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	<title>erhard-metz.de &#187; Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst</title>
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		<title>&#8220;Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung&#8221; in Frankfurt am Main</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2012/01/28/amt-fur-umbruchsbewaltigung-in-frankfurt-am-main/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 09:44:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8220;Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung&#8221; ist voll in Betrieb! &#214;ffnungs- und Sprechzeiten: Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr. Die Themenkreise: DEMOKRATIE UND FREIHEIT GLOBALE PH&#196;NOMENE &#214;KONOMIE UND GERECHTIGKEIT Anmeldung m&#246;glichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im Frankfurter Kunstverein (Foto: FeuilletonFrankfurt) &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;"><span style="font-family: Arial;">Das &#8220;<a href="http://www.erhard-metz.de/2012/01/27/frankfurter-amt-fur-umbruchsbewaltigung-eroffnet/">Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung</a>&#8221; ist voll in Betrieb!</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-31408" title="L1010264-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010264-450.jpg" alt="" width="447" height="634" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#214;ffnungs- und Sprechzeiten:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und</strong><br />
<span style="font-family: Arial;"><strong> Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.</strong></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die Themenkreise:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>DEMOKRATIE UND FREIHEIT</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>GLOBALE PH&#196;NOMENE</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>&#214;KONOMIE UND GERECHTIGKEIT</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Anmeldung m&#246;glichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im <a href="http://www.fkv.de">Frankfurter Kunstverein</a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>(Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;ANALOG&#8221;: Fotografien von Petra Schaffer im Nebbienschen Gartenhaus</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2009/10/29/analog-petra-schaffer-im-nebbienschen-gartenhaus-des-frankfurter-kuenstlerclubs/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 07:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[© Petra Schaffer, Wasserfall, Miami In Zeiten einer in manchem bereits inflation&#228;r anmutenden Zahl an Ausstellungen aktueller fotografischer Arbeiten kann Petra Schaffers fotografisches Werk durchaus eine hervorgehobene Position beanspruchen. Dessen k&#252;nstlerische Qualit&#228;t ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass Petra Schaffer vor ihrem Magisterstudium an der Universit&#228;t M&#252;nchen in vierter Familiengeneration das Handwerk und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-11264" title="petra-schaffer-wasserfall-miami-usa-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/petra-schaffer-wasserfall-miami-usa-430.jpg" alt="petra-schaffer-wasserfall-miami-usa-430" width="430" height="645" /></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><em>© Petra Schaffer, Wasserfall, Miami</em></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">In Zeiten einer in manchem bereits inflation&#228;r anmutenden Zahl an Ausstellungen aktueller fotografischer Arbeiten kann Petra Schaffers fotografisches Werk durchaus eine hervorgehobene Position beanspruchen. Dessen k&#252;nstlerische Qualit&#228;t ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass Petra Schaffer vor ihrem Magisterstudium an der Universit&#228;t M&#252;nchen in vierter Familiengeneration das  Handwerk und die Kunst der Fotografie an der renommierten damaligen &#8220;Bayerischen Staatslehranstalt f&#252;r Photografie&#8221; (heute in die Fachhochschule M&#252;nchen integriert) erlernte. Wegweisende Impulse f&#252;r ihr k&#252;nftiges sch&#246;pferisches Arbeiten erhielt sie ferner w&#228;hrend ihrer Assistenz bei der bedeutenden, 1989 verstorbenen Regina Relang, der in den 1950er- und 1960er-Jahren f&#252;hrenden deutschen Modefotografin.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Petra Schaffer (<a href="http://www.erhard-metz.de/2008/06/05/portraets-petra-schaffer/">Portr&#228;t in FeuilletonFrankfurt</a>) verschrieb sich bereits zu einer Zeit ausschliesslich der analogen Fotografie, bevor manche von den M&#246;glichkeiten der Digitalisierung entt&#228;uschten Fotok&#252;nstler wieder zur analogen Technik zur&#252;ckkehrten. &#8220;Analog&#8221; &#8211; so auch der Titel ihrer neuen Ausstellung &#8211; bedeutet f&#252;r Schaffer den Verzicht nicht nur auf den Einsatz eines Stativs oder anderer Hilfsmittel w&#228;hrend einer Aufnahme, sondern auch auf sp&#228;tere Ausschnittkorrekturen und jedwede technische Nachbehandlung ihrer Arbeiten im Labor. Diese sind deshalb von einer einzigartigen k&#252;nstlerisch-fotografischen Authentizit&#228;t.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><img class="alignnone size-full wp-image-11281" title="petra-schaffer-lichteinfall-auf-kirchensaeule" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/petra-schaffer-lichteinfall-auf-kirchensaeule.jpg" alt="petra-schaffer-lichteinfall-auf-kirchensaeule" width="650" height="457" /></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><em>© Petra Schaffer, Lichteinfall auf Kirchens&#228;ule</em></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Mag die Auswahl der im fotografischen Bild festgehaltenen Sujets oft &#252;berraschen, ja eine gewisse Spontaneit&#228;t vermuten lassen, so sind die Fotografien doch sorgf&#228;ltig komponiert. Mit der bildgestaltenden Wahl von Brennweite, Blendeneinstellung und Verschlusszeit sowie dem freih&#228;ndigen Verziehen der Kamera gegen&#252;ber feststehenden oder bewegten Objekten f&#252;hrt die K&#252;nstlerin den Betrachter ihrer Arbeiten in eine gleichsam neue Welt ungewohnter Einblicke und Wahrnehmungen des im unreflektierten Vor&#252;bergehen meist als unspektakul&#228;r und allt&#228;glich Empfundenen. In Dialog und Auseinandersetzung mit das Vertraute verlassenden, neuen Perspektiven gelangt jener zu selbstkritischer Pr&#252;fung einge&#252;bter Sehweisen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><img class="alignnone size-full wp-image-11282" title="petra-schaffer-abenddammerung-museum-budapest" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/petra-schaffer-abenddammerung-museum-budapest.jpg" alt="petra-schaffer-abenddammerung-museum-budapest" width="650" height="456" /></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><em>© Petra Schaffer, Abendd&#228;mmerung Museum Budapest</em></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Schaffers Arbeiten, die in ihrer farblichen Komposition &#8211; wie in unseren aktuellen Beispielen ersichtlich &#8211; vielfach einen malerischen Charakter haben, erm&#246;glichen dem Betrachter eine F&#252;lle von Assoziationen. Bei aller formalen Strenge wie auch &#196;sthetik k&#246;nnen sie ihm den Blick auf das hinter mancher &#228;usserer Erscheinungsform verborgene Wesentliche &#246;ffnen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Die 1961 in Regensburg geborene Fotografin stellt seit 2005 ihre Arbeiten regelm&#228;ssig aus, so &#252;ber Frankfurt am Main hinaus in M&#252;nchen, Schwandorf und Seeshaupt, im benachbarten Ausland in K&#252;ssnacht, Amsterdam und Den Haag. Zuletzt waren sie im Sommer dieses Jahres in einer vielbeachteten Ausstellung w&#228;hrend des Rheingau Musik Festivals in Kloster Eberbach zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><img class="alignnone size-full wp-image-11283" title="petra-schaffer-highway-fahrt-houston" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/petra-schaffer-highway-fahrt-houston.jpg" alt="petra-schaffer-highway-fahrt-houston" width="650" height="433" /></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;"><em>© Petra Schaffer, Highway-Fahrt, Houston</em></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Am Freitag, den 30. Oktober 2009, 18 Uhr, spricht Petra Schaffer im <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/27/der-frankfurter-kuenstlerclub-im-nebbienschen-gartenhaus/">Nebbienschen Gartenhaus</a> des <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/27/der-frankfurter-kuenstlerclub-im-nebbienschen-gartenhaus/">Frankfurter K&#252;nstlerclubs</a> im traditionellen K&#252;nstlergespr&#228;ch &#252;ber ihre Arbeiten. Es verspricht, ein interessanter Abend zu werden.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Sans;">Die Ausstellung im Nebbiensches Gartenhaus, Bockenheimer Anlage (gegen&#252;ber dem Hilton-Hotel) &#8211; ein &#8220;Muss&#8221; f&#252;r alle Freunde der k&#252;nstlerischen Fotografie &#8211; ist bis 15. November 2009, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr, ge&#246;ffnet.</span></p>
