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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Komisches · Satire · Brettl · Un-Sinn

Alles über das grosse und wahnsinnig gefährliche Offenbach

Freitag, 26. Oktober 2012

(mit freundlicher Genehmigung der Chefredaktion und Verlagsleitung von “Plözin – Die tapfere kleine Zeitschrift”, Text © -habust- )

An dieser Stelle sollte einklich ein unheimlich spannender und aufregender Enthüllungsbericht über Offenbach stehen. Steht aber nicht. Warum? Das solln Sie gleich erfahren:

In einer verschwiegenen Kaschemme in Bieber treffen wir erstmals unseren geheimen Impformanten. Nennen wir ihn Ismael. Der Einfachheit halber.

Das Bier taugt nichts, die Impformazionen dafür umso mehr. Nach wenigen Minuten ist uns klar: Das schäbige Äussere dieses hageren, langhaarigen und in einen abgetragenen grauen Kammgarnsakko gehüllten ehemaligen Vortragenden Legationsrats Erster Klasse täuscht. Was der Mann zu sagen hat, ist Sprengstoff. Erstklassiger Sprengstoff. Pures Dynamit. Wenn das die Offenbach Öffentlichkeit erfährt, dann bleibt kein politischer und auch kein kultureller Stein mehr auf dem anderen. Die Honderich-Debatte wäre ein Klacks dagegen. Hat ja auch nix mit Offenbach zu tun. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (1)

Freitag, 6. Juli 2012

Sebastian
Eine Weihnachtsgeschichte zur Jahrtausendwende (1999)

von  -habust-

Heimkehr

„Da Wastl kimmt!!“

Der Freudenschrei der Zenzi vom Oberhof drang in alle Winkel der einfachen, aber blitzsauberen Bauernstube und schreckte den Großvater hoch, der nach dem Mittagsmahl, als sich der Bauer mit den Knechten wieder ans Heuen gemacht hatte, auf der Ofenbank eingeschlummert war. Ev, die alte Magd, die schon manchen Winter im Dienst des Oberhofbauern hatte kommen und gehen sehen, blickte auf: „Wos? Da Wastl? Ja bist jetzt du ganz und gar narrisch worn?“ Die Freude über des Bruders Heimkehr ließ bei Zenzi Ärger über die kleine Unbotmäßigkeit nicht aufkommen. „Jo, da Wastl kimmt! I hob ‘n selm gsehgn! Er hot grad noch an Hochwürden Herrn Pfarrer bsuacht; glei kimmt er her! Lauf gschwind, hol a Brotzeit für eahm, er hot a lange Reis‘ gmacht!“ Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (10)

Freitag, 31. August 2012

Am Ende der Welt
von Roald Graf Amundsen

© -habust-

Anno 2017 war es endlich soweit, ich packte meine Siebensachen zusammen und fuhr ans Ende der Welt.

Dort angekommen, packte ich meine Siebensachen wieder aus und sortierte Leibwäsche, Kniestrümpfe, Lodenhemden, Hosenträger, Ärmelschoner, meine geliebte Ziehharmonika und die Zähne in die dafür vorgesehenen Behältnisse der von mir um ein bescheidenes Entgelt angemieteten Dachkammer der kleinen, aber blitzsauberen Pension. Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (11)

Donnerstag, 27. September 2012

Holunder und die einsame Insel

von © -habust-

Sanft wiegte die Dünung die Motorbarkasse “Kurtchen” in den wohlverdienten Schlaf. Ächzend und todmüde sank die Sonne nach anstrengendem Tagwerk hinter den Horizont in ihr warmes, gemütliches Bett. Scheinen, scheinen, scheinen, dachte sie undeutlich vor sich hin. Und morgen dieselbe Tretmühle. Doch da war sie schon eingeschlummert und träumte von ihrer goldenen Jugendzeit, als sie gespannt auf die neuesten Ergebnisse der Schlagerbörse lauerte und ihrem liebsten Freund, dem guten Mond, den Triumph gönnte, wenn dessen Favorit wieder mal den ihren hinter sich gelassen hatte.

Kapitänleutnant Schoflich nahm das Besteck. “Sechzehn Grad Nordoost, zwanzig Minuten vor Acht”, notierte er ins Logbuch Weiterlesen

Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (12)

Sonntag, 27. Januar 2013

Der Kolbenfresser

von © -habust-

Muntani hiess er, der baumlange Mohr aus dem westfriesischen Hochmoor „Sülzlager“ bei Leer.

Nun wirst Du alter Besserwisser sogleich einwenden, Leer liege, das wisse doch nun wirklich jedes Kind, bekanntlich in Ostfriesland. Und schon hast Du mich beim ersten Fehler ertappt. Ich verspreche nur eins: Es wird nicht der letzte sein.

Manfred Muntani war Richter und Schlichter in einer Person. Wie geht das, frägst Du. Es geht schon, wenn man in einer Kolbenfabrik arbeitet. Und das tat unser Manni. Nicht ungern und nicht ohne Erfolg. Schliesslich verdiente er mit seiner Kolbenfabrik dermassen unmenschlich Kohle, dass er die Produktpalette auf Wälzlager erweitern konnte. So gelang es ihm, „Wälzlager vom Sülzlager vom Mohr vom Moor“ zum weltweit bekannten Slogan zu machen. Auch Du hast ihn schon gelesen. Spätestens jetzt. Weiterlesen