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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Kunstszene Frankfurt/Offenbach

„Atelier Max Weinberg – Spielraum der Phantasie“

Montag, 9. Juni 2008

Jubiläumsausstellung zum 80. Geburtstag des Künstlers

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Im Hof der Frankfurter AusstellungsHalle 1A begrüsst uns Max Weinbergs fünfeinhalb Meter hohe Skulptur Überirdische Frau. “Als mythisches Sinnbild”, schreibt Brigitta Amalia Gonser, “aufgehängt in der Schwebe, steuert sie ihren Energieaustausch mit der Umwelt selbst – wuchtig und ebenso verletztbar, voller Power und dennoch frei von brutaler Gewalt”. Es könnte ein Motto sein für die Ausstellung insgesamt. Weiterlesen

„… and other objects of interest“: Suzanne Wild in der Frankfurter Galerie Nathalia Laue

Freitag, 3. Juni 2016

Die Zeiten, in denen man die „anderen Objekte von Interesse“, denen sich Suzanne Wild aktuell malerisch widmet, mit Worten zumindest wie „delikat“ bezeichnet hätte, sind – niemand wird es beklagen – längst vorüber: Unterröcke, Unterhemdchen, BHs oder Bustiers, aus feinsten Geweben, gerade noch eben blickdicht oder auch nicht. Und auch Perücken trägt „frau“, aus welchen Gründen auch immer, heute unbefangen. Keine Tabus mehr also – aber ein Hauch von Sinnlichkeit und Erotik sollte noch bleiben – alles andere wäre doch schade. Einem jeden Betrachter sei die Möglichkeit eingeräumt, solche Garderoben mit Körpern und Charakteren zu füllen und Erzählungen zu lauschen oder zu spinnen. Und vielleicht sollte auch der eine oder andere Voyeur und Spinkser auf seine Kosten kommen – sei’s drum und warum denn nicht.

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Pink Frilly Skirt 2, 2015, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm

So räumt auch die Künstlerin im Interview ein, dass Unterwäsche etwas Verborgenes eigne, dass manche dieser Kleidungsstücke Fantasien freisetzen könnten – etwa über ihre frühere Trägerin und deren Aussehen oder Alter. Sie selbst steht diesen Gegenständen mit künstlerischer Distanz gegenüber, handelt es sich doch um auf Flohmärkten oder bei ähnlichen Gelegenheiten erworbene Objekte, die ihr unmittelbar als Vorlage dienen und deren Vorbesitzerinnen sie nicht kennt. Und so mag ein Bildtitel wie etwa „dirty lace“ – verschmutzte Spitze – nicht verwundern. Weiterlesen

„basis“: Sommerausstellung 2010 in Frankfurt am Main

Sonntag, 22. August 2010

Von potentieller Dummheit war die Rede, als der Frankfurter Kulturdezernent Professor Felix Semmelroth unlängst die Sommerausstellung 2010 von „basis“, des Vereins zur „Förderung kreativer Produktionsmöglichkeiten und Inhalte“, im Atelierhaus Gutleutstrasse eröffnete. Denn von Dummheit zeugte es, wenn eine weltoffene Stadt wie Frankfurt am Main nichts unternähme, um ihre Künstlerinnen und Künstler nicht nur zu fördern, sondern auch deren Arbeit in die Stadtgesellschaft hinein zu kommunizieren. So stellt das Kulturdezernat unter anderem 40 preiswerte Ateliers bereit. Darüber hinaus fördert es, wiederum unter anderem, den Verein „basis“ mit seinen 45 Arbeits- und Produktionsräumen in der Elbe- sowie weiteren 75 entsprechenden Räumen in der Gutleutstrasse (nicht zu vergessen ferner die Unterstützung der 45 Ateliers von „atelierfrankfurt“ in der Hohenstaufenstrasse). Neben den regelmässigen Sonderausstellungen dieser Ateliers legen deren jährliche, von den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern vielbesuchte und geschätzte „Open Doors“ ein beredtes Zeugnis ab von der in der Stadt reich versammelten künstlerischen Kreativität und Leistungsfähigkeit.

Zurück nun zur „basis“-Sommerausstellung 2010: „Feeding the World“ lautet trefflich ihr Motto, und wahrlich: Kunst versteht sich – und wird unserem Eindruck nach mehr und mehr verstanden (gerade auch an einem Banken- und Dienstleistungsstandort wie Frankfurt am Main) – als ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel. An der aktuellen, sommerlich-künstlerischen „basis“-Nähr-Aktion beteiligen sich Isabel Albrecht, Verónica Aguilera, Valentin Beinroth, Johanna Bieligk, Nicolaj Dudek, Wiebke Grösch, Özlem Günyol, Florian Jenett, Stefanie Kettel, Sandra Kranich, Astrid Korntheuer, Levent Kunt, Mustafa Kunt, Frank Metzger, Nashun Nashunbatu, Stefanie Pretnar, Katharina Schücke und Oliver Voss. Erstmals wird eine derartige Ausstellung in einem der basis-Häuser kuratiert: von dem in Berlin lebenden freien Autor und Kurator Ludwig Seyfarth.