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		<title>&#8220;Arte Essenziale&#8221; im Frankfurter Kunstverein</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2011/12/29/arte-essenziale-im-frankfurter-kunstverein/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 13:31:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gemeinschaftsausstellung mit der italienischen Collezione Maramotti &#220;ber die Weihnachtstage waren wir zu Gast im St&#228;del Museum, bei den Alten Meistern, genauer gesagt bei drei Madonnendarstellungen. Nun naht das &#8220;Neue Jahr&#8221;, und nicht nur deshalb begeben wir uns zu &#8220;neuer Kunst&#8221;, genauer gesagt zu zeitgen&#246;ssischen K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern, deren Arbeiten der Frankfurter Kunstverein unter dem Titel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;">Gemeinschaftsausstellung mit der italienischen Collezione Maramotti</span></p>
<p>&#220;ber die Weihnachtstage waren wir zu Gast im St&#228;del Museum, bei den <a href="http://www.erhard-metz.de/2011/12/15/das-neue-stadel-alte-meister/">Alten Meistern</a>, genauer gesagt bei drei <a href="http://www.erhard-metz.de/2011/12/26/weihnachten-2011-mit-guercino/">Madonnendarstellungen</a>. Nun naht das &#8220;Neue Jahr&#8221;, und nicht nur deshalb begeben wir uns zu &#8220;neuer Kunst&#8221;, genauer gesagt zu zeitgen&#246;ssischen K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern, deren Arbeiten der Frankfurter Kunstverein unter dem Titel &#8220;Arte Essenziale&#8221; pr&#228;sentiert &#8211; noch bis einschliesslich 1. Januar 2012. Es sind also nur noch ein paar Tage Zeit, genug jedoch, diese &#252;beraus sehenswerte &#8211; wenn auch etwas anstrengende &#8211; Ausstellung zu besuchen.</p>
<p>Arte essenziale &#8211; essenzielle, also grundlegende, wesentliche, unabdingbare Kunst? Was ist das?</p>
<p>Zun&#228;chst einmal gilt es, betont Holger Kube Ventura, Direktor des Kunstvereins, sehr genau hinzusehen auf das, was vor uns liegt, also das Material zu erforschen und zu definieren, um als Betrachter die Materialit&#228;t der Objekte als Kunstwerke in ihrem r&#228;umlichen und zeitlichen Kontext zu erfassen, zu verstehen und auch zu hinterfragen. Federico Ferrari, Professor f&#252;r Philosophie der Kunst an der renommierten Mail&#228;nder Accademia di belle Arti di Brera und Kurator der gemeinsam mit der <a href="http://www.collezionemaramotti.org">Collezione Maramotti</a> realisierten Ausstellung, auf den der Begriff Arte essenziale zur&#252;ckgeht, sucht nach dem &#8220;Ursprung k&#252;nstlerischer Praxis unter besondere Ber&#252;cksichtigung des Wesens der k&#252;nstlerischen Geste&#8221;. Er misst dabei dem k&#252;nstlerischen Ausgangsmaterial eine entscheidende Bedeutung zu. Allt&#228;gliche, banale Materialien (wir denken an die Arte povera) k&#246;nnen dabei zu &#8220;symbolisch aufgeladenen&#8221; Materialien wie zum Beispiel Marmor oder Bronze in Beziehung treten und einen neuen Sinnzusammenhang erschliessen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30460" title="L1010690-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010690-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30461" title="L1010715-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010715-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;Nature Does The Easiest Thing&#8221;, 2011, Ausstellungsansichten</em></p>
<p>Gleich im offenen Treppenhaus empf&#228;ngt uns eine an der Decke befestigte, &#252;ber elf Meter an L&#228;nge messende Arbeit der 1972 in Alexandria (Schottland) geborenen <strong>Karla Black</strong>, die in Glasgow lebt und arbeitet. Kleine quadratische Folien aus Polyethylen, mit zart pastellfarbenem Kreidestaub bedeckt, hat sie aneinander gekn&#252;pft. Die hauchd&#252;nnen Materialien sind in ununterbrochener Bewegung, allein schon die normale Thermik in dem Treppenhaus l&#228;sst sie niemals zur Ruhe kommen. Der Kreidestaub auf den knitternden und sich kr&#228;uselnden Folien bringt zarte, zerbrechliche Strukturen zum Vorschein, die sich von Sekunde zu Sekunde ver&#228;ndern. Der von der halbkreisf&#246;rmigen Treppe &#252;ber die Etagen gebildete Raum gewinnt eine neue Dimension und eine neue &#196;sthetik.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30443" title="L1010691-550a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010691-550a.jpg" alt="" width="550" height="409" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30462" title="L1010696-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010696-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Francesco Gennari, &#8220;Degeneration of Parsifal (Nativity)&#8221;, 2005-2010, Ausstellungsansichten</em></p>
<p>Eine wunderbare Kreation des 1973 in Pesaro geborenen <strong>Francesco Gennari</strong>, der dortselbst sowie in Mailand lebt und arbeitet: Ein Quader aus Mehl, mit 80 kg dem K&#246;rpergewicht des K&#252;nstlers entsprechend, wurde zun&#228;chst durch vier spiegelblanke Stahlplatten und Schraubzwingen zusammengepresst und -gehalten, die sodann gel&#246;st wurden und nunmehr auf dem Boden liegen. Der W&#252;rfel aus der instabilen Masse Mehl erodiert an den R&#228;ndern und bildet tiefe Risse, die abgespalteten Teile &#8220;st&#252;rzen&#8221; herab wie etwa (dieser Tage geschehen mit einem zu beklagenden Todesopfer) Kreidefelsen auf R&#252;gen. Eine die eigene Person und Existenz als K&#252;nstler reflektierende Arbeit, eine Metapher f&#252;r Eingesperrtsein in &#252;berwiegend beh&#252;teter B&#252;rgerlichkeit und einer &#8211; der Schutzlosigkeit ausgesetzten &#8211; k&#252;nstlerischen Freiheit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30445" title="L1010707-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010707-550.jpg" alt="" width="550" height="404" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;Persuader Face&#8221;, 2011, (im Hintergrund &#8220;What To Ask Of Others&#8221;, 2011), Ausstellungsansicht</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30446" title="L1010702-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010702-550.jpg" alt="" width="547" height="413" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;What To Ask Of Others&#8221;, 2011</em></p>
<p>Und noch einmal <strong>Karla Black</strong>: Wunderbar auch zwei weitere ihrer Arbeiten<strong> </strong>, die in einem r&#228;umlichen Zusammenhang pr&#228;sentiert werden. Auf dem Boden breitet die K&#252;nstlerin einen &#8220;Teppich&#8221; aus, er soll aus Make up-Puder in einem warmen, zarten Rosa bestehen (nach anderer Ausf&#252;hrung aus gef&#228;rbtem Gipspulver). Der Belag franst an den R&#228;ndern aus, bedeckt zun&#228;chst kaum wahrnehmbare, bei l&#228;ngerem Hinsehen aber immer deutlicher erkennbar werdende Strukturen. Wir denken an die <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/06/04/bluetenstaub-wolfgang-laib-im-mmk-double/">Bl&#252;tenstaub-Arbeit von Wolfgang Laib</a> seinerzeit im MMK. Man b&#252;ckt sich nieder, ist versucht, den &#8220;Teppich&#8221; mit den Fingern zu ber&#252;hren, zu erkunden.</p>
<p>&#196;hnlich die Wandarbeit aus einer hauchd&#252;nnen, mit Kreidestaub bedeckten Folie, wiederum aus Polyethylen, einem trotz seiner Zartheit als widerstandsf&#228;hig und belastbar bekanntem Material. Assoziationen stellen sich ein: an Brautkleider, Schleier &#252;ber Kinderwiegen, festlich dekorierte Tafeln und R&#228;ume. Auch diese Folie ist, der Luftzirkulation im Saal geschuldet, in st&#228;ndiger Bewegung, reagiert sofort auf die einen Luftzug erzeugende Ann&#228;herung des Betrachters, weicht ihm aus oder kommt ihm entgegen. Jede Erscheinungsform in einer Millisekunde ist verg&#228;nglich, kehrt nie mehr wieder.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30447" title="L1010721-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010721-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Gianni Caravaggio, &#8220;Shortly Before the Solar System&#8221;, 2008</em></p>
<p>Der studierte Bildhauer und Philosoph <strong>Gianni Caravaggio</strong>, 1968 im D&#246;rfchen Rocca San Giovanni in den Abruzzen geboren, lebt und Arbeitet in Mailand und Stuttgart. Auf dem Boden ein an einen noch nicht gerundeten, mit Kratern &#252;bers&#228;ten Himmelsk&#246;rper erinnerndes, etwa eineinhalb Meter hohes kugel&#228;hnliches Objekt aus Styropor, bei dem optische Massigkeit und physikalische Leichtigkeit des Materials in einem offenen Widerspruch stehen, darauf eine kleine Skulptur aus neun Kugeln unterschiedlicher Gr&#246;sse und Materialit&#228;t wie Bronze, Zink, Aluminium oder auch Soja. Dieses in sich schon fragile Gebilde &#8211; es k&#246;nnte auf die nach &#228;lterer Definition neun Planeten des Sonnensystems anspielen &#8211; lagert unbefestigt in einer der kraterf&#246;rmigen Vertiefungen des bodenstehenden Objekts. Instabilit&#228;t, Zuf&#228;lle auch im Universum? Oder ein spielender Creator, Demiurg?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30464" title="L1010686-550a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010686-550a.jpg" alt="" width="550" height="406" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30463" title="L1010687-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010687-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Thea Djordjadze, &#8220;I trust the liar. With pleasure, tea&#8221;, 2011, Ausstellungsansichten</em></p>
<p><strong>Thea Djordjadze</strong>, eine 1971 in Tiflis geborene Installations- und Objektk&#252;nstlerin, lebt und arbeitet in Berlin. Sie konstruiert einen h&#228;usliche Situationen zitierenden Raum aus den harten Materialien Stahl, Glas und Spiegeln, den sie mit wohnlichen, gleichsam &#8220;warmen&#8221; Objekten wie Teppichen und Decken oder auch gef&#228;ssartigen Gebilden aus Keramik oder Ton ausstattet. Die Jalousie des Fensters ist heruntergelassen. Der Raum verharrt in einem &#8220;unfertigen&#8221; Zustand &#8211; wird hier etwas errichtet oder abgebrochen? Konstruktion wie Dekonstruktion spielen in der gezeigten Arbeit ebenso eine Rolle wie r&#228;umliche Inszenierungen, die beim Umschreiten der Installation erfahrbar werden.</p>
