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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Kultur und Gesellschaft' Category

“salon noir des artistes” und die neue Freitagsküche

Freitag, 15. April 2011

Was machen wir denn so am Freitag abend? Wir gehen in den:

salon noir des artistes

(Bildnachweis: Atelierfrankfurt/Anny und Sibel Öztürk)

Den präsentieren die bekannten Künstlerinnen-Geschwister Anny und Sibel Öztürk, natürlich im Clubraum des ATELIERFRANKFURT.

Dort gibt es auch eine neue Freitagsküche, denn Kunst und Kochkultur gehören zusammen.

Und so sieht das Programm aus:

1. Freitag im Monat:
Menü wie zu Omas Zeiten

Anny und Sibel Öztürk kochen ein grosses Menü zu Musik aus der Konserve

2. Freitag im Monat:
EssensKunst
Jessica Lau tischt kulinarische Kunststückchen auf

3. Freitag im Monat:
Swing Baby swing

DJ Kaiser L lässt zu Swing-Hits die Puppen tanzen
Zur Musik werden Leckereien aufgetischt

4. Freitag im Monat:
Grosse Kunstüberraschung

Passend zur Überraschung gibt es Kulinarisches

Der Eintritt kostet jeweils nur 3 Euro. Reservierungen sind ab vier Personen möglich.

In jeder Weise mächtig unter Dampf: Sibel und Anny Öztürk am Eröffnungsabend in Aktion (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Aber nun stellt sich da eine Frage:

Was machen wir eigentlich am 5. Freitag eines Monats, zum Beispiel demnächst am 29. April?

Also, wir haben da eine Idee: Wir gehen zur Eröffnung des Rundgangs 2011 in die Städelschule, deren Renovierung soeben abgeschlossen wurde. Die Vorbereitungen auf die Präsentationen der Künstlerinnen und Künstler laufen auf Hochtouren, wie wir heute schon gesehen haben:

Renoviertes Atelier in der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Städelschule (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Und damit ist eigentlich schon alles, was wichtig ist, gesagt.

“Saure Gurke” 2008

Montag, 8. September 2008

Es ist soweit: Die Teilnehmerinnen des mit grosser Spannung erwarteten 31. Herbsttreffens der Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF in Wien haben an diesem Wochende den heiss begehrten Wanderpreis “Saure Gurke” des Jahres 2008 verliehen: Die Auszeichnung erhielt Günter Struve, der langjährige Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Struve! Also – bei allem Respekt und unserer tiefen Anerkennung: Ein wenig neidisch sind wir ja doch auf Sie, wir, die wir nie die Chance und erst recht nicht das Vergnügen hatten, für diese hohe Auszeichnung überhaupt nur in Betracht gezogen zu werden. Aber ein wenig stolz sind wir auch (rechnen wir uns doch immer noch und uneingeschränkt zum grossen Familienverbund der ARD), diesen Preis im harten Wettbewerb mit den bösen kommerziellen Veranstaltern (igittigitt!), gegen diese schier übermächtige und eigentlich für unbesiegbar gehaltene Konkurrenz für den Clan “gesichert” (wie es bei uns so schön heisst) zu haben.

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(Medienpreis “Saure Gurke” (Bildnachweis: Medienpreis “Saure Gurke” Manuela Schönberg)

Die Saure Gurke wird verliehen für Beiträge, in denen Frauen nicht vorkommen oder in denen Frauen über ihren Körper definiert werden oder die den Zuschauerinnen und Zuschauern überidealisierende Rollenmodelle aufdrängen.

Die Begründung der Preisverleihung wollen wir Ihnen, geneigte Leserinnen und Leser, natürlich keinesfalls vorenthalten, hier ist sie:

“Seinem steten Bemühen verdanken wir die Einführung frauenaffiner Formate im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen. Vom Aussterben bedrohte Rollenklischees wurden erfolgreich reanimiert. Sie finden sich inzwischen an immer mehr Abenden zur besten Sendezeit in Werken wie “Liebe nach Rezept” oder “Der Traum ihres Lebens” und ganz besonders in “Ein Wink des Himmels” aus der Reihe “Der Arzt vom Wörthersee”, gesendet am 23. März 2008 um 20.15 Uhr in der ARD und in ORF 2.

