganzen Tag als vers&#228;umt gez&#228;hlt wird. – Das kann doch nicht sein! – Doch, wenn ich mitten im Unterricht stehe, kann ich nicht immer alles unterbrechen, nur weil einer zu sp&#228;t kommt. – Und woher sollen die Sch&#252;ler das wissen? – Ich habe es ihnen gesagt, am Anfang des Schuljahres, dass sie darauf achten sollen. Und jetzt kommen viele an, beschweren sich &#252;ber die ungerechten unentschuldigten Fehlzeiten, die im Zeugnis stehen, mit dem sie sich so schlecht bewerben k&#246;nnen. Am liebsten w&#252;rden sie sich am Ende des Halbjahres alle Fehlzeiten aufschreiben, sp&#228;ter Entschuldigungen nachreichen und dann ein neues, bereinigtes Zeugnis bekommen. Das machen wir aber nicht mit.<br />
N&#228;chstes Thema: Arbeits- und Sozialverhalten. Wir begutachten die Testatb&#246;gen des K:  schlampig gef&#252;hrt, das Sozialverhalten kritisch, das Arbeitsverhalten extrem schwankend. Die Ma&#223;nahme muss fortgesetzt werden. Zum Schluss habe ich noch eine Meldung des Kollegen HH: Der K h&#228;tte in der letzten Zeit deutlich eine Bierfahne im Unterricht. Die Mutter streitet das strikt ab: Ihr Sohn nicht, das w&#252;rde sie mitkriegen. Das m&#252;sse ein anderer sein! &#8211; Ich kann ihren indirekten Vorwurf, dass der HH die Sch&#252;ler so schlecht kenne, dass er den falschen beschuldigt, nicht parieren und sage, dass mir bei keinem Sch&#252;ler Alkoholprobleme aufgefallen sind und dass ich R&#252;cksprache mit dem Kollegen HH nehmen werde. Wir sch&#252;tteln unsere H&#228;nde in Ungewissheit und gehen auseinander.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun aber rasch, ich eile zur Bahn, in der ich die Protokollliste f&#252;r heute f&#252;hre, zu Hause dann wieder kein Mittagsschlaf, sondern Korrektur von Chemie-Wiederholungsklausuren, die Sch&#252;ler haben kaum etwas geschrieben, so bin ich nach einer guten Stunde durch, dann muss ich den Unterricht f&#252;r morgen vorbereiten, aber mangels Konzentration f&#252;hre ich das zu einem schnellen Ende.<br />
Um mir wenigstens die Illusion von Nachlassen zu verschaffen, ziehe ich meine Frau vor unser Sichtger&#228;t und werfe eine <em>StarTrek</em>-Folge ein: <em>the</em> <em>Next Generation</em>, das h&#246;chste Bildungsgut, was das Fernsehen je produziert hat. Das <em>StarTrek-</em>Gucken ist ein Ritual, das meine Frau aus Liebe zu mir mitmacht und nach vielen Folgen endlich genie&#223;en kann.<br />
W&#252;rde sie die <em>NG</em>-Folgen weiterhin gucken, wenn ich tot bin? Klare Antwort: „Nein.“ – So w&#252;rde ich also, wenn ich sterbe, nicht einmal bei meiner Frau eine Bildungsangewohnheit zur&#252;cklassen. Muss man als Lehrer mit all dem Bildungsfrust nicht nur leben, sondern auch sterben?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Trotz <em>Startrek</em> d&#252;rstet es mich vor dem Schlafen nach einem tiefgr&#252;ndigen Buch. Doch reicht es jetzt nur noch zu Kurzgeschichten von Hemingway; diese extrem reduzierten Geschichten passen gut zu dieser energiearmen Phase, und sie sind kurz genug, um die Schlafschwere fein dosieren zu k&#246;nnen. In besseren Zeiten kann ich abends l&#228;nger lesen, am liebsten mich in Kafka vergraben, denn die Romane Kafkas gew&#228;hren mehr als Nachlassen, n&#228;mlich eine Gnade, die jede Hoffnung v&#246;llig auszul&#246;schen vermag.</p>
<p><strong><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒</span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"> </a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/">(1)</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/09/02/pisa-von-innen-6/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/09/02/pisa-von-innen-6/"><span>⇒</span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/09/02/pisa-von-innen-6/"> </a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/09/02/pisa-von-innen-6/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/09/02/pisa-von-innen-6/">(6)</a></strong></p>
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		<title>&#8220;Mapping the Studio&#8221; in Venedig (2): Punta della Dogana</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 07:06:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Palazzo Grassi und Punta della Dogana &#8211; zwei fantastische Museen in Venedig mit Werken der klassischen und zeitgen&#246;ssischen Moderne aus der Sammlung François Pinault. Heute stellen wir die Punta della Dogana vor. Das Dreieck der Punta della Dogana am Auslauf des Canal Grande in die Bucht von San Marco; © Palazzo Grassi, ORCH orsenigo_chemollo Blick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/12/mapping-the-studio-in-venedig-1-palazzo-grassi/">Palazzo Grassi</a> und <a href="http://www.palazzograssi.it/punta-della-dogana/museo/arte-contemporanea-venezia.html">Punta della Dogana</a> &#8211; zwei fantastische Museen in Venedig mit Werken der klassischen und zeitgen&#246;ssischen Moderne aus der Sammlung François Pinault. Heute stellen wir die Punta della Dogana vor.</p>
<p><img title="eli_1467-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/eli_1467-430.jpg" alt="eli_1467-430" width="430" height="645" /></p>
<p><em>Das Dreieck der Punta della Dogana am Auslauf des Canal Grande in die Bucht von San Marco; © Palazzo Grassi, ORCH orsenigo_chemollo</em></p>
<p><img title="L1005267-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1005267-430.jpg" alt="L1005267-430" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Blick vom Portikus der Punta della Dogana auf den Campanile di San Marco; Foto: FeuilletonFrankfurt</em></p>
<p>Wenn es ein Maximum g&#228;be, ein Ensemble von einer der fantastischsten St&#228;dte der Welt, blaugr&#252;nem Meereswasser samt frischer salziger Brise, dem ber&#252;hmten &#8220;Mantel der Geschichte&#8221;, dessen Saum zu streifen wir uns w&#228;hnen, und einer einzigartigen Ausstellung eben jener eingangs genannten Kunst, so w&#228;re es hier und nirgend anderswo anzutreffen: an der Punta della Dogana.</p>
<p>Draussen, vor dem Portikus an der Spitze, treffen wir auf den &#252;ber lebensgrossen Knaben mit dem Frosch in der Hand von Charles Ray, stets streng bewacht von einem grimmig bewaffneten Uniformierten. F&#252;r einen heranwachsenden Menschen, den Blick nach vorn in die Zukunft gerichtet, soll er stehen. Aber der Frosch &#8211; Daffke des K&#252;nstlers? Soll das &#8211; bizarrer Weise nicht nur von Touristen, sondern auch von manchen Exponenten des Kunstbetriebs f&#228;lschlich f&#252;r marmorn gehaltene &#8211; Standbild den Menschen in seinem Sieg &#252;ber das einst auch sumpfige Gel&#228;nde symbolisieren, auf dem Venedig in der Lagune errichtet wurde? Er soll den Markusl&#246;wen als Aush&#228;ngeschild Venedigs abl&#246;sen, sagen andere. Und was raunt der &#8211; insofern durchaus erotisch aufgeladene &#8211; Volksglaube, im Br&#252;der-Grimm-M&#228;rchen vom Froschk&#246;nig etwa oder im indianischen Mythos von der Froschfrau Kaaka?</p>