Wieder einmal haben wir die Qual der Wahl: Die Arbeiten von neun Künstlerinnen und Künstlern stellen wir exemplarisch vor als einen Querschnitt durch die bis zum 12. September 2010 dauernde Ausstellung, die sich Kunsthungrige keinesfalls entgehen lassen sollten. Lassen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, im besten Sinne mit Kunst „füttern“.

Astrid Korntheuer,1979 in Schwelm geboren, studierte von 1999 bis 2005 an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach bei den Professoren rosalie, Heiner Blum und Frank Schumacher. Sie arrangiert für ihre fantastischen fotografischen Arbeiten die verschiedensten Materialien, die sich bei nachhaltiger Betrachtung als ein behutsam wie sorgfältig entwickeltes kompositorisches Ganzes erweisen. Verblüffend die räumliche Tiefenwirkung, gleichsam „Dreidimensionalität“ ihrer Fotografien der Serie „Nature morte“. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Offenbach.

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Astrid Korntheuer, „Nature Morte 113“, 2009, Injektprint Aludibond, 115 x 142,5 x 5 cm (im oberen Teil leider mit einem störenden Lichtreflex)
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„Begegnungen – Incontri“: 50 Jahre Frankfurter Westend Galerie

Montag, 25. Juli 2016

1966   2016

Im Jubiläumsjahr 2016 zeigt die Frankfurter Westend Galerie zur Jahresmitte im Rahmen des Jubiläumsmottos „Begegnungen – Incontri“ eine gleichnamige Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten aus 50 Jahren Galerietätigkeit: von Arturo Bonfanti, Eugenio Carmi, Tommaso Cascella, Roberto Casiraghi, Raffaele Cioffi, Dadamaino, Enrico Della Torre, Piero Dorazio, Enzo Esposito, Paolo Iacchetti, Arthur Kostner, Fausto Melotti, Mario Molli, Carlo Nangeroni, Claudio Olivieri, Gianfranco Pardi, Achille Perilli, Mauro Reggiani, Giancarlo Sangregorio, Giuseppe Santomaso, Vincenzo Satta, Toti Scialoja, Giulio Turcato und Italo Valenti.

Im Dezember 1966 begann die einige Wochen zuvor gegründete Deutsch-Italienische Vereinigung im Rahmen eines ständigen Kunstforums unter der Leitung von Trudi Müller-Luiselli und ihrem Vorstandsvorsitzenden Salvatore A. Sanna mit der Schau „Kunsthandwerk aus Sardinien“ ihre Ausstellungstätigkeit. 1971 erhielt das Forum den heutigen Namen Frankfurter Westend Galerie. Mit ihrer Aufgabe, italienische moderne und zeitgenössische Kunst in Deutschland zu vermitteln, erwarb sie sich schon bald grosse Anerkennung und den Ruf von Exklusivität. Freunde und Sammler gaben und geben sich bis heute zu den Vernissagen ein Stelldichein.

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Privatdozentin Caroline Lüderssen, Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung (rechts), begrüsst den Ehrenpräsidenten der Vereinigung, Salvatore A. Sanna, und Barbara Thurau, Frankfurter Westend Galerie

Im Rahmen ihrer einführenden Worte zur Ausstellungseröffnung führte Barbara Thurau mit Salvatore A. Sanna ein Gespräch über die Gründung und die Entwicklung der Galerie in ihrer 50jährigen Geschichte. Weiterlesen

„Blickachsen 9“ in Bad Homburg und Rhein-Main (8)

Samstag, 24. August 2013

Die Styliten von Jaume Plensa

Da sitzen sie, die Styliten, die „Säulenheiligen“ oder Pfahlsitzer des katalanischen Bildhauers Jaume Plensa, vor dem Zentralgebäude des Campus Westend der Goethe-Universität. Des Nachts sind sie sogar erleuchtet – nun, wir haben sie bei Tageslicht betrachtet und fotografiert. „Poets in Frankfurt“ heissen die drei Herren auf ihrem unbequemen Hochsitz, ihre Untertitel lauten „Heaven-Hell-Poetry“, „Religion“ und „Day-Night“. Weiterlesen