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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Politik angeklickt' Category

Alles hängt mit allem zusammen

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Alles hängt mit allem zusammen …  ein “geflügeltes”, vielstrapaziertes und dennoch wahres Wort:

0,62 Euro monatlich für Spielzeug eines Hartz-IV-Kindes

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(Bildnachweis: garl/Huber /pixelio.de)

4,5 Millionen Euro für Dresdner Kleinwort – Banker Jens-Peter Neumann, der seinem Arbeitgeber im Jahr 2008  5,7 Milliarden Euro Verlust bescherte

Arbeit und Ethik – zum Beispiel Mindestlohn

Donnerstag, 17. Januar 2008

Die Debatte um den Mindestlohn – sie geht an einem wesentlichen Aspekt vorbei, auch bei den beiden politischen Parteien, die sonst gerne das “C” in ihrem Namen herausstellen.

Die Bedeutung der menschlichen Arbeit lediglich auf einen der Produktionsfaktoren in der Wirtschaftsordnung zu reduzieren, wäre zweifellos verwerflich. Arbeit ist auch wesentlich mehr als eine Erwerbstätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhalts. Nun muss man heute Arbeit nicht unbedingt als eine sittliche Pflicht und Existenzbedingung des Menschen verstehen. Aber in der Arbeit sollte der Mensch einen Teil seiner Möglichkeiten zu einer angemessenen Selbstverwirklichung erfahren. Arbeit ist – auch – ein Begriff der Ethik.

Menschliche Arbeit ist – viele Politiker scheinen dies vergessen zu haben – Gegenstand der Deklaration der Menschenrechte vom Dezember 1948 und damit nach allgemeinem Verständnis zugleich des sogenannten humanitären Völkerrechts:

In der damaligen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heisst es dazu unter anderem:

“Jeder hat das Recht auf Arbeit, . . . auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen . . .”
“Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert . . .”

Menschen für einen Lohn arbeiten zu lassen, der diesen Wertevorstellungen widerspricht, verstösst gegen Moral und Ethik. Unternehmen, die mit Entlassungen oder Konkurs drohen, wenn sie wenigstens Mindest- statt ihrer Dumpinglöhne zahlen sollen, haben in einer Marktwirtschaft, die sich “soziale” nennt, nichts zu suchen. Dumpinglöhne politisch gegen alternative potentielle Arbeitslosigkeit auszuspielen, ist in durchschaubarer Weise interessenverflochten und haltlos.

Und dass Hungerlöhne von heute die menschenerniedrigende Renten- und Altersarmut von morgen sind, versteht sich von selbst. Jedenfalls für jemanden, der eins und eins zusammenzählen kann.

Auf de’ schwäb’sche Eisebahne …

Montag, 28. November 2011

Schtuagart, Ulm und Biberach, Mekkabeure, Durlesbach …

Nach der Volksabstimmung: hier geht’s zum unvergessenen Willy Reichert

Auf den Punkt gebracht …

Samstag, 7. August 2010

ARD-Deutschlandtrend (Infratest dimap) August 2010:

CDU/CSU/FDP  36 %
SPD/Grüne  48 %

Schwarz-Gelb

“Wer nach nicht einmal einem Jahr Amtszeit in der Wahrnehmung der Leute so schlecht dasteht, hat als Regierung versagt. Das beginnt bei der Kanzlerin, deren Wertschätzung bei den Wählern stark bröckelt. Es setzt sich fort über die kleinen Partner CSU und FDP, die nicht in der Lage sind, wirklich gemeinsam zu regieren, weil sie ihre je eigenen Positionen penetrant und manchmal pöbelnd gegeneinander verteidigen …  Schwarz-Gelb wird nicht mehr als eine funktionierende, wenn auch schwierige Regierung gesehen, sondern als ein zerstrittener Machtverwaltungsverein von Leuten, die nicht miteinander können und die auch das Regieren miteinander nicht können.”

Kurt Kister in der Süddeutschen Zeitung vom 7. August 2010 (der einzigen von Politpartei-Einfluss unabhängigen grossen deutschen Tageszeitung)

Auf den Spuren von Konrad Adenauer (1): Drei Tage in der Villa la Collina

Dienstag, 16. Juni 2009

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Wir sind am Ziel: Nach wenigen Serpentinen bergan vom Ufer des Comer Sees halten wir vor dem mächtigen schwarzlackierten Tor der Villa La Collina in Cadenabbia. Hoch türmt sich ein üppig mediterran bewachsener Bergpark auf, dominiert von wuchtig aufragenden Zypressen sowie exotisch anmutenden Tannen- und Laubbäumen. Daneben und dazwischen Palmwedel. Wir stehen vor der berühmten Villa La Collina, in der Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, in den Jahren von 1959 bis 1966 fünfzehn Mal seinen Urlaub verbrachte.

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Über 27.000 Quadratmeter Park, wie der Name besagt auf einem Hügel gelegen, ganz oben die 1899 erbaute “eigentliche” Villa (in Italien heissen exklusive Gebäude samt dem umgebenden Park Villa).

In der beginnenden Dämmerung geht es hinauf, an der 1990 im unteren Teil des Parks errichteten Accademia und an den riesigen, uralten Zypressen vorbei zur Villa …

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Am nächsten Morgen dann das Gebäude im Sonnenschein und der Blick über die Terrassen auf den Comer See …

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Heute ist die Ausstattung des Hauses eine andere als zu Adenauers Zeiten, in denen es dort sehr spartanisch zuging. Die Villa war damals, nach wiederholtem Leerstand, schlecht zu beheizen, Mobiliar, Geschirr und sonst Nützliches bis Notwendiges mussten von einem Hotel in der Nähe herbeigeschafft werden, wenn der hohe Besuch eintraf.

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1977 erwarb die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das denkwürdige Anwesen und richtete dort ein internationales Begegnungszentrum für Politik, Wirtschaft und Kunst ein. Zusammen mit der genannten Accademia bietet das Anwesen bis zu 60 Übernachtungsgästen Platz. Rund 50 bis 60 Konferenzen, Seminaren und Tagungen jährlich gibt die Villa ein einzigartiges Ambiente und Gepräge.

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In der Villa finden die Zusammenkünfte der Autorenwerkstatt der Stiftung statt; Künstler und Kunstmanager aller Sparten treffen sich regelmässig zum Gedankenaustausch beispielsweise über Fragen von Kunst, Macht und Politik.

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Überall auf den Wegen und in den Räumen weht uns der Genius loci an. Konrad Adenauer fand hier, obwohl die Villa in den Wochen seiner Anwesenheit zu einer Art Aussenstelle des Bonner Kanzleramts hergerichtet werden musste, ein paar Stunden der Ruhe und Musse. Er liebte die alten Bäume, besonders die himmelwärts aufstrebenden Zypressen. Er traf an diesem Ort wichtige politische Entscheidungen und Weichenstellungen auch für den eigenen persönlichen Lebensweg: So entschied er sich hier in politisch brisant-bewegten Zeiten dafür, entgegen früheren Erwägungen doch nicht für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung zu stehen, sondern die Kanzlerschaft fortzusetzen. Und nicht zuletzt: Hier verfasste er die ersten Bände seiner “Erinnerungen”.

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Inzwischen steht die Villa La Collina bei rechtzeitiger Voranmeldung auch Gästen für einen kürzeren privaten Urlaub zur Verfügung. Einen entsprechenden Kontakt zur Leitung der Villa finden Sie unter www.kas.de.

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(Fotos: FeuilletonFrankfurt)