home

FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Politik angeklickt' Category

“Schnaps-Idee” ade!

Montag, 15. Oktober 2007

“Schnaps-Idee” – im wahrsten Sinne des Wortes: Kinder und Jugendliche als Testkäufer für Schnaps & Co. – Alkohol, Zigaretten, Gewaltvideos! Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Offensichtlich kein Problem aber für ein Bundesministerium.

800px-spirituosen-im-supermarkt1
(Foto: Ralf Roletschek wikimedia commons GFDL)

Warum diese harsche Kritik? Weil Kinder und Jugendliche mit einer Mentalität, wie sie im Bereich von Spitzel- und Spionagediensten anzutreffen ist, mit einer Lügenpraxis der Erwachsenenwelt bekannt, ja vertraut gemacht würden. Was ist mit der Vermittlung von Werten wie Wahrheit, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Vertrauen schenken und geniessen? Ein Kind, ein Jugendlicher als agent provocateur, als bewusster Lügner, als Anstifter zu Straftaten? Nein – dahin darf es niemals kommen.

“Schnaps-Idee” ade!

27. September 2009, SPD: Faszination Abgrund

Sonntag, 27. September 2009

Der Blick in den Abgrund faszinierte den Menschen schon immer; noch mehr, sich dem Abgrund, dem möglichen Sturz in die todbringende Tiefe bis an den Rand des Schlundes zu nähern. Ein unvergleichlicher Moment, wenn der den Freitod Suchende die Brüstung des Hochhausdaches überwindet. Wenn der dem Spiel Verfallene seine letzten Münzen auf Va banque setzt. Wenn der Extremkletterer jenseits von Haken, Tritten und Leitern in der senkrechten Felswand, nur seinen Fingerkuppen vertrauend,  dem Tod so nahe ist wie dem Leben. Generationen von Schriftstellern haben ein solches Lebensgefühl in ihren Werken festgehalten.

Franz “Münte” Müntefering und die Seinen scheinen diesem verführerischen Sog erlegen zu sein. Über verschiedene Stufen des Abstiegs ist es ihnen heuer gelungen, die SPD (wenn Sie nicht wissen, was sich hinter dieser Abkürzung verbirgt, googeln Sie bitte) in der sechzigjährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu ihrem schlechtesten Wahlergebnis zu führen. Eine respektable Leistung auf dem Weg ins endgültige Nichts.

Weiter so, kündigte “Münte” am heutigen Abend der Wahlkatasthrophe in seinem gespenstischen Auftritt vor den Kameras der Nation an, von einem Rücktritt keine Spur. Recht so, rufen wir ihm aufmunternd zu. Ein kleiner Schritt noch, und der Sprung unter die 20 %-Marke ist geschafft! Aber es gilt natürlich, die 10 %-Nähe und den Sturz ins verführerisch Bodenlose zu erreichen. Mit “Münte” wird es schon gelingen, seien wir da auch in düsteren Zeiten wie diesen ganz zuversichtlich.

Wenn da nicht ein “War da nicht etwas?” bliebe:

Hat sich nicht unlängst die SPD nach der Niederlage von Dieter Althaus in Thüringen an die Spitze derer gesetzt, die seinen zu späten Rücktritt geisselten?

Sahen wir nicht heute abend trotz fernsehgeschwächter Sehkraft unserer Augen eine Grafik, die der SPD – Vorwahlumfragen zufolge – die niedrigste Stufe an Glaubwürdigkeit der Parteien bescheinigte?

500px-d-w015_warnung_vor_absturzgefahr_tysvg

3. Oktober 2010: 20 Jahre Deutsche Einheit

Sonntag, 3. Oktober 2010

Oberbürgermeisterin Petra Roth, Präsident a. D. Michail Gorbatschow, Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann

“Werde ich gefragt, wen ich für den Haupthelden der deutschen Wiedervereinigung halte, antworte ich immer – das Volk. Ich will die Rolle der Politiker gar nicht abwerten, sie war sehr gross. Doch die wichtigste Rolle hat hier das Volk gespielt bzw. zwei verschiedene Völker. Die Deutschen, die ihren Willen zur nationalen Einheit entschieden und unmissverständlich bekundet haben. Und natürlich die Russen, die für die Sehnsüchte der Deutschen Verständnis aufbrachten sowie den Glauben, dass das heutige Deutschland sich von Grund auf verändert hat und von dem früheren unterscheidet, und die den Willen der Deutschen respektierten und akzeptierten. Wäre diese Unterstützung nicht da gewesen, hätte die sowjetische Regierung nicht so handeln können, wie sie gehandelt hat.”

Präsident a. D. Michail Sergejewitsch Gorbatschow in seinem Festvortrag in der Frankfurter Paulskirche zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)

Alle Jahre wieder: Wahl- und Steuerlügen

Dienstag, 30. Juni 2009

“Quo usque tandem abutere patientia nostra?” hält der Philosoph, Literat und Politiker Cicero im Jahre 63 v. Chr. im römischen Senat dem Verschwörer Catilina vor – Wie lange noch wirst du unsere Geduld missbrauchen?

Diese Frage rufen wir wieder einmal den Oberen der Politparteien aller Couleurs in deren Wettlauf um die üblichen vorwahlzeitlichen Steuerlügen zu.

peter-schmidt

(Foto: Peter Schmidt /pixelio.de)

Im Jahr der noch nicht absehbaren Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, hoher Risiken bei den zig-zig-Milliarden Bürgschafts- und Kreditzusagen des Bundes, der höchsten Neuverschuldung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland (86 Milliarden Euro Nettokreditaufnahme in 2010) und vor dem Hintergrund eines Schuldenbergs von derzeit rund 1700 Milliarden Euro ist es – gelinde formuliert – unredlich und unseriös, wenn Parteiführungen und -sprecher den Wählerinnen und Wählern vor der anstehenden Bundestagswahl die Möglichkeit von Steuersenkungen in absehbarer Zeit vorgaukeln, die es niemals geben wird und geben kann.

Jeder, der in der Lage ist, 1 und 1 zusammenzuzählen und nach weidlicher Überlegung zu dem korrekten Ergebnis 2 zu gelangen, kann sich ausrechnen, dass nach der Wahl Steuererhöhungen in nicht unbeträchtlichem Umfang notwendig und unumgänglich sein werden.

Uns selbst ärgert weniger das sattsam bekannte unglaubwürdige Steuer-Geschwätz der Parteien als solches, sondern die Tatsache, dass diese – leider bei manchen mit Erfolg – versuchen, die Wählerinnen und Wähler immer wieder und vor jeder Wahl aufs neue für dumm zu verkaufen.

So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt (Johann Wolfgang Goethe, Torquato Tasso).

Und eine “Partei” wird, sehr zum Schaden von Demokratie und Gemeinwesen, weiter zulegen: die der parteienüberdrüssigen Nichtwähler.

Alles hängt mit allem zusammen

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Alles hängt mit allem zusammen …  ein “geflügeltes”, vielstrapaziertes und dennoch wahres Wort:

0,62 Euro monatlich für Spielzeug eines Hartz-IV-Kindes

garl-huber

(Bildnachweis: garl/Huber /pixelio.de)

4,5 Millionen Euro für Dresdner Kleinwort – Banker Jens-Peter Neumann, der seinem Arbeitgeber im Jahr 2008  5,7 Milliarden Euro Verlust bescherte