<p><em><img title="_MG_7962-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/MG_7962-430.jpg" alt="_MG_7962-430" width="430" height="645" /></em></p>
<p><em>Charles Ray, Boy with Frog, 2009, cast stainless steel and acrylic   polyurethane, 247 x 91 x 96,5, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH,   orsenigo_chemollo</em></p>
<p>Gemessen am Wert manches im Museum gezeigten Werkes lediglich schlappe 20 Millionen Euro liess sich François Pinault die Wiederherrichtung der im 17. Jahrhundert von dem Baumeister Giuseppe Benoni (1618 bis 1684) errichteten einstigen Zolllagerhallen kosten &#8211; er soll sie auf 30 Jahre geleast haben. Architekt war wiederum der unter anderem f&#252;r seine Museumsbauten Weltruhm geniessende, dem Minimalismus verpflichtete Tadao Ando, der bereits den Palazzo Grassi ausgestattet hatte. Mit Ando hatte sich Pinault gegen ein konkurrierendes Angebot der Guggenheim Foundation durchgesetzt, die immerhin die renommierte Star-Architektin Zaha Hadid aufgeboten hatte. Ando verwandelte die heruntergekommenen historischen Hallen in eines der weltweit spektakul&#228;rsten und sch&#246;nsten Kunstmuseen. Pinault er&#246;ffnete es listig einen Tag vor dem Er&#246;ffnungsakt der Kunst-Biennale 2009.</p>
<p><em><img title="Room 1-a-hd-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-1-a-hd-600.jpg" alt="Room 1-a-hd-600" width="600" height="400" /></em></p>
<p><em>Eingangshalle des Museums:<br />
Felix Gonzalez-Torres, Untitled (Blood), 1992, Plastic beads, metal rod, variable dimensions;<br />
Rachel Whiteread, Untitled (One Hundred Spaces), 1995, Resin, 100 units, variable dimensions;<br />
Maurizio Cattelan, Untitled, 2007, Taxidermied horse: horse hide, fiberglass, resin, 300 x 170 x 80 cm;<br />
Luc Tuymans, Untitled (Still Life), 2002, Oil on canvas, 347 x 500 cm;<br />
Richard Prince, Untitled, 2007, Acrylic and collage on canvas, 2 parts, 365,8 x 518, 2 cm;<br />
© Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo</em></p>
<p>Tadao Ando h&#252;tete jeden Backstein des &#252;berkommenen Mauerwerks wie auch das &#8211; wo immer noch verwendungsf&#228;hige &#8211; h&#246;lzerne Dachgeb&#228;lk und entfernte lediglich die im Laufe der Jahrhunderte hinzugef&#252;gten Bauteile. Jedoch zog er B&#246;den und Zwischendecken aus Beton sowie einen Bauk&#246;rper mit W&#228;nden aus poliertem Sichtbeton ein.  Schlicht mit dem Pr&#228;dikat grandios versehen wir die Lichtf&#252;hrung in den einzelnen R&#228;umen. Eine Herausforderung der besonderen Art war die Absicherung der unterirdisch installierten Geb&#228;udetechnik vor der Geissel Venedigs, dem j&#228;hrlichen Acqua Alta.</p>
<p>Erhalten blieb die W&#252;rde des rund dreieinhalb Jahrhunderte alten Bauwerks; geschaffen wurde ein einzigartiger Inszenierungsrahmen f&#252;r eine vermutlich dem Selbstverst&#228;ndnis wie dem Repr&#228;sentationsbed&#252;rfnis Pinaults entsprechende, Gross- und Gr&#246;sstformatiges bevorzugende Schau.</p>
<p><img title="Room 1-c-hd-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-1-c-hd-430.jpg" alt="Room 1-c-hd-430" width="430" height="645" /></p>
<p><em>Maurizio Cattelan, Untitled, 2007, Taxidermied horse: horse hide, fiberglass, resin, 300 x 170 x 80 cm;<br />
© Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo</em></p>
<p>Maurizio Cattelans mit dem Kopf durch die Wand rennendes Pferd konnten wir &#8211; ebenso wie Takashi Murakamis grossformatigen spermaschleudernden Lonesome Cowboy samt seinem weiblichen Gegenpart Hiropon &#8211; zu Udo Kittelmanns Zeiten im Frankfurter MMK bewundern, und etwas Wehmut im Gedenken an solche Zeiten mag sich einstellen, wenn wir den Tag n&#228;her kommen sehen, an dem es uns, von wohlschmeckender wie reichhaltiger heimischer Hausmannskost wunderbar ges&#228;ttigt, in Frankfurt doch wieder einmal nach grossen internationalen Ausstellungsevents im Haus an der Domstrasse gel&#252;stet, wie sie damals Gang und G&#228;be waren und sie beispielsweise das St&#228;del Museum fortlaufend pflegt.</p>
<p><em><img title="Room 4-hd-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-4-hd-600.jpg" alt="Room 4-hd-600" width="600" height="400" /></em></p>
<p><em>Cindy Sherman, Untitled, 2007-2008, Color photograph;<br />
Cindy Sherman, Untitled, 2007-2008, Color photograph;<br />
Jeff Koons, Bourgeois Bust – Jeff and Ilona, 1991, Marble;<br />
© Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo</em></p>
<p><img title="Room 7-b-hd-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-7-b-hd-430.jpg" alt="Room 7-b-hd-430" width="430" height="645" /></p>
<p><em>Maurizio Cattelan, All, 2008, 9 sculptures marbre white Carrara  marble, variable dimensions, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH,  orsenigo_chemollo</em></p>
<p>Nachbarschaftlich<em> </em>vereint: Cindy Shermans inszenierte Selbstportr&#228;ts und Jeff Koons bourgeoise marmorne B&#252;ste; Hiroshi Sugimotos bizarre Kost&#252;mfotos der Serie &#8220;Stylized Sculpture&#8221; und Maurizio Cattelans neun marmorne leichentuchbedeckte, in einer Reihe am Boden Liegenden.</p>
<p><img title="Room 10-hd-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-10-hd-600.jpg" alt="Room 10-hd-600" width="600" height="407" /></p>
<p><em>Sigmar Polke,<br />
- Jugendstil (Axial Age), 2005<br />
- Neo Byzantium (Axial Age), 2005<br />
- Forward (Axial Age), 2007<br />
- Determination of the Position: Here It Is (Axial Age), 2007;<br />
Violet pigments, mixed media on fabric, 300 x 480 cm; © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo</em></p>
<p><img title="Room 9-a-hd-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Room-9-a-hd-600.jpg" alt="Room 9-a-hd-600" width="600" height="400" /></p>
<p><em>Paul McCarthy, Train, Pig, Island, 2007, Foam, mixed media, 266 x  558 x 124 cm, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo</em></p>
<p>Mitunter geht es nicht nur gr&#246;sstformatig, sondern auch schrill, pomp&#246;s zu in Pinaults Museen. In manchem scheinen Themen wie Macht, Gewalt und Sex zu dominieren. Ein Zufall das im &#8220;Berlusconi-Land&#8221;? Wohl doch eher dem Sammler geschuldet. Sobald mich jemand beobachtet &#8211; so oder &#228;hnlich soll sich François Pinault einmal ge&#228;ussert haben -, wie ich ein Kunstwerk genauer betrachte, steigt der Marktwert des K&#252;nstlers. Und das genau ist ein Problem. Der sogenannte Kunstmarkt ist ausser Rand und Band. Wenn Sammler, denen es, pardon, auf eine Million mehr oder weniger nicht so streng ankommt, den K&#252;nstler kaufen, den sie unbedingt haben wollen, f&#228;ngt sich die nach oben offene Preisspirale an zu drehen. Der Milliard&#228;r kauft K&#252;nstler, die in der &#8211; ver&#246;ffentlichten &#8211; Meinung den &#8220;grossen Namen&#8221; haben. Diese K&#252;nstler wiederum schaukeln gegen&#252;ber den Milliard&#228;ren ihre Preise hoch. Es werden Summen gezahlt, die das eine oder andere Objekt nun wirklich nicht wert sind. Die aus &#246;ffentlichen Haushalten finanzierten Museen haben in dieser Preisspirale das Nachsehen. Eine gesunde, nicht zu beanstandende Entwicklung? Keineswegs.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-17950" title="L1005255-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1005255-600.jpg" alt="L1005255-600" width="600" height="450" /></p>
