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	<title>erhard-metz.de &#187; Künstlerporträts</title>
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		<title>Portr&#228;ts  &#8211;  Hans-Ludwig Wucher</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 05:44:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Monet von Frankfurt

Bilder &#8211; wohin man blickt. Wir befinden uns mit Ernst-Dietrich Haberland, dem Vorsitzenden des Frankfurter K&#252;nstlerclubs, in der Eschersheimer Atelier-Wohnung von Hans-Ludwig Wucher. Die f&#252;r die Ausstellung im Nebbienschen Gartenhaus ausgew&#228;hlten Objekte stehen an den W&#228;nden entlang, aber nicht nur diese. Genug andere noch sind dort aufgereiht, und auch die W&#228;nde sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;">Der Monet von Frankfurt</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/kopie-von-scannen0001-430.jpg" alt="kopie-von-scannen0001-430.jpg" /></p>
<p><span style="font-size: small;">Bilder &#8211; wohin man blickt. Wir befinden uns mit Ernst-Dietrich Haberland, dem Vorsitzenden des Frankfurter K&#252;nstlerclubs, in der Eschersheimer Atelier-Wohnung von Hans-Ludwig Wucher. Die f&#252;r die Ausstellung im Nebbienschen Gartenhaus ausgew&#228;hlten Objekte stehen an den W&#228;nden entlang, aber nicht nur diese. Genug andere noch sind dort aufgereiht, und auch die W&#228;nde sind beh&#228;ngt mit Wuchers Arbeiten. Landschaften sind es, aber auch Portr&#228;ts, Stillleben und feinst ausgef&#252;hrte Zeichnungen. Eine Auswahl f&#228;llt schwer, eigentlich ist sie ungerecht. Aber der Ausstellungsraum ist begrenzt.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">82 Jahre alt wird Hans-Ludwig Wucher in diesen Tagen. Aber nicht nur aus diesem Anlass er&#246;ffnete Haberland am vergangenen Sonntag die besagte Ausstellung mit 32 Arbeiten des K&#252;nstlers im von Besuchern der Vernissage fast &#252;berf&#252;llten Nebbienschen Gartenhaus, dem Domizil des K&#252;nstlerclubs. Was die beiden besonders freute: Viele ehemalige Sch&#252;ler und Weggef&#228;hrten hatten sich eingefunden, um den verehrten Meister wiederzusehen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/wucher1v.jpg" alt="wucher1v.jpg" /></span><br />
<em>(Privatbesitz) </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Ein Meister seines Metiers ist er wahrlich. Er selbst bezeichnet sich lieber als &#8220;Kunstmaler&#8221; statt als K&#252;nstler. &#8220;Vorausetzung einer guten Arbeit ist&#8221;, betont er n&#228;mlich stets, &#8220;dass ein Maler sein Handwerk erlernt hat und es beherrscht&#8221;. Ausserdem geh&#246;rten zu den verschiedenen, im akademischen Betrieb vermittelten Techniken des Zeichnens und Malens viel Fleiss und ebenso viel Disziplin. Wucher verf&#252;gt &#252;ber beides.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Hans-Ludwig Wucher, Ende April 1926 in Frankfurt am Main geboren, malte bereits als Kind und f&#252;hlte sich von Anfang an zu einem k&#252;nstlerischen Leben berufen. Noch keine siebzehn Jahre alt (dem damaligen Mindestalter f&#252;r die Aufnahme in die St&#228;delschule) und Volont&#228;r im Liebieghaus, entdeckte ihn ein Akademieprofessor und nahm ihn sofort mit in die laufenden Aufnahmepr&#252;fungen, die er mit Auszeichnung bestand. So wurde er der j&#252;ngste Sch&#252;ler der renommierten St&#228;delschule. Noch in den letzten Kriegstagen wurde er zum Wehrdienst eingezogen und nach Lettland verbracht. Nach seiner R&#252;ckkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft liess Wucher sich als freier Maler sowie als Dozent f&#252;r Malerei, Zeichnung und Kunstgeschichte in seiner Heimatstadt nieder.</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/wucher3v.jpg" alt="wucher3v.jpg" /></span><br />
<em>Nidda bei R&#246;delheim </em></p>
<p><span style="font-size: small;">In seinem umfangreichen malerischen und zeichnerischen Œuvre dominieren die Landschaften, wir finden aber auch Genreszenen: Str&#228;sschen und Gassen, T&#252;ren und Tore, alte, verwinkelte H&#228;user, ein Blick auf ein D&#246;rfchen &#8211; oder aber auch den Blick vom Taunus &#252;ber Kronberg auf Frankfurt, in seinen  Zeichnungen Studien aller Art. Er liebt und er malte die nahe seiner Wohnung im Frankfurter Norden gelegenen Nidda-Auen, wo ein fr&#252;hlingshaftes oder sommerliches Gr&#252;n &#8211; Freunde und Sch&#252;ler nennen es das &#8220;Wucher-Gr&#252;n&#8221; &#8211;  dominieren, aber auch dort flimmert das reflektierte Licht, fallen bl&#228;uliche Schatten &#252;ber Wiesen und Fluss, spielen Boote auf dem sich vom leisen Wind kr&#228;uselnden, glitzernden Wasser. Schon in diesen Bildern f&#252;hlen wir das, was Wucher ein Leben lang inspirierte: die franz&#246;sischen Landschaften, namentlich die der Provence. Sie sind die grosse Liebe und Leidenschaft des Malers.</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0013a.jpg" alt="img0013a.jpg" /><br />
<em>Nidda bei Eschersheim </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Es ist das unverwechselbare und unvergleichliche Licht der Provence, dem sich Generationen von Malern verschrieben haben und das auch heute K&#252;nstler aus aller Welt in den Bann zieht. Das Licht, das an der Wiege auch des Impressionismus stand. So kann es nicht verwundern, dass Wucher &#8211; wie viele andere K&#252;nstler auch &#8211; diesem Licht folgten und es in ihren Bildern k&#252;nstlerisch umsetzten. Und es kann ebenso wenig verwundern, dass Wucher nicht anders konnte, als das Gesehene und Erlebte ebenfalls in einem impressionistischen Sinne festzuhalten.</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0021a.jpg" alt="img0021a.jpg" /><br />
<em>Schloss in Le Tholonet </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Sein grosses Vorbild war der im Dezember 1926 (Wuchers Geburtsjahr) verstorbene Claude Monet und dessen fr&#252;her Realismus und Impressionismus. Monet wurde zu seinem Idol, Giverny, wo sich Monet niedergelasssen hatte und auch verstarb, zu seinem Wallfahrtsort. In Wuchers Atelier-Wohnung h&#228;ngen als ein grosses Triptychon drei jener Seerosen-Bilder, wie sie auf den ersten Blick auch von Monet h&#228;tten gemalt sein k&#246;nnen. Hans-Ludwig Wucher hat sie seinen eigenen Empfindungen gem&#228;ss ausgef&#252;hrt, und es w&#228;re g&#228;nzlich verfehlt, ihm ein gleichsam kopistisches Arbeiten nachsagen zu wollen. Zwar h&#228;tte er, mit seinen umfassenden malerischen M&#246;glichkeiten, Monet und auch andere Impressionisten durchaus kopieren k&#246;nnen, aber er tat es nie. Nein, Wucher malte stets aus eigener innerer &#220;berzeugung und eigenem k&#252;nstlerischen Gestaltungswillen. Was ihm aber den Ruhm eines &#8220;Monet von Frankfurt&#8221; eintrug &#8211; er selbst spricht in grosser Bescheidenheit und Ehrfurcht vor seinem Idol lieber von einem &#8220;Spitznamen&#8221;.</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0029a.jpg" alt="img0029a.jpg" /><br />
<em>&#214;lm&#252;hle in Le Tholonet </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Wucher versetzt uns mit seiner Malerei in die Provence, in kleine Ortschaften wie Ansouis oder Le Tholonet, auf den Cours Mirabeau in Aix-en-Provence. Wir sp&#252;ren die flimmrige Hitze unter steiler Sonne à midi, den Duft der einzigartigen provencalischen Kr&#228;uter, die W&#228;rme der Steine schattenspendender Gem&#228;uer, den kraftvollen Stoss des Mistral &#8211; und Ernst-Dietrich Haberland erz&#228;hlt zur Vernissage von einer der vielen gemeinsamen Mal-Exkursionen, als der Mistral Wuchers Leinwand samt Staffelei emporschleuderte, Wucher beides entschlossen festhielt, dabei selbst vom Boden abhob und Haberland ihn an den Beinen ergriff und vor dem Sturz in die benachbarte Senke bewahrte.</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/wucher2v.jpg" alt="wucher2v.jpg" /></span><br />
<em>Das Plateau </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Hans-Ludwig Wucher ist der klassische Plein-air-Maler: Seine Landschaften und Genreszenen malte er ausschliesslich unter freiem Himmel. Hier kam ihm seine grosse Disziplin zustatten: am n&#228;chsten Tag an genau dem gleichen Ort zu genau der gleichen Uhrzeit zu stehen, um eine gestern begonnene Arbeit unter identischen Lichtbedingungen fortzuf&#252;hren. Diese Disziplin verlangte er auch seinen zahlreichen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern ab &#8211; die ihm seinerzeit sicherlich nur unter manchen Seufzern gefolgt sein m&#246;gen. So striezte er sie unter der gleissenden s&#252;dlichen Sonne mit den Worten &#8220;Man sucht sein Motiv nicht nach dem Platz im Schatten aus&#8221;.</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0044a.jpg" alt="img0044a.jpg" /><br />
<em>H&#228;user in Moret-sur-Loing</em></p>
<p><span style="font-size: small;">In vergleichbarer Weise beeindruckten und befruchteten ihn die Landschaften und Stillleben eines Paul Cézanne, und wir finden viele ausserordentlich sch&#246;ne Arbeiten Wuchers, die uns an diese grossartige, eine Ausnahmestellung beanspruchende Malerpers&#246;nlichkeit erinnern.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Es mag der Souver&#228;nit&#228;t seines malerischen Schaffens zu verdanken sein, dass Wucher immer wieder die Zeit fand, sich gesellschaftlicher und kulturpolitischer Aufgaben anzunehmen: So war er &#252;ber sechs Jahre hinweg Vorsitzender des Berufsverbands Bildender K&#252;nstler. 1977 trat er in den Frankfurter K&#252;nstlerclub ein. Von 1977 bis 1984 war er Mitglied der Société des Artistes Français und deren Korrespondent f&#252;r die Bundesrepublik Deutschland. Er initiierte die erste Ausstellung zeitgen&#246;ssischer franz&#246;sischer K&#252;nstler in der Wandelhalle der Frankfurter Paulskirche. F&#252;r sein malerisches Werk &#8211; und seine Verdienste um die deutsch-franz&#246;sische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet &#8211;  erhielt er 1978 die Goldmedaille des Salon Grand Palais de Paris. Er ist Tr&#228;ger des Studienfahrtenpreises der Frankfurter Heussenstamm-Stiftung. Die Anzahl seiner Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und in Frankreich l&#228;sst sich ebenso wenig mehr &#252;berschauen wie die Zahl seiner Sammler. Und doch verzichtete Wucher stets auf das, was man &#214;ffentlichkeitsarbeit nennt &#8211; er hatte es nie und er hat es bis heute nicht n&#246;tig.</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0026a.jpg" alt="img0026a.jpg" /><br />
<em>Brunnen auf dem Cours Mirabeau </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Kaum mehr bekannt ist schliesslich, das Wucher in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche Filmplakate schuf &#8211; in der Form- und Bildsprache der damaligen Jahrzehnte. Die Entw&#252;rfe hat er dem Deutschen Filmmuseum in Frankfurt &#252;bergeben &#8211; einige sind in der aktuellen Ausstellung im Nebbienschen Gartenhaus zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Hans-Ludwig Wucher &#8211; ein grosser Frankfurter Maler und Zeichner, ein hochverehrter Lehrmeister einer Generation von K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern, ein K&#252;nstler-Gentleman und ein Botschafter des deutsch-franz&#246;sischen Kulturaustauschs &#8211; wir &#252;bermitteln ihm zum neuen Lebensjahr und dar&#252;ber hinaus unsere herzlichen Gr&#252;sse und W&#252;nsche!</span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/img0032a.jpg" alt="img0032a.jpg" /><br />
<em>Felsen bei Aix-en-Provence </em></p>
<p><span style="font-size: small;">Frankfurter K&#252;nstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus, Bockenheimer Anlage gegen&#252;ber dem Hilton-Hotel; <a href="http://www.frankfurter-kuenstlerclub.de/" target="_blank">www.frankfurter-kuenstlerclub.de</a></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><em>(Alle Bilder &#214;l auf Leinwand in verschiedenen Formaten; Bildnachweis: Frankfurter K&#252;nstlerclub © Hans-Ludwig Wucher)</em></span></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Barbara Feuerbach</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 20:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Feurigrot wie Feuerbach &#8211; Barbara Feuerbachs androgyne Wesen
Darf Kunst &#8211; auch &#8211; heiter sein? intelligent-witzig? Spass machen? zum Schmunzeln bringen? kulinarisch sein? 
Achtung! Hier kommt sie, die Kunst: Ist sie nicht fraulich-herrlich?

