<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>erhard-metz.de &#187; Frankfurt und Hessen</title>
	<atom:link href="http://erhard-metz.de/category/frankfurt-und-hessen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://erhard-metz.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 18:00:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.2</generator>
		<item>
		<title>&#8220;La Calisto&#8221; von Francesco Cavalli in der Oper Frankfurt</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2012/01/02/la-calisto-von-francesco-cavalli-in-der-oper-frankfurt/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2012/01/02/la-calisto-von-francesco-cavalli-in-der-oper-frankfurt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 15:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautorinnen und -autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=30808</guid>
		<description><![CDATA[Amor, der Taugenichts &#8211; Amor, der Gl&#252;cksbringer Irdische Liebe &#8211; himmlische Liebe von Renate Feyerbacher Feuerrot ist sein Kost&#252;m. Grazil, knabenhaft, befl&#252;gelt, beobachtend, lauernd, mit Fl&#246;te bewaffnet, hockt Amore (Amor) alias Eros, um seine Intrigen zu beginnen. Anna Fusek (Amore), Foto: © Barbara Aum&#252;ller Ein sch&#246;n anzusehender Liebesgott in Gestalt der Musikerin und Schauspielerin Anna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large; color: #dc143c;">Amor, der Taugenichts &#8211; Amor, der Gl&#252;cksbringer<br />
Irdische Liebe &#8211; himmlische Liebe<br />
</span></p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong><span style="font-size: large;"> </span></strong></span></p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong><em><span style="font-size: medium;">von Renate Feyerbacher</span></em></strong></span></p>
<p>Feuerrot ist sein Kost&#252;m. Grazil, knabenhaft, befl&#252;gelt, beobachtend, lauernd, mit Fl&#246;te bewaffnet, hockt Amore (Amor) alias Eros, um seine Intrigen zu beginnen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30815" title="la_calisto_06_HQ-380" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_06_HQ-380.jpg" alt="" width="380" height="571" /></p>
<p><em>Anna Fusek (Amore), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Ein sch&#246;n anzusehender Liebesgott in Gestalt der Musikerin und Schauspielerin Anna Fusek. Mal listig, mal traurig, mal rabiat, pantomimisch nuanciert, lenkt sie bet&#246;rend die Verwirrspiele mal vom schmalen B&#252;hnensteg aus, mal aus dem Publikum. Sinneslust pur.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>&#8220;Alle sind verrucht,</strong><strong> die an Amor glauben&#8221;</strong></span></p>
<p>Calisto (Kallisto), die Sch&#246;ne, ein Mensch, eine Nymphe im Gefolge der Jagdg&#246;ttin Diana, wird als Erste Amors Opfer sein. Giove (Jupiter) kommt zun&#228;chst als f&#252;rsorglicher Obergott. Er bedauert den Zustand der Welt, den der Krieg zwischen G&#246;ttern und Menschen angerichtet hat, und will helfen. Die Erde ist verbrannt und kahl. Er ersp&#228;ht Calisto. Sie klagt &#252;ber die ausgetrockneten Quellen und gibt Giove die Schuld. Der weibertolle Gott will ihr imponieren und l&#228;sst ad hoc die Quellen sprudeln. Nat&#252;rlich will er nicht nur beeindrucken, sondern naschen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30821" title="la_calisto_01_HQ-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_01_HQ-450.jpg" alt="" width="450" height="299" /></p>
<p><em>Anna Fusek (Amore) und Christiane Karg (Calisto), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Aber Calisto, die Keuschheit schwor, verweigert sich. Gioves Sohn Mercurio (Merkur), Schutzpatron der Kaufleute und des Handels, aber auch der Diebe und L&#252;gner, r&#228;t zur List, zur T&#228;uschung, zur g&#246;ttlichen Metamorphose. Giove verwandelt sich in die Gestalt der G&#246;ttin Diana, der Jagd- und Mondg&#246;ttin, G&#246;ttin der Keuschheit. Wohlgemerkt &#8211; es ist seine Tochter mit Giunone (Juno). Das ist besonders infam von dem verwandlungsge&#252;bten Gott, der oft denen, die er begehrt, als Tier erscheint: bei Europa als Stier, bei Leda als Schwan, bei Ganymed als Adler. Calisto merkt den Betrug nicht und l&#228;sst sich von der vermeintlichen G&#246;ttin k&#252;ssen und noch mehr. Der Gott schw&#228;ngert sie.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>&#8220;Betrogen von Jupiters Liebesglut&#8221;</strong></span></p>
<p>Der r&#246;mische Dichter Ovid (43 v. Chr bis um 17 n. Chr) hat in den &#8220;Metamorphosen&#8221;, seinem 15b&#228;ndigen Meisterwerk, auch die Geschichte von Kallisto erz&#228;hlt. Giovanni Faustini (1615 bis 1651), der Librettist der Oper &#8220;La Calisto&#8221;, verkn&#252;pft zwei antike Mythen miteinander, &#8220;die urspr&#252;nglich nichts miteinander zu tun haben&#8221;, sagt der Librettoforscher Albert Gier. Aber Diana tritt in beiden auf, allerdings in unterschiedlichen Rollen. Calisto gegen&#252;ber ist sie hart und streng und verbannt sie. Sie selbst, die H&#252;terin der Keuschheit, verliebt sich in den sch&#246;nen Hirten Endimione (Endymion). &#8220;Faustini war der Erfinder solcher, in der venezianischen Oper des 17. Jahrhunderts sehr beliebten Doppelintrigen, die den Vorteil haben, vier etwa gleichwertige Hauptrollen zu erm&#246;glichen&#8221; (Albert Gier).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30822" title="la_calisto_10_HQ-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_10_HQ-450.jpg" alt="" width="450" height="299" /></p>
<p><em>Luca Tittoto (Giove) und Christiane Karg (Calisto), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Francesco Cavalli (1602 bis 1676) kleidete dieses Drama in Musik. Er komponierte schnell, auch noch w&#228;hrend Librettist Faustini probte. Die Urauff&#252;hrung war in Venedig und k&#246;nnte im Herbst 1651 oder im Fr&#252;hjahr 1652 gewesen sein. Letzteres Datum entspr&#228;che dem venezianischen Karneval. Als Karnevalsoper wird daher &#8220;La Calisto&#8221; auch bezeichnet. &#8220;Die Freiheit Venedigs billigt alles &#8230; Die ber&#252;hmte Freiheit Venedigs zieht die Fremden haufenweise an, die Lustbarkeiten und die Vergn&#252;gungen halten sie dort fest und ersch&#246;pfen ihre B&#246;rse&#8221; schrieb der Wissenschaftler Alexandre Toussaint de Saint Didier 1680 in &#8220;La ville et la République de Venise&#8221;. Suffisant f&#252;hrt er das Beispiel des Herzogs von Savoyen an, der unter falschem Namen verschwenderischen Aufwand trieb.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30823" title="la_calisto_15_HQ-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_15_HQ-450.jpg" alt="" width="450" height="299" /></p>
<p><em>Luca Tittoto (Giove) und Daniel Schmutzhard (Mercurio), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Cavalli hiess urspr&#252;nglich Giovanni Battista Caletti und war der Sohn eines Domkapellmeisters. Seine sch&#246;ne, vielger&#252;hmte Knabenstimme faszinierte den Statthalter von Venedig Federico Cavalli, der den Vierzehnj&#228;hrigen mit in die Lagunenstadt nahm. Dort erhielt er die beste musikalische Ausbildung und war Sch&#252;ler von Claudio Monteverdi. Er dankte seinem F&#246;rderer, indem er seinen Namen annahm und bis zum Lebensende San Marco als Tenors&#228;nger, Organist, Kapellmeister und Komponist verpflichtet blieb.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>&#8220;Alle M&#228;nner sind verr&#252;ckt&#8221;</strong></span></p>
<p>Das K&#252;nstler-Gespann Faustini-Cavalli konzentrierte sich auf die Liebesintrige, auf die Paare Diana &#8211; Endimione und Giove &#8211; Calisto. Und es geht ihnen um zwei verschiedene Spielarten der Liebe. Beim ersten Paar ist es himmlische Liebe, die sich in K&#252;ssen und Tr&#228;umen ersch&#246;pft, beim zweiten Paar geht es um irdische Liebe, die im Geschlechtsakt endet. Beide n&#228;hern sich jedoch an, beziehungsweise ihre Liebe unterliegt auch einer Metamorphose: Mondg&#246;ttin Diana muss vom Sternenhimmel steigen, um ihrem keuschen Geliebten, den sie in ewigen Schlaf versenkte, nahe zu sein. Sie gibt sich also irdischer Liebe hin, Calisto wird zum Sternbild und ist so dem Geliebten nahe. So wird die Liebe himmlisch.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30826" title="la_calisto_16_HQ-380" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_16_HQ-380.jpg" alt="" width="380" height="571" /></p>
<p><em>Brenda Rae (Giunone), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Wie kommt es dazu? Giunone (Juno), Jupiters Gemahlin, hat nat&#252;rlich den Betrug ihres Mannes schnell erkannt. Aber nicht ihn straft sie, sondern Calisto. Und das sehr hart, obwohl die junge, unschuldige Nymphe betrogen wurde, einer Vergewaltigung zum Opfer fiel. Sie l&#228;sst Calisto durch die Furien qu&#228;len und verwandelt sie in eine B&#228;rin. Daraufhin verspricht Giove ihr eine weitere Metamorphose: als Sternbild wird sie neben ihm G&#246;ttlichkeit erlangen.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>&#8220;Alle Frauen sind verr&#252;ckt&#8221;</strong></span></p>
<p>&#8220;Rollen- und Partnertausch, aber mit R&#252;ckverwandlungsgarantie, f&#252;r zwei Wochen, eine Nacht, eine Stunde, einen Rausch: her damit &#8211; nur bitte danach weiter wie  bisher, um eine Erfahrung reicher, ein bisschen Krise als Chance&#8221; &#8211; das schrieb Jan Bosse im Programmheft zur Baseler Inszenierung von &#8220;La Calisto&#8221; 2010.</p>
<p>Jan Bosse (1969 geboren), Hausregisseur am Berliner Maxim Gorki-Theater, aktiv an Z&#252;richer und Basler Theatern, inszenierte in Frankfurt w&#228;hrend der Intendanz von Elisabeth Schweeger Werner Schwabs sogenanntes F&#228;kaliendrama &#8220;Die Pr&#228;sidentinnen&#8221; mit Karin Neuh&#228;user. Eine grandiose Inszenierung.</p>
<p>Nach &#8220;L’Orfeo&#8221; von Monteverdi ist &#8220;La Calisto&#8221; von Cavalli nun seine zweite Operninszenierung, zun&#228;chst am Theater Basel und nun an der Oper Frankfurt, genauer im Bockenheimer Depot. Sie wurde neu einstudiert im B&#252;hnenraum von Stéphane Laimé, der seit 14 Jahren f&#252;r Bosse entwirft (und 2011 &#8220;B&#252;hnenbildner des Jahres&#8221; wurde) sowie in den Kost&#252;men von Kathrin Plath. Grandios Laimés Idee mit den Wasservorh&#228;ngen, auf denen erotische Videoinstallationen projiziert werden.</p>