<p><em>Blick von der Punta della Dogana auf den Campanile und die Bucht von San Marco; Foto: FeuilletonFrankfurt</em></p>
<p><span>⇒ ⇒ ⇒ <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/12/mapping-the-studio-in-venedig-1-palazzo-grassi/">“Mapping the Studio” in Venedig (1): Palazzo Grassi</a></span></p>
<p>⇒ ⇒ ⇒ <a title="Permanent Link: Ein “Muss” in Venedig: Die Sammlung Peggy Guggenheim" rel="bookmark" href="../2010/07/05/ein-muss-in-venedig-die-sammlung-peggy-guggenheim/">Ein “Muss” in Venedig: Die Sammlung Peggy Guggenheim</a><br />
<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jahr der Stille 2010: August</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/08/28/jahr-der-stille-2010-august/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/08/28/jahr-der-stille-2010-august/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 05:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jahr der Stille 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;ber allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Sp&#252;rest du Kaum einen Hauch; Die V&#246;gelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch. Wandrers Nachtlied, Johann Wolfgang Goethe * 28. August 1749 (Bildnachweis: D. Gordon E. Robertson/wikimedia commons cc) Das “Jahr der Stille 2010″ l&#228;dt dazu ein, Stille begleitend in den Jahreslauf zu integrieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: medium;">&#220;ber allen Gipfeln<br />
Ist Ruh,<br />
In allen Wipfeln<br />
Sp&#252;rest du<br />
Kaum einen Hauch;<br />
Die V&#246;gelein schweigen im Walde.<br />
Warte nur, balde<br />
Ruhest du auch.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: small;">Wandrers Nachtlied, Johann Wolfgang Goethe * 28. August 1749</span></span></span></p>
<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: medium;"><img title="Florence_Lake-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Florence_Lake-430.jpg" alt="Florence_Lake-430" width="430" height="322" /></span></span></span></p>
<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: x-small;"><em>(Bildnachweis: D. Gordon E. Robertson/wikimedia commons <a href="http://www.erhard-metz.de/impressum/">cc</a>)</em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: Verdana;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: small;">Das <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/07/16/jahr-der-stille-2010-juli/">“Jahr  der Stille 2010″</a> l&#228;dt dazu ein, Stille begleitend in den Jahreslauf  zu integrieren. Es  will Aufmerksamkeit schaffen f&#252;r einen Wert, dessen  Wichtigkeit wir  alle betonen – dessen konkrete Praxis wir aber oft  vernachl&#228;ssigen.  Getragen wird das “Jahr der Stille 2010″ von &#252;ber  f&#252;nfzig Partnern –  christlichen Bewegungen, Kirchen, Verb&#228;nden,  Verlagen, Organisationen  und Werken unterschiedlicher konfessioneller  Pr&#228;gung, die das Anliegen  eint, das Thema Stille bewusst in ihre  Aktivit&#228;ten einfliessen zu  lassen.</span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #003366;"><span style="font-family: Verdana;"><span style="font-family: DejaVu Sans;"><span style="font-size: small;">FeuilletonFrankfurt wird das  “Jahr der Stille” mit einem Beitrag zur Mitte eines jeden Monats  begleiten.</span></span></span></span><span style="font-size: medium;"><br />
<em><br />
</em></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bosheiten / 11</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/08/27/bosheiten-11/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/08/27/bosheiten-11/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 06:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bosheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer heiratet, kann die Sorgen teilen, die er vorher nicht hatte. (Autor unbekannt) (Bildnachweis: Dieter Sch&#252;tz/pixelio.de)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #800080;"><strong><span style="font-family: Matisse ITC;"><span style="font-size: x-large;">Wer heiratet, kann die Sorgen teilen, die er vorher nicht hatte.</span></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #800080;"><span style="font-family: Matisse ITC;"><span style="font-size: medium;"><em>(Autor unbekannt)</em></span></span><strong><span style="font-family: Matisse ITC;"><span style="font-size: medium;"><br />
</span></span></strong></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Matisse ITC;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #800080;"><img class="alignnone size-full wp-image-18502" title="PICT0028-dieter-schuetz" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/PICT0028-dieter-schuetz.jpg" alt="PICT0028-dieter-schuetz" width="400" height="299" /></span></span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: Matisse ITC;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #800080;"><em>(Bildnachweis: Dieter Sch&#252;tz/pixelio.de)</em></span></span></span></p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Pisa von innen (4)</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/08/26/pisa-von-innen-4/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/08/26/pisa-von-innen-4/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 07:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Gäste]]></category>

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		<description><![CDATA[Pisa von innen Eine authentische Erz&#228;hlung von © Salias I. (4) 3. + 4. Stunde: 10 BFS X2 Immer noch vorstrapaziert von den Elektrikern r&#252;ste ich mich innerlich f&#252;r die n&#228;chste Doppelstunde in meiner „b&#246;sen“ 10 X2. Das einzige, was dort einigerma&#223;en funktioniert, ist das Diskutieren – wenn die Sch&#252;ler am Thema interessiert sind. Immerhin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: x-large;"><img class="alignnone size-full wp-image-19175" title="L1060027A-Titel-db-250" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1060027A-Titel-db-2501.jpg" alt="L1060027A-Titel-db-250" width="250" height="644" /></span></span></p>
<p><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: x-large;">Pisa von innen<br />