<p>Wir schauen aus einem der Installation benachbarten Fenster, mitten hinein in die umbrechende Stadtlandschaft. Und wenden uns wieder zur&#252;ck zu Thea Djordjadzes Raumsch&#246;pfung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30448" title="L1010711-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010711-430.jpg" alt="" width="430" height="587" /></p>
<p><em>Ausstellungs-<strong>Aussicht</strong> (durch ein Fenster des Ausstellungssaals auf Dom, Grossbaustelle &#8220;Altstadtbebauung&#8221; mit Graffiti-Zaun und Schirn Kunsthalle)</em></p>
<p>&#8220;Arte Essenziale&#8221; zeigt ausserdem Arbeiten von Alice Cattaneo, Jason Dodge, Ian Kiaer und Helen Mirra. Die K&#252;nstler haben ihre Werke im    Auftrag der  <a href="http://www.collezionemaramotti.org">Collezione Maramotti</a> in Reggio Emilia f&#252;r die Ausstellung  produziert. Nach einer ersten  Pr&#228;sentation   in der Collezione Maramotti, dem von Achille Maramotti (Max Mara) begr&#252;ndeten Museum f&#252;r zeitgen&#246;ssische Kunst, wird &#8220;Arte Essenziale&#8221;  derzeit &#8211; noch bis 1. Januar 2012 &#8211; im <a href="http://www.fkv.de/">Frankfurter   Kunstverein</a> gezeigt.</p>
<p><em>(Fotos: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;Atelier Max Weinberg &#8211; Spielraum der Phantasie&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 05:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Jubil&#228;umsausstellung zum 80. Geburtstag des K&#252;nstlers Im Hof der Frankfurter AusstellungsHalle 1A begr&#252;sst uns Max Weinbergs f&#252;nfeinhalb Meter hohe Skulptur &#220;berirdische Frau. “Als mythisches Sinnbild”, schreibt Brigitta Amalia Gonser, “aufgeh&#228;ngt in der Schwebe, steuert sie ihren Energieaustausch mit der Umwelt selbst &#8211; wuchtig und ebenso verletztbar, voller Power und dennoch frei von brutaler Gewalt”. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #ff00ff; font-size: medium;">Jubil&#228;umsausstellung zum 80. Geburtstag des K&#252;nstlers</span></strong></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/atelier_12-copy.jpg" alt="atelier_12-copy.jpg" /></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;">Im Hof der Frankfurter AusstellungsHalle 1A begr&#252;sst uns Max Weinbergs f&#252;nfeinhalb Meter hohe Skulptur <em>&#220;berirdische Frau</em>. “Als mythisches Sinnbild”, schreibt Brigitta Amalia Gonser, “aufgeh&#228;ngt in der Schwebe, steuert sie ihren Energieaustausch mit der Umwelt selbst &#8211; wuchtig und ebenso verletztbar, voller Power und dennoch frei von brutaler Gewalt”. Es k&#246;nnte ein Motto sein f&#252;r die Ausstellung insgesamt.</span></span></strong></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/weinberg1.jpg" alt="weinberg1.jpg" /></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Im Zusammenwirken zwischen der Stadt Frankfurt am Main, der J&#252;dischen Gemeinde Frankfurts, der AusstellungsHalle 1A und einer Reihe namhafter Sponsoren entstand eine dreimonatige Ausstellung zum 80. Geburtstag des K&#252;nstlers, der seit fast 50 Jahren hier lebt und arbeitet &#8211; und der aus der vergangenen wie aktuellen Kunstszene dieser Stadt einfach nicht mehr wegzudenken ist. Es ist eine Ausstellung der besonderen Art: Max Weinberg hat n&#228;mlich f&#252;r diesen Zeitraum gleichsam sein Atelier in die Halle verlegt, mit allem malerischen Handwerkszeug, das er f&#252;r seine Arbeit ben&#246;tigt &#8211; und nat&#252;rlich samt seiner viertel-, halb- oder dreiviertel fertigen &#8211; oder unfertigen &#8211; Bilder. Er wird dort also arbeiten, t&#228;glich zwischen 16 und 21 Uhr &#8211; und das Publikum kann ihm dabei zuschauen, &#220;berlegungen und Vorschl&#228;ge einbringen und nat&#252;rlich die Werke erwerben. “Atelier Max Weinberg &#8211; Spielraum der Phantasie” &#8211; so lautet denn auch folgerichtig der Titel der Ausstellung.</span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;"><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/weinberg2.jpg" alt="weinberg2.jpg" /></span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Wir zeichneten bereits, im zeitlichen Vorfeld seines 80. Geburtstags, ein <a href="http://www.erhard-metz.de/2007/12/14/portraets-max-weinberg/">Portr&#228;t “Die Welt ist Pink! Max (Moshe) Weinberg f&#252;hrt uns in sein Zauberreich”</a> dieses immer wieder neu faszinierenden K&#252;nstlers, es sei an dieser Stelle, auch zum Nachlesen, in Erinnerung gerufen.</span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Am vergangenen Mittwoch er&#246;ffnete die Stadt mit Ansprachen von Susanne Kujer, Referentin f&#252;r Bildende Kunst im st&#228;dtischen Kulturamt, Johannes Wachten, stellvertretender Direktor des J&#252;dischen Museums Frankfurt am Main, und Robert Bock, Leiter und Kurator der AusstellungsHalle, das erstaunliche Ereignis.</span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Wie stets dominieren ein leuchtendes Pink, Giftgr&#252;n und Hellblau die Palette. Max Weinberg &#252;ber seine Arbeiten: “Das ist f&#252;r mich die Rolle des K&#252;nstlers: den Fl&#252;geln des Geistes Impulse zu geben. Meine Malerei ist eine Botschaft von Erwachsenen an Erwachsene &#8211; von meiner kindlichen Fantasie zu ihrer. Ich berufe mich in meinen Arbeiten auf die spielerische Vorgehensweise der Kinder bei der Erkundung ihres Lebensumfelds. F&#252;r mich sind alle Kinder K&#252;nstler.Wenn ich male, bin ich wie sie auf Entdeckungsreise: Nie weiss ich bestimmt, wo es langgehen wird, sondern ich lasse mich durch das Werden des Bildes selbst, wie in einem Rausch, in das mir Unbekannte hineinziehen.&#8221;</span></span></span></span></strong></p>
<p><img src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/atelier_1-copy.jpg" alt="atelier_1-copy.jpg" /></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Zur Ausstellung erschien ein wundervoller, 335 Seiten starker Katalog, herausgegeben von Caspar Knieper, Edition Temmen, zum Preis von 30 Euro.</span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;">Die Ausstellung “Atelier Max Weinberg &#8211; Spielraum der Phantasie” bleibt in Anwesenheit des K&#252;nstlers t&#228;glich zwischen 16 und 21 Uhr bis zum 31. August 2008 ge&#246;ffnet.</span></span></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #ff00ff;"><a href="http://www.ausstellungshalle.info/index.htm">AusstellungsHalle 1A</a>, Schulstra&#223;e 1a, 60594 Frankfurt am Main<br />
</span></span></span></span></strong></p>
<p><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #000000;"><em><span style="color: #ff00ff;">(Bildnachweis: AusstellungsHalle 1A; </span></em></span></span></span></span><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #000000;"><em><span style="color: #ff00ff;">© </span></em></span></span></span></span><span style="color: #ff00ff;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #ff00ff;"><span style="color: #000000;"><em><span style="color: #ff00ff;">Max Weinberg)</span> </em></span></span></span></span></p>
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		<title>&#8220;© MURAKAMI&#8221; im Frankfurter MMK (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Sep 2008 08:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Abschied die One Man-Show und ein Paukenschlag So war es nicht gedacht. Wie Udo Kittelmann, der scheidende Direktor des Frankfurter Museums f&#252;r Moderne Kunst, erl&#228;uterte, sei noch einiges in Planung gewesen f&#252;r die Jahre seiner zweiten Amtszeit in Frankfurt am Main. Es kam jedoch anders. Zwei Spitzenpositionen in der deutschen Museumslandschaft waren zu besetzen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;"><span style="color: #ff6600; font-size: medium;">Zum Abschied die One Man-Show und ein Paukenschlag<br />
</span></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">So war es nicht gedacht. Wie Udo Kittelmann, der scheidende Direktor des Frankfurter Museums f&#252;r Moderne Kunst, erl&#228;uterte, sei noch einiges in Planung gewesen f&#252;r die Jahre seiner zweiten Amtszeit in Frankfurt am Main. Es kam jedoch anders. Zwei <a href="http://www.erhard-metz.de/2007/12/18/doppelschlag-kittelmann-und-eissenhauer-verlassen-frankfurt-und-kassel/">Spitzenpositionen in der deutschen Museumslandschaft</a> waren zu besetzen, die Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin sowie die Direktion der Alten und Neuen Nationalgalerie, und die Wahl fiel auf zwei Spitzenm&#228;nner der deutschen Museumsszene, Michael Eissenhauer, bislang Direktor der weit und breit einzigartigen &#8220;Museumslandschaft Hessen Kassel&#8221;, und eben Udo Kittelmann.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">So ger&#228;t die One Man-Show &#8220;© MURAKAMI&#8221; unversehens zur One Man-Show Kittelmann, einer grandiosen Abschiedsvorstellung. Seine viele Hundertschaften z&#228;hlende Kunstgemeinde pilgerte am vergangenen Freitag zur Er&#246;ffnungsfeier, die zugleich ein Abschied war &#8211; mit ovationsartigem Beifall f&#252;r den Scheidenden. Und wir k&#246;nnen uns &#8211; leider &#8211; sehr sicher sein, dass das MMK eine derartige Pr&#228;sentation auf absehbare Zeit nicht wieder erleben wird.