Darf Kunst frei von Moralins&#228;ure daherkommen? und durchaus figurativ? frei sein von &#8211; wenn uns dieser etwas frivole Ausflug in die Welt der Musik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: large;">Feurigrot wie Feuerbach &#8211; Barbara Feuerbachs androgyne Wesen</span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-size: medium;">Darf Kunst &#8211; auch &#8211; heiter sein? intelligent-witzig? Spass machen? zum Schmunzeln bringen? kulinarisch sein? </span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Achtung! Hier kommt sie, die Kunst: Ist sie nicht fraulich-herrlich?</span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/aaaaaaaaaaaaaaaaaa1.JPG" alt="aaaaaaaaaaaaaaaaaa1.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Darf Kunst frei von Moralins&#228;ure daherkommen? und durchaus figurativ? frei sein von &#8211; wenn uns dieser etwas frivole Ausflug in die Welt der Musik gestattet sei &#8211; der Genialit&#228;t beethovenschen Ausmasses? vom rotwein- und zigarrenrauchschwangeren &#220;bervaterwesen eines Brahms? von Wagners mythisch-&#252;berh&#246;hter G&#246;tter- und K&#252;nstlerd&#228;mmerung? Warum fallen uns eigentlich hier nur M&#228;nner ein?</span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">&#8220;Die Subversion des Lachens&#8221; hiess, trefflich benamt, eine der Ausstellungen von Barbara Feuerbach, damals im Dortmunder Museum am Ostwall. Hier ist sie, diese wunder- wie lustvolle Subversion: Feurigrot wie Feuerbach!<br />
</span></span></span></span></span></span></span><br />
<img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/neu-skalierte-sitzende-rote1.JPG" alt="neu-skalierte-sitzende-rote1.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Doch Vorsicht: Erscheinen doch am unteren Bildrand bereits die ersten &#8220;Dunkelm&#228;nner&#8221;!</span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #ff0000;"><a href="http://www.erhard-metz.de/2009/09/06/starke-haende-starke-frauen-barbara-feuerbach-und-das-bild-der-frau-in-ihrer-malerei/">Barbara Feuerbach</a>. Steckbrief: geboren 1952 im wetterauischen Friedberg. Ein wohlerzogenes, gelehrsames M&#228;dchen, in l&#228;ndlicher Umgebung aufgewachsen, mit Blumen, G&#228;nsen und einer Grossmutter, die letzteren zum famili&#228;ren Verzehr den Hals herumdrehte. Perfekt in Handarbeit </span></span></span></span></span></span></span></span></span><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #ff0000;">- die Mutter war Schneiderin &#8211; </span></span></span></span></span></span></span></span></span><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #ff0000;">(Exkurs: sie handwerkelt, die K&#252;nstlerin, so nebenbei, etwa im Winter, wenn die Temperatur im Atelier auf fragw&#252;rdige Werte absinkt, zu Hause auf&#8217;s Sch&#246;nste an allerlei Decken, Beuteln, Pulsw&#228;rmern und anderen wundersamen, den Alltag liebenswert machenden Wohlf&#252;hlsachen). Nach der Schule dann in den Jahren von 1975 bis 1980 Studium an der Staatlichen Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste in Frankfurt am Main &#8211; bekannt als St&#228;delschule. 1982 Aufenthalt und weiteres Studium in New York, Los Angeles und San Francisco, bevor sie sich, zur&#252;ck in Deutschland, in verschiedenen K&#252;nstlergruppen engagierte und als freie Malerin niederliess. Aber nein, niederlassen, das passt so gar nicht recht zu ihr. Sagen wir: Ihr Feuer(bach)werk entfaltete, das bis zur Stunde wetterleuchtet und blitzt. Und immer wieder kleine, feine Raketen z&#252;ndet. Da staunen die Zur&#252;ckgebliebenen im Wetterauischen, und sie stecken die K&#246;pfe zusammen und raunen sich vielbedeutend zu, dass es eine von ihnen zur bekannten Malerin im grossen Frankfurt gebracht hat.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Die Kunstszene, das Galeriepublikum, die Sammler, seien es private oder institutionelle &#8211; sie kennen Barbara Feuerbach n&#228;mlich seit langem, und sie zollen der bienenfleissigen K&#252;nstlerin viel Anerkennung und Respekt. Ihre Arbeiten bereicherten die Kunstm&#228;rkte und -foren in Dresden, K&#246;ln und Frankfurt am Main. Auch in Hamburg und Basel sind sie bekannt und gesch&#228;tzt. Selbstverst&#228;ndlich erhielt die K&#252;nstlerin diverse Preise und Auszeichnungen. Die Zahl ihrer Einzel- und Gruppenausstellungen ist derart gross, dass wir es an dieser Stelle bei diesem Hinweis belassen m&#252;ssen. Ihre Werke finden sich in vielen Sammlungen, unter anderem der Deutschen und der Dresdner Bank, der Deutschen Telekom und von Microsoft, M&#252;nchen, der cash.life AG in Pullach, von Saatchi &amp; Saatchi, Frankfurt, in der Sammlung Atlanta, USA, der Sammlung David Bowie, Grossbritannien, der Sammlung von Planta in der Schweiz, der Sammlung Michael Conrad &amp; Leo Burnett in Frankfurt sowie im Funkhaus des Hessischen Rundfunks. Die renommierte Frankfurter Galerie ARTE GIANI betreut die K&#252;nstlerin seit vielen Jahren. In 2004 schliesslich hatte sie eine Gastprofessur an<span class="classh"><span class="class"> der Internationalen Sommerakademie f&#252;r Kunst und Design &#8220;Pentiment&#8221; in Hamburg.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-slide031.JPG" alt="430-slide031.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">N&#228;hern wir uns der K&#252;nstlerin und ihrem Werk. Viele haben bereits &#252;ber sie geschrieben und sich dabei um Deutungen bem&#252;ht, die sich am Ende mitunter im bekannten Kunstsoziologen-Slang verhedderten, schlimmstenfalls unter Zuhilfenahme von Allzweckwaffen à la Sigmund Freud. Folgen wir dem nicht, sondern halten wir es mit dem Arzt, Ikonographen, Evangelisten und Schutzheiligen der Malerk&#252;nstler:  mit Lukas (Kapitel 1, Vers 1 bis 3): <em>&#8220;Sintemal sich&#8217;s viele unterwunden haben, Bericht zu geben von den Geschichten, so  &#8230; habe ich&#8217;s auch f&#252;r gut angesehen, &#8230; dass ich&#8217;s dir &#8230; in Ordnung schriebe&#8221;. </em>Oder mit Pablo Picasso: <em>&#8220;Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet&#8221;</em>. Lassen Sie uns also finden, ohne zu suchen!</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Da ist zun&#228;chst die Person der K&#252;nstlerin. Sie kreiert ihrerseits Figuren, Personen, die auf den Leinw&#228;nden und anderen Malgr&#252;nden ein Leben entfalten. Dann wir als Betrachter. Ein Kommunikationsdreieck. Und weil, in Feuerbachs Arbeiten, ihre Protagonistinnen und Protagonisten kaum jemals den Betrachter anblicken, gibt es da noch einen mit Personen erf&#252;llten Raum neben, hinter, jenseits von uns? Wer mag sich wohl darin aufhalten? Unser alter ego? Heimliche Komplizen der K&#252;nstlerin? Oder doch niemand? Blicken die Figuren am Ende ganz und gar durch uns hindurch, als seinen wir aus Glas, vielleicht aber ein Brennglas?</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-slide121.JPG" alt="430-slide121.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Sie malt, die K&#252;nstlerin, ausgestattet mit allen M&#246;glichkeiten solider maltechnischer Fertigkeiten, mit dem Wissen um die Kraft der Formen und Farben mit lustvoll-sattem Pinselstrich, in Acryl wie in diversen Mischtechniken, auf den verschiedensten Malgr&#252;nden einschliesslich Holz. Selbstverst&#228;ndlich entwickelt sie die Farben eigenst&#228;ndig aus Pigmenten. Man sieht, man f&#252;hlt, wenn man mit den Fingerkuppen &#252;ber die Farbfl&#228;chen streicht, wie gerne, wie lustvoll sie malt. Bienenfleissig sei sie, schrieben wir vorhin, das ist wahr: Die Zahl ihrer Bilder, allesamt kunstfertig wie sorgf&#228;ltig ausgef&#252;hrt, ist riesig, aus allen Regalen und Schr&#228;nken ihres Ateliers zieht sie ihre Leinw&#228;nde und Holztafeln hervor, und eine Serie besticht in besonderer Weise: Die Tafeln sind in farbenfrohen Taschen aus fantasievoll zusammengen&#228;hten Stoffresten verpackt, ein Gesamtkunstwerk.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Die Malerin gestaltet Frauen, M&#228;nner und Paare, also das vermeintliche Duo von Frauen und M&#228;nnern. Und nun n&#228;hern wir uns dem Wesen dieses aus sich heraus sprudelnden Schaffens: Ist es das unleugbar Androgyne ihrer Figuren? Stellt sie die unterschiedlichen Wesenheiten von Mann und Frau in Frage? Wohl nicht. Vielmehr scheint es uns um ein existentielles Geheimnis des irdischen wie universellen Daseins zu gehen, der Auspr&#228;gung des Lebens in Geschlechtern n&#228;mlich, als Frau und als Mann, oder, wie es die Sch&#246;pfungsgeschichte schreibt, als Mann und Frau. Sie sind zum Zusammensein verurteilt, damit sich das Leben erh&#228;lt und weiter entwickelt, und sind doch so voneinander verschieden, so weit voneinander entfernt. Wir m&#246;gen sie, diese Frauen mit ihren kr&#228;ftigen Beinen und Armen (die den G&#228;nsen den Hals herumdrehen k&#246;nnen?), diese androgynen M&#228;nner (die solches offensichtlich nicht zu leisten imstande sind), diese einander in grotesker Mesalliance verbundenen Paare, wir m&#246;gen sie ob ihrer Komik, oder fr&#246;hlichen Tragik, weil sie uns eigentlich leidtun, oder weil wir uns einem Geheimnis auf der Spur w&#228;hnen, dessen Enth&#252;llung uns Lust verspricht? </span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-slide371.JPG" alt="430-slide371.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Da sind zu allererst die Frauen mit ihren scheinbar sorglosen,  fr&#246;hlich-kessen, sexy-frechen Gesichtern, eitel, selbstverliebt. Mal sitzen sie, so m&#228;dchenhaft, verschmitz-brav am Tisch, mit &#252;berdimensionierter rosaroter Schleife im Haar, als wollten sie ihren Eltern soeben die Nichtversetzung in die n&#228;chsth&#246;here Schulklasse eingestehen. Mal strahlen sie uns &#8211; oder jene Welten hinter und jenseits von uns &#8211; so unbeschwert und naiv an, sie h&#252;pfen, sie tanzen und springen, sie strecken vor riesigen Lippenstiften unschuldig-schuldig lasziv ihre Beine in die H&#246;he, gleichsam in Champagnerprickeln gebettet.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Dann kommen die M&#228;nner, sie rennen dickbemuskelt, kraftstrotzend-komikhaft in gr&#252;nen oder blauen Trikotagen hinter den Frauen &#8211; oder vor ihnen? &#8211; her. Oder sie sitzen &#8211; ebenso selbstverliebt wie die M&#228;dels &#8211; in albern-gepunkteten Anz&#252;gen und mit phallisch-aufbl&#252;hender Krawatte, mit ausgebreiteten &#252;berlangen Beinen und klumpigem Schuhwerk auf dem Pr&#228;sentierstuhl. Auch ihr Blick geht in die Ferne, oder ins Leere, sicher aber nicht zur Partnerin. Ob sie sich nicht doch eine solche ersehnen? Klein erscheinen ihre K&#246;pfe gegen&#252;ber den gewaltig dimensionierten Knien, l&#228;cherlich klein.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-slide051.JPG" alt="430-slide051.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Und dann die Paare, die sogenannten: Da reicht der einf&#228;ltig-bem&#252;hte Adam vor blumigem Paradieshintergrund der listig wie melancholisch dreinblickenden Eva den Apfel &#8211; oder gibt er ihn ihr zur&#252;ck? Wie hilflos sind die beiden im Anblick dieser Frucht. Und kann denn dieser Apfel tats&#228;chlich am Baum der Erkenntnis gereift sein? Da stehen sie, er im blaugr&#252;nen Jakett, sie im feuerbachroten Kleidchen, ihre Blicke k&#246;nnen sich nicht treffen, sie gehen vielmehr weit auseinander: Kann sein, dass sie ein Paar werden, verstehen werden sie sich in ihrer Ichbezogenheit nicht, niemals. Und, oh Schreck, was ist das? Adams Rechte hat nur drei Finger! Was f&#252;r ein Mann ist er? Was f&#252;r ein Spiel treibt die Malerin mit ihm?<br />
</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-kif_18641.JPG" alt="430-kif_18641.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Jetzt kommen die &#8220;Dunkelm&#228;nner&#8221;, wir haben sie bereits kennengelernt. Der eine ergreift die blau&#228;ugige, einf&#228;ltig-eitel dreinblickende Frau bei den unbekleideten Schultern, der andere, &#252;bergross, ein &#8211; sagen wir &#8211; smarter Gesch&#228;ftsmann mit Krawatte, schaut l&#252;stern, hinterh&#228;ltig-wissend zu, er wird sich am Ende die Beute selbst sichern. Oder wirken beide in kollusiver Absicht zusammen, die Frau zu erobern? Noch schlimmer: Machen sich die beiden Dunklen in ihrem Gehabe nicht selbst l&#228;cherlich? Ein Paar jedenfalls wird auch aus diesem Dreiergeflecht niemals werden.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/bf0202.JPG" alt="bf0202.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Dieses L&#228;cheln, dieses Grinsen, es ist ironisch, listig, sogar arglistig, es kann ins Boshafte, ins B&#246;se, ins Abgr&#252;ndige umschlagen. Es richtet sich gegen Konventionen, gegen M&#228;chte und Autorit&#228;ten. Da greift die gepflegt gekleidete Lady, mit ihrem Stirnband den &#252;ppig-kessen Haarwuchs  auff&#228;chernd, zur Maschinenpistole, die aber ist goldbronziert. Ob sie auch schiessen w&#252;rde, &#252;berhaupt schiessen k&#246;nnte? Und h&#228;lt sie das schreckliche Ger&#228;t nicht derart locker mit der Rechten, dass es ausschaut, als sei es ein Spielzeug und keine st&#228;hlerne Waffe? Sie lehnt sich auf, dieses &#8220;Flintenweib&#8221;, sie zeigt es all den m&#228;chtigen, schrecklichen, mit den mittelalterlichen Menschen- oder Hexenf&#228;ngern hantierenden weltlichen wie geistlichen Herrschern im hintergr&#252;ndigen Dunkel. Hier schiesst jemand mit dem Pinsel, und wir freuen uns &#252;ber jeden Treffer.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-baf_07571.JPG" alt="430-baf_07571.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Wir n&#228;hern uns dem Jahr 2007: Barbara Feuerbach &#8211; ausgestattet mit einem Stipendium der Stadt Frankfurt am Main &#8211; arbeitete als  &#8220;Artist in Residence&#8221; in Strassburg. In einer Serie &#8220;Les Belles Strasbourgeoises&#8221; entstanden unter dem Eindruck der altehrw&#252;rdigen steinernen Figuren des Strassburger M&#252;nsters Bilder von grosser Wirkm&#228;chtigkeit und  Suggestivkraft zu dem immer wiederkehrenden Thema Frauen, M&#228;nner, Paare.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p class="leftfont3"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-baf_021.JPG" alt="430-baf_021.JPG" /></p>
<p class="leftfont3"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Nicht g&#228;nzlich unverwandt mit der Serie der &#8220;Dunkelm&#228;nner&#8221; erleben wir Beziehungen junger, attraktiver wie lebensfroher, dem Zeitgeist verhafteter Frauen mit den m&#228;chtigen, in Stein geschlagenen Herrschern dieser Welt. Niemals k&#246;nnen sie sich in Fleisch und Blut begegnen. Gesteigert wird diese Wahrnehmung durch den Bastard, den die Frau, einem Schossh&#252;ndchen gleich, in den Armen h&#228;lt: ein Wasserspeier des M&#252;nsters, ein gespenstisches, irreales Kind des ungleichen Paares. Deutlicher wird man die Verwerfungen zwischen Mann und Frau kaum zum Ausdruck bringen k&#246;nnen. Aber: Liegt in jeder Distanz nicht immer auch ein Schmerz? Schwingt nicht ein Hauch von Wehmut mit, von der Ahnung einer anderen Welt, die nicht erreichbar erscheint, einer fantasievoll gewirkten Welt vielleicht sogar in der Trinit&#228;t von Vater, Mutter und Kind?</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Ebenfalls aus dem zur&#252;ckliegenden Jahr 2007 und damit aus dem j&#252;ngsten, zum Jahreswechsel bei ARTE GIANI pr&#228;sentierten Schaffen der Malerin stammen einige der sch&#246;nsten, w&#228;rmsten ihrer Bilder, und es will scheinen, als schliesse sich vorerst ein Kreis: Wir begegnen im Zyklus &#8220;Alice im Wunderland&#8221; einer lebendigen Kindheit und Kindlichkeit, hier der Alice mit sieben G&#228;nsen und der Alice mit Bonbons, und wir sind wieder zum so einzigartigen Feuerbachschen Feurigrot zur&#252;ckgekehrt, das uns fortan nicht mehr aus seiner Wirkmacht entkommen lassen will.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p class="leftfont3"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"> </span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/430-baf_23092911.JPG" alt="430-baf_23092911.JPG" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Wer m&#246;gen wohl die sieben G&#228;nse sein? Wer die t&#252;rkis- und rotfarbigen schemenhaften Gestalten? Schauen manche der G&#228;nse nicht &#228;hnlich d&#252;mmlich-selbstgef&#228;llig durch uns hindurch und an uns vorbei wie die vielen m&#228;nnlichen Gestalten der K&#252;nstlerin? Wer zwickt Alice am Zopf? Und was ist mit dem L&#246;wenzahn, dem von G&#228;rtnern gehassten, so sonnengleich goldgelbbl&#252;henden Gew&#228;chs, dem ersten Nahrungsspender der Honigbienen im Fr&#252;hjahr, den geliebten kleinen Tr&#246;tenstengelchen der Kinder, dem Augen- und Rheumaerkrankungen, Leber und Nieren heilenden Milchsaft? Wir sind uns gewiss: Alice weiss um die Sch&#246;nheit und Wirkung des L&#246;wenzahns; und Alice wird keiner der G&#228;nse den Hals herumdrehen!</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">Und wir kennen auch diese Alice: Nein und abermals nein, die Bonbons will sie nicht.</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/alice-im-wunderland-mit-bonbons1.JPG" alt="alice-im-wunderland-mit-bonbons1.JPG" /></p>
<p><em><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: medium;">(Bildnachweis: © Barbara Feuerbach)</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></em></p>
<p>→  <a href="http://www.erhard-metz.de/2009/09/06/starke-haende-starke-frauen-barbara-feuerbach-und-das-bild-der-frau-in-ihrer-malerei/">Starke H&#228;nde &#8211; starke Frauen: Barbara Feuerbach und das Bild der Frau in ihrer Malerei</a></p>
<p>→  <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/03/02/wer-wagt-sich-aufs-wasser-mit-barbara-feuerbach/">Wer wagt sich auf&#8217;s Wasser mit Barbara Feuerbach?</a></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Bea Emsbach</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2009/09/30/portraets-bea-emsbach/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 06:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[H&#228;utungen oder: Wer hat Angst vorm Natternhemd?
Nun, wenn wir uns ehrlich, will sagen &#8220;ungesch&#252;tzt&#8221;, &#228;ussern wollten, so m&#252;ssten wir einr&#228;umen: Bei der Begegnung mit einem Natternhemd f&#252;hlten wir uns zun&#228;chst etwas unwohl.