Eine authentische Erz&#228;hlung</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">von © Salias I.</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">(4)</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"> </span><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">3. + 4. Stunde: 10 BFS X2</span></span></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Immer  noch vorstrapaziert von den Elektrikern r&#252;ste ich mich innerlich f&#252;r die  n&#228;chste Doppelstunde in meiner „b&#246;sen“ 10 X2. Das einzige, was dort  einigerma&#223;en funktioniert, ist das Diskutieren – wenn die Sch&#252;ler am  Thema interessiert sind. Immerhin k&#246;nnen wir das im Fach PoWi gebrauchen  und die Themen hin und wieder nach den Vorlieben der Sch&#252;ler  ausrichten. Weil aber im letzten Halbjahr u.a. die miesen Ergebnisse der  Klassenarbeit die Noten runterzogen, habe ich auch hier f&#252;r jeden ein  Referat verpflichtend gemacht; heute sind zwei Sch&#252;ler dran, von denen  keiner bereit ist, vorzutragen. Ich muss aber erst die Zeugnisse  ausgeben, und dann landen etliche Entschuldigungen auf meinem Pult, die  ich sp&#228;ter bearbeite, beim Verteilen der Zeugnisse bekomme ich andere  Zeugnisse von Sch&#252;lern zur&#252;ck, die reklamieren, dass dort  unentschuldigte Fehltage vermerkt sind, wie sollten sie sich denn damit  bewerben?! Sie h&#228;tten ja nie unentschuldigt gefehlt, ich sollte ihnen  die Zeugnisse korrigieren. Ich erwidere, sie sollten nach der Stunde zu  mir kommen, damit wir das anhand der Anwesenheitslisten im Klassenordner  pr&#252;fen k&#246;nnen.<br />
Dann  frage ich die zwei eingeplanten Referenten nacheinander, wieso, warum  bist du nicht bereit?! Der G ist hoffnungslos; J deutet an, dass er  vorbereitet sei, aber keine Gliederung hat; wenn wir ihm Fragen  stellten, k&#246;nnte er versuchen zu antworten. &#8211; Also  gut, besser als eine  6 wird es wohl werden. – Es reicht aber nicht, dass ich ihm das  gew&#228;hre, J ziert sich, seine Kameraden m&#252;ssen ihm zureden, bis er  endlich einwilligt, aber dann will er lieber nicht nach vorne gehen, ich  sage, wenn schon denn schon, du musst nach vorn, und nach weiterem  Gezier und Nachhilfe der Kameraden stellt sich J vorn hin und wartet ab,  ob etwas passiert.<span id="more-19174"></span><br />
Ich stelle die erste Frage: Was hast du denn f&#252;r ein Thema? Basketball, sagt er. Wartet wieder ab, ob etwas passiert.<br />
Die  zweite Frage von Sch&#252;lern: Was gibt es dar&#252;ber zu erz&#228;hlen? Wieder  eine lakonische Nicht-Antwort, aber die Sch&#252;ler bem&#252;hen ihn mit  Nachfragen, und J kommt in die G&#228;nge, scheinbar aus dem Nichts f&#228;ngt er  an zu erz&#228;hlen &#252;ber sein Lebensthema: Er will Profi werden, hat auch  gute Chancen. Er kennt die Hintergr&#252;nde, erz&#228;hlt &#252;ber die Bundesliga,  die NBA, die Finanzierung, zeichnet ein Spielschema an die Tafel etc&#8230;  Die Sch&#252;ler h&#246;ren zu, weil es authentisch ist, sie stellen ihm echte,  interessierte Fragen, eine halbe Stunde lang findet Kommunikation statt,  wie ich sie liebe, ich kann mich zur&#252;cklehnen und bin gl&#252;cklich.<br />
Zum  Schluss frage ich, wie J mit seinem Vortrag zufrieden ist? Ja, J sei  zufrieden, meint, mit Gliederung w&#228;re es besser gewesen, wir best&#228;tigen  es.<br />
Die Aufmerksamkeit h&#228;lt, der Dialog ist sachlich, bis wir uns auf die Zensur geeinigt haben: eine Zwei-Minus.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Danach  st&#252;rzt die Stimmung ab: Die Sch&#252;ler sollen ihre Hausaufgabe vornehmen!  Ich bin aber auch unbelehrbar: Wie kann ein erfahrener Lehrer  Hausaufgaben erteilen? Warum erzeuge ich Verdruss? Keiner hat die  Hausaufgabe gemacht, ich z&#252;cke die Notenpeitsche, als ob das einen  einsch&#252;chtern w&#252;rde, schreibe an die Tafel, als ob einer abschreiben und  lernen w&#252;rde, k&#252;ndige eine Klassenarbeit an, als ob einer davor Angst  h&#228;tte. Ich predige, dass mit dieser Arbeitshaltung keiner versetzt  werden k&#246;nne, und habe das Gef&#252;hl, dass ich mich l&#228;cherlich mache. Aber  wie ein irrer Hamster finde ich keinen Ausweg und versuche den Lehrstoff  durchzupeitschen.<br />
Die Sch&#252;ler indes lassen mich gew&#228;hren. Sie wissen schon, wie sie es ausgleichen: Sie sind <em>Fr&#252;haufsteher</em>.  Mit angestrengter, schon kratziger Stimme rede ich der Klasse zu, und  mitten im Satz, dass sie zu Hause lernen sollen f&#252;r die Klassenarbeit  n&#228;chstes Mal, &#8212;  da stehen f&#252;nf, sechs, sieben Sch&#252;ler auf, in ihre  Jacken schl&#252;pfend, einzupacken haben sie ja nichts; schon erheben sich  auch die anderen, aber ich br&#252;lle ihnen entgegen: Die Stunde beschlie&#223;t  der Lehrer, wir haben noch &#252;ber zehn Minuten!<br />
„Unser Bus f&#228;hrt uns weg!“<br />
„Nein,  das ist nicht euer Bus, sondern das hier ist euer Unterricht, der noch  nicht beendet ist! Ihr habt euch jetzt hinzusetzen!“<br />
Murrend  setzen sie sich auf die Tische, nach weiterem Geschrei sogar auf St&#252;hle,  aber ihre Jacken behalten sie an, und die Taschen lassen sie zugepackt.<br />
B&#246;se schreibe ich mehr Stoff an die Tafel, der in der Arbeit drankommen soll!<br />
Ein paar  Sch&#252;ler schreiben mit. Nach f&#252;nf Minuten geht mir die Kraft aus, ich  spiele nur noch den M&#252;llw&#228;chter an der T&#252;r, durch die keiner kommt,  bevor der w&#252;steste M&#252;ll vom Fu&#223;boden aufgesammelt ist. F&#252;nf Minuten lang  irrsinniges Geschrei, so als w&#252;rde das den M&#252;ll beeindrucken, aber es  klappt, p&#252;nktlich zum Ende sehe ich keinen Abfall mehr. Im Nu sind alle  weg.<br />
Als ich  zum Pult zur&#252;ckgehe, er&#246;ffnen sich meinen Augen neue Perspektiven: Hier  und da zwischen den Tischen zur&#252;ckgebliebene Chipst&#252;ten, Getr&#228;nkebecher.  Auf dem R&#252;ckweg zum Ausgang ziehe ich eine Pfandflasche aus dem  M&#252;lleimer. Sie ist zu einem Viertel voll.</p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Pause</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nach  dieser Doppelstunde am Dienstag habe ich immer das Gef&#252;hl, vollkommen  erledigt zu sein. Die vier Stunden, die jetzt noch folgen, erlauben mir  schon, innerlich etwas nachzulassen.<br />
Indes  kommt im Lehrerzimmer ein Bote aus der Vergangenheit auf mich zu:  Kollege H, der Elektro-Abteilungsleiter, bei dem die b&#246;sen  Russlanddeutschen gelandet waren. Der Koll. H hatte nat&#252;rlich keine  Ahnung von der Vorgeschichte und hat den Sch&#252;lern nur allgemein geraten,  sich zur&#252;ckzuhalten, „Kreide zu fressen“, um es sich nicht zu  verscherzen. Leider haben wir keine Zeit f&#252;r eine weitere Beratung des  Falles, und so wird auch nichts weiter geschehen. Hoffentlich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-19217" title="IMG_3299-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/IMG_3299-430.jpg" alt="IMG_3299-430" width="430" height="293" /></p>