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Nun zum Ist und Heute: Umbenannt wurde das Haus bis zum 9. Januar 2009: &#8220;© MURAKAMI MUSEUM F&#220;R MODERNE KUNST&#8221; heisst es ab sofort, am Schriftzug an der Fassade von weitem zu erkennen. Kittelmann frozzelte: Eigentlich sei Takashi Murakami jetzt bis zum Ende der Ausstellung der Direktor des Hauses. Zum zweiten Mal seit seinem Bestehen &#8211; nach der grossen Sturtevant- Ausstellung &#8220;The Brutal Trouth&#8221; 2004/2005,  es erhielt daf&#252;r den &#8220;Art Award 2005&#8243; des Beaux Arts Magazine &#8220;Beste Internationale Ausstellung&#8221; &#8211; widmete Kittelmann das gesamte Haus einem einzigen K&#252;nstler.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"></span><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Leuchtend rot schallt es uns im Erdgeschoss entgegen: Geburt von &#8220;DOB&#8221; &#8211; O-vales Gesicht, zwei Ohren namens D und B, Karikatur und Persiflage der von US-Amerika aus die Welt &#252;berschwemmenden Mickey-Mouse-Kultur &#8211; aus dem Strahl des spermaschleudernden &#8220;My Lonesome Cowboy&#8221;? &#8220;Entstanden aus einer Simulation von Sprache und Comicbildern&#8221;, schreibt Mika Yoshitake, &#8220;verdankt sich Murakamis DOB-Produktion einer Auseinandersetzung mit der Entstehung eines Symbols als Gegenstand der Massenkommunikation und seiner Verbreitung als eigenst&#228;ndiges gesch&#252;tztes Warenzeichen, das sich verwenden, wiederverwenden, kaufen und verkaufen l&#228;sst.&#8221;<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Womit wir zum Paukenschlag gelangen: &#8220;© MURAKAMI&#8221; bereitete schon zum Beginn &#196;rger, mit rigiden Vorschriften etwa f&#252;r die Presse: Bilder d&#252;rfen nur bis zu einer bestimmten Formatgr&#246;sse und nur mit den vorgegebenen Textunterschriften gedruckt werden. Die Folge: dpa stieg aus der Berichterstattung aus, und Julia Voss (&#8220;Der Trick des Murakami&#8221;, FAZ vom 27. September 2008) verzichtete auf den Abdruck von Bildern &#8211; zu sp&#228;t freilich, denn Katharina Deschka-Hoeck hatte zuvor in der Freitags-Ausgabe (&#8220;Niedliche, traurige Monster&#8221;) bereits mit Bild berichtet. Die FAZ lasse sich nicht, schimpft Voss, in der journalistischen Freiheit einschr&#228;nken und von K&#252;nstlern zu einer Art verl&#228;ngerter Pressestelle reduzieren. Recht hat sie.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Takashi Murakami &#252;berspannt den Bogen. Er hat sein Werk nebst sich selbst zu einer kommerziellen Marke stilisiert, &#252;ber deren Verwertungsart er alleine bestimmt. Kunst begreift er als einen Teil der Wirtschaft. Mit seiner Firma Kaikai Kiki Co., Ltd. entfaltet er ein riesiges Gesch&#228;ftsfeld in der massenhaften Herstellung von Merchandising-Artikeln, und er schreckt nicht vor Kooporationen im Bereich des Corporate Design zur&#252;ck, beispielsweise mit der Firma Louis Vuitton.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Kittelmann sieht ihn, trotz aller Unterschiede im einzelnen, in einer Reihe mit Damien Hirst oder Jeff Koons, und er prophezeit den Sieg derartiger Kunst-Vermarktungsmodelle &#252;ber den tradionellen Kunstbetrieb. Wir sind nicht &#252;berzeugt von solchen Entwicklungen und werden darauf an anderer Stelle n&#228;her eingehen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Unbeschadet dieser Kritik zur&#252;ck zur Ausstellung: Sie ist in jeder Weise gewaltig, und in der Tat rechtfertigt sie den mit einem immensen Aufwand verbundenen Schritt, ihr das gesamte Museum zur Verf&#252;gung zu stellen. Drei Wochen nahmen die notwendigen R&#228;umungs- und Umbaumassnahmen in Anspruch. Es ist immerhin die erste museumsgebundene Einzelausstellung des K&#252;nstlers in Europa. Vom legend&#228;ren Museum of Contemporary Art MOCA in Los Angeles organisiert und kuratiert, nahm beziehungsweise wird sie ihren Weg &#252;ber das Brooklyn Museum, New York und derzeit das MMK (Kurator: Mario Kramer) im n&#228;chsten Jahr zum Guggenheim Museum Bilbao nehmen. Der K&#252;nstler sowie MOCA-Chefkurator Paul Schimmel reisten eigens nach Frankfurt am Main an, um der Er&#246;ffnung im MMK beizuwohnen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Takashi Murakami<strong>,</strong> 1962 in Tokio geboren,  studierte an der <span class="mw-redirect">National University of Fine Arts and Music</span> in Tokio. Er schloss sein Studium mit dem Bachelor und Master sowie einer Promotion ab. Heute lebt und arbeitet er in Tokio und in Long Island City, New York.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Wir werden uns mit der Ausstellung, deren Beschreibung und Beurteilung neben einem nicht nur fl&#252;chtigen Blick in den 328-seitigen textstarken Katalog auch ein Studium der Exponate voraussetzt, <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/10/03/murakami-im-frankfurter-mmk-teil-2/">noch im einzelnen auseinandersetzen (Teil 2)</a>.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #0000ff;"><br />
</span></p>
<p><em><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;"><span style="font-size: xx-small;"><br />
</span></span></em></p>
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		<title>&#8220;© MURAKAMI&#8221; im Frankfurter MMK (Teil 2)</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2008/10/03/murakami-im-frankfurter-mmk-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 20:25:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Atompilzen und &#8220;Superflat&#8221;, Kaikai und Kiki Die Ausstellung &#8220;© MURAKAMI&#8221; im Frankfurter Museum f&#252;r Moderne Kunst f&#252;hrt uns in eine uns unvertraute Welt, wir m&#252;ssten einen nicht ganz unbetr&#228;chtlichen Teil unserer verbleibenden Lebenszeit f&#252;r entsprechende Studien aufwenden, um all die Mangas und Animes, die Wesenheiten und Chiffren entr&#228;tseln zu k&#246;nnen, mit denen uns der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #ff6600;">Von Atompilzen und &#8220;Superflat&#8221;, Kaikai und Kiki </span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Die <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/09/29/murakami-im-frankfurter-mmk-teil-1/">Ausstellung &#8220;© MURAKAMI&#8221; im Frankfurter Museum f&#252;r Moderne Kunst</a> f&#252;hrt uns in eine uns unvertraute Welt, wir m&#252;ssten einen nicht ganz unbetr&#228;chtlichen Teil unserer verbleibenden Lebenszeit f&#252;r entsprechende Studien aufwenden, um all die Mangas und Animes, die Wesenheiten und Chiffren entr&#228;tseln zu k&#246;nnen, mit denen uns der K&#252;nstler konfrontiert. Das wollen und m&#252;ssen wir der Kunstwissenschaft und der Japanologie &#252;berlassen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">N&#228;hern wir uns unbefangener der Person Takashi Murakami: &#8220;Takashi, du hast grosses Gl&#252;ck. Wenn es &#252;ber Kokura keine Wolken gegeben h&#228;tte, w&#228;rest du heute nicht hier.&#8221; Dies sagte Takashis Mutter zu ihrem Sohn. Wir zitieren aus Paul Schimmels Katalogbeitrag &#8220;Die Entstehung Murakamis&#8221;. &#220;ber Kokura sollte am Vormittag des 9. August 1945 die amerikanische Atombombe &#8220;Fat Man&#8221; explodieren. Der Himmel dort aber war bew&#246;lkt, und zwar von den Folgen der Detonation der ersten Atombombe &#8220;Little Boy&#8221; drei Tage zuvor, am 6. August, &#252;ber Hiroshima. Der US-Bomber suchte sich ein neues Ziel: Nagasaki. Kokura blieb verschont. Dort wohnte Takashis Mutter.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Manchmal erkl&#228;ren sich gewisse Dinge eben recht einfach. Immer wieder begegnen wir in der MMK-Ausstellung dem in den verschiedensten Gestaltungen erscheinenden Atompilz. Dem auf einem Halswirbelskelett balancierenden Totensch&#228;del mit dem Phosphorleuchten in den leeren Augenh&#246;hlen. Missgebildeten Figuren, deren fehlende Knochen, Gelenke und Gliedmassen durch maschinelle Mechaniken ersetzt wurden wie den Inochis.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"></span><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Wir begegnen auch den weissen Wolken am blauen Himmel &#252;ber einem Meer lachender Blumen &#8211; erinnern sie an die Wolken, die einst die Stadt Kokura vor dem Atomblitz bewahrten und Nakasaki das Verderben brachten? Es ist ein sich zigtausendfach wiederholendes Lachen, es verdichtet sich zu einem fast unertr&#228;glichen gleichmachenden Grinsen. Jedoch nicht alle Blumen lachen.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"></span><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Und sp&#228;testens wenn wir vor dem neun (!) Meter breiten und drei Meter hohen Bild &#8220;Kawaii! Vacances d&#8217;été&#8221; stehen, beginnen wir allm&#228;hlich, einen der Schl&#252;ssel zu verstehen, die uns die T&#252;r zu dieser Ausstellung &#246;ffnen k&#246;nnen: Das hunderttausendfache Grinsen, die kinderbonbonkitschigen Farben, die Regression auf Mangas und Comics sind Gleichnisse eines japanischen Weges, erlittene Traumata zu kompensieren, zu verdr&#228;ngen.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Die beiden Atombomben, der amerikanische Sieg und der nachfolgende Import US-amerikanischer Kultur, Subkultur und Konsumgewohnheiten haben dieses alte Kulturland, haben Japan, so will es uns der K&#252;nstler zeigen, &#8220;flach&#8221; gemacht. Fl&#228;chendeckend flach wie die riesigen vom ihm gestalteten Tapetenw&#228;nde der Ausstellung. &#8220;In der Nachkriegszeit wurde Japan&#8221;, schreibt Murakami, &#8220;von Amerika am Leben erhalten und ern&#228;hrt. Man zeigte uns, dass die wahre Bedeutung des Lebens in der Bedeutungslosigkeit liegt, und man brachte uns bei, ein gedankenloses Leben zu f&#252;hren. Unsere Gesellschaft und unsere Hierarchien wurden aufgel&#246;st. Man zwang uns ein Gesellschaftssystem auf, in dem keine &#8216;Erwachsenen&#8217; mehr entstehen.