Natternhemd? Ja, das H&#228;utungshemd, die Exuvie der H&#228;utungstiere, beispielsweise der Gliederf&#252;sser, Schlangen oder Echsen. Eine g&#252;tige F&#252;gung im Laufe der Evolution hat es diesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: large;">H&#228;utungen oder: Wer hat Angst vorm Natternhemd?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Nun, wenn wir uns ehrlich, will sagen &#8220;ungesch&#252;tzt&#8221;, &#228;ussern wollten, so m&#252;ssten wir einr&#228;umen: Bei der Begegnung mit einem Natternhemd f&#252;hlten wir uns zun&#228;chst etwas unwohl.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Natternhemd? Ja, das H&#228;utungshemd, die Exuvie der H&#228;utungstiere, beispielsweise der Gliederf&#252;sser, Schlangen oder Echsen. Eine g&#252;tige F&#252;gung im Laufe der Evolution hat es diesen Lebewesen gegeben, von Zeit zu Zeit ihre Haut zu wechseln, die neue erw&#228;chst ihnen unter der alten, die sodann abgestossen wird, ein f&#252;r das Tier oft m&#252;hsamer Prozess. Und ein gef&#228;hrlicher: ist es doch in dieser Zeit meist ungesch&#252;tzt und hilflos seinen Feinden ausgesetzt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Haut: das gr&#246;sste und diffizilste Organ der Gesch&#246;pfe, der Menschen. Die Haut grenzt das Innere vom &#196;usseren ab, sie umgibt, sie sch&#252;tzt die Umh&#228;uteten vor den Einfl&#252;ssen der Umwelt. Und ist doch selbst so verwundbar, verletzlich. Auch &#252;ber seine Haut spricht der Mensch zu den Menschen: Haut err&#246;tet, erblasst, &#252;ber sie schwitzen und frieren wir. Wehe, sie k&#228;me uns abhanden! Das Furchtbarste, was Menschen einander antun k&#246;nnen: das H&#228;uten. Der Heilige Bartholom&#228;us, einer der zw&#246;lf Apostel, erlitt der &#220;berlieferung nach auf diese Weise den M&#228;rtyrertod.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10573" title="b12_07-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/b12_07-430.jpg" alt="b12_07-430" width="430" height="604" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Bea Emsbachs Figuren, zumeist sind es Frauen, h&#228;uten sich, sie streifen im Zuge einer wohl m&#252;hsamen, schmerzhaften Entwicklung ihre alte Umh&#252;llung ab, um eine neue Existenz zu gewinnen. Fast immer sind diese Frauen kahlk&#246;pfig, als bef&#228;nden sie sich in einer Chemotherapie. M&#246;gen uns diese Zeichnungen zun&#228;chst erschrecken, uns sogar als eine Zumutung erscheinen, so lassen sie doch eine Kraft erkennen, die Kraft des Lebens, sich dem Alten, Kranken zu entwinden. Aber noch ist das Antlitz der sich H&#228;utenden, Erneuernden vom strapazi&#246;sen Prozess gezeichnet.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Zwei Menschen, aus ihren ge&#246;ffneten R&#252;cken lehnen sich zwei neue, den alten Gestalten aber &#8211; oder nur? &#8211; noch zur H&#228;lfte verhafteten heraus, die neuen begr&#252;ssen sich erwartungsvoll, umarmen und k&#252;ssen sich. Eine Darstellung von psychoanalytischer Dimension.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10602" title="b24_10_08-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/b24_10_08-430.jpg" alt="b24_10_08-430" width="430" height="601" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Molekularbiologie wollte Bea Emsbach zun&#228;chst studieren. Aber dann &#252;berwogen Interesse und Neigung, einen k&#252;nstlerischen Weg einzuschlagen. 1991 nahm sie an der Offenbacher Hochschule f&#252;r Gestaltung das Kunststudium auf. Wie manche andere K&#252;nstler begann sie mit Arbeiten, die der Abstraktion verpflichtet waren, sie hat sie vernichtet. Im Laufe ihrer k&#252;nstlerischen Entwicklung wandte sie sich mehr und mehr figurativen Darstellungen zu. Diese erinnern in manchem an akademische Proportions- und K&#246;rperstudien, ihnen eignet etwas &#8220;Medizinisches&#8221;, Anatomisches, fast Wissenschaftliches. Einem grossen Publikum wurde Emsbach schon vor l&#228;ngerem mit derartigen Zeichnungen bekannt, in denen sie eine v&#246;llig eigenst&#228;ndige Figurensprache entwickelt:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10570" title="s-0031-400" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/s-0031-400.jpg" alt="s-0031-400" width="400" height="844" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Menschen, wiederum fast ausschliesslich Frauen, erscheinen in mullbindenartige Bandagen eingeh&#252;llt. In den Umwicklungen miteinander verbunden, umfangen sie sich f&#252;rsorglich, oder aber ringen, k&#228;mpfen sie nicht vielmehr miteinander, in der Absicht, sich voneinander zu emanzipieren?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Und es erwachsen aus diesen Frauen, Geb&#228;renden gleich, neue Frauen, aus den K&#246;pfen, aus den Leibern, das Bedrohliche, Kranke wird verlassen, die neuen Gestalten recken sich, Renaissance-Menschen &#228;hnlich, aufkl&#228;rerisch-aufblickend empor. Gestus einer befreienden Wiedergeburt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">In einer anderen Darstellung tr&#228;gt eine Frau ein Kind, in einem merkw&#252;rdigen, rucksack&#228;hnlichen Gebinde. Beider Beine und K&#246;pfe sind von einem bl&#228;tter- oder fell&#228;hnlichen Bewuchs bedeckt, Ausdruck einer allerdings ambivalenten Naturhaftigkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10569" title="s-0029-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/s-0029-430.jpg" alt="s-0029-430" width="430" height="721" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Im Gegensatz dazu n&#228;mlich tragen beide gemeinsam eine grotesk anmutende mechanische Apparatur, die dem Kind auf dem R&#252;cken der Frau ein &#220;berleben zu erm&#246;glichen scheint. &#220;ber die Schl&#228;uche werden lebensspendender Atem, N&#228;hrstoffe, Kr&#228;fte transportiert. Leben ger&#228;t zum &#220;berleben. Allegorie der Frau als Ern&#228;hrerin, in einer der Natur entarteten, verseuchten, vergifteten Umwelt?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10571" title="s-0032-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/s-0032-430.jpg" alt="s-0032-430" width="430" height="616" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die Frau als N&#228;hrmutter, auf einem mit Blattwerk bekr&#246;nten Baum, mit dessem kr&#228;ftigen Stamm sie fast verwachsen zu sein scheint. Die Stoffe ihres Kreislaufs gibt sie in Schl&#228;uchen an die unter dem Baum hockenden Frauen weiter, diese halten die Schlauchenden in ihren Ohren, als wollten sie lebenspendenden Botschaften lauschen? Dazwischen geschaltete Apparaturen scheinen die Aufgabe zu haben, den Kraftfluss, die k&#246;rperliche, die akustische Energie auf eine wiederum k&#252;nstliche Weise zu verst&#228;rken.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10609" title="nahrkleid-schlaf-650-k" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/nahrkleid-schlaf-650-k.jpg" alt="nahrkleid-schlaf-650-k" width="650" height="485" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Bea Emsbach umgibt manche ihrer Frauen mit &#8220;N&#228;hrkleidern&#8221;, kettenartig gekn&#252;pften Gewandungen, aus denen Bergung spendende Kr&#228;fte zu str&#246;men scheinen. Im Kreis liegen die Schlafenden in der Obhut der N&#228;hrmutter, die ihre Arme sch&#252;tzend, in der Geste einer Segen Spendenden erhebt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Andere Frauen wiederum leben in einem aus solchen kettenartigen Geflechten gewobenen Nest. Es mag sie besch&#252;tzen, aber es beengt und begrenzt zugleich ihren Lebensraum. Verstrickte, Gefangene sind sie in ihrer vermeintlichen Geborgenheit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10601" title="nestbau-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/nestbau-650.jpg" alt="nestbau-650" width="650" height="479" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Bea Emsbach arbeitet mit ungew&#246;hnlichem Ger&#228;t: dem Kolbenf&#252;llfederhalter, mit roten Tinten in verschiedenen Konzentrationen. Waren ihre Arbeiten zun&#228;chst von der mit grosser Pr&#228;zision ausgef&#252;hrten zeichnerischen Linie bestimmt, so findet die K&#252;nstlerin aktuell mehr und mehr zu einem malerischen Ausdruck in der Fl&#228;che.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10615" title="b28_1_09-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/b28_1_09-430.jpg" alt="b28_1_09-430" width="430" height="603" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Wieder begegnen wir den H&#228;utungen, den Fesselungen, aber auch den ertr&#228;umten Erl&#246;sungen im Bl&#228;tterwerk der Natur: am Ende unserer Darstellung in einer tauf&#228;hnlichen Szene, die H&#228;nde auf den Kopf einer sich aus dem Wasser oder der Erde erhebenden Gestalt gelegt, diese empf&#228;ngt mit ausgebreiteten Armen heilende Energie.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10611" title="b2_4_09-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/b2_4_09-430.jpg" alt="b2_4_09-430" width="430" height="605" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10612" title="b23_4_09-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/b23_4_09-430.jpg" alt="b23_4_09-430" width="430" height="603" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Es sind gesellschaftliche wie zwischenmenschliche Utopien, denen Bea Emsbach in ihren Arbeiten nachsp&#252;rt. Sie reflektiert eine Welt der Verletzlichkeit und Verletztheit, die Br&#252;chigkeit sozialer Beziehungen und Systeme. Zugleich imaginiert sie M&#246;glichkeiten eines selbstheilenden, W&#228;rme, N&#228;he, Ber&#252;hrung verheissenden Mit- und F&#252;reinanders. In &#8220;Zeiten wie diesen&#8221; &#8211; wir schreiben das Wahl-Jahr 2009 &#8211; erscheinen Emsbachs Arbeiten aktueller denn je.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Bea Emsbach wurde 1965 in Frankfurt am Main geboren, wo sie heute lebt und arbeitet. Von 1991 bis 1998 studierte sie an der Hochschule f&#252;r Gestaltung, Offenbach, bei den Professoren Heiner Blum, Marianne Eigenheer, Adam Jankowski, Dieter Linke und Manfred Stumpf. Sie erhielt Preise und Stipendien, unter anderem den Maria Sybilla Merian-Preis des Landes Hessen und den Preis f&#252;r junge K&#252;nstlerInnen der Darmst&#228;dter Sezession,  ein S&#252;dkorea-Stipendium des Frankfurter Amtes f&#252;r Wissenschaft und Kunst, ein Forschungsstipendium des Centro Tedesco di Studi Veneziani in Venedig sowie Stipendien der Hessischen Kultur GmbH und des Hessisches Ministeriums f&#252;r Wissenschaft und Kunst, des  Kunstfonds Bonn und der Stiftung Schloss Balmoral.</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-family: Arial;">Seit 1997 stellte sie ihre Arbeiten aus, &#252;ber Frankfurt am Main und Offenbach hinaus unter anderem in Aschaffenburg, Berlin, Bochum, Bonn, Darmstadt, D&#252;sseldorf, Hamburg, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Landau, N&#252;rnberg und Weimar. Im Ausland war sie in Ausstellungen und Galerien im schwedischen Avesta, in Basel, Graz, Linz, Madrid, Modena, Paris, Rotterdam und Z&#252;rich, ferner im schweizerischen Nidwalden und im Ober&#246;sterreichischen Landesmuseum Zwickledt vertreten.</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-family: Arial;">Die derzeitige Ausstellung in der Frankfurter Galerie Perpétuel &#8211; man sollte sie wirklich nicht vers&#228;umen -  l&#228;uft noch bis zum 14. Oktober 2009.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-10575" title="l1003040-s-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003040-s-650.jpg" alt="l1003040-s-650" width="650" height="488" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Bea Emsbach: Zeichnungen, Skulpturen und Wandmalerei in der Galerie Perpétuel Frankfurt am Main (Foto: FeuilletonFrankfurt); Bildnachweis im &#252;brigen: © Bea Emsbach</em></span></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Corinna Mayer</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 07:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Sch&#246;nheit in R&#228;tseln
Schaut man sich in der vielgestaltigen Frankfurter Galerie- und Ausstellungsszene regelm&#228;ssig um, so trifft man auf eine Malerin und Zeichnerin, die mit ihrem aktuellen Werk nicht recht in manchen galeristischen Zeitgeist zu passen scheint und deren k&#252;nstlerische Position dem Betrachter durchaus einige R&#228;tsel aufgibt.

 Taube, 110 x 100 cm, &#214;l auf Nessel, 2007

 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial;"><strong><span style="color: #0000cd; font-size: large;">Sch&#246;nheit in R&#228;tseln</span></strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Schaut man sich in der vielgestaltigen Frankfurter Galerie- und Ausstellungsszene regelm&#228;ssig um, so trifft man auf eine Malerin und Zeichnerin, die mit ihrem aktuellen Werk nicht recht in manchen galeristischen Zeitgeist zu passen scheint und deren k&#252;nstlerische Position dem Betrachter durchaus einige R&#228;tsel aufgibt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/taube.jpg" alt="taube.jpg" /><br />
<em> Taube, 110 x 100 cm, &#214;l auf Nessel, 2007</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/dasei.jpg" alt="dasei.jpg" /><br />
<em> Das Ei, 110 x 100 cm, &#214;l auf Nessel, 2006</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Sofort f&#228;llt uns die &#8220;Sch&#246;nheit&#8221; ihrer Bilder auf, die Gediegenheit ihres malerischen Handwerks, wir erinnern uns der in der Renaissance einen vorl&#228;ufigen H&#246;hepunkt erreichenden Portr&#228;tkunst, auch begegnen wir manchen lange nicht mehr in der aktuellen Malerei gesehenen Farben und schliesslich einer Fig&#252;rlichkeit, die wiederum einige Betrachter irritieren mag. Bei allem hat die Malerin einen k&#252;nstlerischen Weg zur&#252;ckgelegt, der &#252;berschaut sein m&#246;chte, will man sich dem Hier und Heute ihrer Arbeiten zuwenden.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Corinna Mayer, 1969 im hessischen Langen geboren, studierte zun&#228;chst Germanistik, bevor sie 1991 ihr Studium an der Hochschule f&#252;r Bildende K&#252;nste &#8211; der St&#228;delschule &#8211; in Frankfurt am Main in der Klasse von Hermann Nitsch aufnahm. Ein Erasmus-Stipendium f&#252;hrte sie 1994 an die École des Beaux Arts in Bourges. 1997 beendete sie ihre Ausbildung als Meistersch&#252;lerin in dem Fach Interdisziplin&#228;re Kunst. 1999 nahm sie einen Lehrauftrag f&#252;r Malerei und Zeichnung an der Fachhochschule Idar-Oberstein wahr. Im gleichen Jahr erhielt sie den Ersten Hunsr&#252;cker Kunstpreis. 2001 wurde sie Stipendiatin des bekannten K&#252;nstlerhauses Schloss Balmoral. Seit dem Jahr 2000 pr&#228;sentierte die K&#252;nstlerin ihre Werke in &#252;ber vierzig Einzel- und Gruppenausstellungen: Ihre Bilder fanden dabei &#252;ber Frankfurt und Deutschland hinaus den Weg nach Amsterdam, Glasgow, Prag und Rom sowie nach Kroatien, Mallorca und  S&#252;dkorea.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Corinna Mayer begann mit abstrakter Malerei, die bereits in ihrem Ansatz die M&#246;glichkeit einer &#214;ffnung zur Figurativit&#228;t erkennen liess. Sie trug damals die &#214;lfarbe dick, teilweise mit ihren H&#228;nden auf. Es entstanden Bilder von reliefartiger Plastizit&#228;t und gosser farblicher Intensit&#228;t.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/aufloesung2.JPG" alt="aufloesung2.JPG" /><br />
<em> Aufl&#246;sung, 75 x 52 cm, &#214;l auf Nessel, 1993</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Auf ihrem weiteren Weg gelangte sie zu einer expressiven Malerei, f&#252;r die hier die &#8220;Marie mit verloren gegangenem Kind&#8221; stehen mag, ein Bild voll Schmerz, Klage und Trauer. Es treten die beiden Farben hervor, die, vor&#252;bergehend sogar in einer monochromen Phase, grunds&#228;tzlich bis heute ihre Palette bestimmen: vor allem das Blau, ferner das Rot &#8211; die beiden Farben auch der traditionellen Mariendarstellungen. In ihrer &#8220;Marie&#8221; scheint das Blau f&#252;r das Immaterielle, Wesenhafte, f&#252;r die Verinnerlichung zu stehen, das Rot f&#252;r kreat&#252;rliche Leiblichkeit aus Fleisch und Blut, aber auch f&#252;r Sterben und Tod.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/marie1.JPG" alt="marie1.JPG" /><br />