<h3><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">5. + 6. Stunde: 12 FOS E0</span></span></strong></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die  Klasse 12 E der Fachoberschule: ein ber&#252;chtigter Haufen von  Nichtst&#228;tern. Ich aber sehe es nicht so dramatisch. Man darf blo&#223; keinen  Humor zeigen, weil es sonst mindestens f&#252;nf Minuten dauert, bis man sie  vom Witz wieder zur&#252;ck zum Unterrichtsgegenstand ziehen kann. Sowieso  muss man jedes Mal am besten von vorne anfangen: nichts voraussetzen,  wie in der BFS. Nur zwei, drei Sch&#252;ler haben ein Ged&#228;chtnis, das willens  ist, chemische Sachverhalte zu speichern.<br />
Ich  frage, ob es Probleme oder Fragen gibt zum St&#246;chiometrie-Arbeitsblatt?  Die kommt in der Arbeit vor, und darum sollten sie zu Hause weitere  Aufgaben rechnen. Keiner meldet sich.<br />
Ich wei&#223;,  dass in der Klausur &#252;ber die H&#228;lfte der Sch&#252;ler nicht einmal versuchen  wird, die St&#246;chiometrie-Aufgabe zu l&#246;sen, und darum w&#228;re ich bereit  gewesen, die Arbeit eine Woche sp&#228;ter zu schreiben, um noch Zeit f&#252;r die  &#220;bung zu haben; aber wenn sie nicht fragen, weil sie sich zu Hause  nichts angesehen haben, laufe ich ihnen nicht hinterher mit meinem  Angebot. Ich mache dieselben Versuche wie in der Stunde gestern, aber  heute bekomme ich trotz Salzbr&#252;cke keine Spannung – gestern ging es doch  noch!<br />
„Was  stimmt da nicht“, frage ich, „mein Versuch widerspricht der Theorie,  also, wo liegt der Fehler, in der Theorie oder in der Praxis? Eigentlich  sollte sich die Theorie nach der Praxis richten, aber bei mir ist es  umgekehrt: Ich bekam als Student in der Theorie gute Zensuren, aber im  Praktikum eine 4.“ Ich versuche es noch mal mit einer anderen  Zinkelektrode, und das Voltmeter schl&#228;gt aus. „Da haben wir’s: Die  Theorie siegt! Die  Elektrode von gestern h&#228;tte ich nach dem Bad in der Kupfersalzl&#246;sung  sauber schmirgeln m&#252;ssen, aber ich habe kein Schmiergelpapier gefunden.  Es tut mir Leid, das ist eine erb&#228;rmliche Entschuldigung.“ Manchmal  frage ich mich, ob ich von den Sch&#252;lern lerne, oder ob ich selbst so  bin. Ich glaube, dass mich gerade die Ausreden und  Verantwortungslosigkeiten der Sch&#252;ler am meisten nerven, die ich von mir  selbst kenne. Ich w&#252;rde mich auch gern in den Chemieunterricht setzen,  mich bedienen lassen, und keine Hausaufgaben machen. Genau das tat ich  als Sch&#252;ler. (Nur hatte ich das Gl&#252;ck, ein Ged&#228;chtnis zu besitzen.)<br />
So  betrachtet, sind mir viele Sch&#252;ler &#228;hnlich. Nach dem Unterricht spreche  ich den H an, einen gut gestylten Hallodri, frage ihn wohlwollend, wie  es eigentlich mit ihm weiter gehen soll, er w&#252;rde ja keinesfalls die  Pr&#252;fung bestehen, oder? &#8211; Freundlich antwortet er mir: Das mache nichts,  er m&#252;sse nur die Zeit herumkriegen, bis er vollj&#228;hrig werde, dann gehe  er zum Bund, werde Zeitsoldat&#8230; Na prima. Die Schule ist ja nicht nur  zum Lernen da, und ich denke mir: Wir Lehrer sollten uns nicht so  wichtig nehmen.</p>
<p><strong><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒</span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"> </a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/18/pisa-von-innen-1/">(1)</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/31/pisa-von-innen-5/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/31/pisa-von-innen-5/"><span>⇒</span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/31/pisa-von-innen-5/"> </a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/31/pisa-von-innen-5/"><span>⇒ </span></a><a href="http://www.erhard-metz.de/2010/08/31/pisa-von-innen-5/">(5)</a></strong><br />
<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Krokodil / 8</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/08/25/das-krokodil-8/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/08/25/das-krokodil-8/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 22:50:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Krokodil]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Gäste]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=18268</guid>
		<description><![CDATA[Das Sportler-Krokodil Ein Krokodil, das liebte Sport - es hielt dies keineswegs f&#252;r Mord! Es mochte viele Disziplinen - auch Fallschirmspringen unter ihnen: So st&#252;rzt es sich, allzeit bereit in atemberaubender Geschwindigkeit mit seinem Fallschirm aus dem Flieger und schnell war klar: es wurde Sieger! Und sp&#228;ter, auf dem Tennisplatz vollf&#252;hrt es dann &#8216;ne B&#228;lle-Hatz; kurz drauf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;"><em><strong><span style="color: #008000; font-size: medium;">Das  Sportler-Krokodil</span></strong></em></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Ein Krokodil, das liebte  Sport</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- es hielt dies keineswegs  f&#252;r Mord!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Es mochte viele  Disziplinen</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- auch Fallschirmspringen  unter ihnen:</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">So st&#252;rzt es sich,  allzeit bereit</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">in atemberaubender  Geschwindigkeit</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19202" title="echse_0081" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_00812.gif" alt="echse_0081" width="77" height="140" /><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">mit seinem Fallschirm aus  dem Flieger</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">und schnell war klar: es  wurde Sieger!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Und sp&#228;ter, auf dem  Tennisplatz</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">vollf&#252;hrt es dann &#8216;ne  B&#228;lle-Hatz;</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">kurz drauf performt es  dann</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">auf der  Aschenbahn</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">im H&#252;rdenlauf den hellen  Wahn!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img src="http://www.gif-paradies.de/gifs/tiere/echsen/echse_0087.gif" alt="" /></span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Es f&#228;hrt auch gerne  Wasserski</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- durchpfl&#252;gt die Wellen wie  noch nie!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19151" title="echse_0088" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_0088.gif" alt="echse_0088" width="468" height="63" /><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Im Winter, vor dem  Abfahrtslauf,</span></div>
<div style="text-align: center;">
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">f&#228;hrt es im Skilift erst  hinauf.</span></div>
