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Das Internet-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Kultur und Gesellschaft' Category

Gesund in die AOK auf Probe

Sonntag, 27. September 2009

“Vorsicht Arzt!” schrieb einst der legendäre Chirurg Julius Hackethal an sein Praxisschild. Lenin soll gespottet haben: “Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich erst noch eine Bahnsteigkarte!” In diesem Sinne rufen wir, deutsch, vorsichtig und pflichtbewusst, wie wir sind, Ihnen zu: “Vorsicht Glosse!”

Gesund in die AOK auf Probe

von Robert Straßheim

Testen Sie die AOK Hessen”, stand auf dem Werbeplakat.

Warum nicht, dachte ich mir, teste mal richtig die Krankenkasse! Ich wurde AOK-Mitglied, für eine Probezeit von drei Monaten, mit Auslands-Zusatzversicherung.

Erstmal nahm ich mir eine Woche Urlaub. Das sollte reichen, dachte ich mir, eine Woche investiere ich mal, und die restlichen zwölf Wochen gehören dann der AOK.

Sofort buchte ich einen Flug nach Mexiko, ein one-way-ticket, versteht sich, der Rückflug sollte auf die Kasse gehen. Aber ich musste vier Tage warten, bis der Flieger abging. Um die Zeit zu nutzen, ging ich in ein Flatrate-Lokal, wo ich mich richtig volllaufen ließ, und weil ich die Hälfte davon wieder erbrach, schluckte ich noch ein paar bunte Pillen dazu. Notarzt, Intensivstation, alles verlief nach Wunsch. Nach drei Tagen hatte die AOK mich wieder auf die Beine gebracht.

In Mexiko jagte ich dem Virus nach, wollte doch immer schon mal wissen, wie gefährlich diese Schweinegrippe ist. Fürs HIV und eine schöne AIDS-Behandlung reichen drei Monate ja leider nicht aus. Also schlich ich mich in ein Krankenhaus mit Grippe-Opfern ein, durchbrach alle Sicherheitssperren, gelangte ins Krankenzimmer und küsste von den siechen Leibern alle verfügbaren Schweineviren ab.

Nichts passierte. Dabei endete in zwei Tagen mein Urlaub! Was ich bei meiner Planung vergessen hatte: Drei, vier Tage Inkubationszeit brauchen diese Viren, bis die Schweinegrippe richtig ausbricht. Da ich solange nicht warten konnte, weil ich sonst gefeuert worden wäre oder auf eigene Kosten hätte zurückfliegen müssen, hatte ich eine bessere Idee: Bungee-Jumping. Auch dafür ist Mexiko ein prima Land. Trotzdem musste ich fünfmal hintereinander springen, bis ich endlich verunglückte. Jetzt ging alles sehr schnell: Hubschrauber-Rettung, Nottransport zurück nach Deutschland, Wirbelsäulen-OP, Schweinegrippen-Quarantäne und eine schöne lange Reha-Therapie. Genau zum Ende der Probezeit bin ich entlassen worden.

Zuhause finde ich nun einen Brief der AOK vor: Sie fragt höflich an, ob mir die Probezeit gefallen habe? Ob sie mich weiterhin als ihren AOK-Versicherten führen dürfe?

Naja, denke ich, dank der AOK bin ich nicht im Delirium verreckt, nicht vom mutwilligen Springen querschnittsgelähmt, und durch hinterlistiges Küssen nicht zum Schwein geworden, jedenfalls nicht im medizinischen Sinne. Aber wenn ich es mir recht überlege, will ich doch keine Beiträge an eine Versicherung löhnen, die für all die Dummheiten, wie ich sie begangen habe, bedingungslos bezahlt.

P.S. Mein AOK-Test bringt mir jetzt ein Vermögen ein: Kurz nachdem ich meinen Bericht veröffentlicht hatte, habe ich mehrere Angebote von privaten Fernsehsendern bekommen: Die sind ganz heiss darauf, aus meiner Erfahrung ein neues Format zu produzieren, Titel: Die Kassenprüfer“. In diesem Format soll das Fernsehpublikum die Abenteuer von Freiwilligen in AOK-Probezeiten begleiten, je verwegener, je verrückter, je blutiger, desto grösser der Werbeumsatz. Gratuliere, AOK, tolle Idee!

