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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Zeitgeist' Category

Aus dem Lexikon der Genderisti

Mittwoch, 20. Juli 2011

Aus dem Lexikon der Genderisti

von habust

Wir bewundern schrankenlos die Sprache von Claudia Roth und Alice Schwarzer. Die Welt ist nicht männlich!! Ein Glück, dass wir sie, ihre Freundinnen und Freunde und diese schönen Begriffspaare haben, geprägt von den aktiven, bewundernswerten Genderistinnen und Genderisten, die nie etwas anderes sagen als

Sexualverbrecherinnen und Sexualverbrecher
Diebinnen und Diebe
Mörderinnen und Mörder
Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterzieher
Bürokratinnen und Bürokraten
Jugendliche Schlägerinnen und Schläger
Faulpelzinnen und Faulpelze
Stinkstiefelinnen und Stinkstiefel
Betrügerinnen und Betrüger
Lügnerinnen und Lügner
Demagoginnen und Demagogen
Volksverführerinnen und Volksverführer
Faschistinnen und Faschisten
Wahlfälscherinnen und Wahlfälscher
Weinpanscherinnen und Weinpanscher
Doperinnen und Doper

Gell?

Anmerkung des Herausgebers: Uff, was ist denn hier jetzt passiert? Das darf doch nicht wahr sein! Oder doch?!

(Bildnachweis: Thommy Weiss  / pixelio.de)

Bloggersprache! Bloggersprache?

Samstag, 10. März 2007

brummbassgeiger hey, und…? (schreib einen kommentar!)
fizzilizzy ööh, noch zu früh :-(
brummbassgeiger ich komm nachher rüber :-)
fizzilizzy nee, hab zu tun
brummbassgeiger biste nich gut drauf?
fizzilizzy is was mit dir?
brummbassgeiger nä. hast du auch so schönes wetter?
fizzilizzy bist du heute doof! :-(
brummbassgeiger gestern lotto gewonnen
fizzilizzy echt? stark!
brummbassgeiger klar. :-)
fizzilizzy echt krass. wieviel? :-)
brummbassgeiger na, zwei blaue.
fizzilizzy krass. echt geil. hihihi! gehn wir essen?
brummbassgeiger klar. :-)
fizzilizzy hihihi! :-) :-) :-)
brummbassgeiger was macht pummsy?
fizzilizzy immer noch verstopft
brummbassgeiger hastn tierarzt?
fizzilizzy biste blöd?
brummbassgeiger na hör mal! :-(
fizzilizzy is schon gut
brummbassgeiger gib ihm rizinussöl
fizzilizzy hä, wasn das?
brummbassgeiger hä, weiste nich? krass! :-(
fizzilizzy :-( :-( :-(
brummbassgeiger selber :-(

(Abdruck mit freundlicher und ausdrücklicher Genehmigung der Bloggersprachler N.N. und N.NN. )

Bundesverfassungsgericht stoppt Kommerz an Advents-Sonntagen

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Eine schallende Ohrfeige aus Karlsruhe für die Berliner Landespolitik oder:
Verkehrte Welt?

kurfurstendamm_kunstzirkus

(Foto: Kunstzirkus /pixelio.de)

Wieder einmal – wie so oft schon in der Vergangenheit – bewahrt das Bundesverfassungsgericht den vernünftigeren Teil der Menschen dieser Republik vor einer Verkommerzialisierung und Verwahrlosung des gesellschaftlichen Lebens:

Das Berliner Ladenöffnungsgesetz (§ 3 Absatz 1): “Verkaufsstellen [will heissen: sämtliche Läden] dürfen … an Adventssonntagen von 13.00 bis 20.00 Uhr geöffnet sein.”

Dagegen erhoben die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin Verfassungsbeschwerde zum Bundesverfassungsgericht. Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche: Der Sonntag unterbricht den Arbeitsalltag und gewährt eine Ruhepause; er ist ein Tag des Protestes gegen die “Fron der Arbeit” und die “Vergötzung des Geldes”. Das Leben der Menschen erhält durch die Arbeit und die Ruhe seinen Rhythmus. Aus dem Evangelischen Erwachsenen-Katechismus: Der Mensch und die Gesellschaft brauchen den Sonntag, um zu erfahren, dass Produktion und Rentabilität nicht den Sinn des Lebens ausmachen. Nach diesem Verständnis ist der “Rhythmus von Arbeit und Ruhe” ein “zentraler Rhythmus der christlich-jüdischen Kultur”.