<em> Marie mit verloren gegangenem Kind, 100 x 65 cm, &#214;l auf Nessel, 1994</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Verweilt man beim Blau, der Farbe der Ferne und Tiefe, der &#8220;Blauen Blume&#8221; der Romantik, des &#8220;Turms der blauen Pferde&#8221; von Franz Marc, verweilt man bei Wassily Kandinskys Metaphorik von Blau als dem Unendlichen, bei den ultramarinblauen monochromen Bildkompositionen eines Yves Klein mit ihrer eigent&#252;mlichen Suggestivwirkung auf den Betrachter, so erschliesst sich vielleicht ein Teilaspekt der Malerei Corinna Mayers: der einer k&#252;hlen wie zugleich ruhigen, der Unendlichkeit verwandten Distanz, in Balance und Wechselspiel mit allen Schattierungen eines warmen Rot, gestuft &#252;ber alle seine Erweiterungen ins Violette und Braune bis nahe hin zu einem wiederum warmen Schwarz.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Corinna Mayer durchschritt die erw&#228;hnte monochrome Malepoche, in den Grundfarben Blau und Rot:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/zwischenlandung.JPG" alt="zwischenlandung.JPG" /><br />
<em> Zwischenlandung, 150 x 200 cm, &#214;l auf Nessel 2002</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/mitruestung.JPG" alt="mitruestung.JPG" /><br />
<em> Mit R&#252;stung, 100 x 80 cm, &#214;l auf Nessel, 2002</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Wie wir sehen, malt die K&#252;nstlerin nahezu ausschliesslich Personen: einzelne Portr&#228;ts sowie Paare, Dreier- und Vierergruppen bis hin zu gr&#246;sseren Gruppierungen, die sich m&#246;glicherweise als Familienszenen deuten lassen. Wir begegnen einem in vielem introvertiert und r&#228;tselhaft erscheinenden Werk, das sich uns nicht zuletzt in zu ergr&#252;ndenden Widerspr&#252;chen darstellt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Zum einen verharren diese Menschen in geschlossenen, ruhenden Positionen. Paare ber&#252;hren und umfangen sich, die Partner zeigen &#8211; oder schenken &#8211; sich, behutsam haltend, eine Taube, ein Ei, es m&#246;gen Symbole f&#252;r Frieden, Liebe, Fortpflanzung, Zukunft sein &#8211; oder der Sehnsucht danach. Oder sie entwachsen in z&#228;rtlicher, inniger Umarmung einer sich &#246;ffnenden Bl&#252;te, wiederum in nahezu monochromem Blau der Blume und der Gew&#228;nder, lediglich die Gesichter in einem dunklen, warmt&#246;nigen Teint, das volle Haar in Schwarz. Oft halten die Personen merkw&#252;rdig geartete Tiere in ihren Armen. Gibt diese Malerei unmittelbar Gef&#252;hlen Ausdruck oder sind es Projektionen von Gef&#252;hlen, in eine ferne &#8211; blaue, unerreichbare &#8211; Welt entr&#252;ckt? Teilt uns die Malerin mit der &#8220;Blume&#8221; ihre Vorstellung von Geborgenheit oder  eher ihre Zweifel dar&#252;ber mit? Zeigt sie uns nur den &#8220;sch&#246;nen Schein&#8221;? Mitunter wirkt die Geschlossenheit der Figuren einschn&#252;rend und beklemmend, macht diese zu Gefangenen. Die R&#252;stung gibt der jungen Frau des rotmonochromen Portr&#228;ts Schutz, aber ihrem K&#246;rper, und zweifellos auch ihrer Seele, nimmt sie die Bewegungsfreiheit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/blume.jpg" alt="blume.jpg" /><br />
<em> Blume, 100 x 80 cm, &#214;l auf Nessel, 2007</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Dann die andere, entgegengesetzte Wahrnehmung, wie sie sich in der &#8220;Zwischenlandung&#8221; andeutet: Die Umfangungen &#8211; ist man aus einem Schlaf, aus tiefen Tr&#228;umen erwacht? &#8211; beginnen sich dort aufzul&#246;sen, die K&#246;rper wollen sich verselbst&#228;ndigen, die Gliedmassen sich in solche von Puppen verwandeln. Der Trend zur Emanzipation der Figuren und ihrer K&#246;rperteile setzt sich in vielen weiteren Arbeiten fort. Dann aber wieder eine &#8220;Tischgesellschaft&#8221; voll scheinbarer Harmonie &#8211; Traum, Wunsch oder Wirklichkeit? Bemerkenswert dort eine Malerin vor ihrem Gem&#228;lde &#8211; einem Engel in pastosem Orangerot? Und wer sitzt, einem dunklen Schatten gleich,  uns den R&#252;cken zugewandt hinter dem knieenden M&#228;dchen vor dem Bild im Bild? Oder ist das vermeintliche Bild doch nur ein Tisch?<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/tischgesellschaft.JPG" alt="tischgesellschaft.JPG" /><br />
<em> Tischgesellschaft, 170 x 140 cm, &#214;l auf Nessel, 2007</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Bemerkenswert auch die in phantastischem handwerklichen K&#246;nnen angelegten Schatten auf den madonnenhaften Gesichtern der Frauen und den versonnenen, zuweilen auch mit eigenartigem Minenspiel belebten der M&#228;nner. Im Zentrum jeweils den Blick des Betrachters auf sich ziehende Augenpaare &#8211; den Blick anderer Augenpaare oft nicht suchend oder verfehlend.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#220;berraschend: Corinna Mayer l&#228;sst eine alte Kunst der Wandmalerei wieder aufleben: Wiederholt bemalte sie im Rahmen von Ausstellungen W&#228;nde und Treppenh&#228;user, beispielsweise 2003 die Galerie im Galluszentrum (leider nicht erhalten). 2004 erf&#252;llte sie einen Auftrag, R&#228;umlichkeiten des Amtsgerichts in Seligenstadt auszumalen, unter anderem einen Sitzungssaal des Gerichts.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/vergessen-wiedergefunden-verloren-1-2003.jpg" alt="vergessen-wiedergefunden-verloren-1-2003.jpg" /><br />
<img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/vergessen-wiedergefunden-verloren-2.jpg" alt="vergessen-wiedergefunden-verloren-2.jpg" /><br />
<em>Vergessen, Wiedergefunden, Verloren, Acryl und &#214;l auf Wand, Galerie im Galluszentrum, Frankfurt/Main 2003</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Wenn auch Personen und Personengruppen in den Bildern bei weitem &#252;berwiegen, sind mitunter H&#228;user ein Thema der Malerin. &#8220;Oft suchte ich&#8221;, schrieb Corinna Mayer 2005 dazu, &#8220;nach einem Haus, in dem ich wohnen k&#246;nnte. Immer wieder taucht der Wunsch auf, umzuziehen, stellvertretend f&#252;r die Suche nach einer Heimat, verkn&#252;pft mit der Frage nach Zugeh&#246;rigkeit zu einer Gruppe oder einer Familie. Wie kann es funktionieren, dieses Zusammenleben in den H&#228;usern? Was findet hinter den Fassaden statt? In wieweit werden die Menschen von den H&#228;usern, in denen sie wohnen, gepr&#228;gt? Ich genoss es schon oft, durch dunkle Strassen zu gehen und die erleuchteten Fenster zu sehen, mir vorzustellen, was hinter den H&#228;userfassaden passiert. Und alles erschien mir so geheimnisvoll.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/das-haus-2005.jpg" alt="das-haus-2005.jpg" /><br />
<em> Das Haus, &#214;l auf Holz, 100 x 100 cm, 2005</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Gilt das von Corinna Mayer Gesagte in &#228;hnlicher Weise nicht auch f&#252;r ihre Malerei insgesamt?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Ganz im Kontrast dazu wiederum ein Bild aus neuerer Fertigstellung: <span class="mw-redirect">Das bekannte, von Diego Velazquez</span> 1650 gemalte Bild des machts&#252;chtigen, f&#252;r seine Zornesausbr&#252;che gef&#252;rchteten Papstes Innozenz X. inspirierte Corinna Mayer zu &#8220;ihrem Papst&#8221;, einem ebenso misstrauisch und durchdringend-scharf blickenden Herrscher: Welche Botschaft scheint er mit seinem roten Zettel in der Linken &#252;bermitteln zu wollen? Wo aber ist der rechte Arm mit dem Siegelring an der Hand? Verdeckt, aufgel&#246;st, verwunschen durch die geheimnisvollen Strukturen vor der Brust? Ist er damit seiner Macht entkleidet?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/papst.JPG" alt="papst.JPG" /><br />
<em> Papst, &#214;l auf Leinwand, 140 x 110 cm, 2008</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Wieviel Autobiographisches mag die K&#252;nstlerin durchblicken lassen, ja erz&#228;hlen? Bilder sind die Sprache der Malerin &#8211; und es bleibt ein zweifelhaftes Unterfangen, sie in die gemeine Wortsprache zu &#252;bersetzen. Wo sie uns r&#228;tselhaft erscheinen m&#246;gen, fordern sie uns heraus. Gleiches gilt f&#252;r die Widerspr&#252;che, die wir &#8211; befangen in unserer Rezipientenwelt &#8211; wahrzunehmen glauben. Wir aber lassen uns gerne herausfordern, um unsere eigenen M&#246;glichkeiten zu erweitern. Und wir m&#246;chten immer wieder schauen auf diese grossartigen Gem&#228;lde.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Eines der j&#252;ngsten Werke Corinna Mayers: das grossformatig-gewaltige &#8220;Ineinander&#8221;. Wieder das Blau, die Ferne, die Tiefe, die Ruhe. Und wieder die Aufl&#246;sung einer zun&#228;chst vielleicht famili&#228;r erscheinenden Gruppe von Figuren, aber von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Ein dem Bacchus des Caravaggio nachempfundener J&#252;ngling begegnet den jungen Menschen im T-Shirt unserer Zeit. R&#228;tselhaft wiederum die Beziehung zwischen beiden &#8211; und doch verheissungsvoll. Ein Fluss von sich aufl&#246;senden und doch zusammengeh&#246;rigen Strukturen k&#246;nnte sie verbinden, vor Wassily Kandinskys Blau der Unendlichkeit.<em><br />
</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/brachus-org.jpg" alt="brachus-org.jpg" /><br />
<em> Ineinander, 200 x 150 cm, &#214;l auf Nessel, 2008</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>(Bildnachweis:  © Corinna Mayer</em>)</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><a href="http://www.erhard-metz.de/2009/04/03/corinna-mayer-wandmalereien-oder-die-frucht-vom-baum-der-erkenntnis/">→ Corinna Mayer &#8211; Wandmalereien oder: Die Frucht vom Baum der Erkenntnis</a><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Dieter Mulch</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2009/10/11/portraets-dieter-mulch/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 20:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Erkenntnis im R&#252;ckblick und Aufbruch: Dieter Mulch im Nebbienschen Gartenhaus
Eine kleine Siedlung s&#252;dlich von Wetzlar, wenige H&#228;user nur in einem von Lichtungen erhellten Wald. Nach einigem Regen atmet sich die Luft k&#252;hl und frisch. Wir stehen vor einem kleinen, mit Holz verblendeten, sauber gefertigten Haus, im Giebelfeld unter dem First grosse Fenster, Dieter Mulch erwartet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;">Erkenntnis im R&#252;ckblick und Aufbruch: Dieter Mulch im Nebbienschen Gartenhaus</span></p>
<p>Eine kleine Siedlung s&#252;dlich von Wetzlar, wenige H&#228;user nur in einem von Lichtungen erhellten Wald. Nach einigem Regen atmet sich die Luft k&#252;hl und frisch. Wir stehen vor einem kleinen, mit Holz verblendeten, sauber gefertigten Haus, im Giebelfeld unter dem First grosse Fenster, Dieter Mulch erwartet uns in der sich &#246;ffnenden T&#252;r. Beim Eintreten erblicken wir einen grossen, lichtdurchfluteten Raum unter der halbseitigen Verglasung des Daches. Ein &#8220;Traum&#8221; von einem Atelierhaus, gem&#228;ss den &#220;berlegungen des K&#252;nstlers ausgef&#252;hrt.</p>
<p>Alles ist aufger&#228;umt, Pinsel, Stifte, allerlei Farbtuben liegen wohlsortiert auf dem grossen Arbeitstisch, auf der Staffelei eine der wundervollen neuesten Bleistiftzeichnungen des K&#252;nstlers. Ein Kaffee steht bereit und ein duftender, k&#246;stlicher Pflaumenkuchen (ein Pflaumenbaum tr&#228;gt, auf der anderen Seite des Ateliers im weitl&#228;ufigen Garten, &#252;ppig Fr&#252;chte), dazu etwas Schlagsahne, versteht sich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10773" title="l1003004-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003004-430.jpg" alt="l1003004-430" width="430" height="573" /></p>
<p>Man nennt ihn den Grandseigneur der Wetzlarer Kunstszene: Dieter Mulch, der vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag begehen konnte. Mit einer Korrektur: Mulch ist ein weit &#252;ber Hessen und Deutschland hinaus bekannter und gesch&#228;tzter K&#252;nstler. Im Anschluss an die Geburtstags-Hommage in der Wetzlarer Galerie am Dom sind seine neueren Arbeiten nun auch in Frankfurt am Main im <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/27/der-frankfurter-kuenstlerclub-im-nebbienschen-gartenhaus/">Nebbienschen Gartenhaus des Frankfurter K&#252;nstlerclubs</a> zu sehen.</p>
<p>Mulch, 1929 in Frankfurt geboren, studierte Graphik und Malerei bei Waltraut Hassenstein und sp&#228;ter bei Beckmann-Sch&#252;ler Theo Garve an der St&#228;del-Abendschule. 1957 schloss er sein Philologiestudium an der Universit&#228;t Frankfurt am Main ab. Neben seiner Lehrt&#228;tigkeit an Wetzlarer Gymnasien und weiteren Kunststudien wirkte er als Illustrator und &#220;bersetzer englischsprachiger Literatur &#252;ber Kunst und K&#252;nstler.</p>
<p>Seine Zeichnungen und Druckgrafiken, Tafelbilder und Collagen, Objektk&#228;sten, Objekte und Installationen waren Gegenstand zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland, in heimatnahen St&#228;dten wie Bad Homburg, Frankfurt am Main, Gie&#223;en, Herborn, M&#252;hlheim, Weilburg, Wetzlar, Wiesbaden oder Zwingenberg, im ferneren Altena, Bielefeld, Bonn, D&#252;sseldorf, Homburg/Saar und Ilmenau, im Ausland in Sintra/Portugal, in Paris, im franz&#246;sischen Tullins sowie in York/England.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10894" title="l1003009-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003009-600.jpg" alt="l1003009-600" width="600" height="459" /></p>
<p>Zwei Gem&#228;lde aus fr&#252;heren Jahrzehnten, wohl unverk&#228;uflich, h&#228;ngen an der Stirnseite seines Ateliers. Sie bewegen auch uns, scheinen Schl&#252;sselbilder zu sein:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10800" title="l1003023-b-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003023-b-600.jpg" alt="l1003023-b-600" width="600" height="607" /></p>
<p>Antik anmutende, burgartige Architektur, reich an symbolischen Details, entfernt an die r&#246;mischen Trajansmarkthallen erinnernd, Wurzeln abendl&#228;ndischer Kultur.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10798" title="l1003029-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003029-600.jpg" alt="l1003029-600" width="600" height="453" /></p>
<p>Der Bauwagen in einer winterlichen Szene mit halb ge&#246;ffneter T&#252;r, die Baustelle &#8211; noch &#8211; menschenleer, wir wollen Assoziationen an Edward Hopper nicht zulassen, weil sich etwas in uns str&#228;ubt, die Darstellung nicht als Verheissung f&#252;r Aufbruch, Neubeginn und Zukunft zu empfinden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10806" title="l1003175-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003175-430.jpg" alt="l1003175-430" width="430" height="436" /></p>
<p>Dieter Mulch malt und zeichnet grossenteils figurativ. Weit fehl ginge indes die Annahme, seine Bilder l&#228;sen sich &#8211; im Vergleich etwa zu abstrakter Malerei &#8211; einigermassen leicht. Das Gegenteil ist der Fall, denn Mulch chiffriert Erlebtes und Durchlebtes in einem zun&#228;chst r&#228;tselhaft erscheinenden Kaleidoskop von Szenen und Gegenst&#228;nden, die er zusammenf&#252;gt. Wir f&#252;hlen uns in machem entfernt erinnert an die alt&#228;gyptische Hieroglyphenschrift mit ihren konkret-gegenst&#228;ndlichen Darstellungen, die &#8211; erst in einer Abfolge gelesen &#8211; das Mitzuteilende offenbart.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10774" title="l1003164-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003164-600.jpg" alt="l1003164-600" width="600" height="597" /></p>
<p>Im Nebbienschen Gartenhaus zeigt der Frankfurter K&#252;nstlerclub mit Mulchs Gem&#228;lden, Zeichnungen und den sogenannten &#8220;Bagatellen&#8221; (kleinen dreidimensionalen Papierarbeiten in farbiger Mischtechnik auf Papiermontage in einem Rahmengeh&#228;use) fast auschliesslich neuere Arbeiten: In &#8220;Memory&#8221; &#8211; so lautet der Titel der Ausstellung &#8211; entwickelt Mulch, r&#252;ckblickend auf einen reichen k&#252;nstlerischen Entwicklungs- und Schaffensprozess, Werke von suggestiver wie zugleich z&#228;rtlich-poetischer Bildsprache, die entr&#228;tselt werden m&#246;chten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10776" title="l1003172-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003172-600.jpg" alt="l1003172-600" width="600" height="590" /></p>