Herrlich – wie in traumhafter Landschaft schöne Menschen trotz aller Intrigen und Schicksalsschläge ihren Platz finden: die hingebungsvolle Ärztin und ihr intrigantes Gegenstück, die fürsorgliche Therapeutin, die lebenskluge Grossmutter, die patente Pensionswirtin, die mutige Postbotin, die erfolgreiche Managerin, die blonde, tief dekolletierte Sekretärin. Zum männlichen Personal gehören der schlitzohrige Bürgermeister, der geniale Arzt, der falsche Pfarrer und der fiese Geschäftsführer. Nicht zu vergessen: eine Schar wohlerzogener Kinder. Eben Menschen wie du und ich, die wir ohne Günter Struve nie kennen gelernt hätten. Wir sind ihm zu Dank verpflichtet.”

Ja, wir schliessen uns – als Unwissende zwar, denn wir haben bislang das Einschalten dieser herausragenden Sendungen erfolgreich vermeiden können , also gleichsam beschränkt auf Erkenntnisse vom Hörensagen – diesem Dank an. Denn: Die Medienfrauen, sie werden schon recht hingeschaut haben, sie werden es schon richtig gemacht haben mit der Preisverleihung, da sind wir uns ganz sicher! Aber ja!

Im vergangenen Jahr erhielt, Sie werden sich, liebe Leserinnen und Leser, noch gerne erinnern – die ZDF-Produktion “Lafer! Lichter! Lecker!” mit Johann Lafer und Horst Lichter diese beliebteste Auszeichnung, die wir in unserem wunderschönen Fernsehland vergeben können.

Lieber Günter Struve, nehmen Sie es nicht so schwer. Also – wir hätten da einen kleinen Rat, wie Sie sich trösten können: Gehen Sie doch am besten gleich morgen zu Johann Lafer und lassen Sie sich von ihm mit dem Menü verwöhnen, das wir für ihn im vergangenen Jahr in unserem kleinen Artikelchen entwickelt haben, verzehren Sie es gemeinsam mit ihm, und es wird Ihnen anschliessend – garantiert! – direkt sau(regurken)wohl gehen!

Der Autor grüsst Sie herzlich von dieser Stelle aus!

→  Saure Gurke 2009


“Saure Gurke” 2009

Mittwoch, 18. November 2009

Nein, es geht nicht wieder einmal um EU-Richtlinien (Gurken!), eher um: “Gib ihm Saures …”, wie Kurt Tucholsky einst titelte.

Am vergangenen Sonntag war es endlich wieder soweit: Die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF verliehen zum Abschluss ihres 32. Herbsttreffens in Baden-Baden die diesjährige “Saure Gurke”, den beliebtesten (Wander-) Fernsehpreis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

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“Saure Gurke” (Bildnachweis: Medienpreis “Saure Gurke” Manuela Schönberg)

Also sie ist schon saumässig sauer, diese Gurke, das haben alle gemerkt, die bislang mehr oder weniger beherzt – oder besser gesagt wohl oder übel – in sie hineinbeissen mussten.

Wofür man sie bekommt? Für Sendungen besonders frauenfeidlichen Inhalts, in denen, so lautet die Ausschreibung, Frauen nicht vorkommen, in denen Frauen über ihren Körper definiert werden oder die den Zuschauerinnen und Zuschauern überidealisierende Rollenmodelle aufdrängen.

Erneut traf es die ARD, dieses Mal genauer gesagt den Hessischen Rundfunk, und ausgerechnet eines der Leuchtfeuer der sonntagabendlichen Unterhaltung: einen “Tatort”. Der hiess “Architektur eines Todes”, ausgestrahlt am 6. September 2009 (Buch: Judith Angerbauer, Regie: Titus Selge, Redaktion: Inge Fleckenstein). Wir selbst haben ihn nicht gesehen, denn wir sehen sonntags abends nicht fern, sondern immer nur nah, vorzugsweise in ein Buch (und schon gar nicht den “Tatort”!).

Hier die Begründung der Jury:

“Das wollen wir sehen – Sofias Welt: eine international erfolgreiche Frau, die ganz in ihrer Arbeit aufgeht, bestens vernetzt mit anderen erfolgreichen Frauen, mit einer schönen Geliebten und einem Rücken freihaltenden Ehemann samt wohlgeratener Kinder. Bevor uns nun aber der Neid packt und alle hoch hinaus wollen, erkennen wir: Sofia eignet sich nicht als Rollenmodell. Nach 90 Minuten ist die Geliebte tot, der Mann ein Mörder, die Kinder verstört.

Wieder einmal konfrontiert uns der ‘Tatort’ spannend, unterhaltend und aktuell mit gesellschaftlicher Realität!”

Au weh, noch etwas Senf zur Gurke gefällig?