<p>Mitgebracht hat Bosse aus Basel Anna Fusek als Amore,  Luca Tittoto als Giove und Flavio Ferri-Benedetti als Linfea.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>&#8220;Ich m&#246;chte vernascht werden&#8221;</strong></span></p>
<p>Die Spielst&#228;tte Bockenheimer Depot ist ideal f&#252;r dieses frivole, sinnliche Verwirrspiel. M&#228;nner und Frauen sitzen sich in zwei Zuschauerbl&#246;cken gegen&#252;ber, strikt getrennt durch den B&#252;hnensteg. Und die Protagonisten tummeln sich, je nach Gel&#252;sten, mal in dem einen, mal im anderen Block.</p>
<p>Linfea (Lynfea), zum keuschen Gefolge Dianas geh&#246;rend, dreht pl&#246;tzlich durch, entledigt sich ihres weissen, wallenden Gewandes, st&#252;rzt sich im kurzen Leopardenkost&#252;m auf die Trib&#252;ne der M&#228;nner und sucht und findet einen m&#228;nnlichen Schoss. &#8220;Ich m&#246;chte vernascht werden.&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30827" title="Turandot" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_14_HQ-380.jpg" alt="" width="380" height="571" /></p>
<p><em>Flavio Ferri-Benedetti (Linfea) und Christopher Robson (Satirino), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Amore leistet tolle Arbeit. Sie hetzt den kleinen Satyr, ein Mischwesen aus Mensch und Tier, auf Linfea, die nat&#252;rlich angewidert ist.</p>
<p>Das Publikum kommt aus dem Staunen nicht heraus, auch wenn man bedenkt, wie alt diese Geschichte beziehungsweise dieser Text ist und &#8211; wie modern. Jacques Offenbach k&#246;nnte sich hier Ideen geholt haben und auch Mozart: das Duo Jupiter und Merkur erinnert an Don Giovanni und Leporello.</p>
<p>Ein Heidenspass, der dank einer gl&#228;nzenden Regie nichts mit Klamotte zu tun hat.</p>
<p><span style="color: #dc143c;"><strong>Die Musik: eine Entdeckung</strong></span></p>
<p>Francesco Cavalli, der mehr als 30 Opern schrieb, war damals der f&#252;hrende Opernkomponist Italiens und damit Europas. Selbst seinen Lehrer Monteverdi &#252;bertraf er mit seinen musikalisch-durchstrukturierten Formen. &#8220;Welche Oper stellt so offen wie diese Sinnlichkeit und Sexualit&#228;t in den mannigfaltigsten Formen dar?&#8221; fragt Dirigent René Jacobs im CD-Booklet von &#8220;La Calisto&#8221; (2005).</p>
<p>Cavalli begeistert durch Nuancenreichtum der Stimmen: da ist der leidenschaftlich-verzweifelte Sopran der Calisto, der dramatische von Diana und der fast hysterische, in Koloratur sich steigernde von Giunone.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30828" title="la_calisto_13_HQ-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_13_HQ-450.jpg" alt="" width="450" height="299" /></p>
<p><em>Jenny Carlstedt (Diana), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Nymphomanin Linfea wird von einem Countertenor gesungen, der sich auf  Travestierollen spezialisiert hat. Der kleine Satyr  ist auch ein Countertenor mit hoher Stimmlage. Das Mischwesen Pane (Pan), der  Hirtengott, singt manchmal &#252;berdreht in seiner Tenorstimmlage. Weich, zart, poetisch-tr&#228;umerisch ist die  Stimme von Endimione, Dianas Liebhaber, &#8220;des m&#228;nnlichen Altisten&#8221; (René Jacobs). Zwei Basspartien  sind dabei: Panes Begleiter Silvano imponiert mit ruppigem Bass. Gioves  Klangfarbe ist dagegen locker, verf&#252;hrerisch und steigert sich als Diana ins  Falsett. Sein Helfershelfer, Sohn Mercurio, ist ein kecker Bariton wie  Leporello. Selten ist so viel stimmliche Vielfalt zu h&#246;ren.</p>
<p>Nur Amore, Anna Fusek, singt nicht, spielt Fl&#246;te und Geige und eilt beweglich durch alle turbulenten Liebesspiele, die er entfachte, und die ein grandioses S&#228;ngerinnen- und S&#228;ngerteam spielfreudig realisiert: allen voran Christiane Karg als Calisto, Luca Tittoto als Giove, ein italienischer Casanova, Daniel Schmutzhard als Mercurio, Jenny Carlstedt als Diana, Brenda Rae als Giunone, Valer Barna-Sabadus als Endimione, Flavio Ferri-Benedetti als Linfea, Martin Mitterrutzner als Pane, Florian Plock als Silvano, Christopher Robson als Satirino und als Chor das Ensemble Barock vokal der Hochschule f&#252;r Musik in Mainz.</p>
<p>Last not least dirigiert &#8211; sehr einf&#252;hlsam, spritzig und fein &#8211; der englische Barockspezialist Christian Curnyn die wenigen Musiker  des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters vom Cembalo aus.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30829" title="la_calisto_22_HQ-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/la_calisto_22_HQ-450.jpg" alt="" width="450" height="299" /></p>
<p><em>Anna Fusek (Amore), Foto: © Barbara Aum&#252;ller</em></p>
<p>Selten besinnt sich Amore und h&#228;lt inne.</p>
<p>Den Sternenhimmel am Ende produziert das Publikum mit kleinen, in der Pause verteilten Lampen.</p>
<p>Weitere Vorstellungen der Oper Frankfurt am 2., 4., 6. und 7. Januar 2012. Ort des Geschehens: das Bockenheimer Depot, jeweils um 19.30 Uhr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2012/01/02/la-calisto-von-francesco-cavalli-in-der-oper-frankfurt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung&#8221; in Frankfurt am Main</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2012/01/28/amt-fur-umbruchsbewaltigung-in-frankfurt-am-main/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2012/01/28/amt-fur-umbruchsbewaltigung-in-frankfurt-am-main/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 09:44:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=31407</guid>
		<description><![CDATA[Das &#8220;Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung&#8221; ist voll in Betrieb! &#214;ffnungs- und Sprechzeiten: Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr. Die Themenkreise: DEMOKRATIE UND FREIHEIT GLOBALE PH&#196;NOMENE &#214;KONOMIE UND GERECHTIGKEIT Anmeldung m&#246;glichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im Frankfurter Kunstverein (Foto: FeuilletonFrankfurt) &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;"><span style="font-family: Arial;">Das &#8220;<a href="http://www.erhard-metz.de/2012/01/27/frankfurter-amt-fur-umbruchsbewaltigung-eroffnet/">Amt f&#252;r Umbruchsbew&#228;ltigung</a>&#8221; ist voll in Betrieb!</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img class="alignnone size-full wp-image-31408" title="L1010264-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010264-450.jpg" alt="" width="447" height="634" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#214;ffnungs- und Sprechzeiten:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und</strong><br />
<span style="font-family: Arial;"><strong> Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.</strong></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die Themenkreise:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>DEMOKRATIE UND FREIHEIT</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>GLOBALE PH&#196;NOMENE</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><strong>&#214;KONOMIE UND GERECHTIGKEIT</strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Anmeldung m&#246;glichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im <a href="http://www.fkv.de">Frankfurter Kunstverein</a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>(Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2012/01/28/amt-fur-umbruchsbewaltigung-in-frankfurt-am-main/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Arte Essenziale&#8221; im Frankfurter Kunstverein</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2011/12/29/arte-essenziale-im-frankfurter-kunstverein/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2011/12/29/arte-essenziale-im-frankfurter-kunstverein/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 13:31:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=30435</guid>
		<description><![CDATA[Gemeinschaftsausstellung mit der italienischen Collezione Maramotti &#220;ber die Weihnachtstage waren wir zu Gast im St&#228;del Museum, bei den Alten Meistern, genauer gesagt bei drei Madonnendarstellungen. Nun naht das &#8220;Neue Jahr&#8221;, und nicht nur deshalb begeben wir uns zu &#8220;neuer Kunst&#8221;, genauer gesagt zu zeitgen&#246;ssischen K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern, deren Arbeiten der Frankfurter Kunstverein unter dem Titel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: large;">Gemeinschaftsausstellung mit der italienischen Collezione Maramotti</span></p>
<p>&#220;ber die Weihnachtstage waren wir zu Gast im St&#228;del Museum, bei den <a href="http://www.erhard-metz.de/2011/12/15/das-neue-stadel-alte-meister/">Alten Meistern</a>, genauer gesagt bei drei <a href="http://www.erhard-metz.de/2011/12/26/weihnachten-2011-mit-guercino/">Madonnendarstellungen</a>. Nun naht das &#8220;Neue Jahr&#8221;, und nicht nur deshalb begeben wir uns zu &#8220;neuer Kunst&#8221;, genauer gesagt zu zeitgen&#246;ssischen K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstlern, deren Arbeiten der Frankfurter Kunstverein unter dem Titel &#8220;Arte Essenziale&#8221; pr&#228;sentiert &#8211; noch bis einschliesslich 1. Januar 2012. Es sind also nur noch ein paar Tage Zeit, genug jedoch, diese &#252;beraus sehenswerte &#8211; wenn auch etwas anstrengende &#8211; Ausstellung zu besuchen.</p>
<p>Arte essenziale &#8211; essenzielle, also grundlegende, wesentliche, unabdingbare Kunst? Was ist das?</p>
<p>Zun&#228;chst einmal gilt es, betont Holger Kube Ventura, Direktor des Kunstvereins, sehr genau hinzusehen auf das, was vor uns liegt, also das Material zu erforschen und zu definieren, um als Betrachter die Materialit&#228;t der Objekte als Kunstwerke in ihrem r&#228;umlichen und zeitlichen Kontext zu erfassen, zu verstehen und auch zu hinterfragen. Federico Ferrari, Professor f&#252;r Philosophie der Kunst an der renommierten Mail&#228;nder Accademia di belle Arti di Brera und Kurator der gemeinsam mit der <a href="http://www.collezionemaramotti.org">Collezione Maramotti</a> realisierten Ausstellung, auf den der Begriff Arte essenziale zur&#252;ckgeht, sucht nach dem &#8220;Ursprung k&#252;nstlerischer Praxis unter besondere Ber&#252;cksichtigung des Wesens der k&#252;nstlerischen Geste&#8221;. Er misst dabei dem k&#252;nstlerischen Ausgangsmaterial eine entscheidende Bedeutung zu. Allt&#228;gliche, banale Materialien (wir denken an die Arte povera) k&#246;nnen dabei zu &#8220;symbolisch aufgeladenen&#8221; Materialien wie zum Beispiel Marmor oder Bronze in Beziehung treten und einen neuen Sinnzusammenhang erschliessen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30460" title="L1010690-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010690-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30461" title="L1010715-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010715-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;Nature Does The Easiest Thing&#8221;, 2011, Ausstellungsansichten</em></p>