</div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19148" title="echse_0079" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_0079.gif" alt="echse_0079" width="466" height="120" /><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> Radfahren,  Schwimmen, Marathon</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- begeistert ist &#8216;s vom  Triathlon !</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19149" title="echse_0085" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_0085.gif" alt="echse_0085" width="477" height="50" /><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Das Gr&#252;ne ist kaum mehr zu  bremsen</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">und tut es auch noch gleich  den G&#228;msen,</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">die die Steilwand tun  bezwingen</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- dem ist Bewund&#8217;rung  abzuringen!</span></div>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19150" title="echse_0082" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_0082.gif" alt="echse_0082" width="116" height="150" /><br />
</span></p>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> Als w&#228;r&#8217; all das noch  nicht genuch</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">unternimmt &#8216;s sodann &#8217;nen  Tauchversuch!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><img class="alignnone size-full wp-image-19200" title="echse_0093" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/echse_00932.gif" alt="echse_0093" width="116" height="100" /><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Vor unserer Nase taucht  &#8216;s dann ab -</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">nur macht &#8216;s deshalb noch  lang&#8217; nicht schlapp!</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><br />
</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">Wir freuen uns auf ein  Wiedersehen</span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #008000;">- dann wird die Story  weitergehen!</span></div>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>©   Gabi Wucher</em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em><em><span style="font-size: x-small;">(Bildnachweis: jeweils gif-paradies.de)</span></em></em></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em><em><span style="font-size: x-small;"><br />
</span></em></em></span></p>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #009900;"> </span></div>
<div style="text-align: center;"><span style="color: #009900;"> </span></div>
]]></content:encoded>
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		<title>Pisa von innen (3)</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 06:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Gäste]]></category>

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		<description><![CDATA[Pisa von innen Eine authentische Erz&#228;hlung von © Salias I. (3) Dienstag, 4.3.8 Halb bet&#228;ubt w&#252;rge ich den Wecker ab, schalte die Nachtlampe ein, bei schalem Licht versuche ich, die Augen offen zu halten, mich zu orientieren: Die Kopfschmerzen sind weg, das ist gut, heute acht Stunden Unterricht: sehr schlimm! Du bist doch krank, raunt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-18935" title="L1060027A-Titel-db-250" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1060027A-Titel-db-250.jpg" alt="L1060027A-Titel-db-250" width="250" height="644" /></p>
<p><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: x-large;">Pisa von innen<br />
Eine authentische Erz&#228;hlung</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">von © Salias I.</span></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="color: midnightblue;">(3)</span></span></p>
<p><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Dienstag, 4.3.8</span></span></strong></p>
<p>Halb  bet&#228;ubt w&#252;rge ich den Wecker ab, schalte die Nachtlampe ein, bei schalem  Licht versuche ich, die Augen offen zu halten, mich zu orientieren: Die  Kopfschmerzen sind weg, das ist gut, heute acht Stunden Unterricht:  sehr schlimm!<br />
Du bist  doch krank, raunt mir meine Frau zu; obwohl schlaftrunken sorgt sie  sich: Ich solle nicht gehen! – Doch doch, es geht doch, ich muss gehen,  murmle ich, ich bin ja wieder gesund. Den schlimmsten Tag der Woche habe  ich hinter mir.</p>
<p>Am  schlimmsten heute: die 10 X2 (da bin ich Klassenlehrer). Kollege B, der  Stellvertretende Schulleiter, nannte meine Klasse beim Elternabend „die  b&#246;seste Klasse, die wir seit Jahren hatten“. – Ja, das k&#246;nne man doch  nicht so hinnehmen, meinte eine der entsetzten M&#252;tter. – „Da bleibt uns  gar nichts anderes &#252;brig“, sagte Herr B, „solche Klassen finden Sie an  jeder Schule.“<br />
Dass die  Klasse besonders b&#246;se sei, stimmt nicht so ganz: Erstens haben wir jedes  Jahr &#228;hnliche Klassen, zweitens ist die Klasse ebenso wenig „b&#246;se“ wie  ihre Sch&#252;ler; man kann sie, wenn sie vereinzelt auftreten, sogar gern  haben, ein jeder mit seinen Schw&#228;chen und Macken: Der A, der so Macho  ist, dass er bei jeder kleinen Kritik, und sei sie noch so berechtigt,  aufbraust, weil er von sich selbst nur die netten Teile wahrnimmt; der  R, der noch st&#228;rker darin ist, seine provozierenden Bemerkungen gegen  die Kameraden vor sich selbst zu verleugnen, und der K, der so von sich  &#252;berzeugt ist, dass er jedem ins Wort f&#228;llt, der daran Zweifel aufkommen  l&#228;sst und meint, sich an keine Regel halten zu m&#252;ssen, wenn er sie  nicht billigt. Und die vielen anderen Trittbrettfahrer der  Selbstgerechtigkeit, die die narzisstischen Proteste dazu nutzen, ihren  Beitrag dazu zu leisten, um das Chaos perfekt werden zu lassen – und so  k&#246;nnen dann der A und der K und der R auf die anderen zeigen und von  sich ablenken. Diese negativen sozialen Synergie-Effekte sind es, die  der Kollege B als „b&#246;se“ zusammenfasst. Dazu kommt der notorische  Unwille gegen das Arbeiten. Weder in der Schule noch zu Hause wird  gelernt. Sogar die Werkstattlehrer haben noch nie so viele F&#252;nfer  verteilt: Sobald sie der Gruppe den R&#252;cken kehren, fallen die Werkzeuge  aus den H&#228;nden. Nat&#252;rlich sind an allem die Lehrer schuld: Wir leisten  keine Einzelbetreuung, wir verlangen, dass ein Sch&#252;ler sich selbst&#228;ndig  bem&#252;ht, Arbeitsauftr&#228;ge auszuf&#252;hren oder zumindest beim Lehrer  nachzufragen, wenn etwas nicht verstanden wird. Sie fragen nicht mal  nach. Anfangs ist es mir passiert, dass ich eine halbe Stunde  Gruppenarbeit angeordnet hatte, bis ich die Ursache des wachsenden Chaos  herausfand: Mit dem Auftrag „Gruppenarbeit“ verbanden die Sch&#252;ler  offensichtlich Stammtischzeit. Keine bessere Erfahrung habe ich mit  Einzelarbeit gemacht: Obwohl ich ank&#252;ndigte, dass ich die schriftlich zu  erbringende Leistung einsammeln und benoten w&#252;rde, haben viele Sch&#252;ler  nur Unfug getrieben, und wen ich darauf ansprach, gab mir die Schuld:  Ich h&#228;tte nicht erkl&#228;rt, was sie machen sollen! In der Tat habe ich es  nicht jedem Sch&#252;ler einzeln erkl&#228;rt, und wenn ich der ganzen Klasse  etwas erkl&#228;re, f&#252;hlen sich viele Sch&#252;ler gar nicht angesprochen – man  kann ihnen nichts vorwerfen: Sie kriegen wirklich nichts mit! Und ein  schriftlicher Arbeitsauftrag? Kein Ausweg, da bei vielen kein  Textverst&#228;ndnis oder kein Wille dazu vorhanden &#8230;<span id="more-19103"></span></p>