<p>Wir sehen Gem&#228;lde in Acryl auf Leinwand in den f&#252;r den K&#252;nstler typischen rechteckigen Formaten. Das Rechteck hat seit jeher seine T&#252;cken, steht es doch zwischen dem Dynamik vermittelnden Hoch- und dem eher statischen Querformat. Mulch komponiert kleine Stillleben miteinder zu einem gr&#246;sseren. Es sind die reifen, vollen, ges&#228;ttigten Farben des Herbstes, die uns begegnen, dominiert von rotbraunen Abstufungen und jenen einzigartigen, geheimnisvollen Blau- und Gr&#252;nt&#246;nen; jedwedes Schrille ist gewichen, falls es jemals auf des K&#252;nstlers fr&#252;herer Palette zu finden gewesen sein sollte.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-10916 aligncenter" title="l1003033-3001" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003033-3001.jpg" alt="l1003033-3001" width="300" height="299" /></p>
<p>Die Bilder gleichen Ruhepunkten in einer von medialen Bilderfluten beherrschten Welt. Sie laden zum Schauen, zum Innehalten ein. Es sind die inneren Bilder des Lebens, die der K&#252;nstler zu einem gelungenen und immer wieder neu gelingenden Ganzen zusammenf&#252;gt. Einem Ganzen, das in einem reiferen Lebensabschnitt des Malenden Authentizit&#228;t vermittelt.</p>
<p>&#8220;W&#228;hrend jemand als Maler seine Bilder verfertigt&#8221;, schreibt Dieter Mulch, &#8220;wird seine innere Vorstellungswelt keineswegs zum Schweigen gebracht; im Gegenteil! Gewisserma&#223;en als Ausgleich f&#252;r die Konzentration, mit der sich der Malende seiner Arbeit zuwenden muss, dr&#228;ngen sich ihm st&#228;ndig neue Bildvorstellungen auf, die mit alternativen M&#246;glichkeiten spielen, Variationen in Erw&#228;gung ziehen, neue Kompositionen vorschlagen und zum Erproben anderer Verfahren verlocken.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-10781 aligncenter" title="l1003035-300" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003035-300.jpg" alt="l1003035-300" width="300" height="294" /></p>
<p>Die Bilder, die Chiffren sind die Sprache des K&#252;nstlers. Sie spiegeln den Reichtum eines Lebens wider, nicht sich dem Betrachter andienend, sondern ihn &#8211; einem Rebus gleich &#8211; zu teilnehmender Reflektion auffordernd.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10955" title="l1003387-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003387-430.jpg" alt="l1003387-430" width="424" height="423" /></p>
<p>Die Stadt Frankfurt am Main spielt eine grosse Rolle in Mulchs Bildersequenzen. Wir lesen das Zitat des Beckmannschen Hauptbahnhofs, wir vernehmen Musik in Gestalt der Instrumente, der Stimmgabel oder der taktgebenden Metronomen, diese zugleich Symbol f&#252;r den Takt und die Endlichkeit unseres Lebens. Wir fahren noch einmal im heissgeliebten Deux Chevaux unserer Studentenzeit. Und stets begegnen uns die stummen, geheimnisvollen, mit goldenem Halsband versehenen, wieder an alt&#228;gyptische Darstellungen anmutenden Hunde, die reifen &#196;pfel, das in sp&#228;tgoldenem Schatten verbleichende Laub, die im Nebel sich umblickende Kr&#228;he, und immer wieder diese Leiter &#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10775" title="l1003165-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003165-430.jpg" alt="l1003165-430" width="430" height="432" /></p>
<p>Dieter Mulch: &#8220;Es gilt, ein vergessenes Geheimnis der Kunst wieder zu entdecken: Wer die abstumpfende Wirkung der Gewohnheit &#252;berwinden will, muss bei einer Sache lange verweilen k&#246;nnen.&#8221;</p>
<p>Die gegenst&#228;ndlichen Arbeiten stehen in einem spannungsreichen Kontrast zu manchen aus ihnen in logischer Konsequenz formulierten abstrakten Gem&#228;lden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10778" title="l1003027-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003027-600.jpg" alt="l1003027-600" width="600" height="416" /></p>
<p>Die quadratischen Arbeiten sind in Acryl auf Leinwand in den Formaten zwischen 30 x 30 cm und 60 x 60 cm ausgef&#252;hrt.</p>
<p>Dieter Mulch w&#228;re nicht Dieter Mulch, h&#228;tte er nicht &#8211; wenige Monate vor Vollendung des Achtzigsten &#8211; in einem Aufbruch zu neuen Formaten und Darstellungsformen gefunden. Seine aktuellen figurativen Bleistiftzeichnungen f&#252;hren in eine Welt von Visionen und Tr&#228;umen.</p>
<p>Es sind fragile, schwebende, im Labilen balancierende, sich auf schmalstem Fundament bewegende und am sprichw&#246;rtlichen &#8220;seidenen Faden&#8221; h&#228;ngende Konfigurationen. Ausgef&#252;hrt in feinster Zeichenarbeit mit dem Graphitstift, im Hochformat 65 x 50 cm auf Karton. Wieviele Tr&#228;ume muss man tr&#228;umen und erinnern, wieviele mystische Visionen erfahren, auf welche Gipfel gestiegen sein und in welche Abgr&#252;nde geblickt haben, um zu einer solchen Bildsprache finden zu k&#246;nnen?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10952" title="l1003365-600r1" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003365-600r1.jpg" alt="l1003365-600r1" width="600" height="738" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10951" title="l1003345-600r" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003345-600r.jpg" alt="l1003345-600r" width="600" height="755" /></p>
<p>Die Zeichnungen hat Mulch gewissermassen von oben nach unten entwickelt. Das Schwere verliert sein Gewicht, das Leichte erweist sich als f&#252;r die Stabilit&#228;t Unabdingbares. Traumsequenzen gleich kommunizieren die einzelnen Motive in surrealer Weise miteinander. Tr&#228;te nur ein kleines, unw&#228;gbares Ereignis hinzu, k&#246;nnte das Ganze kollabieren, ins Bodenlose st&#252;rzen. Launische Spiele des  K&#252;nstlers oder Gleichnisse f&#252;r die Fragilit&#228;t, die schicksalhafte Ungewissheit des Lebens, ja allen Daseins?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10944" title="l1003376-600g" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1003376-600g.jpg" alt="l1003376-600g" width="600" height="755" /></p>
<p>Nur noch bis zum 18. Oktober 2009 ist diese bemerkenswerte Bilderschau im <a href="http://www.frankfurter-kuenstlerclub.de/">Nebbienschen Gartenhaus</a> zu sehen (Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr).</p>
<p><em>(Abgebildete Werke © Dieter Mulch; Fotos: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em> </em></p>
<p class="Stil1">
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Fides Becker</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2007/07/12/portraets-2/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2007/07/12/portraets-2/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2007 05:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Fides Becker &#8211; in ihrem Atelier mitten in Frankfurt
Fides Becker &#8211; eine Malerin mit Leib und Seele. &#8220;Ich lebe mit mir und meiner Welt in Einklang, wenn ich malen kann.&#8221;
Ein Bekenntnis, das bei vordergr&#252;ndiger Betrachtung Fesseln anzulegen scheint, in Wirklichkeit aber Freir&#228;ume er&#246;ffnet. Es passt zu ihr, die ihre Malerei mit pr&#228;zisen &#220;berlegungen und Skizzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><span style="font-size: x-large;">Fides Becker &#8211; in ihrem Atelier mitten in Frankfurt</span></span></p>
<p><span style="color: #9075db;"><strong>Fides Becker &#8211; eine Malerin mit Leib und Seele. &#8220;Ich lebe mit mir und meiner Welt in Einklang, wenn ich malen kann.&#8221;</strong></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Ein Bekenntnis, das bei vordergr&#252;ndiger Betrachtung Fesseln anzulegen scheint, in Wirklichkeit aber Freir&#228;ume er&#246;ffnet. Es passt zu ihr, die ihre Malerei mit pr&#228;zisen &#220;berlegungen und Skizzen vorbereitet, dann in eine Phase des Hantierens und Spielens mit den Materialien eintritt und anschliessend ihre Werke mit kompositorischem Verstand, Sinnlichkeit und Gef&#252;hl (den &#8220;Bauch&#8221; mag sie keinesfalls ausschalten) sowie mit hoher handwerklicher Qualit&#228;t so ausf&#252;hrt, dass sie sagen kann: Ja, das ist es.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #9075db;"><img class="aligncenter" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/bluemood.JPG" alt="bluemood.JPG" width="414" height="509" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Eine gute, fundierte Ausbildung hat Fides Becker, 1962 in Worms geboren, durchlaufen: St&#228;delschule in Frankfurt am Main, Academie van Beeldenden Kunsten Rotterdam, Hochschule der K&#252;nste Berlin. Renommierte Stipendien bereiteten ihr Wege unter anderem nach Amsterdam, New York und Salzburg. Weit &#252;ber zwanzig Einzel- und Gruppenausstellungen bezeugen die Wertsch&#228;tzung, die ihre Arbeiten im In- und Ausland geniessen. Viele ihrer Werke fanden bereits den Weg in private wie &#246;ffentliche Sammlungen.</span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Fides Becker schwimmt gegen den Mainstream. Man hat sie einen &#8220;Solit&#228;r in der zeitgen&#246;ssischen Kunstszene&#8221; genannt. Zu Recht.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #9075db;"><img class="aligncenter" src="http://www.fides-becker.de/fides_becker_d/bilder/roben/01gr.jpg" alt="" width="340" height="450" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Ihr Atelier liegt mitten in Frankfurt, unmittelbar am &#8220;Bauchnabel&#8221; der Stadt: der Kleinmarkthalle. Im Vorderhaus ein sympathisches kleines Café. Das Atelier lichtdurchflutet, durchaus aufger&#228;umt, mit freundlichem Sitzmobiliar.</span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Wir treten ein und sind &#252;berrascht: Realismus und Traumwelt ineinander verschr&#228;nkt. Visualisierte Galanterien. Motive wie Rokoko-Kronleuchter, ger&#252;schte Reifr&#246;cke &#252;ber Krinolinen, geplusterte Per&#252;cken, Pavillons und Tempelchen, Roccaillen an W&#228;nden und Decken, das Schokoladenm&#228;dchen aus einem Wiener Caféhaus  &#8211; Nostalgie? Nein. Ironie? Sicher ein wenig. Symbole f&#252;r Verlust, Sehnsucht nach Unwiederbringlichem? Vielleicht schon eher, aber analysiert, decouvriert. Fides Beckers Spiel mit dem Ornamentalen, Dekorativen darf uns nicht verwirren: Es zerbricht das Schimmernde, reflektiert den (sch&#246;nen?) Schein, baut auf Entlarvtem und Zerlegtem mit ausgew&#228;hlten Elementen ein Neues, in Erinnerung wohl Ertr&#228;umtes, vielleicht auch Vermisstes?</span></p>
<p><span style="color: #9075db;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/robe-6.JPG" alt="robe-6.JPG" width="453" height="365" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Intensiv befasst sich Fides Becker mit dem Zusammenwirken unterschiedlicher Kulturen und dessen Auswirkungen: &#8220;Das ist f&#252;r meine Malerei sehr wichtig, denn Kern meiner inhaltlichen Auseinandersetzung ist die Tradition unserer allt&#228;glichen Kultivierung und wie sich diese in der Geschichte der Malerei, der Fotografie und in der Werbung manifestiert. Besonders interessant finde ich die Spannung zwischen dem Verlust alter Traditionen, was sowohl Befreiung, als auch Irritation bewirken kann, und den durch Migration hinzukommenden Kulturen. F&#252;r mich stellt sich die Frage nach dem Sinn von Traditionen heute, und ich greife die Sehnsucht nach Vergangenem und Zuk&#252;nftigem und die damit verbundene empfundene Leere im Hier und Jetzt auf; die Vielf&#228;ltigkeit von M&#246;glichkeiten und das Vakuum durch das Wegbrechen allgemein g&#252;ltiger Normen spiegle ich in meiner Malerei wider: Ich fragmentiere Alltagsszenen und &#252;berlagere auf verschiedenen Bildebenen Gegenst&#228;nde, Landschaften, Figuren und Ornamente und mache damit die Faszination f&#252;r Harmonie und Sch&#246;nheit, Hoffnungen und Sehns&#252;chte und deren Fragw&#252;rdigkeit erfahrbar.&#8221; Es geht Fides Becker um das Spannungsverh&#228;ltnis zwischen Verlust und Befreiung, wobei das eine mit dem anderen untrennbar einhergeht. In und mit ihrer Malerei lebt &#8211; und h&#228;lt &#8211; sie es aus.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #9075db;"><img class="aligncenter" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/cinpav-2.JPG" alt="cinpav-2.JPG" width="406" height="501" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">So verwundert nicht der Titel ihrer j&#252;ngsten, vor kurzem zu Ende gegangenen Ausstellung in der Kunsthalle Emden &#8220;Die Sehnsucht nach anderswo&#8221;. Bemerkenswert &#252;brigens die gemeinschaftliche F&#246;rderung dieser Werkschau durch das Frankfurter Amt f&#252;r Wissenschaft und Kunst, die Hessische Kulturstiftung und das Ministerium f&#252;r Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. Nicht minder bemerkenswert der Katalog, den man gar nicht mehr aus der Hand legen m&#246;chte, erschienen im Hatje Cantz Verlag.</span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Durchaus mittel- und grossformatig k&#246;nnen ihre Bilder sein &#8211; gern greift sie auf das Oval zur&#252;ck. Meist sind es Collagen, aus Leinw&#228;nden und Stoffen, die einzelnen Bahnen und Fl&#228;chen penibel miteinander vern&#228;ht, die offenen, fransigen Kanten nach aussen gewendet, Narben gleich, die Zerrissenes, Zerschnittenes zusammenf&#252;gen, verheilen, ohne zu verbergen; aber auch zuvor nicht zueinander Geh&#246;riges vereinen, und das Zusammenwachsen, die Synthese zum Neuen, sichtbar machen. Auffallend das grosse zeichnerische und malerische K&#246;nnen. Die Leinw&#228;nde, die sorgsam ausgew&#228;hlten Baumwoll- und Dekostoffe meist mit Acryl und Eitempera bemalt, die Farbpalette charakteristisch in r&#246;tlich-orangener-gelb-zartvioletter Dominanz, moderiert von verschiedem Blau und Gr&#252;n.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #9075db;"><img class="aligncenter" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/luster-6.JPG" alt="luster-6.JPG" width="405" height="518" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Ob die Bilder, die Motive, die pastellenen Farben feminin seien? &#8220;Nein&#8221;, sagt Fides Becker, &#8220;keineswegs. Jedenfalls nicht bewusst&#8221;. Die Farben stellen sich intuitiv, wie von selbst ein. Und die Motive, die Figurinen,  &#252;berwiegend Frauen? Zweifellos setzt sich die Malerin immer wieder mit der Rolle der Frau auseinander, mit den Klischees des &#8220;typisch Weiblichen&#8221;. Auff&#228;llig auch das wiederkehrende Motiv des kleinen, chinesisch anmutenden Sonnenschirms. Verspieltes Accessoire? Ein Zitat, etwa nach Francisco de Goyas &#8220;Der Sonnenschirm&#8221;? Symbol f&#252;r Vergangen-Dekadentes, f&#252;r Beh&#252;tung und Schutz, oder die Suche danach?</span></p>
<p><span style="color: #9075db;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/romanze.JPG" alt="romanze.JPG" width="452" height="591" /></span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Fides Beckers Malerei fordert auf ihre ganz eigene Weise den Betrachter heraus, sich mit dem Gestern und dem Heute auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach dem eigentlichen, f&#252;r ihn wichtigen Jetzt zu begeben.</span></p>
<p><span style="color: #9075db;">Fides Becker stellt sich auf ihrer Homepage <a href="http://www.fides-becker.de">www.fides-becker.de</a> vor.</span></p>
<p><span style="color: #9075db;"><em>(© Fides Becker; Fotos: Horst Ziegenfusz)</em></span></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Heide Weidele</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 10:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Heide Weidele &#8211; nicht nur Phantasien in Licht
Industriepark H&#246;chst, Hermann Scheer, Experte f&#252;r erneuerbare Energien, designierter Wirtschafts- und Umweltminister in einem m&#246;glichen Kabinett Ypsilanti in Hessen: &#8220;Es gibt keinen Abfall, es gibt nur Material zur falschen Zeit am falschen Platz&#8221;. Der Materialist. Es geht um &#8220;Ersatzbrennstoffe&#8221;.
Ortswechsel.