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">&#8220;Superflat&#8221; nennt sich seine k&#252;nstlerische Position, mit der er auf die japanische Gegenwarts(sub)kultur Otaku reagiert, die wiederum auf dem Konsum von Manga und Anime, Science Fiction, Pop-Kultur und einer spezifischen Pornografie beruht. Seine Interpretation versucht dabei, die alte japanische Hochkultur der Edo-Zeit (von Anfang des 17. bis zur sp&#228;ten Mitte des 19. Jahrhunderts) mit der Massenkultur zu verbinden. Es bereitet, wie eingangs angedeutet, einige Anstrengungen, sich in dieser k&#252;nstlerisch-k&#252;nstlichen Welt zurechtzufinden. Die Sinnlichkeit der Kunst Murakamis &#8220;vers&#252;sst&#8221; uns aber durchaus unsere M&#252;hen.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"></span><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Von DOB, der Kultfigur, einem alter ego des K&#252;nstlers, war schon im <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/09/29/murakami-im-frankfurter-mmk-teil-1/">ersten Teil unserer Betrachtungen</a> die Rede. Oben begegnet sie uns kindlich-naiv, umringt von aggressiven feindlichen (Atom)Pilzen &#8211; lassen wir uns in der fr&#246;hlich erscheinenden Farbigkeit nicht t&#228;uschen! DOB, &#8220;der asiatische Cousin von Mickey Mouse&#8221;, zerst&#246;rt &#8220;die DNS des urheberrechtlich gesch&#252;tzten Nagers der Disney Corporation und die ihn entscheidend kodierende Vorspiegelung ewiger Unschuld. Er gibt dessen Immunit&#228;t gegen Fremdinfektionen preis und setzt ihn dem universell entstellenden Fallout der Detonationen von Little Boy und Fat Man aus&#8221;, stellt Dick Hebdige im Katalog fest.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"></span><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">Zu DOB gesellen sich Kaikai und Kiki, ebenfalls als alter ego, als spirituelle Leitfiguren des K&#252;nstlers. Sie verk&#246;rpern die Prinzipien Gut (Kaikai, eine Art sanftm&#252;tiger Teletubbi) und B&#246;se (Kiki, arglistig-drei&#228;ugig blickend mit zwei Haifischz&#228;hnen im aufgerissenen Mund).</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;">In einem gewaltigen Panorama-Bild von mehr als sieben Metern Breite erscheint DOB als Gero Tan (&#8220;speiender Schleimjunge&#8221;), ein schreckliches Ungeheuer mit schwarzem, Fl&#252;ssigkeiten und im &#220;bermass Vertilgtes ausscheidendem Maul und furchteinfl&#246;ssenden Reissz&#228;hnen, aber dem Tode geweiht. Von Lust, Gewalt, Leiden, Sterben und Wiedergeburt handelt die apokalyptische Darstellung &#8211; mit vielerlei uns fremden, in der japanischen Tradition verwurzelten Chiffren und Verschl&#252;sselungen versehene Allegorie der uners&#228;ttlichen Konsumgier der Gesellschaft.</span></p>
<p><span style="font-family: Bitstream Vera Serif;"><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;basis&#8221;: Sommerausstellung 2010 in Frankfurt am Main</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/08/22/basis-sommerausstellung-2010-in-frankfurt-am-main/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 08:16:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Von potentieller Dummheit war die Rede, als der Frankfurter Kulturdezernent Professor Felix Semmelroth unl&#228;ngst die Sommerausstellung 2010 von &#8220;basis&#8221;, des Vereins zur &#8220;F&#246;rderung kreativer Produktionsm&#246;glichkeiten und Inhalte&#8221;, im Atelierhaus Gutleutstrasse er&#246;ffnete. Denn von Dummheit zeugte es, wenn eine weltoffene Stadt wie Frankfurt am Main nichts untern&#228;hme, um ihre K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler nicht nur zu f&#246;rdern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von potentieller Dummheit war die Rede, als der Frankfurter Kulturdezernent Professor Felix Semmelroth unl&#228;ngst die Sommerausstellung 2010 von &#8220;basis&#8221;, des Vereins zur &#8220;F&#246;rderung kreativer Produktionsm&#246;glichkeiten und Inhalte&#8221;, im Atelierhaus Gutleutstrasse er&#246;ffnete. Denn von Dummheit zeugte es, wenn eine weltoffene Stadt wie Frankfurt am Main nichts untern&#228;hme, um ihre K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler nicht nur zu f&#246;rdern, sondern auch deren Arbeit in die Stadtgesellschaft hinein zu kommunizieren. So stellt das Kulturdezernat unter anderem 40 preiswerte Ateliers bereit. Dar&#252;ber hinaus f&#246;rdert es, wiederum unter anderem, den Verein &#8220;basis&#8221; mit seinen 45 Arbeits- und Produktionsr&#228;umen in der Elbe- sowie weiteren 75 entsprechenden R&#228;umen in der Gutleutstrasse (nicht zu vergessen ferner die Unterst&#252;tzung der 45 Ateliers von &#8220;atelierfrankfurt&#8221; in der Hohenstaufenstrasse). Neben den regelm&#228;ssigen Sonderausstellungen dieser Ateliers legen deren j&#228;hrliche, von den Frankfurter B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern vielbesuchte und gesch&#228;tzte &#8220;Open Doors&#8221; ein beredtes Zeugnis ab von der in der Stadt reich versammelten k&#252;nstlerischen Kreativit&#228;t und Leistungsf&#228;higkeit.</p>
<p>Zur&#252;ck nun zur &#8220;basis&#8221;-Sommerausstellung 2010: &#8220;Feeding  the World&#8221; lautet trefflich ihr Motto, und wahrlich: Kunst versteht sich &#8211; und wird unserem Eindruck nach mehr und mehr verstanden (gerade auch an einem Banken- und Dienstleistungsstandort wie Frankfurt am Main) &#8211; als ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel. An der aktuellen, sommerlich-k&#252;nstlerischen &#8220;basis&#8221;-N&#228;hr-Aktion beteiligen sich Isabel  Albrecht, Verónica Aguilera, Valentin Beinroth, Johanna Bieligk, Nicolaj Dudek,  Wiebke Gr&#246;sch, &#214;zlem G&#252;nyol, Florian Jenett, Stefanie Kettel, Sandra Kranich,  Astrid Korntheuer, Levent Kunt, Mustafa Kunt, Frank Metzger, Nashun Nashunbatu,  Stefanie Pretnar, Katharina Sch&#252;cke und Oliver Voss. Erstmals wird eine derartige Ausstellung in einem der basis-H&#228;user kuratiert: von dem in Berlin lebenden freien Autor und Kurator Ludwig Seyfarth.</p>
<p>Wieder einmal haben wir die Qual der Wahl: Die Arbeiten von neun K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern stellen wir exemplarisch vor als einen Querschnitt durch die bis zum 12. September 2010 dauernde Ausstellung, die sich Kunsthungrige keinesfalls entgehen lassen sollten. Lassen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, im besten Sinne mit Kunst &#8220;f&#252;ttern&#8221;.</p>
<p><strong>Astrid Korntheuer</strong>,1979 in Schwelm geboren, studierte von 1999 bis 2005 an der Hochschule  f&#252;r Gestaltung (HfG) in Offenbach bei den Professoren rosalie, Heiner Blum und Frank Schumacher. Sie arrangiert f&#252;r ihre fantastischen fotografischen Arbeiten die verschiedensten Materialien, die sich bei nachhaltiger Betrachtung als ein behutsam wie sorgf&#228;ltig entwickeltes kompositorisches Ganzes erweisen. Verbl&#252;ffend die r&#228;umliche Tiefenwirkung, gleichsam &#8220;Dreidimensionalit&#228;t&#8221; ihrer Fotografien der Serie &#8220;Nature morte&#8221;. Die K&#252;nstlerin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Offenbach.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-18979" title="L1006042-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006042-430.jpg" alt="L1006042-430" width="430" height="521" /></p>
<p><em>Astrid Korntheuer, &#8220;Nature Morte 113&#8243;, 2009, Injektprint Aludibond, 115 x 142,5 x 5 cm (im oberen Teil leider mit einem st&#246;renden Lichtreflex)<br />
</em></p>
<p>Der 1975 in W&#252;rzburg geborene <strong>Florian Jenett </strong>kam nach dem Besuch der Stuttgarter Freien Kunstschule P.Art an die Offenbacher HfG, an der er bis 2007 bei den Professoren Heiner Blum und David Linderman studierte.</p>
<p><img title="L1006046-430-a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006046-430-a.jpg" alt="L1006046-430-a" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Florian Jenett, &#8220;1 t ct&#8221;, 2009, 4347,82 Euro in Centst&#252;cken, FIBC BigBag-Sack, 2 Euro Pool-Paletten, 80 x 80 x 110 cm</em></p>
<p>Sinnlich wie aberwitzig der mit einer Tonne &#8220;Kupfer&#8221;-Eurocents gef&#252;llte &#252;ber einen Meter hohe Bauschutt-Sack, dem angesichts des enormen Gewichts lediglich der Gegenwert von gut 4300 Euro entspricht &#8211; groteskes Sinnbild einer aus den Fugen geratenen, dazu stets von geldentwertender Inflation wie Deflation bedrohten Finanzwelt. Grotesk auch eine weitere Arbeit des K&#252;nstlers: Auf dem R&#252;cken liegende Uralt-Monitore bespielt er mit live in Internet-Nachrichtenportalen (sic!) verbreiteten Werbebannern: Zerrbild &#8211; oder schlimmer gar Abbild &#8211; einer sogenannten, noch dazu globalisierten &#8220;Informations&#8221;-Gesellschaft.</p>
<p><img title="L1006033-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006033-650.jpg" alt="L1006033-650" width="650" height="488" /> <em>Florian Jenett, &#8220;Phishing At The River Of News, 2009, 20 Computermonitore, sechs Video-Splitter, Mac Mini, Masse variabel</em></p>
<p>Auch <strong>Nicolaj Dudek</strong> studierte, nach zun&#228;chst einem Diplom-Studium der Geologie an der Universit&#228;t Frankfurt am Main, an der HfG in Offenbach, an der er 2000 das Diplom im Bereich Zeichnen ablegte. Einen zeichnerischen Seismographen seiner visuellen Umwelt k&#246;nnte man den K&#252;nstler nennen. Seine &#8220;Reisenden&#8221; l&#228;sst Dudek in fantasievollen, traumhaft imaginierten Welten erscheinen und wieder verschwinden &#8211; Zeitreisen im steten Werden und Vergehen.</p>