<p>Gleich im offenen Treppenhaus empf&#228;ngt uns eine an der Decke befestigte, &#252;ber elf Meter an L&#228;nge messende Arbeit der 1972 in Alexandria (Schottland) geborenen <strong>Karla Black</strong>, die in Glasgow lebt und arbeitet. Kleine quadratische Folien aus Polyethylen, mit zart pastellfarbenem Kreidestaub bedeckt, hat sie aneinander gekn&#252;pft. Die hauchd&#252;nnen Materialien sind in ununterbrochener Bewegung, allein schon die normale Thermik in dem Treppenhaus l&#228;sst sie niemals zur Ruhe kommen. Der Kreidestaub auf den knitternden und sich kr&#228;uselnden Folien bringt zarte, zerbrechliche Strukturen zum Vorschein, die sich von Sekunde zu Sekunde ver&#228;ndern. Der von der halbkreisf&#246;rmigen Treppe &#252;ber die Etagen gebildete Raum gewinnt eine neue Dimension und eine neue &#196;sthetik.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30443" title="L1010691-550a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010691-550a.jpg" alt="" width="550" height="409" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30462" title="L1010696-430a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010696-430a.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Francesco Gennari, &#8220;Degeneration of Parsifal (Nativity)&#8221;, 2005-2010, Ausstellungsansichten</em></p>
<p>Eine wunderbare Kreation des 1973 in Pesaro geborenen <strong>Francesco Gennari</strong>, der dortselbst sowie in Mailand lebt und arbeitet: Ein Quader aus Mehl, mit 80 kg dem K&#246;rpergewicht des K&#252;nstlers entsprechend, wurde zun&#228;chst durch vier spiegelblanke Stahlplatten und Schraubzwingen zusammengepresst und -gehalten, die sodann gel&#246;st wurden und nunmehr auf dem Boden liegen. Der W&#252;rfel aus der instabilen Masse Mehl erodiert an den R&#228;ndern und bildet tiefe Risse, die abgespalteten Teile &#8220;st&#252;rzen&#8221; herab wie etwa (dieser Tage geschehen mit einem zu beklagenden Todesopfer) Kreidefelsen auf R&#252;gen. Eine die eigene Person und Existenz als K&#252;nstler reflektierende Arbeit, eine Metapher f&#252;r Eingesperrtsein in &#252;berwiegend beh&#252;teter B&#252;rgerlichkeit und einer &#8211; der Schutzlosigkeit ausgesetzten &#8211; k&#252;nstlerischen Freiheit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30445" title="L1010707-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010707-550.jpg" alt="" width="550" height="404" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;Persuader Face&#8221;, 2011, (im Hintergrund &#8220;What To Ask Of Others&#8221;, 2011), Ausstellungsansicht</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30446" title="L1010702-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010702-550.jpg" alt="" width="547" height="413" /></p>
<p><em>Karla Black, &#8220;What To Ask Of Others&#8221;, 2011</em></p>
<p>Und noch einmal <strong>Karla Black</strong>: Wunderbar auch zwei weitere ihrer Arbeiten<strong> </strong>, die in einem r&#228;umlichen Zusammenhang pr&#228;sentiert werden. Auf dem Boden breitet die K&#252;nstlerin einen &#8220;Teppich&#8221; aus, er soll aus Make up-Puder in einem warmen, zarten Rosa bestehen (nach anderer Ausf&#252;hrung aus gef&#228;rbtem Gipspulver). Der Belag franst an den R&#228;ndern aus, bedeckt zun&#228;chst kaum wahrnehmbare, bei l&#228;ngerem Hinsehen aber immer deutlicher erkennbar werdende Strukturen. Wir denken an die <a href="http://www.erhard-metz.de/2010/06/04/bluetenstaub-wolfgang-laib-im-mmk-double/">Bl&#252;tenstaub-Arbeit von Wolfgang Laib</a> seinerzeit im MMK. Man b&#252;ckt sich nieder, ist versucht, den &#8220;Teppich&#8221; mit den Fingern zu ber&#252;hren, zu erkunden.</p>
<p>&#196;hnlich die Wandarbeit aus einer hauchd&#252;nnen, mit Kreidestaub bedeckten Folie, wiederum aus Polyethylen, einem trotz seiner Zartheit als widerstandsf&#228;hig und belastbar bekanntem Material. Assoziationen stellen sich ein: an Brautkleider, Schleier &#252;ber Kinderwiegen, festlich dekorierte Tafeln und R&#228;ume. Auch diese Folie ist, der Luftzirkulation im Saal geschuldet, in st&#228;ndiger Bewegung, reagiert sofort auf die einen Luftzug erzeugende Ann&#228;herung des Betrachters, weicht ihm aus oder kommt ihm entgegen. Jede Erscheinungsform in einer Millisekunde ist verg&#228;nglich, kehrt nie mehr wieder.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30447" title="L1010721-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010721-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Gianni Caravaggio, &#8220;Shortly Before the Solar System&#8221;, 2008</em></p>
<p>Der studierte Bildhauer und Philosoph <strong>Gianni Caravaggio</strong>, 1968 im D&#246;rfchen Rocca San Giovanni in den Abruzzen geboren, lebt und Arbeitet in Mailand und Stuttgart. Auf dem Boden ein an einen noch nicht gerundeten, mit Kratern &#252;bers&#228;ten Himmelsk&#246;rper erinnerndes, etwa eineinhalb Meter hohes kugel&#228;hnliches Objekt aus Styropor, bei dem optische Massigkeit und physikalische Leichtigkeit des Materials in einem offenen Widerspruch stehen, darauf eine kleine Skulptur aus neun Kugeln unterschiedlicher Gr&#246;sse und Materialit&#228;t wie Bronze, Zink, Aluminium oder auch Soja. Dieses in sich schon fragile Gebilde &#8211; es k&#246;nnte auf die nach &#228;lterer Definition neun Planeten des Sonnensystems anspielen &#8211; lagert unbefestigt in einer der kraterf&#246;rmigen Vertiefungen des bodenstehenden Objekts. Instabilit&#228;t, Zuf&#228;lle auch im Universum? Oder ein spielender Creator, Demiurg?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30464" title="L1010686-550a" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010686-550a.jpg" alt="" width="550" height="406" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30463" title="L1010687-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010687-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Thea Djordjadze, &#8220;I trust the liar. With pleasure, tea&#8221;, 2011, Ausstellungsansichten</em></p>
<p><strong>Thea Djordjadze</strong>, eine 1971 in Tiflis geborene Installations- und Objektk&#252;nstlerin, lebt und arbeitet in Berlin. Sie konstruiert einen h&#228;usliche Situationen zitierenden Raum aus den harten Materialien Stahl, Glas und Spiegeln, den sie mit wohnlichen, gleichsam &#8220;warmen&#8221; Objekten wie Teppichen und Decken oder auch gef&#228;ssartigen Gebilden aus Keramik oder Ton ausstattet. Die Jalousie des Fensters ist heruntergelassen. Der Raum verharrt in einem &#8220;unfertigen&#8221; Zustand &#8211; wird hier etwas errichtet oder abgebrochen? Konstruktion wie Dekonstruktion spielen in der gezeigten Arbeit ebenso eine Rolle wie r&#228;umliche Inszenierungen, die beim Umschreiten der Installation erfahrbar werden.</p>
<p>Wir schauen aus einem der Installation benachbarten Fenster, mitten hinein in die umbrechende Stadtlandschaft. Und wenden uns wieder zur&#252;ck zu Thea Djordjadzes Raumsch&#246;pfung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30448" title="L1010711-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010711-430.jpg" alt="" width="430" height="587" /></p>
<p><em>Ausstellungs-<strong>Aussicht</strong> (durch ein Fenster des Ausstellungssaals auf Dom, Grossbaustelle &#8220;Altstadtbebauung&#8221; mit Graffiti-Zaun und Schirn Kunsthalle)</em></p>
<p>&#8220;Arte Essenziale&#8221; zeigt ausserdem Arbeiten von Alice Cattaneo, Jason Dodge, Ian Kiaer und Helen Mirra. Die K&#252;nstler haben ihre Werke im    Auftrag der  <a href="http://www.collezionemaramotti.org">Collezione Maramotti</a> in Reggio Emilia f&#252;r die Ausstellung  produziert. Nach einer ersten  Pr&#228;sentation   in der Collezione Maramotti, dem von Achille Maramotti (Max Mara) begr&#252;ndeten Museum f&#252;r zeitgen&#246;ssische Kunst, wird &#8220;Arte Essenziale&#8221;  derzeit &#8211; noch bis 1. Januar 2012 &#8211; im <a href="http://www.fkv.de/">Frankfurter   Kunstverein</a> gezeigt.</p>
<p><em>(Fotos: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2011/12/29/arte-essenziale-im-frankfurter-kunstverein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Daphne&#8221; von Richard Strauss an der Oper Frankfurt</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/04/06/daphne-von-richard-strauss-an-der-oper-frankfurt/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/04/06/daphne-von-richard-strauss-an-der-oper-frankfurt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 05:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautorinnen und -autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=15318</guid>