Oberrad, ein Garten, ein Atelier, Heide Weidele: &#8220;Eine interessante These, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff;"><span style="font-size: x-large;">Heide Weidele &#8211; nicht nur Phantasien in Licht</span></span></p>
<p>Industriepark H&#246;chst, Hermann Scheer, Experte f&#252;r erneuerbare Energien, designierter Wirtschafts- und Umweltminister in einem m&#246;glichen Kabinett Ypsilanti in Hessen: &#8220;Es gibt keinen Abfall, es gibt nur Material zur falschen Zeit am falschen Platz&#8221;. Der Materialist. Es geht um &#8220;Ersatzbrennstoffe&#8221;.</p>
<p>Ortswechsel.</p>
<p>Oberrad, ein Garten, ein Atelier, Heide Weidele: &#8220;Eine interessante These, aber nicht mein Ansatz. Meine Materialien sind Plastik-Gegenst&#228;nde und -&#252;berbleibsel, &#8216;Abf&#228;lle&#8217; aus Haushalten, aber sie &#8216;leben&#8217; weiter und fordern mich zu neuer Gestaltung auf&#8221;.</p>
<p>Es ist einer jener zauberhaften Sp&#228;tsommer- oder Fr&#252;hherbstnachmittage, wir sitzen in der Sonne im grossen, wildernden Garten voller alter B&#228;ume, Str&#228;ucher und B&#252;sche, abbl&#252;hender Blumen, die die Pracht des ausklingenden Sommers erkennen lassen, von letzten Schmetterlingen umflogen. Wir trinken hocharomatischen Tee, gebraut aus frisch gepfl&#252;ckter &#8220;gemeiner&#8221; sowie englischer Pfefferminze. Das Atelier: eine 150 Meter lange ehemalige Seilerbahn im s&#252;dlichen Frankfurt. Wundersam bizarres, rostiges Maschinengewirr, beh&#252;tet von feinen Spinnweben. Ein Gl&#252;cksfall, dieser Garten, dieses Atelier.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/altelier-heide-weidele.jpg" alt="altelier-heide-weidele.jpg" /><br />
<em>Materialien im Atelier</em></p>
<p>Im Atelier: Das Heute und das Gestern. Im Heute geht es bunt zu. Wir kommen aus dem Garten, treten ein, und ein Blumenfeld lockt uns an &#8230; wir kommen n&#228;her und sehen ein Spiel, eine kunterbunte Paradiesvogelwiese, Heide Weidele hatte sie mehrfach als &#8220;Pavillon der Bl&#252;ten und anderer Falschheiten&#8221; unter anderem in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks ausgestellt, aber wo sind die Schmetterlinge? Ach ja, im Garten, drinnen ist ja nur der &#8211; sch&#246;ne? &#8211; Schein. Und wir sehen: die Ironie, die nicht verletzt, den charmant-weisen Witz, den w&#228;rmenden Humor der K&#252;nstlerin. Und ist er nicht doch auch sch&#246;n, der Pavillon der Bl&#252;ten?</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/dscn0553.jpg" alt="dscn0553.jpg" /><br />
<em>Bl&#252;ten</em></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><span style="font-size: medium;">L&#252;ster</span></span></p>
<p>Dominant und ein grosses Thema bei Heide Weidele: &#220;bermannshohe (pardon, &#252;berfrauhohe!) L&#252;ster und Mobiles.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/dscn0057_3.jpg" alt="dscn0057_3.jpg" /><br />
<em>L&#252;ster (Ausstellung in Berlin)<br />
</em></p>
<p>Sie spielen von der Decke herab, an der sie befestigt sind, t&#228;nzeln sanft im Durchzug oder wenn man sie leicht mit der Schulter ber&#252;hrt. Luftige, filigrane Gebilde, bunte, fl&#252;chtige Gestalten im wechselnden Licht. Man k&#246;nnte sie elektrifizieren, ja, was k&#246;nnte man nicht alles, aber &#8211; sollte man es besser lassen, um ihnen nicht ihren Zauber zu nehmen? Und leuchten sie nicht bereits ganz von allein?</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/luster_bonn_rgb-scal1.jpg" alt="luster_bonn_rgb-scal1.jpg" width="422" height="286" /><br />
<em>L&#252;ster (Ausstellung in Bonn)<br />
</em></p>
<p>Heide Weidele, 1944 geboren, seit 1971 in Frankfurt am Main ans&#228;ssig, hat einen bemerkenswerten k&#252;nstlerischen Weg zur&#252;ckgelegt. Sie studierte an der Hochschule f&#252;r Gestaltung in Offenbach und der Staatlichen Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste &#8211; der St&#228;delschule &#8211; in Frankfurt am Main. Bereits 1987 bezog sie ihr heutiges Atelier. In zahlreichen Lehrauftr&#228;gen und mehreren Gastprofessuren, auch an der Johannes-Gutenberg-Universit&#228;t in Mainz, gab sie ihr Wissen und ihre k&#252;nstlerische Erfahrung weiter. Die Zahl ihrer Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland ist gross. Im Ausland war sie mit Werken in Schaffhausen und Visp, in Formine, Oslo, Strasbourg und Tel Aviv pr&#228;sent.</p>
<p>Heide Weidele begann als Malerin. Es folgten Epochen der Arbeit mit Alltagsmaterialien, vor allem mit verschiedenen Pappen und Holz, nach der skulpturellen Ausarbeitung meist bemalt. Es entstanden in verschiedenen themabezogenen Projektphasen Vasen, Stadtarchitekturen, ihre vielfach ausgestellten, ber&#252;hmten, bis zu dreieinhalb Meter langen &#8220;Schiffe&#8221;, weiter T&#252;rme und Berge, insbesondere &#8220;Weissh&#246;rner&#8221;, inspiriert durch das bekannte Vorbild im Wallis. Das alles ist heute jedoch das &#8220;Gestern&#8221; in ihrem Atelier. Auch die Foto-Collagen, in denen sie Fotografien ihrer r&#228;umlichen Objekte zerschnipselt und in einer gleichsam h&#246;heren Dimension zu eigenst&#228;ndigen, neue R&#228;umlichkeiten ausstahlenden Kunstwerken zusammenf&#252;gt.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/barrage_karte_kreis1b_rgb-scal1.jpg" alt="barrage_karte_kreis1b_rgb-scal1.jpg" width="400" height="505" /><br />
<em>L&#252;ster (Ausstellung in Strasbourg; Foto: J&#252;rgen Klei)<br />
</em></p>
<p>Schon fr&#252;h entwickelte sie ihre spezifischen k&#252;nstlerischen Mittel: Sie zerlegt und zerkleinert das Materiel, setzt aus den Fraktalen das Neue zusammen und installiert die Objekte in Bezug zu den jeweiligen R&#228;umlichkeiten etwa einer Ausstellung. Zu unserem &#8211; zun&#228;chst &#8211; Entsetzen verf&#228;hrt sie auf diese Weise auch mit ihren &#8220;fertigen&#8221; Arbeiten. Bei n&#228;herer Betrachtung verstehen wir diese Logik: Nichts ist statisch, alles ist in Bewegung und Weiterentwicklung, will sich erneuern und vervollkommnen, und die K&#252;nstlerin erf&#228;hrt in diesem stetigen Prozess das eigene sich &#214;ffnen und Voranschreiten zu neuen Einsichten und Perspektiven. &#8220;Was dabei herauskommt&#8221;, sagt sie, &#8220;ist auch f&#252;r mich oft &#252;berraschend &#8211; wenn es mich nicht &#252;berrascht, verwerfe ich es meist gleich wieder&#8221;.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/barrage_karte_red3a-rgb-scal1.jpg" alt="barrage_karte_red3a-rgb-scal1.jpg" width="399" height="506" /><br />
<em>L&#252;ster (Ausstellung in Strasbourg; Foto: J&#252;rgen Klei)</em></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><span style="font-size: medium;">Plastik</span></span></p>
<p>Heute arbeitet Heide Weidele mit Plastik-Materialien: Krimskrams, Hula-Hoop-Reifen und Gartenschl&#228;uchen,  vor allem aber mit abgelegten Haushaltsgegenst&#228;nden, entleerten Beh&#228;ltnissen und Flaschen aller erdenklichen Art. Strandfunde an der bretonischen K&#252;ste gaben ihr den Impuls dazu. Sie liebt diese &#8220;armen&#8221;, in unserer Gesellschaft wertlosen Materialien, ihre meist grelle Durchf&#228;rbung, die Anstriche entbehrlich macht. Warum das &#8220;arme&#8221; Material? &#8220;Es stellt keine Anspr&#252;che an mich. Marmor etwa w&#252;rde mir sagen, ich wurde schon von Michelangelo, von den R&#246;mern und den alten griechischen Meistern verarbeitet.&#8221; Ihr Handwerkszeug ist das Teppichmesser, mit dem sie die vorgefundenen Gegenst&#228;nde zerschneidet. Aus den so entstehenden Fragmenten und Schnipseln komponiert sie mal groteske, mal sensibel-poetische abstrakte Objekte ebenso wie die luftigen L&#252;ster, die fr&#246;hlich-falschen Bl&#252;tenfelder oder auch kleine &#8220;Tierchen&#8221;, bunte, fantasievolle, sympathische Gesch&#246;pfe. Heide Weidele komponiert die farbigen Materialien nach handwerklich-malerischen Aspekten und Erfahrungen, nach den erlernten tradierten Gesetzm&#228;ssigkeiten des Malens.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/marburg_13.jpg" alt="marburg_13.jpg" /><br />
<em>Ausstellung in Marburg </em></p>
<p>Was bedeutet ihr Arbeiten? &#8220;Arbeiten f&#252;hrt zu Erkenntnis. Eine Arbeit ist ein Schritt, eine Stufe auf der Leiter zur Erkenntnis. Auf der neuen Stufe stehe ich dann schon wieder &#252;ber dieser Arbeit.&#8221;</p>
<p>Was sie von Museen h&#228;lt? &#8220;Ach, Museen &#8230; mein Museum ist dezentral, meine Arbeiten sind bei meinen Sammlern&#8221;. Diese haben, wie sie verschmitzt einr&#228;umt, durchaus Grund, ihren Besuch zu f&#252;rchten: Wer ihr leichtsinniger Weise eines ihrer Werke ausleiht, etwa f&#252;r eine Ausstellung, riskiert dessen Zerlegung und Neuformung zu einem &#220;berraschend-Anderem.</p>
<p>Die Sonne wirft l&#228;ngere Schatten in den Garten, der Pfefferminztee duftet &#228;therisch-aromatisch. Wir kommen auf die Collagen zur&#252;ck: &#8220;Menschen sind Collagen, durch Genetik, Erziehung und Gesellschaft geformt. Als K&#252;nstlerin verstehe ich mich in diesem Collagierungsprozess als ein Wesen, das diesen Vorgang auf bedeutsame Weise mit bestimmen kann.&#8221;</p>
<p><em>(Bildnachweis: Heide Weidele;  → <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/01/21/heide-weidele-bei-arte-giani-in-frankfurt-am-main/">Heide Weidele bei ARTE GIANI in Frankfurt am Main</a>)</em></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Hermann Haindl</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2009/03/22/portraets-hermann-haindl/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2009/03/22/portraets-hermann-haindl/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 13:46:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Herz, die Seele und die B&#228;ume
&#8220;F&#252;r mich sind B&#228;ume die Kr&#246;nung der Sch&#246;pfung.&#8221; 
Hermann Haindl
 
Hermann Haindl in seinem Wohnhaus (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Es w&#228;chst und wuchert, &#252;ppig voll von Lebenssaft, es strebt in die H&#246;he und in die Breite, es kommt auf uns zu und greift nach uns &#8211; das Es ist die grossartige, gewaltige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: large;"><span style="color: #049ab2;">Das Herz, die Seele und die B&#228;um</span></span></strong><strong><span style="font-size: large;"><span style="color: #049ab2;">e</span></span></strong></p>
<p><em><strong><span style="font-size: medium;"><span style="color: #049ab2;">&#8220;F&#252;r mich sind B&#228;ume die Kr&#246;nung der Sch&#246;pfung.&#8221; </span></span></strong></em><br />
<em><strong><span style="font-size: medium;"><span style="color: #049ab2;">Hermann Haindl</span></span></strong></em></p>
<p><strong> </strong><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000606-430.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5965" title="l1000606-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000606-430.jpg" alt="l1000606-430" width="430" height="583" /></a></p>
<p><em><span style="color: #049ab2;">Hermann Haindl in seinem Wohnhaus (Foto: FeuilletonFrankfurt)</span><br />
</em></p>
<p>Es w&#228;chst und wuchert, &#252;ppig voll von Lebenssaft, es strebt in die H&#246;he und in die Breite, es kommt auf uns zu und greift nach uns &#8211; das <em>Es</em> ist die grossartige, gewaltige &#8211; aber nie gewaltt&#228;tige &#8211; Kraft in Hermann Haindls Bildern. Die Kraft aus Farben und Formen str&#246;mt aus den Gem&#228;lden heraus, erf&#252;llt den Raum, umgibt uns. Ihr entziehen k&#246;nnen wir uns nicht &#8211; und wollen es auch nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-6238" href="http://erhard-metz.de/2009/03/22/portraets-hermann-haindl/0023-330/"><img class="size-full wp-image-6238 aligncenter" title="0023-330" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/0023-330.jpg" alt="0023-330" width="330" height="677" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/00231.jpg"></a><a rel="attachment wp-att-6239" href="http://erhard-metz.de/2009/03/22/portraets-hermann-haindl/0024-330/"><img class="size-full wp-image-6239 aligncenter" title="0024-330" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/0024-330.jpg" alt="0024-330" width="330" height="677" /></a></p>
<p>Es ist die Natur, die Haindl fasziniert, der er sich verbunden f&#252;hlt, als deren Teil er sich begreift, Jahrtausende, Jahrmillionen haben sie geformt, in ihrer urw&#252;chsigen Gestalt, wie sie sich in besonderer Weise in B&#228;umen manifestiert. B&#228;ume haben es Hermann Haindl seit jeher angetan. F&#252;nfhundert, eintausend, f&#252;nftausend und mehr Jahre sind sie alt, wer k&#246;nnte es z&#228;hlen, zerkl&#252;ftet und zernarbt, zerzaust und gespalten von Sonne und Regen, Erdbeben, Blitz und Donner, und doch voll nicht aufgeben wollenden Lebens. Und es sind besonders die Olivenhaine der Toskana, die Haindl verehrt.</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/0025.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6127" title="0025" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/0025.jpg" alt="0025" width="550" height="723" /></a></p>
<p><span style="color: #049ab2;"><em>&#8220;Eine Baumkathedrale &#8211; tausendj&#228;hrige Olive in der Toskana&#8221; (2001)</em></span></p>
<p>&#8220;Was w&#228;re der Mensch ohne B&#228;ume &#8211; jene Naturgebilde, die schon lange vor ihm waren, die seinen Entwicklungsweg &#252;ber weite Zeitr&#228;ume hin n&#228;hrend, sch&#252;tzend, f&#246;rdernd begleitet haben und die nach dem biblischen Mythos vom Baum der Erkenntnis auch zu Zeugen seines Bewusstseinssprungs aus der Tierheit wurden &#8230; Zeichenhaft spiegelt der Baum nicht nur das physische, sondern auch das metaphysische Sein des Menschen&#8221;, schreibt Peter Cornelius Mayer-Tasch.</p>
<p>Haindl hat sie gezeichnet, &#8220;Baumpers&#246;nlichkeiten&#8221; nennt er sie alle: die alte Buche im Kronberger Park, die alte Robinie im Hofheimer Wald, die alte Eiche im Reinhardswald, die alten Linden in Frauenstein, Dieburg, Kiew, die wohl f&#252;nftausend Jahre alte Grannenkiefer in Californien, die tausendj&#228;hrigen Oliven in der Toskana &#8230; Er begegnet ihnen mit grosser Ehrfurcht. &#8220;Im Alter sind Menschen und B&#228;ume einander &#228;hnlich, denn in ihren Leibern zeichnen sich die Erfahrungen des Lebens&#8221; schreibt er.</p>
<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-6240" href="http://erhard-metz.de/2009/03/22/portraets-hermann-haindl/haindl-2-360/"><img class="alignnone size-full wp-image-11732" title="haindl-2-360-2" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/haindl-2-360-2.jpg" alt="haindl-2-360-2" width="360" height="621" /><br />
</a></p>
<p>Haindl schaut auf sein  oft genug von t&#246;dlicher Gefahr begleitetes Leben als eine Summe gegl&#252;ckter Erfahrungen, ein Leben als Geschenk. Er schaut mit Augen, die noch immer jung sind, die auf das N&#228;chste blicken, neugierig Neues erwarten, die bevorstehende Reise in die geliebte Toskana etwa, eine weitere Ausstellung, den Besuch von Freunden und G&#228;sten in seinem Haus und seinem Atelier, die n&#228;chste Veranstaltung des von ihm mit seiner Frau Erika gegr&#252;ndeten &#8220;Zentrums f&#252;r altes und neues Wissen und Handeln&#8221; in der Hofheimer &#8220;Scheune&#8221;, seinem fr&#252;heren Atelier in der dortigen B&#228;rengasse.</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/haindl-1-430.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5964" title="haindl-1-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/haindl-1-430.jpg" alt="haindl-1-430" width="430" height="629" /></a></p>
<p>Dominierte in Haindls Baum-Gem&#228;lden, von der Zeichnung her kommend, zun&#228;chst das Figurative, wenn auch in freier Farbgestaltung, so wandte er sich in der j&#252;ngeren Vergangenheit freien Kompositionen zu: Bildern, die Kraftfeldern gleichen, die die Vitalit&#228;t der B&#228;ume in einen &#8220;Choral t&#246;nender Farben&#8221; (Friedhelm H&#228;ring) verwandeln. Bereits in diesen Bildern l&#228;sst sich eine Hinwendung zu Spektren erkennen, die, wie sp&#228;ter vor allem die 78 mystischen Darstellungen seines weltweit ber&#252;hmt gewordenen Haindl-Tarots, in den Bereich des Esoterischen weisen. &#220;berhaupt spielen serielle Arbeiten eine grosse Rolle in Haindls Schaffen: neben der Zeichnungen-Serie &#8220;Baumpers&#246;nlichkeiten&#8221; und besagtem Tarot-Deck beispielsweise die 37 Baumgem&#228;lde im Format 1 mal 2 Meter, die 39 Bach-Bl&#252;ten, Gem&#228;lde zu den Bl&#252;ten des englischen Arztes Edward Bach, die zw&#246;lf Monats-Bilder, mit zw&#246;lf Kurzgedichten von Eva Demski und zw&#246;lf Kompositionen f&#252;r ein Streichtrio mit Klavier von Wolfgang Biersack zu einem Musikzyklus vereint.</p>