Aber das ist noch längst nicht alles, denn es gibt – gewissermassen als Trostpreis – die “lobende Erwähnung”: In diesem Jahr gilt sie einem Beitrag aus der ZDF-Reihe “Wetten dass .. ?”, ausgestrahlt am 7. November 2009 mit dem Titel “Models für Wette gesucht! Bewerben Sie sich als Mitwirkende bei Wetten, dass..?”

Die Begründung der Jury:

“Nur einer kann gewinnen – aber der ‘Wetten, dass…’- Redaktion gebührt für die Sendung vom 7. November 2009 eine lobende Erwähnung für ihren Mut, Frauenkörper fragmentarisch, dafür aber um so detailgetreuer vorzuführen. Wer hätte gedacht, dass sich Frauen auch an ihren blau besprühten Hinterteilen erkennen lassen!”

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(Foto: Thomas Jüling /pixelio.de)

Herzlichen Glückwunsch an Preisträger und lobend Erwähnte, kann man da nur sagen! Weiter so!

Verstehen Sie, liebe Medienfrauen und Leserinnen, dass wir nicht nur den “Tatort” nicht sehen, sondern auch “Wetten dass ..?” meiden?

→  “Saure Gurke 2008
→  “Saure Gurke 2007

“Saure Gurke” 2010

Montag, 1. November 2010

“Saure Gurke” 2010 für:

“Die grosse ARD-Geburtstagsshow”

Nun wurde er wieder verliehen, der Fernsehpreis, den so recht niemand gewinnen möchte, die “Saure Gurke” nämlich, nun für das Jahr 2010, genauer gesagt für die frauenfeindlichste Sendung dieses Jahres im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Nein, der ARD-sozialisierte Chronist, er ist not amused, er erfüllt nur ungern seine Chronistenpflicht, denn am gestrigen sonntäglichen 31. Oktober traf es “Die grosse ARD-Geburtstagsshow”, die am 15. und 17. April 2010 im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Zwar hat er sie nicht gesehen, der Chronist, es stand seinerzeit wohl Wichtigeres an, als sich vor die Glotze zu setzen, aber es sträubt sich doch das Gefieder, einem Geburtstagskind solch einen Tort anzutun, wo man es doch freundlich hätte behandeln sollen, mit ein wenig Nachsicht, familiärer noch dazu. Denn es sind die Medienfrauen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, von ARD, ZDF, ORF und SRG, die ein solches Verdikt auszusprechen befugt sind. Oder wieder genauer gesagt deren Jury, zwölfköpfig, natürlich ausschliesslich mit Frauen besetzt. Sehen wir uns doch einfach an, worüber sie den Daumen senkten, und aus welchem Grunde sie solches taten:

“Harmonische Herrenrunden auf dem Sofa wurden durch die eine oder andere Dame verziert. Um die fünfstündige Sendung nicht unnötig in die Länge zu ziehen, durften sich die Frauen kurz fassen. Von Erfolgen zu erzählen, war Sache der Herren.”

Nun, der Chronist war, wie gesagt, kein Augenzeuge der inkriminierten Sendung, eine gütige Vorsehung in Gestalt anderer Termine hatte ihn davor bewahrt. Ihm bleibt die Hoffnung, dass sich die zwölf Medienfrauen der Jury nicht irrten, sondern allseitig Gerechtigkeit widerfahren liessen. Denn – Hand auf’s Herz – gab es wirklich keine frauenfeindlicheren Sendungen im sich zum Ende neigenden Jahr 2010?

Übrigens war es eine besondere “Saure Gurke”: die 30. nämlich, seit sie 1980 zum ersten Mal verliehen wurde. Heuer auf dem 33. Herbsttreffen der Medienfrauen, in der schönen Domstadt Köln. Nun, die kann sicherlich nichts dafür.

“Schnaps-Idee” ade!

Montag, 15. Oktober 2007

“Schnaps-Idee” – im wahrsten Sinne des Wortes: Kinder und Jugendliche als Testkäufer für Schnaps & Co. – Alkohol, Zigaretten, Gewaltvideos! Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Offensichtlich kein Problem aber für ein Bundesministerium.

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(Foto: Ralf Roletschek wikimedia commons GFDL)

Warum diese harsche Kritik? Weil Kinder und Jugendliche mit einer Mentalität, wie sie im Bereich von Spitzel- und Spionagediensten anzutreffen ist, mit einer Lügenpraxis der Erwachsenenwelt bekannt, ja vertraut gemacht würden. Was ist mit der Vermittlung von Werten wie Wahrheit, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Vertrauen schenken und geniessen? Ein Kind, ein Jugendlicher als agent provocateur, als bewusster Lügner, als Anstifter zu Straftaten? Nein – dahin darf es niemals kommen.

“Schnaps-Idee” ade!