<p>In  Anbetracht dieser Malaise hatten wir einige Klassenteamkonferenzen mit  dem Beschluss, dass die schwierigsten Sch&#252;ler Testatb&#246;gen f&#252;hren sollen,  um ihr Verhalten zu dokumentieren. Als ich den f&#252;nf Betroffenen die  B&#246;gen aush&#228;ndigte, war die Emp&#246;rung gro&#223;: Ungerecht! Warum denn  ausgerechnet wir! In der ersten Woche wurde kein Bogen gef&#252;hrt, jetzt  geht es mehr schlecht als recht.</p>
<p>Einmal  auf dem Weg zum Raum 137 traf ich auf dem Flur eine aufgew&#252;hlte Kollegin  A: Sie war auf der Flucht vor meiner Klasse: „Da gehe ich nicht mehr  rein. Die sind unbeschulbar!“ &#8211; Schon lange ist bekannt, dass  Berufsfachsch&#252;ler kein Englisch k&#246;nnen geschweige denn lernen wollen. So  hat es die Kollegin besonders schwer. Ich schickte sie in die etwas  nettere Klasse, aus der ich herkam und ging zu meinen verlassenen  Sch&#228;fchen. Die sa&#223;en brav auf ihren Pl&#228;tzen und klagten, warum sie mit  dieser Lehrerin nicht zufrieden sind; aber sie gaben auch zu, sich nicht  korrekt benommen zu haben. Um es konstruktiv zu wenden, wollte ich  Regeln vereinbaren, und weil die Sch&#252;ler keine Vorschl&#228;ge hatten,  schrieb ich an:</p>
<p style="margin-left: 1.25cm; margin-bottom: 0cm;">„1. Gegenseitiger <span style="text-decoration: underline;">Respekt</span> Sch&#252;ler-Lehrer. 2. Nach Abmahnung: <span style="text-decoration: underline;">Auszeit</span> f&#252;r Sch&#252;ler. Note 6, Lehrer schreibt Protokoll“</p>
<p>Blo&#223;  juristisch geht das mit der Auszeit eigentlich nicht, da ich die Sch&#252;ler  beaufsichtigen muss; auch p&#228;dagogisch macht es keinen Sinn, sie  rauszuschicken: Wohin sollen sie denn gehen? Keiner will sie haben, also  bleibt ihnen nicht viel anderes &#252;brig als Unsinn zu machen. Und zudem  gab der N zu bedenken, dass es ungerecht sei, wenn der Lehrer Protokoll  schreibt, da w&#252;rde er ja alles verf&#228;lschen! &#8211; Gut, willigte ich ein,  dann schreibt der Sch&#252;ler w&#228;hrend seiner Auszeit das Protokoll, und der  Lehrer kann etwas hinzuf&#252;gen.<br />
Und in  der Pause, als ich dem Kollegen B &#252;ber den Vorfall rapportieren musste,  freute ich mich &#252;ber seine Unterst&#252;tzung, indem er wegen der  Aufsichtspflicht riet, man solle den Sch&#252;ler zu ihm schicken, er w&#252;rde  den Protokollbogen abzeichnen, dann sei das in Ordnung. &#8211; Na prima, die  X2 sollte kein Problem mehr sein.</p>
<p>Aber  die erste Herausforderung dieses Tages werden die Elektriker sein, die  meisten arbeitsunwillig in allen F&#228;chern; obwohl schon im dritten  Lehrjahr, h&#228;ngen viele noch in den Seilen: ein Drittel kommt lieber  etwas sp&#228;ter, und ein Viertel &#252;berspringt die ersten zwei Stunden  Deutsch vollst&#228;ndig. Letzte Woche begleiteten mich zwei Praktikantinnen  zum Hospitieren, da haben sie den rechten Eindruck bekommen: Es war die <em>abschlie&#223;ende</em> Stunde zum Roman „<em>1984</em>“,  den wir seit Monaten durchnahmen, sogar den Film hatte ich ziemlich  fr&#252;h bewilligt, aber nur h&#228;ppchenweise, um zum Weiterlesen zu  motivieren. Ich fragte nun, warum <em>1984</em> zur Weltliteratur z&#228;hle?  Es war so, als h&#228;tten wir die erste und nicht die letzte Stunde &#252;ber das  Thema: Keine Antwort. Den Begriff Weltliteratur kannte keiner. Aber  daran lag es nicht. Es ist jedes Mal so, als finge man von vorn an. Wozu  sollen wir das machen, murrte einer, und ein anderer, mutiger:<br />
„Was soll  das &#252;berhaupt, dass wir ein Buch lesen m&#252;ssen! Die Elektriker in der  Parallelklasse machen das nicht. Die haben nie ein Buch gelesen. Macht  ja auch keinen Sinn. Das ganze Fach Deutsch ist vollkommener Quatsch.“<br />
„Ich bin  daf&#252;r verantwortlich“, bekannte ich, „denn ich bin Deutschlehrer und  halte es f&#252;r wichtig, dass Sie nicht nur wie Roboter ausgebildet werden,  die Leitungen legen k&#246;nnen, sondern auch etwas menschliche Kultur  mitkriegen.“<br />
„Daf&#252;r brauchen wir doch nichts zu lesen!“<br />
So kam  ich in die Defensive, denn wir haben keine Deutschlehrer f&#252;r alle  Berufsschulklassen, und  deshalb lesen die meisten Berufssch&#252;ler  tats&#228;chlich kein Buch. – „Beschweren Sie sich bei der Schulleitung“,  entgegnete ich, in der Gewissheit, dass der Schulleiter die Kultur  unterst&#252;tzt. – Nun kuschten sie, und wir arbeiteten 1984 auf, ich  erz&#228;hlte ein bisschen &#252;ber die Volksz&#228;hlung, den Spa&#223; am zivilen  Ungehorsam, das alte und das neue BVG-Urteil, versuchte –vergeblich, auf  die Gefahren des Datenmissbrauchs aufmerksam zu machen. Ein paar lie&#223;en  sich auf eine Diskussion ein, ob man seine Daten beim StudiVZ  preisgeben sollte – die Sch&#252;ler meinten, das Internet sei ihr Freund,  vor dem sie nichts zu verbergen h&#228;tten, und ich glaube nicht, dass ich  ihnen diese Illusion nehmen konnte.<br />
Die Studentinnen immerhin wirkten desillusioniert: Sie sahen ein, dass der Frontal­unterricht die <em>ultima ratio</em> ist, um so etwas wie eine Arbeitsatmosph&#228;re halbwegs durchzusetzen, von  Lernen ganz zu schweigen. Aber auch Frontalunterricht sei unglaublich  schwer zu f&#252;hren.<br />
„Nun ja“, sagte ich, „man muss hart gesotten sein. Man darf nicht verzagen. Man muss immer wieder weitermachen.“</p>
<p>Was aber, wenn man doch verzagt?<br />
Was, wenn man nicht mehr so tun kann, als komme man gegen die Widerst&#228;nde an?</p>
<p>Schwarzer Morgen, schwarze Seele.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19127" title="IMG_3227-A-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/IMG_3227-A-430.jpg" alt="IMG_3227-A-430" width="430" height="579" /></p>
<p><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">1. + 2. Stunde: 12 FOS E1</span></span></strong></p>
<p>Auf dem  Weg zu den Elektrikern habe ich als Vorbereitung auf diese erste Stunde  in Wirtschaftskunde nur das Buch, das mir der Kollege S gestern gegeben  hat. Auf meine Kollegen ist Verlass! Sonst h&#228;tte ich jetzt nichts: Ich  soll die Elektriker in Wirtschaftskunde unterrichten &#8211; dieses Fach ist  mir, wie man so sch&#246;n sagt, fremd, im Studium habe ich es nie ber&#252;hrt;  schlimmer noch: betriebswirtschaftliche Rechnungen, Bestimmungen zu  Ausbildungsvertr&#228;gen, Betriebsverfassungsgesetze usw. interessierten  mich bis vor einem halben Jahr &#252;berhaupt nicht.<br />