Das höchste deutsche Gericht urteilte am 1. Dezember 2009 (und setzte zugleich den grundsätzlichen Massstab für etwaige Ausnahmen vom Schutz der Sonn- und Feiertage): “Die Adventssonntagsregelung … des Berliner Ladenöffnungsgesetzes steht mit der Gewährleistung der Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen nicht in Einklang”.

Aus der Urteilsbegründung: Der Sonn- und Feiertagsschutz des Grundgesetzes sichert “eine wesentliche Grundlage für die Rekreationsmöglichkeiten des Menschen und zugleich für ein soziales Zusammenleben und ist damit auch Garant für die Wahrnehmung von Grundrechten, die der Persönlichkeitsentfaltung dienen”. “Die Sonn- und Feiertagsgarantie fördert und schützt nicht nur die Ausübung der Religionsfreiheit. Die Arbeitsruhe dient darüber hinaus der physischen und psychischen Regeneration und damit der körperlichen Unversehrtheit … Die Statuierung gemeinsamer Ruhetage dient dem Schutz von Ehe und Familie … Der Sonn- und Feiertagsgarantie kann schliesslich ein besonderer Bezug zur Menschenwürde beigemessen werden, weil sie dem ökonomischen Nutzendenken eine Grenze zieht und dem Menschen um seiner selbst willen dient.” “Die soziale Bedeutung des Sonn- und Feiertagsschutzes und mithin der generellen Arbeitsruhe im weltlichen Bereich resultiert wesentlich aus der – namentlich durch den Wochenrhythmus bedingten – synchronen Taktung des sozialen Lebens.

“Auf dieser Grundlage ergibt sich, dass gesetzliche Schutzkonzepte für die Gewährleistung der Sonn- und Feiertagsruhe erkennbar diese Tage als solche der Arbeitsruhe zur Regel erheben müssen. Hinsichtlich der hier in Rede stehenden Ladenöffnung bedeutet dies, dass die Ausnahme eines dem Sonntagsschutz gerecht werdenden Sachgrundes bedarf. Ein bloss wirtschaftliches Umsatzinteresse der Verkaufsstelleninhaber und ein alltägliches Erwerbsinteresse (“Shopping-Interesse”) potenzieller Käufer genügen grundsätzlich nicht, um Ausnahmen von dem verfassungsunmittelbar verankerten Schutz der Arbeitsruhe und der Möglichkeit zu seelischer Erhebung an Sonn- und Feiertagen zu rechtfertigen.”

Wir begrüssen dieses Urteil ausdrücklich.

Was uns auffällt: Die verfassungswidrige Gesetzgebung, die Adventssonntage durchzukommerzialisieren, stammt von einer rot-roten Landesregierung und nicht etwa, wie es vielleicht eher hätte erwartet werden können, von Politikern der gelben Total-Deregulierer-Partei oder des Wirtschaftsflügels der Unionsparteien!

Verkehrte Welt?

Das kommt davon …

Dienstag, 19. Juni 2007

Ach, ich liebte eine flotte
durchgestylte Grossstadtmotte,
lieb´t ihr ausgeprägt subtiles
Modefeeling für Textiles,
ihre kenntnisreichen Blicke
für das Fetzige und Schicke.

Neulich nahm sie mein Erspartes
für was ungemein Apartes,
dessen Preis ich gerne wüsste . . .

Ende der Beziehungskiste!

(Autor unbekannt; Foto: Ernst Rose /pixelio.de)

Der alltägliche sprachliche Unsinn

Mittwoch, 11. Juli 2007

Kein sprachlicher Unsinn scheint dermassen gross zu sein, dass ihn nicht die Medien – Radio, Fernsehen, Print gleichermassen – regelmässig pflegten. Ein trauriges Beispiel: Allenthalben ist im Journalismus (leider auch im volkstümlichen Sprachgebrauch) von “sterblichen Überresten” die Rede, wenn man Tote oder Teile von Toten meint. Gewiss, dem Thema sollte man sich mit der gebotenen Pietät nähern.

Aber nun zum Srachunsinn: Was sind “Überreste”? Es gibt sie natürlich nicht. Reste sind eben Reste. Reste vom Rest? Quatsch!

Was ist “sterblich”? Alles, was sterben kann, folglich noch nicht gestorben ist. Also kann Totes, können Tote nicht “sterblich” sein!

Ergo: “sterbliche Überreste” kann es nicht geben. Ist das so schwer zu begreifen?

Journalisten, geht bitte sorgfältiger mit der Sprache um! Ihr solltet insoweit ein Vorbild sein.