<p><img title="L1006055-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006055-650.jpg" alt="L1006055-650" width="650" height="490" /> <em>Nicolaj Dudek, Reisender (Travellor) I, 2010, Tusche auf Papier, 261 x 198 cm</em></p>
<p><strong>Valentin Beinroth</strong>, 1974 in Stuttgart geboren, ist ebenfalls Absolvent der Offenbacher HfG, an der er von 2000 bis 2008 bei Professor Heiner Blum studierte. Der K&#252;nstler, st&#228;ndig auf der Suche nach neuen M&#246;glichkeiten einer Vermessung &#8211; will sagen Aneignung &#8211; der Welt, rekurriert aktuell auf einen Referenzw&#252;rfel  der NASA von einem Zentimeter Kantenl&#228;nge zur Fotografie von Meteoriten. Beinroth vergr&#246;ssert dieses Mass auf die mesopotamische sogenannte Nippur-Elle von 51,8 cm L&#228;nge, den &#228;ltesten &#252;berlieferten, auf die Zeit um 2800 v. Chr. datierten Messgegenstand, der seinerseits auf eine bereits um 3500 v. Chr. bekannte Masseinheit zur&#252;ckgeht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-18960" title="L1006047-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006047-430.jpg" alt="L1006047-430" width="430" height="357" /></p>
<p><em>Valentin Beinroth, &#8220;ScaleCube&#8221;, 2010, Holz, Farbe, Aluminiumpigment, Seitenl&#228;nge je 51,8 cm</em></p>
<p>Erneut zu einer grossartige Arbeit hat sich das K&#252;nstlerduo <strong>&#214;zlem G&#252;nyol </strong>und<strong> Mustafa Kunt</strong> gefunden: Sie zeichneten auf die Stirnwand des grossen Ausstellungsraumes im Erdgeschoss, zu einem zweieinhalb Meter messenden Rund verdichtet, die Umrisse s&#228;mtlicher L&#228;nder dieser Erde &#252;bereinander. G&#252;nyol und M. Kunt, 1977 und 1978 in Ankara geboren, studierten an der Staatlichen Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste &#8211; St&#228;delschule &#8211; in Frankfurt am Main bei den Professoren Ayse Erkmen beziehungsweise Wolfgang Tillmans und Willem de Rooij; sie leben und arbeiten in Frankfurt am Main. Sah man je eine &#252;berzeugendere visuelle &#220;bersetzung dieser &#8220;einen Welt&#8221;?</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-18962" title="L1006050-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006050-650.jpg" alt="L1006050-650" width="650" height="488" /> <em>&#214;zlem G&#252;nyol, Mustafa Kunt, &#8220;Caseless Doodle&#8221;, 2009, Wandzeichnung mit Pigmenttinte, Durchmesser 256 cm</em></p>
<p>Bleiben wir weiter bei den St&#228;delsch&#252;lern und St&#228;delsch&#252;lerinnen: <strong>Katharina Sch&#252;cke</strong>, 1982 in Dresden geboren, studiert   seit 2001 bei Professor Tobias Rehberger. In ihrer aktuell gezeigten Arbeit setzt sie sich mit dem Offenen und Geschlossenen auseinander: Verfremdete Saloon-Schwingt&#252;ren im langen Flur des Erdgeschosses im &#8220;basis&#8221;-Haus stehen f&#252;r beides. Und Sch&#252;cke ist in radikaler Weise konsequent: Bis zum Ende der Ausstellung steht dort die ausgeh&#228;ngte T&#252;r zu ihrem Atelier &#8211; samt dem unter der Klinke baumelnden Schl&#252;sselbund.</p>
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<dl style="width: 450px;"> </dl>
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<p><img title="Pan-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Pan-650.jpg" alt="Pan-650" width="650" height="424" /></p>
<p><em>Katharina Sch&#252;cke, &#8220;The Crazy Barbarian Couple II Part I&#8221; (links),  2010, Silbergelatine auf Holz, Spr&#252;hfarbe, Pendelscharniere, PUR Leim,  Dachlatten, Tischlerplatte, 120 x 60 x 4 und 120 x 100 x 4 cm; &#8220;The  Crazy Barbarian Couple II Part II&#8221; (rechts), 2010, Ateliert&#252;r,  Spr&#252;hfarbe, Kleiderhaken, Schl&#252;sselbund, 195 x 90 x 3 cm</em></p>
<p>Eine St&#228;del-Sch&#252;lerin auch <strong>Stefanie Kettel</strong>: 1981 in Adenau geboren, studierte sie an der Frankfurter Hochschule von 2001 bis 2007 bei den Professoren Hermann Nitsch und Simon Starling. Kettel lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Landschaften &#8211; das Gesicht der Erde. Darin Menschen, hier zwei Frauen in vermutlich heimatlichen Trachten, vertr&#228;umt-versponnen. Ein m&#228;chtiges, kristallines Gebilde bricht herein &#8211; oder ist es nicht bereits ein konstituierender, k&#252;nstlerisch formulierter Bestandteil unseres Seins?</p>
<p><img title="L1006054-650-a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006054-650-a.jpg" alt="L1006054-650-a" width="649" height="492" /></p>
<p><em>Stefanie Kettel, &#8220;Lass dich niemals t&#228;uschen, indem du daran zweifelst&#8221;, 2010, &#214;l und Lack auf Baumwolle, 130 x 170 cm</em></p>
<p>Weder HfG-ler noch St&#228;delsch&#252;ler war<strong> Levent Kunt</strong> &#8211; 1978 in Ankara geboren &#8211; , mit dem wir unseren Bilderbogen beschliessen: Er studierte Kunst an der Hacettepe Universit&#228;t seiner Heimatstadt, sp&#228;ter an der Universit&#228;t Mainz und an der Akademie der Bildenden K&#252;nste Wien. Levent Kunt lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.</p>
<p>Im Kreis liegt alles beschlossen &#8211; zum Ring der Neonr&#246;hre geh&#246;ren f&#252;nf feinste kleinformatige, gerahmte Zeichnungen, Studien, die einem mit einem Turnreifen von 1,80 Meter Durchmesser hantierenden Pariser Strassenk&#252;nstler nachgehen. In der Zusammenschau erschliesst sich die feinsinnige Arbeit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-18963" title="L1006059-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006059-430.jpg" alt="L1006059-430" width="430" height="323" /></p>
<p><em>Levent Kunt, &#8220;Le Spectacle&#8221; part/1, 2009, Neonr&#246;hre, Durchmesser 180 cm</em> <strong><strong style="color: black; background-color: #ffff66;"> </strong></strong></p>
<p>Kehren wir zur&#252;ck zu der einleitenden Ansprache von Kulturdezernent Felix Semmelroth: Nein, die Frankfurter Stadtgesellschaft ist keineswegs dumm, sondern hungrig nach aktueller Kunst, und sie tut klug und gut daran, sich einen f&#252;tternden Kunstverein &#8220;basis&#8221; mit seinen beiden Atelierh&#228;usern und regelm&#228;ssigen Ausstellungen zu leisten.</p>
<p>Sommerausstellung 2010 im <a href="http://www.basis-frankfurt.de/">Atelierhaus &#8220;basis&#8221;</a>: &#8220;Feeding  the World&#8221;, bis 12. September 2010</p>
<p><em>(abgebildete Werke</em><span> ©</span><em> jeweilige K&#252;nstler; Fotos: FeuilletonFrankfurt</em><br />
<em><br />
</em></p>
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		<title>&#8220;Blindheit des Sehens&#8221; im Frankfurter KunstBlock</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 14:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Bildnisse sehen nicht? Du irrst Dich, die Bilder und Figuren sehen mit den Augen, die sie betrachten&#8221; schrieb der Literatur-Nobelpreistr&#228;ger José Saramago. Und der Philosoph und Essayist Paul Valéry: &#8220;Ein Kunstwerk sollte uns immer beibringen, dass wir nicht gesehen haben, was doch vor unseren Augen liegt.&#8221; Blindheit des Sehens &#8211; so der Titel einer Ausstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Bildnisse sehen nicht? Du irrst Dich, die Bilder und Figuren sehen mit den Augen, die sie betrachten&#8221; schrieb der Literatur-Nobelpreistr&#228;ger José Saramago.</p>
<p>Und der Philosoph und Essayist Paul Valéry: &#8220;Ein Kunstwerk sollte uns immer beibringen, dass wir nicht gesehen haben, was doch vor unseren Augen liegt.&#8221;</p>
<p>Blindheit des Sehens &#8211; so der Titel einer Ausstellung im Frankfurter KunstBlock (Bellavista Film), kuratiert von Florian Koch in Kooperation mit dem benachbarten <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/05/16/begegnung-im-dunkeln-das-dialogmuseum-in-frankfurt-am-main/">DialogMuseum (&#8220;Blindenmuseum&#8221;)</a> und dem Frankfurter K&#252;nstler Klaus Schneider. Provokation? Realit&#228;t?</p>
<p>Gleich zu Beginn nimmt ein &#8220;Buch&#8221; unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Klaus Schneider hat es in der Bibliothek der Bellavista aufgestellt, es ist aus Holz, der Titel und die einzige aufklappbare &#8220;Seite&#8221; in Brailleschrift, auf der linken Innenseite mit Holzkugeln materialisiert, denen Versenkungen in der rechten entsprechen. Wir k&#246;nnen sie nicht lesen. Nicht den Inhalt des Geschriebenen erfassen. Unsere Fingerkuppen gleiten hilflos &#252;ber die Holzk&#252;gelchen.</p>
<p>Blinde lesen, was sie nicht sehen k&#246;nnen.<br />
Wir Nichtblinden sehen, was wir nicht lesen k&#246;nnen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-20720" title="!cid_EA3AB8AA-7DB9-4FA6-B9A9-FA3C02AA7D0F@local-380" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/cid_EA3AB8AA-7DB9-4FA6-B9A9-FA3C02AA7D0F@local-380.jpg" alt="" width="380" height="440" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20721" title="!cid_D2F0F0B5-A8C0-44C4-9AD7-E757E45E264B@local-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/cid_D2F0F0B5-A8C0-44C4-9AD7-E757E45E264B@local-430.jpg" alt="" width="430" height="302" /></p>
<p><em>Klaus Schneider, wer-wir B (oben) und A (unten), 1996 und 2001, Nussbaum- und Buchenholz, Scharniere, Holzkugeln, 30 x 25 × 6 und 25 × 25 × 6 cm (Fotos: Klaus Schneider)<br />
</em></p>