Die  Sch&#252;ler aber sollten sich doppelt daf&#252;r interessieren: erstens kommt es  in der Gesellenpr&#252;fung dran, zweitens betrifft sie es direkt – falls sie  denn weiter als Facharbeiter besch&#228;ftigt werden. Ansonsten habe ich  noch das Thema Sozialgesetzbuch hinzugef&#252;gt (mit HARTZ IV usw.).<br />
Aus dem  Inhaltsverzeichnis des Lehrwerkes von Koll. S lese ich die 22   Kapitel&#252;berschriften vor, was ganz gut passt, denn jeder Sch&#252;ler soll  ein Referat &#252;bernehmen. Ich frage, wer was machen will, notiere mir  Kapitel und Referenten auf ein Blatt, die H&#228;lfte der Sch&#252;ler w&#228;hlt  nichts; ich will sie zwingen, da fragt ein Sch&#252;ler nach, ob sich sein  Thema nicht mit dem eines anderen &#252;berschneide? Ich stutze – und muss  ihm Recht geben, manche Kapitel sind inhaltsgleich, nur unterschiedlich  formuliert, und pl&#246;tzlich realisiere ich, dass der Inhalt des Buches gar  nicht nach Themen gegliedert ist, sondern nach Muster-Pr&#252;fungss&#228;tzen –  und jeder Pr&#252;fungssatz enth&#228;lt mehrere Themen!<br />
Meine  ganze Referenten-Liste ist Makulatur! Wenn ich es nur mal vor dem  Unterricht gelesen h&#228;tte. Wie ich mich sch&#228;me, so schlechten Unterricht  abzurei&#223;en, ich glaube, so schlecht wie noch nie.</p>
<p>Aber vor <em>dieser</em> Klasse will ich meinen Fehler nicht entdecken; entschlossen verk&#252;nde  ich: „Also, bis zum n&#228;chsten Mal werde ich die Referat-Liste tippen, und  dann m&#252;ssen sich die Sch&#252;ler, die noch nicht gew&#228;hlt haben, in die  L&#252;cken eintragen. Nun aber sollten wir damit anfangen, Grunds&#228;tzliches  durchzunehmen. Daf&#252;r muss ich jetzt Lehrmaterial herbeiholen, ich komme  gleich wieder.“<br />
Eilig  verlasse ich den Klassenraum, will in Raum 137, mal sehen, was sich dort  holen l&#228;sst, aber unterwegs f&#228;llt mir ein, dass ich k&#252;rzlich entdeckt  habe, dass in 129 alte Brosch&#252;ren mit dem Titel „Sozialpolitik“  herumlagen – das w&#228;re brauchbar! Tats&#228;chlich liegen sie noch dort, ich  packe den Stapel, bemerke auf dem R&#252;ckweg, dass es zwei Auflagen sind,  eine von 2002, eine von 2003. Naja, vielleicht ist es nicht so schlimm,  hoffe ich, und neue Scham will in mir hochsteigen, ich halte sie unten,  schlage rasch die ersten Seiten der Brosch&#252;ren auf, was k&#246;nnen wir jetzt  behandeln? und werfe die Dinger in der Klasse aus; sofort werden die  verschiedenen Auflagen bemerkt und beanstandet, unversch&#228;mt b&#252;gele ich  die Kritik ab, lasse Sch&#252;ler vorlesen, unterbreche, wenn etwas zu  erkl&#228;ren ist, frage nach Beispielen, referiere den historischen  Hintergrund usw. – aber bald nervt es mich zu sehr: Normalerweise  unterhalten sich unsere Russlanddeutschen nur leise und st&#246;ren wenig;  aber heute ist der J mal wieder da, das macht viel aus.<br />
Das  Problem mit dieser Clique ist, dass sie das Nichtstun zusammenschwei&#223;t.  Nicht nur verweigern sie in Deutsch die Mitarbeit –allenfalls kriege ich  einen mal dazu, ein St&#252;ck vorzulesen-, aber auch in den anderen F&#228;chern  lassen sie die Stifte liegen. Wenn sie fehlen oder still sind, kann ich  damit leben. Nur heute nicht. Nach ein paar erfolglosen Ermahnungen  stelle ich ihn zur Rede: Warum er denn &#252;berhaupt in den Unterricht  komme?<br />
Jetzt  kommt der Russlanddeutsche K angeblich vom Klo zur&#252;ck, in seiner Hand dampft ein in Papier gewickeltes Fr&#252;hst&#252;ck, und ich tue so, als k&#228;me er  zu sp&#228;t: „Ach, der K ist jetzt auch da, eine Dreiviertelstunde zu sp&#228;t,  das muss ich ja im Klassenordner eintragen!“<br />
K  protestiert: Er sei doch vorher auch da gewesen, ob ich ihn nicht  gesehen h&#228;tte? Doch, ich habe ihn bemerkt, er war ja zu sp&#228;t gekommen,  ist aber noch als fehlend angestrichen, jetzt muss ich das als  Versp&#228;tung umtragen, also 45 Minuten, weil er ja vorher nur geschw&#228;tzt  hat und dann unerlaubt zur Fr&#252;hst&#252;ckspause abgewandert ist.<br />
„Spinnen  Sie“, faucht der K, „ich war nur 5 Minuten zu sp&#228;t, und ich habe auch  keine Fr&#252;hst&#252;ckspause gemacht, sondern bin nur auf Toilette gewesen.“  Die Russlanddeutschen p&#246;beln geschlossen gegen mich: das sei eine  Unversch&#228;mtheit, man wolle sich &#252;ber mich beschweren.<br />
„Gut“,  sage ich, „dann gehen Sie jetzt alle zum Schulleiter und beschweren Sie  sich. Ich schreibe ein Protokoll, dann machen wir einen aktenkundigen  Vorgang daraus.“<br />
Sie sagen nichts mehr.<br />
„Nun“, frage ich, „wer will gehen? Sie Herr J?“<br />
Er wirkt unentschlossen, kann aber nicht mehr zur&#252;ckziehen.<br />
„Gehen  Sie mit, Herr K“, sage ich, „hier schreibe ich Ihnen einen Meldebogen,  den lassen Sie vom Schulleiter abzeichnen.“ Ich improvisiere einen  Meldebogen, reiche den Wisch dem J, und sie ziehen ab.<br />
Leider sind sie nach ein paar Minuten wieder zur&#252;ck: Sie seien gehei&#223;en worden, in der Pause wieder zu kommen.<br />
Ich lasse  sie sitzen, sie unterhalten sich jetzt leiser, und der  Frontalunterricht nimmt seinen langweiligen Fortgang, bis die Pause uns  befreit.<br />
Ich warte  an der T&#252;r, dass der letzte den Saal verl&#228;sst; will gar nicht wissen,  nicht sp&#252;ren, ob mein &#196;rger gegen die Sch&#252;ler gr&#246;&#223;er ist als meine  Scham? Ich nenne es mal eine verdrie&#223;liche Mischung. Das Schloss springt  zu, und ich kann alles hinter mir lassen.</p>
<p><strong><span style="color: midnightblue;"><span style="font-size: medium;">Pause</span></span></strong></p>
<p>Am  Kopierer treffe ich auf M, meinen Referendar: „Jaja, ich bin ein  schlechter Mentor“, sage ich und denke an meine vorige Stunde. „Ich  k&#252;mmere mich viel zu wenig um dich“, entschuldige ich mich und  &#252;berfliege eines seiner Arbeitsbl&#228;tter: &#252;ber Hooligans.<br />
M ist  gar nicht b&#246;se, er bedankt sich f&#252;r meine Email mit  Unterrichtsmaterial, das er gut gebrauchen k&#246;nne, seine Ausbilder haben  ihn gelobt. „Wo machst du denn das“, frage ich, auf das Arbeitsblatt  deutend, „in der Zehn?“ &#8211; „Nein, in der Zw&#246;lf“, sagt er, und ich staune,  frage nach, ob es nicht zu einfach f&#252;r die Zw&#246;lfer w&#228;re, ich w&#252;rde erw&#228;gen, es im BGJ einzusetzen?<br />
Ja, meint M, das stimme, aber es sei Teil verschiedener Lernangebote mit unterschiedlichem Anspruchsniveau. „Sozusagen als Intro.“<br />
„Ist ja prima“ (mitsamt Neudeutsch), „ich sehe, du kommst bestens ohne mich zurecht, ich  muss noch ins Sekretariat.“ Tats&#228;chlich habe ich jetzt alle Zeugnisse  zusammen, muss das letzte, das neu und richtig gedruckt vorliegt, nur  noch stempeln gehen, aber zuallererst dr&#228;ngt der Gang zum Ein- und  Ausw&#228;ssern &#8230;</p>
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