<p>Haindls aktuelle, mitunter surrealistisch anmutende Gem&#228;lde &#8211; stets malte und malt er in &#214;l auf Leinwand &#8211; tragen Bezeichnungen wie &#8220;Pesante&#8221; und &#8220;Pastorale&#8221;, &#8220;Duetto&#8221; und &#8220;Azurro&#8221;, &#8220;Allegro con brio&#8221; oder &#8220;Fugato&#8221;. &#8220;Wir sind Teil eines Ganzen&#8221; &#8211; diese alte indianische Weisheit ist f&#252;r Haindl zum Leitsatz seines Lebens geworden. &#8220;In ihm finde ich alle Antworten, die ich brauche.&#8221;</p>
<p>Und noch eine Maxime seines Lebens gilt es festzuhalten: &#8220;Meine Frau Erika und ich&#8221;, sagt Haindl, &#8220;sind wie die beiden Pole einer Batterie. Ohne sie w&#228;re ich nicht der, der ich bin.&#8221;</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/haindl-3-430.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6118" title="haindl-3-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/haindl-3-430.jpg" alt="haindl-3-430" width="430" height="643" /></a></p>
<p>&#8220;Aus den titanischen Baumriesen&#8221;, schreibt Friedhelm H&#228;ring, &#8220;aus den Baumpers&#246;nlichkeiten mit ihrem Wuchs und ihren Verletzungen, ihrer Geschichte und ihren Jahrtausenden gelebten Lebens hat Hermann Haindl alles verzaubert, zu farblichen Gl&#252;cksseufzern, zum grossen Klang der Weisheit.&#8221;</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000610-600.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5966" title="l1000610-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000610-600.jpg" alt="l1000610-600" width="600" height="450" /></a></p>
<p><span style="color: #049ab2;"><em>Im Wohnhaus von Hermann Haindl </em></span><em><span style="color: #049ab2;">(Foto: FeuilletonFrankfurt)</span></em></p>
<p>Hermann Haindl, 1927 in Berlin in einer K&#252;nstlerfamilie geboren, begann am Kattowitzer Theater eine Lehre als Theatermaler und B&#252;hnenbildner. Kriegsdienst und die fast vierj&#228;hrige russische Kriegsgefangenschaft pr&#228;gten nachhaltig seine Kunstvorstellungen und seine Lebenssicht. 1948 fand er zun&#228;chst in Berlin Arbeit als Reklamemaler. Wenig sp&#228;ter zog er zu Verwandten nach Frankfurt am Main, wo er 1950 an den St&#228;dtischen B&#252;hnen eine T&#228;tigkeit als Theatermaler aufnahm. 1960 wurde er dort Leiter der K&#252;nstlerischen Werkst&#228;tten und B&#252;hnenbildner &#8211; drei Jahrzehnte lang &#252;bte er diese T&#228;tigkeit aus. Ferner arbeitete er als B&#252;hnenbildner am Frankfurter Volkstheater. Gastauff&#252;hrungen und -ausstattungen f&#252;hrten Haindl an grosse Theaterh&#228;user, unter anderem nach Athen, Barcelona, Florenz, London und Tel Aviv sowie an das Festspielhaus Bayreuth. Haindl lehrte an der Akademie f&#252;r Bildende K&#252;nste Tel Aviv und der Theaterakademie Recklinghausen. Zum 25. Jahrestag der Gr&#252;ndung des Staates Israel schuf er als Auftragsarbeit  zwei 150 Meter lange Gem&#228;lde f&#252;r die dortige offizielle Jubil&#228;umsausstellung.</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000622-600.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5968" title="l1000622-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000622-600.jpg" alt="l1000622-600" width="600" height="441" /></a></p>
<p><span style="color: #049ab2;"><em>Hermann Haindl in seinem heutigen Atelier </em></span><em><span style="color: #049ab2;">(Foto: FeuilletonFrankfurt)</span></em></p>
<p>Nach der t&#228;glichen Theaterarbeit ging er seiner Leidenschaft, der privaten Malerei nach. Er reiste zu den Indianern Nordamerikas und nach Indien und liess sich von den Religionen und Mythologien dieser Kulturen beeinflussen. Schon 1962 gr&#252;ndete Haindl mit Freunden die K&#252;nstlervereinigung &#8220;Hofheimer Gruppe&#8221;. Grosse Verdienste erwarb sich Haindl um die Erhaltung und Sanierung der Hofheimer Altstadt: 1979 erhielt er daf&#252;r den Deutschen Preis f&#252;r Denkmalschutz, 1985 den Kulturpreis der Stadt Hofheim.</p>
<p><a href="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000625-600.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5967" title="l1000625-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1000625-600.jpg" alt="l1000625-600" width="600" height="446" /></a></p>
<p><span style="color: #049ab2;"><em>Ernst-Dietrich Haberland, Vorsitzender des Frankfurter K&#252;nstlerclubs, und Hermann Haindl im ehemaligem Atelier, der heutigen Hofheimer &#8220;Scheune&#8221; </em></span><em><span style="color: #049ab2;">(Foto: FeuilletonFrankfurt)</span></em></p>
<p>Noch bis zum 5. April 2009 stellt der <a href="http://www.frankfurter-kuenstlerclub.de/">Frankfurter K&#252;nstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus</a> Arbeiten von Hermann Haindl und dem ukrainischen Maler Petro Lebedynets, einem engen Freund Haindls, aus. F&#252;r ihre Zusammenarbeit fanden die beiden K&#252;nstler, die sich 2005 in Kiew kennengelernt hatten, das Motto: &#8220;Frieden braucht Freundschaften&#8221;.</p>
<p><em><span style="color: #049ab2;">(Bildnachweis, sofern nicht anders gekennzeichnet:  © Hermann Haindl, mit freundlicher Genehmigung des K&#252;nstlers)</span></em><span><em><br />
</em></span></p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Ina Holitzka</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2007/11/15/portraets-6/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 20:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[R&#228;ume, Abformungen, Schritte
 Ina Holitzka erkundet die Raumzeit
Die K&#252;nstlerin, wunderbar neugierig auch nach einem zwei Jahrzehnte umfassenden sch&#246;pferischen Prozess, auf der Suche nach immer neuen M&#246;glichkeiten des Raum- und Zeitausmessens, &#252;berzeugt, Grenzen, die ihre bisherigen k&#252;nstlerischen Erfahrungen aufgezeigt haben, versetzen und aufbrechen zu k&#246;nnen, bereit zu Umbr&#252;chen und Neuans&#228;tzen: Ina Holitzka.
Es erweist sich unversehens als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;">R&#228;ume, Abformungen, Schritte</span><br />
<span style="font-size: large;"> Ina Holitzka erkundet die Raumzeit</span></p>
<p>Die K&#252;nstlerin, wunderbar neugierig auch nach einem zwei Jahrzehnte umfassenden sch&#246;pferischen Prozess, auf der Suche nach immer neuen M&#246;glichkeiten des Raum- und Zeitausmessens, &#252;berzeugt, Grenzen, die ihre bisherigen k&#252;nstlerischen Erfahrungen aufgezeigt haben, versetzen und aufbrechen zu k&#246;nnen, bereit zu Umbr&#252;chen und Neuans&#228;tzen: Ina Holitzka.</p>
<p>Es erweist sich unversehens als schwierig, im Rahmen unserer kaleidoskopartigen &#8220;Portr&#228;ts&#8221; dem k&#252;nstlerischen Werk Ina Holitzkas gerecht zu werden, weil sich dieses Oeuvre &#252;ber den angedeuteten Zeitraum von zwanzig Jahren erstreckt, weil der eine Werkzyklus auf dem anderen aufbaut und die Beschreibung eines solchen Prozesses eine eingehende monografische Befassung erforderte. Weil wir erst dann, wenn wir alle diese Schritte mitzuvollziehen versuchen, im Sinne der k&#252;nstlerischen Intention unsere r&#228;umlichen Seh- und Interpretationsgewohnheiten hinterfragen und uns dabei auf eine neue, den altgewohnten Rahmen sprengende Betrachtungsweise, ein neues Verst&#228;ndnis von Raum &#8211; und auch Zeit &#8211; und zugleich auf eine neue, lustvoll-bereichernde &#228;sthetische Erfahrung einlassen k&#246;nnen.</p>
<p>Ina Holitzka, 1957 in Offenbach geboren, studierte an der Staatlichen Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste &#8211; St&#228;delschule &#8211; in Frankfurt am Main bei Michael Croissant Bildhauerei und bei Herbert Schw&#246;bel Fotografie. Ihre anschliessende freie k&#252;nstlerische Arbeit baut wesentlich auf Erfahrungen auf, die sie im Umgang mit dem Herausbilden plastischer Objekte machte: beispielsweise mit der Erkenntnis, dass beim Bronzeguss die die Tonform umkleidende Gipsummantelung zerst&#246;rt werden musste. Die Ummantelung gewann Eigenst&#228;ndigkeit und f&#252;hrte in folgerichtigen Schritten zur Technik des Abformens mit Papier. Konsequent wandte sich Ina Holitzka nicht mehr dem geschlossenen Volumen einer Plastik zu, sondern gleichsam deren ausgeh&#246;hlter Oberfl&#228;che. Sie betrat damit gestalterisches Neuland.</p>
<p>Die K&#252;nstlerin realisierte diese Erkenntnisse alsbald in monumentalen Werken, beispielsweise der Abformung eines m&#228;chtigen, vielfach gerippten gotischen Pfeilers im Frankfurter Dominikanerkloster. Wie sehen wir dieses architektonische Gebilde, seine statischen Aufgaben, Decken- und Dachlasten aufzunehmen und in die Fundamente weiterzuleiten? Zun&#228;chst nur seine &#228;ussere Gestalt. Sehen, erleben wir den Pfeiler als Raum, umgeben wiederum von Raum? Wie grenzen sich diese beiden R&#228;ume, in ihrem wechselseitigen Prozess des Korrespondierens, von- und gegeneinander ab? Ina Holitzka nimmt von dem Pfeiler Abformungen, mit d&#252;nnem Papier und Leim. Verfestigt zeigt uns die Abformung von der einen Seite wiederum die &#228;ussere Pfeilergestalt, von der anderen Seite betrachtet enth&#252;llt sie uns hingegen die Ansicht von innen auf die imaginierte &#8220;H&#252;lle&#8221;, die den Pfeiler umgibt. Wir gewinnen auf diese Weise eine g&#228;nzlich andere Wahrnehmung des Pfeilers als Raum, im Raum.</p>
<p>Diese Technik der Abformung kennzeichnet bereits ein fr&#252;hes, klein dimensioniertes, intim erscheinendes Werk Ina Holitzkas: die Ecke. Eine Zimmerecke in einem fr&#252;heren Atelier. Wieder nehmen wir beide R&#228;ume wahr, den massiven Raum von W&#228;nden und Zimmerdecke, zugleich den Raum, den W&#228;nde und Decke umschliessen, ja erst erm&#246;glichen. Den Raum also, in dem wir atmen und leben.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/ecke-430.jpg" alt="ecke-430.jpg" /><br />
<em> Ecke (Abformung)</em></p>
<p>Ein gewaltiger, zugleich ungemein reizvoller Kontrast wohnt der Abformung der &#8220;Ecke&#8221; inne: Wir wissen um die Schwere der beiden W&#228;nde, die Schwere der Decke, die auf deren rechtwinkeligem Zusammentreffen lastet. Mit ihrem Werk dokumentiert Ina Holitzka die dem konstruktiven Zusammenhalt dieser drei architektonischen Elemente innewohnende Kraft, macht diese Kraft in ihrer R&#228;umlichkeit erlebbar &#8211; aber auf welch atemberaubende Weise: Die Abformung scheint zu schweben &#8211; ein hauchzartes, ja z&#228;rtliches, ein verletzlich, zerbrechlich anmutendes Gebilde, von manchem Tages- und Nachtlicht wunderbar patiniert, man wagt es nicht zu ber&#252;hren, bef&#252;rchtet man doch, dass es darauf zu Staub zerfiele. Wucht und Zerbrechlichkeit, Dynamik und Anmut &#8211; in einem kleinen Meisterwerk versammelt!</p>
<p>Ecken: Was bedeuten uns eigentlich diese geheimnisvollen Raumgebilde? Fl&#252;chten, kuscheln wir uns in sie hinein, Schutz, Geborgenheit, Liebe suchend? Aber bedr&#228;ngen-beengen sie uns dann nicht auch in ihrer Ausweglosigkeit, die allein die Flucht nach vorne zul&#228;sst, eine Flucht, die uns aber wieder in die kalte Welt der Auseindersetzung und der Verletzbarkeit f&#252;hrt? Ina Holitzka lebt und arbeitet in diesem Spannungsverh&#228;ltnis, die nachstehende Zeichnung ihrer Ecke macht es uns sinnlich-erfahrbar.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/ecke-zeichnung-430.jpg" alt="ecke-zeichnung-430.jpg" /><br />
<em> Ecke (Zeichnung)</em></p>
<p>R&#228;ume &#8211; wir erleben sie, leben in ihnen, durchschreiten sie &#8211; mit den F&#252;ssen! Indem wir ihn mit den F&#252;ssen erkunden, be-greifen wir den Raum &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes. Schreiten nimmt Zeit in Anspruch: Raum-Zeit. Der Fuss verbindet Mensch und Raumzeit. Wie es ohnehin den Raum nur in der Zeit gibt. In einer eigenen Werkgruppe Quo vadis untersucht Ina Holitzka dieses Ph&#228;nomen.</p>
<p>&#8220;Dem architektonischen Raum&#8221;, schreibt sie, &#8220;in dem wir uns definieren, abgrenzen und organisieren, galt &#252;ber viele Jahre meine Aufmerksamkeit. Heute liegt mein Fokus auf unserem K&#246;rper-Raum; genauer auf dem Bereich, mit dem wir den Raum durchschreiten. Dem beachtenswerten unteren Endpunkt unseres K&#246;rpers, den F&#252;ssen. Zwei F&#252;sse, ein Paar, stehen in Beziehung zueinander. F&#252;sse bewegen sich &#8211; auf Menschen / Situationen zu oder auch von ihnen fort. F&#252;sse bewegen mich. Durchs Leben, durch den Raum und in meiner Arbeit.&#8221;</p>
<p>Ina Holitzka arbeitet dazu mit einem haptisch warmen, sympathischen Material: Teppichfilz, in den beiden Farben dunkel-weinrot und tief-dunkelblau. Der besondere Reiz dieser Arbeiten: Die F&#252;sse schreiten aus der zun&#228;chst zeichnerischen &#8211; wie wir wissen fiktiven &#8211; Zweidimensionalit&#228;t in den Raum als dritte Dimension. Die Ausschnitte geben wiederum den Raum hinter dem Objekt frei, die Wand wird zu einem Teil des Objektes. Spielerisch-leicht verselbst&#228;ndigen sich die Ausschnitte-Ausschritte zu gaukelnden,  gleichsam lebendigen Wesenheiten.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/step-out-schritt-430.jpg" alt="step-out-schritt-430.jpg" /><br />
<em> step out Schritt</em><br />
<img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/step-out-baumler-iii-430.jpg" alt="step-out-baumler-iii-430.jpg" /><br />
<em> step out Baumler III</em></p>
<p>Simili &#8211; eine j&#252;ngere Werkgruppe der K&#252;nstlerin. Sie verfeinert in ihr ihre Filzschnitt-Technik zu filigranen Gebilden. Wiederum steckt sie mit diesen neuen Arbeiten Positiv- und Negativ-R&#228;ume ab. Die j&#252;ngsten simili &#8220;scheinen eigene organische Strukturen geworden zu sein, die h&#228;ngend, wabbernd oder schlabbernd wie neurobiologische Systeme um sich greifen&#8221; (Beate Kemfert). Eigent&#252;mlich der Reiz, der sich aus den Schichtungen der Filze ergibt: Assoziationen an Ablagerungen, Sedimente, an Erd- und Gesteinsschichten vergangener Urwelten werden wach. Aus ihnen erw&#228;chst in der Gegenwart ein spielerisch-buntes Treiben.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/simili-xiii-430.jpg" alt="simili-xiii-430.jpg" /><br />
<em> simili XIII</em></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/simili-xiv-430.jpg" alt="simili-xiv-430.jpg" /><br />
<em> simili XIV</em></p>
<p>Von den simili ist der Weg nicht weit zu den Fotomontagen Neuro, Ausdruck der interdisziplin&#228;ren Fragestellungen der K&#252;nstlerin, die sich seit l&#228;ngerem sowohl mit meditativen als auch mit neuro- und molekularbiologischen Ph&#228;nomenen befasst. Erkennbar bauen die Neuro-Arbeiten auf den simili auf, ein Wesenszug des gesamten Schaffensprozesses von Ina Holitzka.</p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/neuro1-430.jpg" alt="neuro1-430.jpg" /><br />
<em> Neuro 1</em></p>
<p>Ina Holitzkas Arbeiten irritieren uns in einem positiven Sinne. Mit ihren Anst&#246;ssen wecken sie uns auf aus Wahrnehmungsgewohnheiten. Alle, ja wirklich alle ihre Arbeiten sind sch&#246;n, von sinnlich-&#228;sthetischer Sch&#246;nheit.</p>
<p>In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen hat Ina Holitzka die Ergebnisse ihres k&#252;nstlerischen Arbeits- und  Lebensprozesses aufgezeigt. Viele ihrer oft mit Preisen versehenen Werke haben den Weg in &#246;ffentliche R&#228;ume und zu privaten Sammlern gefunden. Ihre monumentalen Installationen und ihre fotografischen Arbeiten haben wir in diesem kleinen Portr&#228;t aussparen m&#252;ssen. Die Liste der sich mit ihrem Schaffen auseindersetzenden Bibliografien ist lang. Die Kataloge in ihrem Atelier laden zum Studium ein. Ina Holitzka gibt ihre k&#252;nstlerischen Erfahrungen in Lehrauftr&#228;gen und in ihrer Kunstschule &#8220;fein art&#8221; an andere, insbesondere an junge Menschen weiter. Nicht nur dieser Gestus macht sie als K&#252;nstlerin und Mensch liebenswert.</p>
<p><a href="http://www.holitzka.com/">Ina Holitza</a> ist eine K&#252;nstlerin, die nicht stehen bleibt. Eine Grenzg&#228;ngerin hat man sie genannt. Wir d&#252;rfen gespannt sein auf ihr k&#252;nftiges Oeuvre, wie es unseren Verstand und unsere Gef&#252;hle in Anspruch nehmen, wie es uns zu neuen intellektuellen Herausforderungen und zu neuen sinnlich-&#228;sthetischen Wahrnehmungen f&#252;hren wird.</p>
<p><a href="http://www.fein-art.de"></a><em>(Bildnachweis: © Ina Holitzka)</em></p>
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		<title>Portr&#228;ts &#8211; Max Pauer</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2009/07/29/portraets-max-pauer/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 18:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Im Anfang liegt alles beschlossen.&#8221;

Introspektion, &#214;lmalerei hinter Kunststofffolie, 2008
&#8220;Introspektion&#8221; betitelt Max Pauer seine Arbeit.