		<description><![CDATA[Erinnerung als Paradies und als Raum erfahrenen Ungl&#252;cks: &#8220;Daphne&#8221; von Richard Strauss an der Oper Frankfurt Eindr&#252;cke von Renate Feyerbacher Eine alte Frau betritt z&#246;gernd die B&#252;hne und schreitet durch die hohen, heruntergekommenen R&#228;ume. Claus Guth, der Opernregisseur, bekannt f&#252;r seine psychologischen Interpretationen, l&#228;sst die gealterte Daphne den Ort ihrer Kindheit und Jugend, wo der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000080;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: large;">Erinnerung als Paradies und als Raum erfahrenen Ungl&#252;cks:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: large;">&#8220;Daphne&#8221; von Richard Strauss an der Oper Frankfurt</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Eindr&#252;cke von Renate Feyerbacher</span></span></strong></span><strong> </strong></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Eine alte Frau betritt z&#246;gernd die B&#252;hne und schreitet durch die hohen, heruntergekommenen R&#228;ume. Claus Guth, der Opernregisseur, bekannt f&#252;r seine psychologischen Interpretationen, l&#228;sst die gealterte Daphne den Ort ihrer Kindheit und Jugend, wo der Missbrauch stattfand, aufsuchen. &#8220;Der Tag, der sie ver&#228;nderte, sie erstarren liess, taucht wiederum vor ihren Augen auf.&#8221; Das Thema besch&#228;ftigt derzeit unsere Gesellschaft landauf, landab. Es sind viele, die zur Zeit aus ihrer Erstarrung aufwachen, sich erinnern und reden wie der Frankfurter Schriftsteller Bodo Kirchhoff: &#8220;Keinem der Betroffenen sieht man an, wie viel in ihm kaputt ist.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Dieser Gedanke schwebt &#252;ber der Auff&#252;hrung.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">In der griechischen Mythologie erstarrt Daphne, die Nymphe, zum Lorbeerbaum, als Gott Apollo hinter ihr her ist und nicht von ihr abl&#228;sst. Das Thema hat Schriftsteller (Ovid, Petrarca, Martin Opitz, Sylvia Plath, Sarah Kane &#8211; beide Dichterinnen nahmen sich das Leben &#8211; ), Komponisten (Monteverdi, Gluck, Mozart), Maler, Philosophen und Psychoanalytiker wie Sigmund Freud nicht losgelassen. Freud interpretierte die Geschichte als Deflorationsangst des M&#228;dchens und Feindseligkeit gegen&#252;ber dem Mann, die krankhafte Z&#252;ge annehmen kann.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img title="daphne_06_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/daphne_06_HQ-430.jpg" alt="daphne_06_HQ-430" width="430" height="286" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Lance Ryan (Apollo), Daniel Behle  (Leukippos) und Maria Bengtsson  (Daphne); Bildnachweis: Oper Frankfurt, Foto:	© Barbara Aum&#252;ller</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Richard Strauss war ein Freund Griechenlands. 1892 besuchte er die Insel Naxos, auf der Dionysos, Gott des Weines, geboren und verehrt wurde. Auch Ariadne lebte hier. Richard Strauss schuf zusammen mit Hugo von Hofmannsthal die Oper &#8220;Ariadne auf Naxos&#8221;. Auch diesmal wollte der Komponist mit Hofmannsthal die &#8220;Daphne&#8221; erarbeiten, aber der Freund starb unerwartet 1929. Stefan Zweig &#252;bernahm die Librettistenaufgabe, aber die Nazis liessen dieses B&#252;ndnis von Komponist und Dichter nicht zu. Zweig empfahl Joseph Gregor, einen B&#252;cherwurm, Bibliothekar und Archivar, der die Theatersammlung der &#214;sterreichischen Nationalbibliothek gegr&#252;ndet hatte und sich hin und wieder als Poet bet&#228;tigte. Die Briefe, die Strauss ihm schrieb, zeugen von der m&#252;hsamen Arbeit am Libretto. Er forderte laufend Ver&#228;nderungen und sprach von &#8220;schlecht imitiertem Homerjargon&#8221;. Er liess das Projekt schliesslich zu mit den Worten, &#8220;dass aus dem h&#252;bschen Sujet und manchen h&#252;bschen Details der Bearbeitung nicht doch noch ein netter Einakter werden kann&#8221;. &#8220;Daphne&#8221;, die bukolische Trag&#246;die in einem Akt, wurde am 15. Oktober 1938 in der Semper-Oper in Dresden uraufgef&#252;hrt. Bukolik ist die griechische Hirtendichtung.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img title="daphne_12_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/daphne_12_HQ-430.jpg" alt="daphne_12_HQ-430" width="430" height="286" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Lance Ryan (Apollo) und Maria Bengtsson  (Daphne)</em><em>; Bildnachweis:  Oper Frankfurt, Foto:	© Barbara Aum&#252;ller</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die Oper beginnt mit den Vorbereitungen auf das Dionysos-Fest. Leukippos, der Jugendfreund, umwirbt Daphne und kommt ihr nah, doch sie schreckt pl&#246;tzlich zur&#252;ck. Mutter Gaea, mythologisch Mutter Erde, ist besorgt. Apollo, verkleidet als Hirte, ist von dem jungen sch&#246;nen M&#228;dchen (Nymphe) angezogen. Daphne ist ber&#252;hrt von seinen Liebesworten, umarmt und k&#252;sst ihn, dann schreckt sie vor Angst zur&#252;ck. Beim Fest erscheint Leukippos als M&#228;dchen verkleidet, um Daphne nahe zu sein. Diese Entweihung des Festes und der Betrug erz&#252;rnen Apollo: Er st&#246;rt mit Donner und Blitz die Festlichkeiten und stellt den jungen Nebenbuhler zur Rede. Daphne muss den doppelten Betrug erkennen. Leukippos befreit sich selbst von den Frauenkleidern, Apollo offenbart sich und fordert die Geliebte auf, mit ihm zu gehen. Als Leukippos ihn einen L&#252;gner nennt und Daphne sich weigert, mitzugehen, kommt es zum Kampf. Apollo t&#246;tet Daphnes Jugendfreund und bittet die G&#246;tter um Vergebung. Daphne m&#246;chte er zur&#252;ck gewinnen – nicht in Menschengestalt, sondern als immer gr&#252;nenden Lorbeerbaum. Daphne verwandelt sich.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Der Text dieser musikalisch eindringlichen Oper erscheint manchmal verquast und artifiziell. Man muss sich auf die Musik konzentrieren mit ihren wundersch&#246;nen Momenten: &#8220;Hier sind behutsame Regungen und Stimmungen der Naturverbundenheit in Kl&#228;nge gefasst, die man so leicht nicht vergisst&#8221;, schreibt Ernst Krause (zitiert nach dem Programmheft). Fasziniert ist er, wie Strauss Daphnes Verwandlung in den Lorbeerbaum musikalisch umsetzt, die sich in &#8220;schleierzartem Fis-Dur vollzieht, wie der Klang sich aus dem reinen Holz emporwachsend immer mehr in das viel ver&#228;stelte Farbenflimmern der geteilten Streicher, der Harfe und der &#252;brigen Instrumente aufl&#246;st &#8230; &#8220;, der Klang sich in den &#8220;vogelhaft-zwitschernden Koloraturen des frei schwebenden Soprans&#8221; fortspinnt. Das ist einmalig. Strauss hat mehr als einen netten Einakter geschaffen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><img title="daphne_17_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/daphne_17_HQ-430.jpg" alt="daphne_17_HQ-430" width="430" height="286" /></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;"><em>Maria Bengtsson (Daphne)</em><em>; Bildnachweis: Oper Frankfurt, Foto:	©  Barbara Aum&#252;ller</em></span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Claus Guths einleuchtende, psychologisch-durchg&#228;ngige Regiearbeit steht im Einklang mit der musikalischen Realisation.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Die Schwedin Maria Bengtsson singt Daphne. Ihr zarter, lyrischer Ton begeistert, ihr Spiel ist eindringlich. Ihr einleitender Monolog &#8220;O bleib, geliebter Tag&#8221; l&#228;sst erahnen, welches Potential diese Stimme birgt, die in der Klage um den toten Freund einen H&#246;hepunkt erreicht. Heldentenor Lance Ryan hat in &#8220;Daphne&#8221; sein Deb&#252;t als Apollo. Trotz gesundheitlicher Probleme am Premierenabend gab der Kanadier einen grandiosen Einstand an der Oper Frankfurt. Er verlieh diesem liebesbesessenen und machtorientierten Gott kraftvolle T&#246;ne, manchmal bewusst etwas schrill. Martin Behle ist Leukippos. Sein jugendlicher, strahlender Tenor, makellos in den H&#246;hen, besticht.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Matthew Best als Vater Peneios und Tanja Ariane als Gaea &#252;berzeugen wie auch die anderen S&#228;ngerinnen und S&#228;nger, die als Sch&#228;fer und M&#228;gde agieren.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester musizieren sehr dynamisch: lebendig beim Fest, einf&#252;hlsam bei den Naturimpressionen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial;">&#8220;Daphne&#8221; &#8211;  ein Opernabend, den man schon wegen Maria Bengtsson nicht verpassen sollte: <a href="http://www.oper-frankfurt.de">Vorstellungen</a> gibt es am 4., 10., 18., 23. und 25. April sowie am 19. und 26. Juni 2010, jeweils um  19.30 Uhr.</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2010/04/06/daphne-von-richard-strauss-an-der-oper-frankfurt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;DeutschSommer&#8221; &#8211; ein richtungweisendes Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/09/22/deutschsommer-ein-richtungweisendes-projekt-der-stiftung-polytechnische-gesellschaft-frankfurt-am-main/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/09/22/deutschsommer-ein-richtungweisendes-projekt-der-stiftung-polytechnische-gesellschaft-frankfurt-am-main/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 07:05:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=19748</guid>
		<description><![CDATA[Der &#8220;DeutschSommer&#8221;, das Sprachf&#246;rderprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, ging bereits 2007 an den Start, lange bevor also Thilo Sarrazins j&#252;ngst erschienenes Bestseller-Buch &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; die Politik aufschreckte oder besser gesagt aufweckte. Als Exkurs und um es gleich vorweg zu nehmen: Wir halten es insofern mit dem ruhig abgewogenen, differenzierenden Urteil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der &#8220;DeutschSommer&#8221;, das Sprachf&#246;rderprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, ging bereits 2007 an den Start, lange bevor also Thilo Sarrazins j&#252;ngst erschienenes Bestseller-Buch &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; die Politik aufschreckte oder besser gesagt aufweckte.</p>
<p>Als Exkurs und um es gleich vorweg zu nehmen: Wir halten es insofern mit dem ruhig abgewogenen, differenzierenden Urteil eines Frank Schirrmacher (&#8220;Ein fataler Irrweg&#8221; oder &#8220;Frau Merkel sagt, es ist alles gesagt&#8221;, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von 29. August bzw. 19. September 2010). Und auch mit dem provokanten, den Nagel aber auf den Kopf treffenden Kommentar eines Volker Zastrow &#8220;K&#246;rperzellenrock&#8221; in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 12. September 2010, der eine realit&#228;tsferne, sich vielfach im Weggucken und Wegducken ersch&#246;pfende &#8220;political correctness&#8221; der politischen Kaste geisselt. Denn leider und unbestreitbar gibt es einen nicht unerheblichen Anteil an Migranten in Deutschland, der sich integrationsfern bis integrationsverweigernd darstellt, mit allen sich daraus f&#252;r die Gesellschaft wie auch f&#252;r die Betreffenden selbst ergebenden absehbar negativen Konsequenzen.</p>
<p>Da sucht man verzweifelt nach Auswegen oder gar Lichtblicken. Und findet sie: in dem erfolgreichen Projekt &#8220;DeutschSommer&#8221; der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19776" title="Land der Ideen _DeutschSommer-430A" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Land-der-Ideen-_DeutschSommer-430A.jpg" alt="" width="430" height="331" /></p>
<p><em>(Bildnachweis: &#8220;DeutschSommer&#8221;; Foto: D. Buschardt)</em></p>