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(Foto: Jutta Anger /pixelio.de)


“Denglisch”- Unsinn zwischen X-mas und Happy New Year

Freitag, 4. Januar 2008

Virtueller Rundgang im Einkaufsparadies – frei nach einer Werbebeilage in der gestrigen Ausgabe der FAZ:

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(Bildnachweis:Gabi Schoenemann, pixelio.de)

Versehen mit My Shopping Card bummeln wir an endlosen Sale, Sale, Sale- Narreteien in Lounges und Stores vorbei. Der Center Manager wünscht Marry Christmas und wirbt für die Charity-Events, das beliebte Abend-Shopping sowie das Neujahrs-Shoppen. Uns befällt Schwindel, also erst einmal hinein ins Fitness-Center. Anschliessend erwerben wir Kosmetik im Bodyshop, nehmen einen Lunch im Chicken-Chips und treffen uns dann mit Freunden am Peoples Place. Genervt passieren wir Mister Minit und Runners Point. In “shoes and accessoires” sehen wir uns nach den neuesten Highlights für unsere Füsse um. Jetzt noch einen Blick auf die aktuelle Business- und Smart-Casual-Mode, und dann – wie titelt ein bekannter Reiseveranstalter: Nix wie weg!

Am Wochenende fahren wir nach Frankreich, da bleibt uns der Denglisch-Schwachsinn erspart!

“Denglisch”-Quatsch

Freitag, 29. Februar 2008

“… jeder muss im job permanently seine intangible assets mit high risk neu relaunchen und seine skills so posten, dass die benefits alle ratings sprengen, damit der cash-flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die mit perfect customizing und eye catchern jedes Jahr geupgedatet wird …”

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(durch das Internet geisternder, Hilmar Kopper, dem vormaligen Vorstandsprecher der Deutschen Bank zugeschriebener Denglisch-Redetext)

“Denglisch”-Quatsch … zum Zweiten

Sonntag, 30. März 2008

Geert Teunis in der Hauptversammlung der Volkswagen AG am 3. Mai 2006:

Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich vertrete eigene Aktien …

Ich habe vor einigen Monaten einen Passat bestellt und dabei erfahren, dass man fundierte Englischkenntnisse braucht, um alles zu verstehen, was angeboten wird. Bei der Ausstattung kann man wählen zwischen Trendline, Highline, Sportline und Comfortline.

Bei den Motoren gibt es u. a. TDI und FSI. Was “FSI” bedeutet, weiß der Berater nicht genau; es heiße wohl “Full Selected Injection” oder so. In Wirklichkeit heißt es natürlich “Fuel Stratified Injection”.

Es gibt weiterhin den FSI 4MOTION. Meine Nachfrage nach der Bedeutung von “4MOTION” lautet: “Das ist doch klar: unser Allradantrieb!” Der Berater weiß nicht, dass die korrekte Übersetzung für Allradantrieb “Four wheel drive” ist. “4MOTION” ist eine grammatikalische Unmöglichkeit und stellt eine böse Verstümmelung der englischen Sprache dar. Denn “Motion” für Bewegung kann morphosyntaktisch nicht mit einer Zahl kombiniert werden. Im Englischen ist das genau so unmöglich, wie es “4Bewegung” im Deutschen wäre. Bei den Farben ist es so bunt, dass es mir wegen der vielen englischen Qualifizierungen einfach zu bunt wird, bei denen man sich offenbar nicht die Mühe gemacht hat, nach deutschen Äquivalenten zu suchen. Ich darf wählen aus Candy-Weiß, Granite Green, Arctic Blue Silver, Wheat Beige, Shadow Blue, United Silver usw. Gibt es wirklich keine treffenden deutschen Namen für unser deutsches Produkt? Wo bleibt die Kreativität unserer Werbeabteilung?