<p>Seit vielen Jahren setzt sich Klaus Schneider in &#8220;Sprachbildern&#8221; mit dem Ph&#228;nomen der Kommunikation unter Menschen, mit den M&#246;glichkeiten und Grenzen &#8211; visueller &#8211; Wahrnehmung, von Sprache und Schrift auseinander. In seinen Arbeiten &#8211; seien es Malereien oder Zeichnungen, Fotografien oder Installationen &#8211; konfrontiert er den Betrachter mit Blindenschrift. Oft bezieht er diesen selbst, wie in der Serie &#8220;autobiograf&#8221;, mittels bearbeiteter Spiegelfl&#228;chen, durch &#214;ffnungen, die die Blindenschrift in der Lackierung freigibt, in das zu Betrachtende unmittelbar ein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20726" title="L1006612b-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006612b-600.jpg" alt="" width="600" height="428" /></p>
<p><em>Klaus Schneider, autobiograf, 2010, Spiegel, Acryllack, 40 x 65 cm (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Schneider, 1951 geboren, studierte Germanistik, Philosophie, Geschichte und Kunstp&#228;dagogik an der Frankfurter Goethe-Universit&#228;t und anschliessend Malerei, Zeichnung und Druckgrafische Techniken an der Internationalen Sommerakademie f&#252;r Bildende Kunst Salzburg. Der K&#252;nstler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20722" title="BdS Rei-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/BdS-Rei-600.jpg" alt="" width="430" height="600" /></p>
<p><em>Bernd Reich, madonna, 2010, Fotografie, gestochen, 18,7 x 12, 8 cm</em><em> (Foto: Ausstellung/Klaus Schneider)</em></p>
<p>In seiner Werkreihe &#8220;Stupfarbeiten&#8221; perforiert Bernd Reich &#8211; in Anlehnung an die Pr&#228;gung von Papier mittels der Brailleschrift &#8211; mit einer Nadel Fotografien, die von der ausgestellten R&#252;ckseite her eine fragmentarische Negativ-Darstellung des fotografischen Abbilds zeigen. Ob das &#8220;gestupfte&#8221; Papier tats&#228;chlich einer entsprechenden r&#252;ckseitigen Fotografie entspricht, l&#228;sst der K&#252;nstler jedoch offen und stellt damit die Abbildfunktion auf eine grunds&#228;tzliche Weise in Frage.</p>
<p>Bernd Reich, 1966 in Freudenstadt geboren, studierte mit Diplomabschluss an der Offenbacher Hochschule f&#252;r Gestaltung HfG.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20723" title="L1006190-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006190-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Helga Griffiths, Trust II, 2008, Rauminstallation (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Auch Helga Griffiths kn&#252;pft in ihrer &#228;usserst komplexen Video-Installation formal an die Brailleschrift an: Sie ordnet verspiegelte, undurchblickbare Linsen so an, dass sie das Wort &#8220;trust&#8221; wiedergeben. Darauf projiziert sie von einer Blinden aufgenommene Videobilder, die sich in fragmentierte Lichterscheinungen aufl&#246;sen, und stellt damit das Vertrauen in Frage, welches wir im Zeitalter massenmedialer Bild&#252;berflutung dem uns visuell Vermittelten entgegenbringen.</p>
<p>Helga Griffiths wurde 1959 in Ehingen geboren und studierte an der Rutgers University, Mason Gross School of the Arts, N. J., an der Kunstakademie Stuttgart und an der Karlsruher Hochschule f&#252;r Gestaltung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20724" title="L1006564-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006564-550.jpg" alt="" width="550" height="413" /></p>
<p><em>Marie José Burki, Blindsight: Hibou (Videostill), 1993, Video (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Marie José Burki scheint in ihrer nicht minder komplexen, bei allem humorvollen Videoarbeit José Saramagos eingangs zitierte Erkenntnis umzusetzen. Ein (Video-) Bild schaut uns an: in Gestalt einer scharfblickenden Eule, in deren Iris und Pupille sich durchaus allt&#228;gliche Szenen abspielen, beispielsweise Reiter auf Pferden vor&#252;berziehen. Wer blickt wen an? Wo entstehen die Bilder? Sehen wir die Realit&#228;t oder das, was wir daf&#252;r halten?</p>
<p>Marie José Burki, 1961 im schweizerischen Biel geboren, studierte in Genf franz&#246;sische Literatur und besuchte die dortige Ecole Supérieure d&#8217;Art Visuel. Sie unterrrichtete an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam und an der Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste in Hamburg; derzeit lehrt sie an der Ecole nationale supérieure des beaux-arts de Paris. Burki lebt und arbeitet in Br&#252;ssel.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20889" title="BdS-Hei-430k" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/BdS-Hei-430k.jpg" alt="" width="426" height="447" /></p>
<p><em>Jelena Heitsch, Zierde und Halt, 2008, Papierpulp, 69,5 x 56,6 cm</em><em> (Foto: Ausstellung/Klaus Schneider)</em></p>
<p>&#8220;Anwesenheit von Abwesenheit&#8221; ist das Thema von Jelena Heitsch; das &#8220;Verborgene und Imagin&#228;re, welches einzig und allein in der Vorstellung und Phantasie des Betrachters aktiviert werden kann&#8221;. Ein Bilderrahmen ohne Rahmeninhalt unterbricht herk&#246;mmliche Sehgewohnheiten und &#246;ffnet eine Fl&#228;che f&#252;r Projektionen des Betrachters.</p>
<p>Die 1982 in Dachau geborene Jelena Heitsch studierte Bildhauerei und Installation an der Akademie der Bildenden K&#252;nste M&#252;nchen; ihr Studium schloss sie in diesem Jahr mit dem Examen ab.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20727" title="L1006572b-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006572b-600.jpg" alt="" width="600" height="450" /></p>
<p><em>Karsten Kraft, Dark, 2010, Acryl auf Leinwand, 150 x 200 cm (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Karsten Kraft n&#228;hert sich mit malerischen Mitteln der Thematik. Aus mannigfach aufgetragenen Farbschichten bestehen seine &#8220;schwarzen&#8221; Bilder. Schaut man lange genug darauf, erblickt man farbig-fl&#228;chige Strukturen. Scheinbar Unsichtbares wird sichtbar.</p>
<p>Karsten Kraft, 1968 in Frankfurt am Main geboren, studierte an der Staatlichen Hochschule f&#252;r bildende K&#252;nste &#8211; St&#228;delschule &#8211; bei Professor Hermann Nitsch und wurde Meistersch&#252;ler im Fach Interdisziplin&#228;re K&#252;nstlerische Arbeit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20728" title="L1006609b-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006609b-600.jpg" alt="" width="600" height="442" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20729" title="L1006611b-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006611b-600.jpg" alt="" width="600" height="439" /></p>
<p><em>Nicole Ahland, Zwischeng&#228;ngerin, 2003, 2-teilig, C-Print, je 88 x 120 cm (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Wir kennen die mit analoger Technik arbeitende K&#252;nstlerin <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/06/phos-licht-graphein-zeichnen-die-photographischen-lichtgemaelde-von-nicole-ahland/">Nicole Ahland</a> als eine Meisterin der fotografischen Bildsprache, in der sie oft das Sichtbare in das nur noch Erahnbare transformiert &#8211; in einer, k&#246;nnte man sagen, ins Transzendente f&#252;hrenden Transparenz. Ihren Bildern von malerischer Anmutung eignet stets etwas Spirituelles, das uns in eine andere Dimensionen des Sehens und Erkennens zu f&#252;hren vermag.</p>
<p>Nicole Ahland, 1970 in Trier geboren, studierte Freie Kunst an der Akademie f&#252;r Bildende K&#252;nste der Universit&#228;t Mainz. Sie lebt und arbeitet in Wiesbaden.</p>
<p>Weiter sind in der Ausstellung im Frankfurter KunstBlock, die man keinesfalls vers&#228;umen sollte, die K&#252;nstler</p>
<p><strong>Evgen Bavcar<br />
Martin Br&#252;ger<br />
Markus Frohnh&#246;fer<br />
Jochem Hendricks und<br />
Willes Meinhardt</strong></p>
<p>vertreten.</p>
<p>&#8220;Die Ausstellung versammelt ausgew&#228;hlte Arbeiten von K&#252;nstlern, die sich &#8230; mit dem Sichtbarmachen von Unsichtbarem auseindergesetzt haben&#8221;, schreiben Florian Koch und Klaus Schneider. &#8220;In der Summe geht es also um die Absenz des Sehens im visuellen Objekt. Die Ausstellung n&#228;hert sich diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen k&#252;nstlerischen Medien an.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.frankfurter-kunstblock.de/">Frankfurter KunstBlock</a>, Bellavista-Film, noch bis zum 20. November 2010</p>
<p>Begleitet wird die Ausstellung von einer 90min&#252;tigen Spezial-Tour durch einen musealen  Erlebnisraum &#8220;Dialog im  Dunkeln&#8221; im benachbarten DialogMuseum.</p>
<p><em>(Abbildungen </em><em>©</em><em> jeweilige K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler) </em></p>
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		<title>&#8220;Citywatch Office&#8221; &#8211; Ein Projekt von Sandip Shah im ATELIERFRANKFURT</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/11/24/citywatch-office-ein-projekt-von-sandip-shah-im-atelierfrankfurt/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 06:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorsicht K&#252;nstler! &#8220;Wegen Beteiligung an ausnahmslos guter Herstellung von gegenwartsnaher bildender Kunst werden steckbrieflich gesucht &#8230; Mara Monetti / Andreas Rohrbach / Natalie Goller / J&#246;rg Simon / Lionel R&#246;hrscheid / Corinna Mayer / Edwin Sch&#228;fer / Sandip Shah / Raul Gschrey / Helge Steinmann / Anette Babl / Mirek Macke / Christoph Loew / [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em></em><span style="color: #cc0000;"><strong><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: x-large;">Vorsicht K&#252;nstler!</span></span></strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Wegen Beteiligung an ausnahmslos guter Herstellung von gegenwartsnaher bildender Kunst werden steckbrieflich gesucht &#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Mara Monetti / Andreas Rohrbach / Natalie Goller / J&#246;rg Simon / Lionel  R&#246;hrscheid / Corinna Mayer / Edwin Sch&#228;fer / Sandip  Shah / Raul  Gschrey / Helge Steinmann / Anette Babl / Mirek Macke /  Christoph Loew  / Ralf Schmitt / Herbert Warmuth / Thomas Erdelmeier &#8230;&#8221;<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;F&#252;r Hinweise, die zur Ergreifung der Gesuchten f&#252;hren, sind &#8230; zur Belohnung ausgesetzt &#8230;&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">so heisst es weiter in einer &#8220;sch&#228;rferen&#8221; Variante des Steckbrief-Plakats.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-21385" title="cwo Plakat-450s" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/cwo-Plakat-450s.jpg" alt="" width="450" height="637" /></span></p>