<p>Das sehen auch andere so, beispielsweise die von der Bundesregierung und der Wirtschaft getragene, unter der Schirmherrschaft des Bundespr&#228;sidenten stehende Standort-Initiative &#8220;Deutschland – Land  der Ideen&#8221; mit ihrem Wettbewerb &#8220;365 Orte im  Land der Ideen&#8221;: Am 16. September 2010 zeichnete sie in einer Feierstunde in Frankfurt in Anwesenheit der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler den &#8220;DeutschSommer&#8221; als &#8220;Ausgew&#228;hlten Ort 2010&#8243; aus.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-19769" title="L1006258-360" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006258-360.jpg" alt="" width="360" height="504" /></p>
<p><em>Dorothea Henzler, Kultusministerin des Landes Hessen, bei ihrem Grusswort zur Preisverleihung</em></p>
<p>&#8220;DeutschSommer &#8211; Ferien, die schlau machen&#8221;: eine geniale Idee, ebenso tatkr&#228;ftig wie erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Stellt die Bildungsf&#246;rderung bereits eines der zentralen Anliegen der Stiftung dar, so steht die Sprachf&#246;rderung und insbesondere das Bem&#252;hen um Sprachkompetenz bei Migrantenkindern im Fokus des F&#246;rderprogramms &#8220;DeutschSommer&#8221;. Das Projekt begann im Sommer 2007 zun&#228;chst in Frankfurt am Main. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals auch die benachbarten St&#228;dte Offenbach, Hanau und Wiesbaden an ihm. Neben dem Amt f&#252;r multikulturelle Angelegenheiten und dem Staatlichen Schulamt f&#252;r die Stadt Frankfurt sowie der Volkshochschule und dem hessischen Kultusministerium unterst&#252;tzen namhafte private Stiftungen als Partner das Projekt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19768" title="L1006272-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006272-550.jpg" alt="" width="550" height="400" /></p>
<p>In der Zeit der hessischen Sommer-Schulferien erhielten 150 Frankfurter Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler des dritten Schuljahrs mit gezieltem F&#246;rderbedarf im Deutschen eine intensive und ganzheitliche F&#246;rderung: &#252;ber drei Wochen hinweg t&#228;glich zwei Stunden Deutschunterricht und zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben,  Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der  p&#228;dagogischen Arbeit  in kleinen Sch&#252;lergruppen mit bis zu zw&#246;lf  Kindern, die in Jugendherbergen untergebracht werden. Am Nachmittag betreuen  Sozialp&#228;dagogen die Kinder in einem  anregenden Freizeitprogramm. Am Ende der drei Wochen f&#252;hren die Kinder  ein Theaterst&#252;ck  auf, zu dem auch die Eltern eingeladen werden (die denn auch sehr zahlreich erscheinen).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19771" title="L1006255-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006255-550.jpg" alt="" width="550" height="398" /></p>
<p>Der Erfolg ist messbar: viele  der Kinder gelangen aus den schwachen in die guten Leistungsgruppen mit  unterrichtsf&#228;higen Deutschkenntnissen. Zugleich w&#228;chst  bei den Kindern das Bewusstsein, ihre  Sprachkenntnisse nach bestimmten Regeln selbst verbessern zu k&#246;nnen, und das Vertrauen in die eigene Leistungsf&#228;higkeit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19770" title="L1006271-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006271-430.jpg" alt="" width="430" height="578" /></p>
<p>Aufbauend auf den &#8220;DeutschSommer&#8221; folgt im Januar in der letzten Woche der Weihnachtsferien das Projekt &#8220;Endspurt&#8221; im Schullandheim &#8220;Wegscheide&#8221; der Stadt  Frankfurt am Main, wiederum mit Deutschunterricht, sprachintensivem Theaterspiel und einem begleitenden Freizeitprogramm. Dreierteams &#8211; sie bestehen jeweils aus einer Lehrkraft f&#252;r Deutsch als  Zweitsprache sowie einem Theater- und  einem Sozialp&#228;dagogen &#8211; betreuen Gruppen  mit maximal 14 Kindern rund um die  Uhr.</p>
<p>Ein zweit&#228;giges Fortbildungsseminar &#8220;3x Deutsch: Sprache, Theater, Freizeit&#8221; schliesslich richtet  sich an Lehrer der Sch&#252;ler der Klassen 3 und 4,  die am &#8220;DeutschSommer&#8221; teilgenommen haben. Es vermittelt praxisnah die  erfolgreiche Methodik des &#8220;DeutschSommers&#8221; f&#252;r den Einsatz im  Schulalltag.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-19772" title="L1006260-650" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1006260-650.jpg" alt="" width="650" height="346" /></p>
<p><em>&#8220;DeutschSommer&#8221;-Kinder des Jahres 2010 bedanken sich f&#252;r den Applaus des Publikums der Preisverleihung</em></p>
<p>Es ist unbestreitbar: Sprachkompetenz ist eine zentrale Voraussetzung f&#252;r eine gelingende Integration von Migranten. Die <a href="http://www.sptg.de/">Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main</a> hat dies vor langem erkannt und mit ihrem erfolgreichen Projekt &#8220;DeutschSommer&#8221; entsprechend gehandelt.</p>
<p><em>(Fotos von der Preisverleihung und der sie begleitenden Ausstellung: FeuilletonFrankfurt)</em><br />
<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2010/09/22/deutschsommer-ein-richtungweisendes-projekt-der-stiftung-polytechnische-gesellschaft-frankfurt-am-main/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;En Passant&#8221; der K&#252;nstlergruppe &#8220;et al.*&#8221;</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2011/05/15/en-passant-der-kunstlergruppe-et-al/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2011/05/15/en-passant-der-kunstlergruppe-et-al/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 May 2011 20:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=26263</guid>
		<description><![CDATA[Sie ging wohl in der grosses Aufsehen erregenden, spektakul&#228;ren Jubil&#228;umsausstellung der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt &#8220;Surreale Dinge. Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray&#8221; leider etwas unter, zumindest, soweit wir sehen k&#246;nnen, in der &#246;ffentlichen Resonanz: die fantasievolle Rauminstallation &#8220;En Passant&#8221; der K&#252;nstlergruppe et al.* Obwohl jeder Besucher der Surreal-Schau die im abgedunkelten Treppenaufgang der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ging wohl in der grosses Aufsehen erregenden, spektakul&#228;ren Jubil&#228;umsausstellung der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt <a href="http://www.erhard-metz.de/2011/05/14/das-besondere-geschenk-zum-25-geburtstag-der-schirn-surreale-dinge/">&#8220;Surreale Dinge. Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray&#8221;</a> leider etwas unter, zumindest, soweit wir sehen k&#246;nnen, in der &#246;ffentlichen Resonanz: die fantasievolle Rauminstallation &#8220;En Passant&#8221; der K&#252;nstlergruppe et al.* Obwohl jeder Besucher der Surreal-Schau die im abgedunkelten Treppenaufgang der SCHIRN errichtete Installation passieren muss.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26265" title="L1007827-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007827-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26266" title="L1007818-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007818-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p>Nun l&#228;uft, parallel zur Hauptausstellung, auch &#8220;En Passant&#8221; am 29. Mai 2011 aus, aber die Installation der K&#252;nstlergruppe mit dem bemerkenswert findig-listigen Namen sollte keineswegs in Vergessenheit geraten.</p>
<p>Eine Art Pand&#228;monium, den T&#252;rh&#252;tern des H&#246;llenrachens nur wenig nachstehend, scheint die Besucher zu empfangen, wenn sie sich &#8211; mit oder ohne Furcht und Grusel &#8211; anschicken, die obere Ausstellungsetage zu erklimmen. Doch gemach, sassen wir zur Jugendzeit nicht allzu gerne zur Kirmes in den damaligen &#8220;Geisterbahnen&#8221;, in denen sich spukhafte, wimmernde Torsi und skelettierte Wesen, vom Seufzen ewiger Verdammnis verfallener Seelen begleitet, &#252;ber uns beugten, uns ber&#252;hrten und uns im nur langsam voranzuckelnden W&#228;gelchen gar nachfolgten?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26292" title="L1007816-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007816-4301.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26293" title="L1007819-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007819-600.jpg" alt="" width="600" height="450" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26298" title="L1007832-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007832-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p>Verdrehte, verst&#252;mmelte K&#246;rper, abgeschlagene und aufgespiesste K&#246;pfe, zerfetzte Gliedmassen sind unsere Wegbegleiter beim Aufstieg, kopflose Gespenster schweben auf uns herab, m&#228;chtiges, krakenarmhaftes Ged&#228;rm bedr&#228;ngt und aus der H&#246;he. Eine in &#252;ppige Brokat- und Seidenstoffe geh&#252;llte geheimnisvolle Dame k&#252;sst, wie der n&#228;chtlich gaukelnde Schmetterling dem t&#246;dlich heissen Licht der Gl&#252;hbirne verfallen, eine grell-leuchtende Lampe. Ungewohnte Ger&#228;usche und Lichteffekte testen Schreckhaftigkeit und Nervenkost&#252;m des redlich-nichtsahnenden, zur Ausstellung strebenden Kunsthallenbesuchers.</p>
<p>An die 40 skulpturale Elemente hat die K&#252;nstlergruppe im Treppenaufgang installiert; sie verschiebt, wie die SCHIRN betont, bewusst die Grenzen  zwischen Ausstellungs- und Erlebnisort, zwischen (Alb-)Traum und Wirklichkeit.</p>
<p>Und doch ist all der inszeniert-durchschaubare Schrecken ein Fest der Sinne.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26295" title="L1007824-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007824-600.jpg" alt="" width="600" height="450" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26296" title="L1007825-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007825-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26299" title="L1007826-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007826-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p>Zac Dempster, Mitglied der K&#252;nstlergruppe et all.*, im Interview mit dem SCHIRN Magazin: &#8220;Um einen harten  Kern von sieben Leuten gibt es einen sich st&#228;ndig  ver&#228;ndernden Kreis  aus Freunden, Bekannten und Neugierigen, die alle  etwas zu unserer  Arbeit beisteuern. Einige kenne ich noch von meiner  Zeit aus New York,  andere stiessen &#252;ber Paris und Boston zu uns, die  meisten trafen wir in  der Frankfurter St&#228;delschule oder auf Partys &#8230; Wir entwerfen  begehbare Boxen, Nichtr&#228;ume, Traumwelten &#8230;&#8221;</p>