(Beifall)

Darüber hinaus bietet die Volkswagen Individual GmbH ein individuelles Designpaket aus Sensitive-Leder, in Snow Beige und Türinserts in zeitlosem Design. Und dann zum Entertainment: Ich darf bestellen: Multimedia-Kit, PhatBox und Rear-Seat- Entertainment-Geräte. Bei all den englischen Vokabeln, die ich höre und lese, frage ich mich: Ist das eine Beratung für einen deutschen Kunden oder einen englischen Kunden? Nun fahre ich ihn, den Passat, und muss mich zurechtfinden mit Bezeichnungen wie TIM für Traffic Information System, TMC für Traffic Message Channel, EPC für Electronic Power Control, ACC für Adaptive Cruise Control, mit MUTE, DEST, NAV, MAP, Scan und Autostore, mit Autohold, Reset, SPEED, CANCEL,

(Heiterkeit und Beifall)

mit KESSY für Keyless Entry Start Exit System. – Es ist ein Graus, meine Damen und Herren!

(Beifall)

Es gibt nicht nur die unverständlichen Abkürzungen, sondern unter dem Navigationssystem prangt ein Satz: PASSENGER AIR BAG OFF. – Zu Deutsch, frei übersetzt: Passagier Luft Sack aus.

(Heiterkeit)

Ohne Englischkenntnisse und intensives Studium des Bordbuches kommt man nicht mehr zurecht! Warum steht auf dem Zündschloss der Schriftzug “ENGINE Start/Stop”? Es ging doch Jahrzehnte ohne diesen völlig überflüssigen und unverständlichen Hinweis!

Nach der Übergabe des Fahrzeugs war früher der Kundendienst für mich zuständig. Nun ist er umbenannt worden in After Sales Service.

(Heiterkeit)

Das ist absolut nicht einzusehen. Das ist nicht nur rücksichtslos, sondern es erscheint mir auch verkaufsstrategisch gesehen als dumm, so mit deutscher Kundschaft umzugehen.

(Beifall)

Ich empfehle, sich ein Beispiel an McDonald’s zu nehmen. McDonald’s hat in Deutschland bis vor gut einem Jahr mit “Every time a good time” geworben. Eine Marktanalyse ergab, dass dieser Werbespruch von der Bevölkerung nicht verstanden wurde. McDonald’s hat seinen Werbespruch geändert in “Ich liebe es!”.

(Heiterkeit und Beifall)

Aus demselben Grund hat auch unsere Konzerntochter Audi umgeschwenkt von “Driven by Instinct” auf “Pur und faszinierend”.

Herr … , auch Ihre Mitarbeiter in der Produktion verstehen nur unzulänglich Englisch. Sie haben trotzdem vier “Product Units” ? abgekürzt PUs ? für vier selbständig wirtschaftende Einheiten eingeführt. Es sind dies die PU A-Klasse, die PU Presswerk, die PU Trim und die PU Fahrsysteme – ein schönes Mischmasch aus Deutsch und Englisch! Gemeint sind aber offensichtlich gar nicht “Product Units”, sondern “Production Units”. Abgesehen von diesem Fehler empfehle ich, die jetzt von Ihnen eingeführte Bezeichnung “Product Unit” wieder zurückzunehmen. Die bisher gebräuchliche “Fertigung” kann genau so wirtschaftlich arbeiten wie eine “Product Unit”.

(Beifall)

Meine Damen und Herren, wenn der Kunde nachhaltig an Volkswagen gebunden werden soll, muss die Sprache stimmen. Die ist für deutsch Sprechende nun mal Deutsch und kein deutsch-englisches Mischmasch.

(Beifall)

Außerdem hat jeder das Recht, nicht Englisch zu können.

(Beifall)

Herr … , ich habe abschließend zwei Fragen und einen Vorschlag. Meine erste Frage: Beabsichtigen Sie, im deutschen Volkswagen Konzern, der bereits seit Jahrzehnten global agiert, jetzt zunehmend englische Bezeichnungen einzuführen, insbesondere auch dann, wenn es gute deutsche Wörter gibt? Meine zweite Frage: Ist schon einmal geprüft worden, welche Haftungsrisiken bestehen, falls ein des Englischen nicht mächtiger Kunde den im Zweifel lebenswichtigen Warnhinweis “PASSENGER AIR BAG OFF” nicht berücksichtigen konnte?

