Der Mensch als Autofahrer – was ist nur mit ihm los?
Donnerstag, 19. April 2007Sie kennen das:
Und Sie kennen auch das:
Links oder rechts durch die Fenster oder im Rückspiegel verbissene, verfinsterte bis zornige Gesichter. Der reine Ärger darüber, dass es nicht voran geht oder dass, noch sehr viel schlimmer , ja dass es Ihnen, ausgerechnet Ihnen mit Ihrem läppischen Fahrzeug gelungen ist, am anderen vorbeigezogen zu sein, für ein paar hundert Meter, ein paar Minuten . . . Aber jetzt hat sich der so arg Zurückgesetzte wieder neben Ihr Fahrzeug oder unmittelbar dahinter eingeschoben. Und blickt Sie ausserordentlich finster an!
Oder Sie verhindern, wieder mit Ihrem läppischen Fahrzeug, einen von einem Achtzylinder bereits strategisch geplanten zügigen Überholvorgang! Wenn es dann an der übernächsten Ampel oder im schon erkennbar werdenden Stau zu einem Wiedersehen kommt, erblicken Sie im Achtzylinder jemanden, der Sie augenscheinlich – am liebsten ziemlich schnell – direkt umbringen möchte.
Ja was sind wir denn für Menschen, wenn wir uns, so bald wir uns in einem Automobil befinden, scheinbar ausschliesslich nur noch über dieses und dessen Leistungskraft definieren? Und über die Freiheit, mit Tempo 200 und noch einiges mehr die Autobahn abräumen zu können?
Welches Selbstwertgefühl haben diese Leute eigentlich? Nein, besser gefragt, welches Minderwertigkeitsgefühl?