R&#246;ntgenblick in das eigene Ego, das eigene Cerebrum mit seiner unendlich erscheinenden Zahl an Verschaltungen und Funktionen, Botenstoffe aussch&#252;ttend, Hormone dirigierend, Nerven bis in die entferntesten K&#246;rperwelten stimulierend, von dort wiederum Stimulationen empfangend? Der Blick in ein diversifiziertes physisches und psychisches Geflecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: large;">&#8220;Im Anfang liegt alles beschlossen.&#8221;</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-6277" title="pb-max-pauer-4301" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/pb-max-pauer-4301.jpg" alt="pb-max-pauer-4301" width="430" height="581" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Introspektion, &#214;lmalerei hinter Kunststofffolie, 2008</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Introspektion&#8221; betitelt Max Pauer seine Arbeit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">R&#246;ntgenblick in das eigene Ego, das eigene Cerebrum mit seiner unendlich erscheinenden Zahl an Verschaltungen und Funktionen, Botenstoffe aussch&#252;ttend, Hormone dirigierend, Nerven bis in die entferntesten K&#246;rperwelten stimulierend, von dort wiederum Stimulationen empfangend? Der Blick in ein diversifiziertes physisches und psychisches Geflecht von Senden und Empfangen, Wohlbefinden und Schmerz, Liebe und Angst, Hinwendung und Flucht, Zuversicht und Verzweiflung, ein Geflecht von Fragen und dem Suchen nach Antworten? Der Blick in ein unerschliessbares Geheimnis, das Geheimnis des Lebens, der eigenen Existenz?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Im Anfang liegt alles beschlossen&#8221;. Wir erlauben uns dieses unverd&#228;chtige Zitat des in manchem anderen kritisch rezipierten Philosophen Martin Heidegger.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Das Grosse liegt im Kleinen, das Kleine im Grossen beschlossen. Mikro- und Makrokosmos begegnen sich, verweben sich in Max Pauers Arbeiten. Der K&#252;nstler stellt Fragen. Es sind die alten Fragen der Menschen. Das Faustische &#8220;Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenh&#228;lt&#8221;. Max Pauer sucht in seiner Kunst nach Antworten. Beidem, dem Fragen und dem Suchen, gibt er in seinen Werken Gestalt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-8865" title="image1-web-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/image1-web-430.jpg" alt="image1-web-430" width="430" height="667" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Alchimistische Bilder&#8221; nennt Max Pauer eine Serie fotografischer Vergr&#246;sserungen von Miniaturen in  Mischtechnik auf Glas.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Es sind mit kaum glaublicher Akribie ausgef&#252;hrte Aufglasmalereien, auf Glasscheibchen meist im Kleinbildfilmformat, &#252;ber einhundert an der Zahl. Der K&#252;nstler fertigt sie mit feinsten Werkzeugen. Die Malmittel stellt er &#8211; oft experimentell &#8211; selbst zusammen, &#220;berraschungen stellen sich ein, scheinen nicht unwillkommen. Die winzigen Substanzen entwickeln sich, entfalten ein Eigenleben, bevor sie trocknen. Dann kommt die Zeit, dass Pauer die Glasscheibchen fotografiert und um ein Zigfaches vergr&#246;ssert.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-8871" title="image8-web-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/image8-web-600.jpg" alt="image8-web-600" width="600" height="400" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Das Grosse liegt im Kleinen, das Kleine im Grossen beschlossen: Es entstehen fotografische Abbildungen von einer erstaunlichen Intensit&#228;t und Dichte: Bakterien, Viren, Mikroben aus der Petrischale unter dem Rasterelektronenmikroskop k&#246;nnten in ihrer Gestalt nicht fantasievoller aufscheinen. Die fotografischen Vergr&#246;sserungen versetzen uns in die Welt kleinster zellularer Strukturen, der Molek&#252;le, der Atome, der diese wiederum bildenden allerkleinsten Teilchen, bis dorthin, wo Materie als ein Zustand von Energie sich g&#228;nzlich in diese aufl&#246;st.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Es ist die Welt im Allerkleinsten &#8211; aber auch im Allergr&#246;ssten:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-8870" title="image6-web-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/image6-web-600.jpg" alt="image6-web-600" width="600" height="555" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Zieht da nicht ein Meteor im interstellaren Raum seine Bahn, ein winziger Teil des Universums, vor fernen Gestirnen, diese wiederum winzige Teile einer der Millionen von Galaxien?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Das Glas &#8211; es scheint Max Pauer zu faszinieren. Ein Scheibchen simplen Glases, Silicium, Natrium, Calcium und Aluminium, jeweils als Oxide. Ein einzigartiger, h&#246;chste Leuchtkraft, Brillianz und Kontraste erm&#246;glichender Malgrund. Nicht umsonst begegnen wir dieser Technik vorzugsweise in der sakralen Malerei. Komplizierter gestaltet sich die Hinterglasmalerei: Dort tr&#228;gt der K&#252;nstler lichtundurchl&#228;ssige Farben seitenverkehrt auf die Glas&#8221;r&#252;ckseite&#8221; auf. Ein langwieriges, ja m&#252;hsames Verfahren, &#252;ber Jahrhunderte hinweg widmeten sich k&#252;nstlerisch begabte, in der N&#228;he der Glash&#252;tten angesiedelte b&#228;uerliche Familien in den langen Wintermonaten dieser Kunst, das Hinterglasmuseum im ober&#246;sterreichischen Sandl wie auch die Museumssammlungen in Freistadt und Linz legen ein beredtes Zeugnis dieser alten Maltradition ab.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">In Max Pauers Palette dominieren die dunklen T&#246;ne, die kontrastierenden Stufen des Grau bis hin zum tiefen, reinen Schwarz.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Ein &#8220;Schl&#252;sselbild&#8221;: Ist es eine Antwort auf des K&#252;nstlers Fragen?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Es ist das Wort &#8220;Risiko&#8221;, mit dem die feinnervigen, vegetativen Strukturen eines &#8220;alchimistischen Bildes&#8221; in einer Mischtechnik mit Hinterglasmalerei durchschrieben sind. Ein Lebensgrundsatz, ein Lebensbekenntnis, wie wohl bei vielen K&#252;nstlern von autobiografischer Dimension.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-9149" title="risiko-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/risiko-650.jpg" alt="risiko-650" width="650" height="464" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Max Pauer wechselt in seinem Schaffen zwischen den k&#252;nstlerischen Medien. Insbesondere untersucht er die Wechselbeziehungen zwischen Malerei und Fotografie. Beide Arbeitstechniken befruchten sich gleichsam gegenseitig.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><a rel="attachment wp-att-6275" href="http://erhard-metz.de/2009/07/29/portraets-max-pauer/hinterglasmalerei-winternacht-frankfurt-550/"><img class="alignnone size-full wp-image-8866" title="hinterglasmalerei-winternacht-frankfurt-n" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/hinterglasmalerei-winternacht-frankfurt-n.jpg" alt="hinterglasmalerei-winternacht-frankfurt-n" width="553" height="387" /></a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Winternacht, &#214;lmalerei hinter Glas, 2005</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die &#8220;Winternacht&#8221;: ein kleines Meisterwerk, die Lichtpunkte sind mit winzigen, mit der Fingerkuppe aufgetragenen Tr&#246;pfchen in Weiss ausgef&#252;hrt, anschliessend wurde die Glasplatte schwarz &#252;bermalt.Schwarz und Weiss stossen aufeinander, die hell erleuchteten Fenster erzeugen das Gegenteil von W&#228;rme: Winterk&#228;lte, menschliche K&#228;lte liegt vor und &#252;ber der Frankfurter Hochhaussilhouette.<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-8868" title="web-urbi-et-obi-15-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/web-urbi-et-obi-15-600.jpg" alt="web-urbi-et-obi-15-600" width="600" height="390" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Tiefflug, (Analogfotografie, Farbdia), 2003</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Neues vom Kronberger Malerblick&#8221; nennt der K&#252;nstler eine in ihrer Perspektive &#228;hnliche, jedoch als Hinterglasmalerei ausgef&#252;hrte Ansicht der im s&#252;d&#246;stlichen Taunusabschwung gelegenen Stadt Frankfurt am Main.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><a rel="attachment wp-att-6280" href="http://erhard-metz.de/2009/07/29/portraets-max-pauer/web-swinging-frankfurt-430/"><img class="alignnone size-full wp-image-6280" title="web-swinging-frankfurt-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/web-swinging-frankfurt-430.jpg" alt="web-swinging-frankfurt-430" width="430" height="667" /></a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>aus der Serie &#8220;Urbi et Obi&#8221; (Analogfotografie, schwarz/weiss), 2001</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Doppelt verschattet und in der Spiegelung gebrochen strahlt der monumentale Frankfurter Messeturm gegen die ihn bedr&#228;ngende benachbarte Baustelle an. DJ BOBO blickt wie aus einer anderen Welt in die Szenerie.<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Umfangreich ist Max Pauers zeichnerisches Werk. Es ist ein feiner, oft kaum wahrnehmbarer Strich, die Motive, mitunter Vexierbildern gleich, sind bei allem Minimalismus in ihrer Fig&#252;rlichkeit erlebbar.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-9241" title="giovanna-paola-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/giovanna-paola-430.jpg" alt="giovanna-paola-430" width="430" height="597" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Giovanna Paola, Zeichnung</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Schon der Titel der Zeichnung provoziert in seiner zweideutigen Anspielung (eine legendenhafte, im 9. oder 11. Jahrhundert angesiedelte, in ihrer Existenz historisch nicht belegte &#8220;P&#228;pstin&#8221; soll auf den Namen Giovanna geh&#246;rt haben), der feine Strich enth&#252;llt den Antagonismus zwischen dem kargen, &#8220;giacomettihaften&#8221; Kreuz der Christenheit und einem sich hier in Leibes&#252;berf&#252;lle ausdr&#252;ckenden, selbstentlarvenden obrigkeitlichen Machtanspruch.</span></p>
<p style="margin-right: -1.86cm; margin-bottom: 0cm;">
<p><span style="font-family: Arial;">Max Pauer, Frankfurter von Geburt und, wie er betont, aus &#220;berzeugung, zeigte, nach Studium in Frankfurt und Gaststudium an der Hochschule f&#252;r Gestaltung Offenbach mit dem Schwerpunkt konzeptuelle Fotografie bei Rudolf Bonvie, seine Arbeiten in  zahlreichen Gruppenausstellungen: 2005	Dia-Installation &#8220;Urbi et Obi&#8221; in der Reihe &#8220;jour fixe&#8221; bei Gabriele Juvan, Offenbach; 2006 &#8220;drau&#223;ensein&#8221; mit <a href="http://www.erhard-metz.de/2009/12/18/uta-mallin-alles-fliesst/">Uta Mallin</a>, Wiesengrund im Finkenhof, Frankfurt, und Gruppenausstellung &#8220;K&#252;nstler der Galerie&#8221;, Galerie Wildwechsel, Frankfurt; 2007	Gruppenausstellung &#8220;blind gekommen&#8221; in der Galerie Heimspiel, Frankfurt, ferner &#8220;Die Sammlung Rausch&#8221; (&#8221;It Takes Something To Make Something&#8221;), Portikus, Frankfurt, sowie &#8220;Open Doors&#8221;  &#8211; Tage der offenen Ateliers des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main als Gast im Frankfurter Atelier holgerherrmann; 2008	Schweizer Nº 9 mit Elizabeth Dorazio und Nikolaus A. Nessler (ehemalige R&#228;ume der Galerie Voges), Frankfurt, ferner die Lichtbildinstallation &#8220;Adventsturm&#8221;, Wartburggemeinde Frankfurt am Main.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Wer sich in der Frankfurter Kunstszene bewegt, begegnet Max Pauer regelm&#228;ssig. Noch nicht allen jedoch ist der schlanke, hochgewachsene Mann als derjenige bekannt, der er im Ureigensten ist: ein sensibler wie begabter K&#252;nstler. <a href="http://www.erhard-metz.de/2009/08/04/erinnern-vergessen-album-von-gesine-goetting/">Gesine G&#246;tting</a> nimmt ihn zum &#8220;Gegenstand&#8221; ihrer am vergangenen Montag er&#246;ffneten vielbeachteten Ausstellung &#8220;Album&#8221; im 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse: Der dortige Galerist, unser K&#252;nstler, als Objekt der K&#252;nstlerin, die er ausstellt, dessen galeristisches Objekt sie also selbst wiederum ist. Wer stellt am Ende wen aus? Und wie ertr&#228;gt der Galerist diese Situation?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em><img class="alignnone size-full wp-image-9331" title="l1002486-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/l1002486-600.jpg" alt="l1002486-600" width="600" height="454" /></em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Max Pauer im Gespr&#228;ch mit Gesine G&#246;tting vor ihrer Zeichnung &#8220;April 2009&#8243;</em></span><span style="font-family: Arial;"><em>, Kugelschreiber auf Papier, 2009</em></span><span style="font-family: Arial;"><em> (nach einer Fotografie von Wolfgang G&#252;nzel: Max Pauer im Gespr&#228;ch mit St&#228;del-Professor Tobias Rehberger)<br />
</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Im Anfang liegt alles beschlossen&#8221;. Man muss sich dessen bewusst sein. Im kleinen Kern ist der sp&#228;tere starke Baum angelegt. Es d&#252;rfen dabei auch Umwege gegangen werden, denn auch sie f&#252;hren zum Ziel. Am kommenden Freitag, 31. Juli 2009, er&#246;ffnet Max Pauer im Frankfurter &#8220;Kunstraum Lalibela&#8221; seine eigene Einzelausstellung &#8220;Mother Nature And Suns&#8221;. Seine Werkschau in der Klingerstrasse 2 &#8211; 4 wird bis zum 11. September 2009 zu sehen sein (&#214;ffnungszeiten t&#228;glich 13 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag bis 24 Uhr).</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>(abgebildete Werke © Max Pauer und <a href="http://www.erhard-metz.de/2009/08/04/erinnern-vergessen-album-von-gesine-goetting/">Gesine G&#246;tting</a>; Fotos: Max Pauer [1 - 9], FeuilletonFrankfurt [10])</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em><br />
</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em> </em></span></p>
<p style="margin-right: -0.19cm; margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-right: -0.19cm; margin-bottom: 0cm;">
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