<p><em><span style="font-family: Arial;">(Abbildung </span>© </em><span style="font-family: Arial;"><em>Sandip Shah)</em><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-21386" title="L1006884-A-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006884-A-450.jpg" alt="" width="450" height="309" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die zeitgleich mit der Jubil&#228;umsausstellung zum Artist in Residence-Programm  <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/11/22/20-jahre-artist-in-residence-programm-der-stadt-frankfurt-am-main/">“Frankfurt in … / … in Frankfurt”</a> am 19. November er&#246;ffnete und ebenfalls bis zum 16. Dezember 2010 laufende Ausstellungs-Aktion &#8220;CWO &#8211; Citywatch Office&#8221;, kuratiert von dem Frankfurter K&#252;nstler Sandip Shah, ist im <a href="http://www.atelierfrankfurt.de/">ATELIERFRANKFURT</a>, Pf&#246;rtnerloge II (in der Einfahrt zum Hof) zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-21387" title="L1006884-B-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006884-B-650.jpg" alt="" width="650" height="484" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Sandip Shah hat die ehemalige Pf&#246;rtnerloge II des Geb&#228;udes zu einem zus&#228;tzlichen Ausstellungsraum ausgestaltet, jede bzw. jeder der steckbrieflich gesuchten K&#252;nstlerinnen bzw. K&#252;nstler ist dort mit einer Arbeit vertreten, video&#252;berwacht, versteht sich. Auch Sie, Besucherinnen und Besucher der Ausstellung, m&#252;ssen damit rechnen, als verd&#228;chtige Kunstrezipient-Person gefilmt, gescannt und ungepixelt datengespeichert zu werden. Die Kamera rechts oben unter der Decke des Raumes kennt kein Pardon und l&#228;sst niemanden aus. Und wenn Sie Pech haben, wird Ihr Besucher-Konterfei sofort auf dem Monitor in der Pf&#246;rtnerloge abgebildet. Ein in der Hofeinfahrt sich an die Wand dr&#252;ckender verdeckter Ermittler mit hochgestelltem Trenchcoatkragen und tief in das Gesicht gezogenem Schlapphut wird unweigerlich seine Schlussfolgerungen aus Ihrem unerw&#252;nschten Besuch ziehen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #cc0000;"><strong><span style="font-family: Arial;">FeuilletonFrankfurt r&#228;t: Auf alle F&#228;lle trotzdem hingehen!</span></strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-21405" title="L1006881-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006881-650.jpg" alt="" width="650" height="488" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-21406" title="L1006883-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006883-650.jpg" alt="" width="650" height="488" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>(Fotos, soweit nicht anders angegeben: FeuilletonFrankfurt)</em><br />
<span style="font-family: Arial;"><br />
</span></span></p>
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		<title>&#8220;Das Wesen im Ding&#8221; im Frankfurter Kunstverein (1): Nina Canell</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 06:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Dunkel ist es in diesem Raum des Frankfurter Kunstvereins. Aber es ist nicht die Faust&#8217;sche Hexenk&#252;che, und es geht auch nicht ganz so knallend und zischend zu wie im Giessener Liebig-Museum, wenn der legend&#228;re Professor Wolfgang Laqua dort vor staunendem Publikum seine chemischen Experimente zum Besten gibt. Aber es begegnet uns schon etwas Geheimnisvolles, es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dunkel ist es in diesem Raum des <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/01/07/frankfurter-kunstverein-bilder-vom-kuenstler-4-manuela-kasemir/">Frankfurter Kunstvereins</a>. Aber es ist nicht die Faust&#8217;sche Hexenk&#252;che, und es geht auch nicht ganz so knallend und zischend zu wie im Giessener Liebig-Museum, wenn der legend&#228;re Professor Wolfgang Laqua dort vor staunendem Publikum seine chemischen Experimente zum Besten gibt. Aber es begegnet uns schon etwas Geheimnisvolles, es faucht und blubbert leise sch&#228;umend aus der Sch&#252;ssel, und klackernde T&#246;ne, wie wir sie von einem Geigerz&#228;hler her kennen, verbreiten sich im Raum.</p>
<p>&#8220;Das Wesen im Ding&#8221; ist die neue Ausstellung im Frankfurter Kunstverein betitelt. Sieben k&#252;nstlerische Postionen werden dazu pr&#228;sentiert. Es geht darum, wie K&#252;nstler die Natur- und Dingwelt durch deren Repr&#228;sentation und Imitation ergr&#252;nden, um tiefere Erkenntnisse &#252;ber das Wesen der Welt zu gewinnen. &#8220;Die Repr&#228;sentation der f&#252;r wirklich gehaltenen Welt&#8221;, so der Frankfurter Kunstverein, &#8220;ist kaum noch ohne eine Reflexion der damit verbundenen Parameter m&#246;glich. Mit den unterschiedlichsten k&#252;nstlerischen Strategien wie Serialit&#228;t, Fragmentierung, Skalierung oder Aufl&#246;sung entstehen nunmehr Abbildungen der Natur- und Dingwelt, die ihren Wirklichkeitsbezug in Frage stellen&#8221;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-14843" title="L1004534-460" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1004534-460.jpg" alt="L1004534-460" width="460" height="345" /></p>
<p>In &#8220;Morasko Circle&#8221; &#8211; einer ihrer sieben ausgestellten Arbeiten  &#8211; baut Nina Canell eine kleine Installation, die auf den ersten Blick &#8211; den wir jedoch alsbald korrigieren werden &#8211; wie eine einfache naturwissenschaftliche Versuchsanordnung erscheint. Das Wasser in der Sch&#252;ssel wird von derem Grund her etwas aufgewirbelt, ihm entsteigt bisweilen ein nebeliger Dampf, ein Mikrofon verst&#228;rkt blubbernde Ger&#228;usche &#252;ber eine technische Apparatur zu jenem erw&#228;hnten Prickeln und Geigerz&#228;hler-Klackern, das wir so unausl&#246;schlich mit h&#246;rbar gemachter radioaktiver Strahlung verbinden. Rote und schwarze Kabel leiten elektrische Str&#246;me, eine profane Lampe, in k&#252;nstlerischer oder kuratierender Absicht verbal zur &#8220;Laterne&#8221; veredelt, beleuchtet die Szenerie.</p>
<p>Nur ein Baukastenspielchen? Was hat es mit dem &#8220;Morasko Circle&#8221; auf sich?</p>
<p>Vor etwa 5.000 Jahren soll es sich begeben haben: Ein Meteorit st&#252;rzte dort zur Erde, wo heute das polnische, inzwischen nach Posen eingemeindete  D&#246;rfchen Morasko liegt, nach welchem der Ausserirdische &#8211; nach seiner Entdeckung Ende 1914 &#8211; seinen Namen erhielt. Die Geschwindigkeit des Himmelsk&#246;rpers mag zwischen 11.000 und 18.000 kmh betragen haben, als er in einer grossen Druckwelle zerberstend und verdampfend einschlug. Es bildeten sich mehrere Krater, zum Teil bis heute mit Wasser gef&#252;llt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-14844" title="L1004539-460" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1004539-460.jpg" alt="L1004539-460" width="460" height="345" /></p>
<p>Liegt hier der Schl&#252;ssel zu jenem Geheimnis, das uns umh&#252;llt, wenn wir  in der Dunkelheit die Installation immer wieder im Kreis umschreiten,  der vom grellen Lichtb&#252;ndel enth&#252;llten Dampfentwicklung ansichtig, das  Prickeln und Klackern der Strahlungen unerreichbar ferner Welten im Ohr, von denen uns der einst dem Asteroideng&#252;rtel entflohene Meteorit k&#252;ndet? Die banalen,  armen Materialien, die Nina Canell zu ihrer skulpturalen Erz&#228;hlung  komponiert, gewinnen eine neue &#228;sthetische, ja poetische Dimension. Unsichtbare Energien werden in Luft, Dampf und Licht, im Klang des seine Aggregatzust&#228;nde wechsenden Wassers erahnbar. So wie der ganze kosmische Kreislauf. Das Universum.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-14845" title="L1004536-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1004536-600.jpg" alt="L1004536-600" width="600" height="450" /></p>
<p><em>Abbildungen: &#8220;Morasko Circle&#8221;, 2007, Plastiksch&#252;ssel, Nebelmaschine, Wasser, Acryl, Schlingenhalterung, Mikrofon, Laterne, PA-System; Ausmasse variabel; Courtesy Sammlung Christian Schwarm, Stuttgart; Fotos: FeuilletonFrankfurt</em></p>
<p>Nina Canell, 1979 im schwedischen V&#228;xj&#246; geboren, studierte am Institute of Art, Design and Technologie in Dun Laoghaire, Irland, mit dem Abschluss Bachelor of Fine Art (1st Class Honours). Seit 2005 stellte sie in einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen ihre Arbeiten vor, unter anderem in Aachen, Antwerpen, Berlin, Dublin, D&#252;sseldorf, Frankfurt am Main, Gwangju (Korea), Hamburg, K&#246;ln, London, Neapel und New York. Die K&#252;nstlerin lebt und arbeitet in Berlin und in Dublin.</p>
<p><em> </em></p>
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