Und nun mein Vorschlag: Herr … , Sie haben vor gut einem Jahr einen neuen Namen für unseren deutschen Volkswagen Konzern gesucht, um eine Abgrenzung zu Volkswagen Aktiengesellschaft zu erreichen. Ich habe auf der letzten Hauptversammlung “People’s Wagon Group” vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

(Beifall)

Ich versuche es heute mit einem anderen Vorschlag. Falls Sie eine englische Bezeichnung für unseren Betriebsrat suchen sollten, ich habe ein Angebot: “Work Council” mit der Abkürzung “WC”.

(Große Heiterkeit und Beifall)

Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass Ihnen mein Vorschlag so gut gefällt. Dann dürfen wir zusammen auf die Antwort von Herrn … gespannt sein. Falls der Vorschlag angenommen wird, kann der Worker an der Finishline künftig während oder nach seiner Shift zu seinem vertrauten WC gehen.

(Heiterkeit)

Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen Volkswagen-Fahrern eine gute Zusammenarbeit mit ihrem After Sales Service.

(Heiterkeit und Beifall)

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(Sogenannter Narrenturm, weltweit erster Spezialbau zur Unterbringung von Geisteskranken, auf dem Gelände des Wiener Allgemeinen Krankenhauses; Foto: Gryffindor wikimedia commons GFDL)

“Mapping the Studio” in Venedig (1): Palazzo Grassi

Donnerstag, 12. August 2010

Wir möchten unseren Leserinnen und Lesern für ihren nächsten Aufenthalt in Venedig den Besuch zweier fantastischer Museen ans Herz legen: des “Palazzo Grassi” und der “Punta della Dogana” des französischen Milliardärs François Pinault respektive der François Pinault Foundation (Firmenimperium Pinault-Printemps-Redoute mit unter anderem Gucci, Puma, Yves Saint Laurent, Le Printemps oder dem Nobelweingut Château Latour und – setzen Sie sich fest hin – dem Auktionshaus Christie’s!)

Nun trifft es sich, dass in Zeiten der – ideologiepolitisch allem Anschein nach gewollten oder zumindest billigend in Kauf genommenen – Finanznot öffentlicher Haushalte (Steuergeschenke der Koalition an Hotellerie, Erben usw. lassen grüssen) auch die Diskussion um in öffentlicher und privater Trägerschaft betriebene Museen auflebt. Während sich erstere der Gefahr zunehmender finanzieller Auszehrung ausgesetzt sehen – dem finanzministeriellen wie kommunalen Rotstift fällt neben dem Sozialen zu allernächst die Kultur zum Opfer – , fliessen beträchtliche Gelder hoch Vermögender, vor allem über Stiftungen, in deren private Projekte, selbstverständlich nach dem bekannten Motto “Wer zahlt, schafft an”. Und wer beobachtet, mit welch euphorischem Jubel jene genannten politischen Kräfte hierzulande einem von den USA herüberzubranden drohenden “Philanthro-Kapitalismus” das Wort reden, wird Schlimmeres befürchten müssen. In Vergessenheit gerät darüber, dass die vermeintlichen Grossherzigkeiten der Bill Gates, Warren Buffet und Co. mit erheblichen Steuergeschenken über und über belohnt werden, die wiederum das Steueraufkommen verkürzen und dem Gemeinwesen dringend notwendige finanzielle Mittel entziehen, so dass letztlich die Allgemeinheit den Preis für privatmilliardäre “Wohltaten” zu entrichten hat, die jedoch dann von Entscheidungen über eine sinnvolle, im öffentlichen Interesse liegende Verwendung (ebenso wie das staatliche Gemeinwesen selbst) im wesentlichen ausgeschlossen ist.

Auf der anderen Seite verkennen wir keineswegs die bedeutsame kulturelle Rolle, die beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet – im regionalen Rahmen – etwa dem Frankfurter Museum Giersch oder den Rüsselsheimer Opelvillen zukommt.