<p>Und  weiter: &#8220;Obwohl wir uns nie mit den Surrealisten direkt vergleichen  w&#252;rden,  schaffen auch wir irreale Orte, in die man aus der Realit&#228;t  eintritt,  aber auch wieder verlassen muss. Diese Phase des &#220;berganges  ist uns  besonders wichtig und hat uns zur &#8216;En Passant&#8217; im Treppenhaus  der SCHIRN  inspiriert &#8230; Bei &#8216;En Passant&#8217; war f&#252;r uns vor allem  interessant, dass die  Besucher keinen abgeschlossenen Raum betreten,  sondern eine Passage  durchlaufen m&#252;ssen, um zur Ausstellung &#8216;Surreale  Dinge&#8217; zu gelangen &#8230; All diese Eindr&#252;cke und  Einfl&#252;sse str&#246;men auf  den Besucher ein, der sich eigentlich auf dem Weg  in eine andere  Ausstellung befindet. Es wird spannend, zu sehen, wie die  Leute  reagieren werden auf diesen verst&#246;rend wundersch&#246;nen Moment. F&#252;r  uns  ist &#8216;En Passant&#8217; damit eine interessante Vorbereitung auf &#8216;Surreale   Dinge&#8217; &#8220;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26300" title="L1007779-430-Gr" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1007779-430-Gr.jpg" alt="" width="430" height="437" /></p>
<p><em>K&#252;nstlergruppe et al.* : Nicholas Vargelis, Zac Dempster und Wendell Seitz</em></p>
<p>Wer nun aber glaubt, sich an der spukhaften Geisterwelt im  Treppenaufgang einfach nur (wenn auch insgeheim schaudernd) erfreuen zu k&#246;nnen, wird sich korrigieren  m&#252;ssen: Nat&#252;rlich ist alles viel hintergr&#252;ndiger, als es vordergr&#252;ndig  erscheinen mag, und Kunstgenuss ist nun einmal nicht zum &#8220;anstrengungslosen&#8221; geistigen Nulltarif zu haben.</p>
<p>Also heisst es in dem Statement der K&#252;nstlergruppe zu ihrer Arbeit in der SCHIRN: &#8220;Wenn Sie  die Stufen der Schirn Kunsthalle hinaufsteigen, stellen  Sie sich bitte  vor, dass Sie vor dem Gem&#228;lde Antoine Carons &#8216;Das  Massaker unter dem  Triumvirat&#8217; von 1566 stehen. Durch ein blutiges  Enthauptungsritual  gewinnen dort die aurei (r&#246;mische Goldm&#252;nzen) an  Wert. Auch im Schlachthof  werden die K&#246;pfe der Rinder, L&#228;mmer und  Schweine gez&#228;hlt, obwohl es aber  das Fleisch ihrer K&#246;rper ist, das die  Menschen ern&#228;hrt. Wir erinnern an  Michel Leiris’ Idee der  Selbstenthauptung, von der er besessen war und  die wir mit Batailles  erotischen Opferfantasien verbinden, die das  Ordnungssystem seines  blutigen Chaos beherrschen. Ist das Massaker  einmal beschrieben, findet  es seine Bewegung und seinen Zweck im  surrealistischen Scherz &#252;ber die  Wirklichkeit und der L’amour fou.&#8221;</p>
<p>Und damit Sie nun am Schluss, geneigte Leserinnen und Leser, nicht l&#228;nger g&#228;nzlich im Dunkeln herumtappen, liefern wir Ihnen hier das zitierte Gem&#228;lde des manieristischen Malers und Meisters der Schule von Fontainebleau, Antoine Caron (um 1521 bis 1599):</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-26306" title="Antoine_Caron_002-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Antoine_Caron_002-600.jpg" alt="" width="600" height="357" /></p>
<p><em>Antoine Caron, Das  Massaker unter dem  Triumvirat, 1566, &#214;l auf Leinwand, 117 x 200 cm, Musée du Louvre, Paris (Bildnachweis: wikimedia commons/The Yorck Projekt)</em></p>
<p><em>(Installation &#8220;En Passant&#8221;: © K&#252;nstlergruppe et al.*; Fotos: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2011/05/15/en-passant-der-kunstlergruppe-et-al/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Farbverstr&#246;mung im Dialog&#8221; &#8211; Klaus Stra&#223;heim im Frankfurter K&#252;nstlerclub</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/11/12/farbverstroemung-im-dialog-klaus-strassheim-im-frankfurter-kuenstlerclub/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/11/12/farbverstroemung-im-dialog-klaus-strassheim-im-frankfurter-kuenstlerclub/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 07:58:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=21046</guid>
		<description><![CDATA[Beeinflusst Zufall die Gestaltung? Gestaltung den Zufall? Gestaltung und Zufall im Wechselwirken, im Dialog? Sternenhimmel I und II, je 70 x 70 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte Klaus Stra&#223;heim &#8211; wir kennen den K&#252;nstler von fr&#252;herer Gelegenheit her &#8211; spielt, bei aller Gestaltungskraft, mit dem Zufall, fordert ihn heraus und b&#228;ndigt ihn zugleich, steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beeinflusst Zufall die Gestaltung? Gestaltung den Zufall? Gestaltung und Zufall im Wechselwirken, im Dialog?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21047" title="Photo STRA_2010_09_18_1060 Sternenhimmel I-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_18_1060-Sternenhimmel-I-430.jpg" alt="" width="430" height="432" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21048" title="Photo STRA_2010_09_18_1058 Sternenhimmel II-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_18_1058-Sternenhimmel-II-430.jpg" alt="" width="430" height="428" /></p>
<p><em>Sternenhimmel I und II, je 70 x 70 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p><a href="http://www.erhard-metz.de/2008/10/31/ein-kreuzgang-voller-malerei/">Klaus Stra&#223;heim</a> &#8211; wir kennen den K&#252;nstler von fr&#252;herer Gelegenheit her &#8211; spielt, bei aller Gestaltungskraft, mit dem <a href="http://www.erhard-metz.de/2009/12/29/alles-zufall/">Zufall</a>, fordert ihn heraus und b&#228;ndigt ihn zugleich, steht so in einem Dialog mit ihm.</p>
<p>Am Anfang stehen Fotografien, sie bilden die Grundlage f&#252;r kompositorische Skizzen auf der weissen Malplatte, dann bet&#228;tigt Stra&#223;heim die Spr&#252;hflasche, entl&#228;sst Farben auf den zun&#228;chst planen Malgrund, mit kleinen Holzkeilchen hebt er ihn seitlich zu einer schiefen Ebene an, die Farben fliessen, verstr&#246;men sich im Eigenleben, zur Gouache kommt hin und wieder ein Spritzer Acryl, dann l&#228;sst er die Tafel trocknen.</p>
<p>&#8220;Ich respektiere die Farbe&#8221;, sagt er. Er stellt die Malplatte aufrecht, im Prozess der weiteren Bearbeitung mit Farbe, im Wechsel von Abstand und N&#228;he, in steter Kritik bis hin zum Verwerfen des Erreichten beginnt der Dialog des K&#252;nstlers mit dem Bild.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-21049 aligncenter" title="Photo STRA_2010_09_19_1115 Pferd-350" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_19_1115-Pferd-350.jpg" alt="" width="350" height="634" /></p>
<p><em>Aufb&#228;umendes Pferd, 90 x 50 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p>Klaus Stra&#223;heim bevorzugt den quadratischen Malgrund als gleichsam neutrale Fl&#228;che. Eher z&#246;gernd n&#228;hert er sich dem &#8211; stabilen &#8211; L&#228;ngs- und dem &#8211; labilen &#8211; Hochformat. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit hat er die f&#252;r die laufende Ausstellung im <a href="http://www.erhard-metz.de/2008/03/27/der-frankfurter-kuenstlerclub-im-nebbienschen-gartenhaus/">Nebbienschen Gartenhaus des Frankfurter K&#252;nstlerclubs</a> ausgew&#228;hlten Arbeiten betitelt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21050" title="Photo STRA_2010_09_18_1066 Eisprinzessin I-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_18_1066-Eisprinzessin-I-430.jpg" alt="" width="430" height="433" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21051" title="Photo STRA_2010_09_18_1067 Eisprinzessin II-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_18_1067-Eisprinzessin-II-430.jpg" alt="" width="430" height="428" /></p>
<p><em>Eisprinzessin I und II, je 75 x 75 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p>&#8220;Kraft Farbe dr&#228;ngen innere Bilder ins Sichtbare. Str&#246;men &#252;ber, wollen   nach aussen, die physische Grenze &#252;berwinden&#8221;, sagt Klaus Stra&#223;heim.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21052" title="Photo STRA_2010_09_18_1046 Blumen V-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_18_1046-Blumen-V-430.jpg" alt="" width="430" height="433" /></p>
<p><em>Noldes Blumenmeer V, 50 x 50 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p>&#8220;Malen, das Sp&#252;ren der Anspannung, der Aufbau von Elan, im Aktionsfluss sein&#8221;, beschreibt Stra&#223;heim seinen Arbeitsprozess. &#8220;Und immer wieder zur&#252;cktreten, inne halten. Wieder neu entwerfen, entdecken, dann verwerfen oder verst&#228;rken, ein Zulassen oder zur&#252;ckweisen. Dem Bild etwas zumuten, schenken, nehmen. Wie im Leben, so beim Malen. Von aussen nach innen. Von innen nach aussen. Und wieder zur&#252;ck. Von der Expression des Malens zur Impression des Betrachtens.</p>
<p>Sichtbares kann Verborgenes werden. Verborgenes kann sichtbar werden.&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21053" title="Photo STRA_2010_09_19_1083 Meeresleuchten-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_19_1083-Meeresleuchten-430.jpg" alt="" width="430" height="431" /></p>
<p><em>Meeresleuchten, 100 x 100 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p>Klaus Stra&#223;heim: &#8220;Das dialogische Malen h&#246;rt so schnell nicht auf. Will doch das Bildgeschehen, ausgehend vom Fotomotiv, seinen eigenen Ausdruck in malerischer Abstraktion finden, Raum haben beim assoziativen Entfalten, beim In-die-Welt-Dr&#228;ngen. Anfang und Ende bedingen sich. Expression und Impression verstr&#246;men sich in Farbe und finden einen Klang, der Dialog wird zur Melodie, das trocknende Gem&#228;lde atmet ein neues Lied.&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21054" title="Photo STRA_2010_09_29_1295-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Photo-STRA_2010_09_29_1295-550.jpg" alt="" width="550" height="511" /></p>
<p><em>Zum Licht, Diptychon, je 120 x 60 cm, Gouache / Acryl auf MDF-Platte</em></p>
<p>Klaus Stra&#223;heim, 1940 geboren, lebt und arbeitet in Niddatal-Ilbenstadt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-21070" title="L1060771b-2-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1060771b-2-430.jpg" alt="" width="430" height="583" /></p>
