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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Zeitgeist' Category

Der Mensch als Autofahrer – was ist nur mit ihm los?

Donnerstag, 19. April 2007

Sie kennen das:

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(Foto: Alexander Blum)

Und Sie kennen auch das:

Links oder rechts durch die Fenster oder im Rückspiegel verbissene, verfinsterte bis zornige Gesichter. Der reine Ärger darüber, dass es nicht voran geht oder dass, noch sehr viel schlimmer , ja dass es Ihnen, ausgerechnet Ihnen mit Ihrem läppischen Fahrzeug gelungen ist, am anderen vorbeigezogen zu sein, für ein paar hundert Meter, ein paar Minuten . . . Aber jetzt hat sich der so arg Zurückgesetzte wieder neben Ihr Fahrzeug oder unmittelbar dahinter eingeschoben. Und blickt Sie ausserordentlich finster an!

Oder Sie verhindern, wieder mit Ihrem läppischen Fahrzeug, einen von einem Achtzylinder bereits strategisch geplanten zügigen Überholvorgang! Wenn es dann an der übernächsten Ampel oder im schon erkennbar werdenden Stau zu einem Wiedersehen kommt, erblicken Sie im Achtzylinder jemanden, der Sie augenscheinlich – am liebsten ziemlich schnell – direkt umbringen möchte.

Ja was sind wir denn für Menschen, wenn wir uns, so bald wir uns in einem Automobil befinden, scheinbar ausschliesslich nur noch über dieses und dessen Leistungskraft definieren? Und über die Freiheit, mit Tempo 200 und noch einiges mehr die Autobahn abräumen zu können?

Welches Selbstwertgefühl haben diese Leute eigentlich? Nein, besser gefragt, welches Minderwertigkeitsgefühl?

Der raumgreifende ultimative Weihnachtschor oder: Weihnachten schreckt wirklich vor nichts zurück …

Dienstag, 21. Dezember 2010

Nur Mut: einfach hier anklicken …

(beim lahmenden Internet Explorer dann Seite neu laden)

(Quellennachweis: Gif-Paradies + Ghosts of Electricity)

Der Sozialminister, Viagra und die Witwenrenten

Mittwoch, 26. August 2009

Doll, lieber Bundesminister Olaf Scholz, was da alles auf Sie zukommen wird, das heisst, nicht mehr auf  Sie, sondern nach dem 27. September 2009 natürlich auf Ihre Nachfolger im Amt des Bundesministers für Arbeit und Soziales (volksverständlicherweise BMAS abgekürzt), falls es so etwas noch künftig unter Schwarz-Gelb geben sollte.

Was ist los?

Also: Diversen Pressemeldungen zufolge schluckt “mann” in Brasilien zentnerweise Viagra. Was zur Folge hat, dass über 65jährige vermehrt um die 30 Jahre jüngere Frauen heiraten. Was zur Folge hat, dass die entsprechenden Witwen rund 35 Jahre statt – bisherigen Rentenberechnungen folgend – 15 Jahre lang Witwenrenten beziehen werden. Was wiederum zur Folge hat, dass die brasilianische Renterversicherung Pleite gehen wird.

Und wie steht es bei uns? Wird diese Entwicklung auf unser Land überschwappen?

Ja, liebe Olaf Scholz-Nachfolger und -Nachfolgerinnen – da könnten Probleme kommen, nicht wahr?

Macht es da wirklich Spass, die Bundestagswahl zu gewinnen?

stefan-bayer-35

(Comic © Stefan Bayer, Bildnachweis Stefan Bayer /pixelio.de)

Noch ein Schmankerl gefällig?

“Ich muss zugeben, ich hab das Zeug ja auch schon mal genommen. Ich war 4 Stunden und 3 Minuten voll im Einsatz, aber wegen der 3 Minuten mehr hat sich das auch nicht wirklich gelohnt.”

(Otto Waalkes, only otto, Zitat aus wikipedia)


Derbleck’n auf dem Nockherberg, Fastenpredigt 2009

Mittwoch, 8. April 2009

Einst:

War im März gen Judica
wiederum der Frühling nah,
kam – zu ehren alte Sitten -
der Herr Kurfürst selbst geritten
auf die Neudeck ob der Au
zum Paulaner-Klosterbau.
Dort empfing den Landesvater
Barnabas, der Bräuhausfrater,
ihm beglückt und freudeglänzend
einen Humpen Bier kredenzend
mit dem Gruß, der bis zur Stunde
sich erhielt im Volkesmunde:
“Salve, pater patriae!
Bibas, princeps optime!”

Eduard Ille (1823 bis 1900)

salvator

Eduard Ille: Frater Barnabas reicht Kurfürst Karl Theodor den Salvator

Und heuer auf dem Nockherberg?

Bruder Barnabas (Michael Lerchenberg) schenkt beim Derbleck’n in der Fastenpredigt 2009 kräftig ein:

“Aus Klopapier machen bestochene Ranking-Agenturen Wertpapiere,

feige Vorstände verstecken sich hinter dem breiten Rücken ihrer Unternehmensberater,

Banker, Manager und Aufsichtsräte schieben sich gegenseitig Posten, Gehälter und Bonuszahlungen zu

und nennen das dann frech auch noch Marktwirtschaft.”

Deutsche Sprache – ein Auslaufmodell ?

Mittwoch, 14. Februar 2007

Heute ein sattsam bekanntes Thema: Wie gehen wir angesichts der unerträglich gewordenen Zahl an Anglizismen im Alltagsgebrauch mit unserer deutschen Spache um ? Gefällt uns das Kauderwelsch (welch ein wunderschönes Wort übrigens !) etwa bei der Telekom oder der Bahn wirklich ? Müssen wir, wenn wir ein Stück Wegs mit der Strassenbahn fahren wollen, ein Ticket lösen statt einen Fahrschein ? Call and surf, park and ride – der Unsinn liesse sich beliebig lang fortsetzen. Auch möchte ich, wenn ich einige bauliche Schönheiten in einem Städtchen besuchen will, dass mich die Strassenschilder in die Innenstadt verweisen und nicht in die City. Warum bietet ein wackerer Handwerksmeister per Aufschrift auf seinem Kleinbus seine Dienstleistungen als Home Service an ? Und warum soll ich unbedingt einen Snack essen ?

Genug der grausamen Beispiele als kleiner Auswahl aus tausenden.Wir müssen nicht alle der Spache von Goethe und Schiller, Hölderlin und Klopstock, Hegel, Kant und Thomas Mann nacheifern – wir könnten es auch gar nicht. Aber wir sollten uns nicht gedankenlos und ohne Not der Verstümmelung der deutschen Sprache durch vermeidbare Anglizismen hingeben !

“Blogging” : Ja, das geht in Ordnung, weil es als originäres Wort für einen neuen Lebenssachverhalt steht. “Netz-Tagebuch” : Nein, das gefiele auch mir nicht.