Nach diesem Exkurs ins Grundsätzliche nun zurück zum Palazzo Grassi und zur Punta della Dogana. Beginnen wir heute mit ersterem. Und heben gleich zu Beginn hervor, dass die Venetianer jeden Mittwoch freien Eintritt in die beiden Museen haben.

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Der Palazzo Grassi am Canal Grande, Foto: FeuilletonFrankfurt

Der in den Jahren 1748 bis 1772 von Giorgio Massari (zugeschrieben) am Canal Grande im Stadtteil San Marco errichtete Palast der Brüder Angelo und Zuanne Grassi – einer der grössten seiner Art in Venedig -, wechselte im Laufe der Zeit mehrfach Funktion und Eigentümer. 2005 erwarb François Pinault das bereits wiederholt umgestaltete und renovierte Anwesen und eröffnete darin, nach weiteren Umbauten durch den Weltklasse-Architekten Tadao Ando, Ende Juni 2006 für seine legendäre, über 2000 Werke umfassende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst eine erste Heimstatt in der “Serenissima” (die zweite folgte 2009 in der Punta della Dogana).

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Paul McCarthy, Bear and Rabbit on a Rock, 1992; Mascot heads, acrylic fur, metal armature, foam rubber, formica pedestal, 270 x 190 x 130 cm, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo

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Rudolf Stingel, Untitled , 2008; Plaster, aluminium, steel, 18 panels, 294 x 654 x 17 cm, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo

Die derzeitige, von Alison M. Gingeras und Francesco Bonami kuratierte, Anfang Juni 2009 eröffnete, noch in das Jahr 2011 laufende Ausstellung “Mapping the Studio” zeigt Arbeiten unter anderem von Kai Althoff, Maurizio Cattelan, Jake und Dinos Chapman, Marlene Dumas, Urs Fischer, Fischli & Weiss, Lucio Fontana, Felix Gonzales-Torres, Richard Hughes, Martin Kippenberger, Jeff Koons, Paul McCarthy, Otto Muehl, Takashi Murakami, Bruce Nauman, Cady Noland, Michelangelo Pistoletto, Sigmar Polke, Richard Prince, Charles Ray, Thomas Schütte, Cindy Sherman, Rudolf Stingel, Hiroshi Sugimoto, Jean Tinguely, Luc Tuymans, Cy Twombly, Franz West oder Rachel Whiteread, um nur einige der Künstlerinnen und Künstler zu nennen.

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Richard Prince, Untitled (de Kooning), 2006, Acrylic and inkjet on canvas, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo

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Richard Hughes, Crash My Party You Bastards, 2004, Mixed media, dimensions variable, © Richard Hughes by SIAE 2009, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo

Natürlich beklagen wir das nicht sehr ergiebige Sortiment an Pressefotos, das die François Pinault Foundation über die Ausstellung zur Verfügung stellt. Umso mehr danken wir Mme. Mathilde Beaujard von der Pariser Claudine Colin Communication, die auch die beiden venetianischen Museen der Stiftung betreut, für die freundliche Kooperation. Der prächtige, knapp 400 Seiten starke Katalog (Preis vor Ort 50 Euro) entschädigt mit einem umfassenden Überblick über die Exponate der Schau.

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Pädagogik und Kreativität im Museum: Jugendgruppe im Murakami-Saal der Ausstellung im Palazzo Grassi; Foto: FeuilletonFrankfurt

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Luc Tuymans, The Book, 2007, Oil on canvas, 360 x 212 cm, © Palazzo Grassi SpA. Foto: ORCH, orsenigo_chemollo

Wie immer man es in der kulturpolitischen Diskussion um die Museumslandschaften drehen und wenden mag – als Venedig-Besucher kommt man an der hervorragend kuratierten wie grosszügig präsentierten Ausstellung der Sammlung François Pinault – einem in vielem repräsentativen Querschnitt durch die bereits schon klassische wie auch die kontemporäre Moderne – nicht vorbei.

“Mapping the Studio”, Palazzo Grassi, Venedig