<p><em>Ernst-Dietrich Haberland, Vorsitzender des Frankfurter K&#252;nstlerclubs, und Klaus Stra&#223;heim in der Vernissage (Foto: FeuilletonFrankfurt)</em></p>
<p>Die Ausstellung &#8220;Farbverstr&#246;mung im Dialog&#8221; im <a href="http://www.frankfurter-kuenstlerclub.de/">Nebbienschen Gartenhaus</a> l&#228;uft noch bis zum 21. November 2010.</p>
<p>Am Sonntag, 28. November 2010, 15 Uhr, er&#246;ffnet der Frankfurter K&#252;nstlerclub seine Gemeinschaftliche Weihnachtsausstellung.</p>
<p><em>(Werke und Werk-Fotografien © Klaus Stra&#223;heim)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2010/11/12/farbverstroemung-im-dialog-klaus-strassheim-im-frankfurter-kuenstlerclub/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Geile Welt&#8221; &#8211; &#8220;heile Welt&#8221;? Sandra Mann in der Frankfurter Oberfinanzdirektion</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2011/08/13/geile-welt-heile-welt-sandra-mann-in-der-frankfurter-oberfinanzdirektion/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2011/08/13/geile-welt-heile-welt-sandra-mann-in-der-frankfurter-oberfinanzdirektion/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Aug 2011 06:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=27435</guid>
		<description><![CDATA[Wer als K&#252;nstlerin oder K&#252;nstler zur Er&#246;ffnung einer Ausstellung den stets umtriebigen ehemaligen MMK-Direktor Jean-Christophe Ammann ordert, muss sich auf manches gefasst machen, neben willkommenen Streicheleinheiten beispielsweise auch auf kritische Worte. So geschah es Sandra Mann zur Er&#246;ffnung ihrer Foto-Ausstellung &#8220;Geile Welt&#8221; in der Frankfurter Oberfinanzdirektion. Nein, die Texte, die die K&#252;nstlerin neben ihren Fotografien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer als K&#252;nstlerin oder K&#252;nstler zur Er&#246;ffnung einer Ausstellung den stets umtriebigen ehemaligen MMK-Direktor Jean-Christophe Ammann ordert, muss sich auf manches gefasst machen, neben willkommenen Streicheleinheiten beispielsweise auch auf kritische Worte. So geschah es Sandra Mann zur Er&#246;ffnung ihrer Foto-Ausstellung &#8220;Geile Welt&#8221; in der Frankfurter Oberfinanzdirektion. Nein, die Texte, die die K&#252;nstlerin neben ihren Fotografien drapiert, hielt er nicht unbedingt f&#252;r ratsam oder gar notwendig. Vielmehr solle sich Sandra Mann, so riet der Kunstprofessor, auf die Bildsprache ihrer Arbeiten verlassen, denen er, vollkommen zu Recht, eine eindrucksvolle Pr&#228;senz und hohe Qualit&#228;t bescheinigte.</p>
<p>&#8220;Geile Welt&#8221; reimt sich irgendwie auf &#8220;heile Welt&#8221;, so dachten wir, als wir uns auf den Weg zur Ausstellung machten  &#8211; sch&#246;n w&#228;re es, wenn wir es bei diesem Wortspiel belassen k&#246;nnten. Dem aber ist nicht so, denn Sandra Manns Welt ist mindestens so unheil wie vielleicht eben gerade noch heil. Aber sehen Sie selbst, liebe Leserinnen und Leser:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27648" title="140511-0550 (1)-450" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/140511-0550-1-450.jpg" alt="" width="450" height="338" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27656" title="L0010165-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L0010165-430.jpg" alt="" width="430" height="301" /></p>
<p>Vielleicht, wir wissen es nicht, hat die amerikanische <a href="http://www.erhard-metz.de/2007/10/10/taryn-simon-die-realitaet-hinter-der-fotografie/">Fotok&#252;nstlerin Taryn Simon</a> bei Sandra Manns Bild- und Textkompositionen ein wenig Pate respektive Patin gestanden &#8211; bei Simon bilden die sorgf&#228;ltig verfassten und optisch gestalteten Texte einen integralen Bestandteil des Gesamt-Bild-Text-Kunstwerks. Machen wir die Probe auf&#8217;s Exempel: Wie h&#228;tten wir es bei &#8220;Weil beten nicht hilft&#8221; lieber, mit oder ohne Text? Ein Motiv, das sehr ber&#252;hrt, auch aufr&#252;hrt. Das Denk-R&#228;ume er&#246;ffnet, wo Heil und Unheil sich begegnen. Das Zweifel &#8211; den stillen Bruder der Verzweiflung &#8211; weckt. Unsere Antwort: ohne ist besser. Denn wir wollen arbeiten, wenn wir uns der Kunst stellen, nicht konsumieren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27653" title="081_090204-1989-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/081_090204-1989-600.jpg" alt="" width="600" height="453" /></p>
<p><em>Jesus with Money (Mexico City), 2004, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27655" title="L0010168-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L0010168-600.jpg" alt="" width="600" height="493" /></p>
<p><em>Ein Prozent genetischer Unterschied (London), 2010, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p>Sandra Mann lenkt mit ihrer gleichsam leisen Fotografien unseren Blick auf das Wesen der  Dinge, auf die eigentliche Welt hinter der uns sichtbaren. Eine  eigent&#252;mliche Stille und Ruhe liegt &#252;ber ihren Motiven, die bei anderer Betrachtung Emp&#246;rung und Zorn &#252;ber so manche gesellschaftlichen und politischen Verh&#228;ltnisse provozieren m&#252;ssten. Die K&#252;nstlerin ergreift in ihrer Fotografie auf eine sehr sensible Weise Partei, vermeidet die lautstarke Plakativit&#228;t. Umso eindringlicher gelingt es ihr, uns mit ihrer Kunst ihre Botschaften zu vermitteln.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27657" title="032_190804-7640-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/032_190804-7640-600.jpg" alt="" width="600" height="450" /></p>
<p><em>Al Kaida (Paris), 2004, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27658" title="039_040802-0012-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/039_040802-0012-600.jpg" alt="" width="600" height="429" /></p>
<p><em>Chanelt&#252;te (Frankfurt am Main), 2002, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p>Eine eigene Faszination entwickeln Sandra Manns Fotografien durch den Pigmentdruck auf Leinwand und die anschliessende Rahmung. Die Fotografie erf&#228;hrt eine neue k&#252;nstlerische Dimension und wird vom Betrachter in ihrer ver&#228;nderten Bildhaftigkeit in einem anderen Kontext wahrgenommen. Die Sch&#246;nheit, ja Musealit&#228;t des neu entstandenen Werkes steht in einem spannungsreichen Kontrast zur mitunter abgr&#252;ndigen Realit&#228;t der fotografischen Aussage: dem Wohlstandsm&#252;ll, der weltweit wachsenden Diskrepanz zwischen Arm und Reich, der damit einhergehenden Spaltung der Gesellschaft, der vom Menschen vergewaltigten Natur, dem zum Spielzeug pervertierten Kriegsger&#228;t, der Erniedrigung der Frau zum Sexobjekt in der Werbung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27660" title="L0010153-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L0010153-600.jpg" alt="" width="600" height="454" /></p>
<p><em>Puttinggreen (Worfelden), 2007, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27661" title="L0010175-600" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L0010175-600.jpg" alt="" width="600" height="420" /></p>
<p><em>Skiny (Mexico City), 2005, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-27662" title="140511-0456-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/140511-0456-430.jpg" alt="" width="430" height="573" /></p>
<p><em>Seduction / Attack Helicopter (Wien), 2011, Vintage Pigment Druck auf Leinwand</em></p>
<p>&#8220;Geile Welt&#8221;? Ach ja, auch diese, im vermutlich engeren Sinn, kommt nicht zu kurz: in Foto-Collagen mit den Herren Dominique Strauss-Kahn, Silvio Berlusconi, Arnold Schwarzenegger und Roman Polanski.</p>
<p>Sandra Mann, Jahrgang 1970, studierte an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&#228;t Kunstgeschichte und anschliessend an der Hochschule f&#252;r Gestaltung HfG Offenbach Visuelle Kommunikation (Malerei, Bildhauerei, Digitales Bild, Experimentelle Raumkonzepte und Freie Fotografie) mit dem Diplom Visuelle Kommunikation. Seit 1998 stellt die K&#252;nstlerin regelm&#228;ssig aus, in den letzten f&#252;nf Jahren neben Frankfurt am Main und  den gr&#246;sseren St&#228;dten Deutschlands unter anderem in Antwerpen, Helsinki, Istanbul, Kapstadt, Los Angeles, Mailand, Rom, Washington und Wien. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Werke befinden sich in &#246;ffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem im Frankfurter Museum f&#252;r Moderne Kunst und in der Kunsthalle Mannheim.</p>
<p>Eine &#252;beraus sehenswerte Ausstellung in der <a href="http://www.oberfinanzdirektion-frankfurt.de/">Oberfinanzdirektion Frankfurt</a>, bis 6. Oktober 2011. Das K&#252;nstlergespr&#228;ch mit Sandra Mann am 25. August 2011, 17 Uhr, sollte man nicht vers&#228;umen.</p>
<p><span style="color: black;"><em>(Fotografien: Archivbilder Sandra Mann, gerahmte Ausstellungsansichten FeuilletonFrankfurt)</em><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2011/08/13/geile-welt-heile-welt-sandra-mann-in-der-frankfurter-oberfinanzdirektion/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Highly Accurate Shapes&#8221;: Malerei von Julian Lee</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2011/12/14/highly-accurate-shapes-malerei-von-julian-lee/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2011/12/14/highly-accurate-shapes-malerei-von-julian-lee/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 16:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildende Künste: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Objektkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=29415</guid>
		<description><![CDATA[Julian Lee, Subcontinents (The coming of Asia), 2009, &#214;l / Acryl auf Leinwand, 190 x 150 cm (Foto: FeuilletonFrankfurt) Manchmal muss man sich zur Kunst an daf&#252;r unvermutete Orte begeben. Zum Beispiel den Frankfurter Riedberg &#8220;erklimmen&#8221; und den dortigen weitl&#228;ufigen Zweit-Campus der Goethe-Universit&#228;t aufsuchen, wo bekanntlich die Welt der Biologie, Chemie, Mathematik und Physik zuhause [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-30203 alignnone" title="L1010737-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/L1010737-430.jpg" alt="" width="430" height="563" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Julian Lee, Subcontinents (The coming of Asia), 2009, &#214;l / Acryl auf Leinwand, 190 x 150 cm (Foto: FeuilletonFrankfurt)<br />
</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Manchmal muss man sich zur Kunst an daf&#252;r unvermutete Orte begeben. Zum Beispiel den Frankfurter Riedberg &#8220;erklimmen&#8221; und den dortigen weitl&#228;ufigen Zweit-Campus der Goethe-Universit&#228;t aufsuchen, wo bekanntlich die Welt der Biologie, Chemie, Mathematik und Physik zuhause ist, sich zum Biozentrum durchfragen, dann unter Mitwirkung mehrerer hilfreicher Menschen das Geb&#228;ude 101 auffinden und betreten, den Weg in die erste Etage nehmen und: ja, dann ist man am Ziel seiner nicht ganz unbeschwerlichen Reise zur Kunst angelangt, dem &#8220;KunstRaum Riedberg&#8221; im Dekanat der Fachbereiche Biochemie, Chemie und Pharmazie. Beileibe nicht jeder Frankfurter Kulturmensch wird ihn kennen, unter den Kenntnislosen sicher auch solche Zeitgenossen, die ihn eigentlich kennen m&#252;ssten, ist dort doch die bereits siebte Kunstausstellung seit seiner Er&#246;ffnung im Sommer 2009 zu sehen. Aber wer vermutet schon, pardon, Kunst bei Biologie, Chemie oder Physik, gar Pharmazie, jedenfalls auf den ersten Blick?</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Nun, da wir unser Wissen m&#246;glichst t&#228;glich erweitern wollen, begaben wir uns also unl&#228;ngst in besagten Raum nebst Flurbereich im &#228;ussersten Frankfurter Nordwesten, der von Carsten D. Siebert kuratiert wird. Dies fiel uns allerdings umso leichter, als wir dort einen Maler anzutreffen wussten, dessen Arbeiten uns bereits vor l&#228;ngerem aufgefallen sind, ja faszinierten: Julian Lee.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30055" title="Highly Accurate Shapes-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Highly-Accurate-Shapes-430.jpg" alt="" width="430" height="534" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Highly accurate shapes, 2011, &#214;l auf Leinwand, 50 x 40 cm</em></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30054" title="Heimreise-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Heimreise-430.jpg" alt="" width="430" height="529" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Heimreise, 2011, &#214;l auf Leinwand, 50 x 40 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Julian Lee, 1972 in Liverpool geboren, studierte von 1989 bis 1991 am  Southport College of Art und von 1996 bis 2000 an der Universit&#228;t in  Newcastle mit dem Abschluss Bachelor of Art. 2001 &#252;bersiedelte er nach Deutschland. Lee erhielt zahlreiche  Preise und stellte in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland wie auch europa- und weltweit aus. Seine Arbeiten sind in internationalen privaten Sammlungen  vertreten. Der K&#252;nstler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30065" title="Neubau-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Neubau-550.jpg" alt="" width="550" height="551" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Neubau, 2009, &#214;l auf Leinwand, 180 x 180 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Es sind zun&#228;chst einmal und nicht nur vordergr&#252;ndig die Farben, die  uns faszinieren, die verschiedenen Gr&#252;ns, die Kombinations- und  Variationsvielfalt dieser Gr&#252;n- mit den Blaustufen, eine im Grunde nicht ganz  unproblematische Gegen&#252;berstellung der beiden im Lichtspektrum  benachbarten und ineinander &#252;bergehenden, in der Verschmelzung im unreinen  T&#252;rkis verschwimmenden Farben, zumal auch das Gr&#252;n &#8211; und gerade in  seinen vitalen bis hin zu den grellen T&#246;nungen &#8211; offensichtlich von  vielen Malern gemieden wird.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Und es sind zum anderen sowohl der Kontrast wie zugleich eine  spannungsreiche Harmonie, mit der sich in Julian Lees Malerei  geometrische, an Kristalle, aber auch an Architekturen erinnernde,  gewissermassen geordnete Formen mit sozusagen ungeordneten, vital und  vegetativ wuchernden begegnen, miteinander in einen Diskurs treten, der  sich bis hin ins Unendliche verschwebt.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30063" title="Nocturnal-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Nocturnal-430.jpg" alt="" width="430" height="524" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Nocturnal, 2010, &#214;l  auf Leinwand, 110 x 90 cm</em></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30064" title="The Night-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/The-Night-550.jpg" alt="" width="550" height="346" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>The Night, 2008, &#214;l auf Leinwand, 160 x 100 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Lees Malerei f&#252;hrt uns in fantastische Welten, die oft in besagten kristallinen  und geometrischen Strukturen, auch in architektonischen Konstruktionen  ihren Ausgang nehmen. Sie begegnen mal naturalistisch anmutenden, mal in  der k&#252;nstlerischen Fantasie geborenen Landschaften: B&#228;umen, B&#252;schen und  Str&#228;uchern, begr&#252;nten Fl&#228;chen, Teichen, H&#252;geln und T&#228;lern. Menschen  oder Tiere fehlen in diesen R&#228;umen, der Homo sapiens hat seine Spuren in  h&#228;user- und turm&#228;hnlichen Gebilden hinterlassen. Prismen&#228;hnliche  Brechungen, kaleidoskopartige Zerlegungen wechselwirken mit runden, weichen,  Harmonie und Geborgenheit verheissenden Formen und R&#228;umen in einer  anscheinend unber&#252;hrten und unverdorbenen Natur. Aber letztere ist doch bedroht, der &#8220;letzte Kastanienbaum&#8221;, von unheimlich erscheinenden  Kr&#228;ften aus der Bildmitte gezogen, legt Zeugnis davon ab.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30062" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/The-last-Chestnut-430.jpg" alt="" width="430" height="497" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>The Last  Chestnut, 2007,  &#214;l auf Leinwand, 140 x 120 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Die mit Farben in manchem ungewohnt best&#252;ckte Palatte, die der K&#252;nstler uns unterbreitet, ber&#252;hrt in besonderer Weise Augen und Sinne: Die verschiedenen Gr&#252;ns, Symbol f&#252;r von Menschenhand unbelastete und unbesch&#228;digte Natur, f&#252;r Naturschutz schlechthin, Symbol auch f&#252;r das Gute, Richtige und Ordnungsgem&#228;sse (Gr&#252;n als positive Signalfarbe) erweckt Gef&#252;hle der Sympathie, gepaart mit den Stufungen des Gelb verheisst es Fr&#252;hlingshaftes und Fr&#252;hsommerliches, junges Leben in Aufbruch und Entwicklung. Das Blau verspricht Ruhe, Ausgleich und Kontemplation, f&#252;hrt aber zugleich weiter zu Romantik und Sehnsucht, Ferne und Transzendenz. Das emotional aufreizende, mit Liebe und Leidenschaft, aber auch Konflikt und Aggression verbundene Rot meidet Lee, nur selten treffen wir es &#8211; und auch dann nur eher Ungutes verk&#252;ndend &#8211; in seinen Arbeiten an.</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30061" title="Vanishing Tree-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Vanishing-Tree-430.jpg" alt="" width="430" height="534" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Vanishing Tree, 2011, &#214;l auf Leinwand, 50 x 40 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">M&#246;chte Julian Lee in seiner Kunst die menschliche Welt mit all ihren Errungenschaften wie Fehlentwicklungen mit der Natur vers&#246;hnen, so k&#246;nnte man vordergr&#252;ndig fragen? Oder f&#252;hrt und begleitet er uns nicht vielmehr in tiefere Dimensionen kosmischen Geschehens, das in der irdischen Natur den f&#252;r uns Menschen wahrnehmbaren Ausgang nimmt? Und kommt es nicht allein auf den Standort des Betrachtenden an, darauf, ob er in den Linsensatz als Mikro- oder vom anderen Ende her als Teleskop schaut, in den Mikro- oder den Makrokosmos, die sich im Letzten doch so sehr &#228;hneln?</span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-30060" title="Disappearing Tree-550" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/Disappearing-Tree-550.jpg" alt="" width="550" height="404" /></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>Disappearing Tree, 2009, &#214;l auf Leinwand, 190 x  140 cm</em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;"><em>(Werke / Fotografien © Julian Lee)</em></span></p>
<p><em><span style="font-family: Verdana;"><strong>Julian Lee &#8220;Highly Accurate Shapes&#8221;, <a href="http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb14/Infrastruktur/Kunst/index.html">KunstRaum Riedberg der Goethe-Universit&#228;t Frankfurt am Main</a>, bis 29. Februar 2012</strong><br />
<em><br />
</em></span></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2011/12/14/highly-accurate-shapes-malerei-von-julian-lee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221; in der Oper Frankfurt</title>
		<link>http://erhard-metz.de/2010/10/19/hoffmanns-erzaehlungen-in-der-oper-frankfurt/</link>
		<comments>http://erhard-metz.de/2010/10/19/hoffmanns-erzaehlungen-in-der-oper-frankfurt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 06:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erhard Metz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankfurt und Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastautorinnen und -autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://erhard-metz.de/?p=20332</guid>
		<description><![CDATA[Die Fantasie ist meine Amme &#8211; &#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221; in der Oper Frankfurt Betrachtungen von Renate Feyerbacher Hoffmann und Offenbach: zwei Gleichgesinnte Der Literat, Musiker, Zeichner und Jurist E. T. A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann (1776 bis 1822), geb&#252;rtig in K&#246;nigsberg, und der Komponist Jacques Offenbach (1819 bis 1880), in K&#246;ln geboren, haben einiges gemeinsam: Beide [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff;"><span style="font-size: large;"><strong>Die Fantasie ist meine Amme &#8211; &#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221; in der Oper Frankfurt</strong></span></span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><span style="font-size: large;"><strong>Betrachtungen von Renate Feyerbacher</strong></span></span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>Hoffmann und Offenbach: zwei Gleichgesinnte</strong></span></p>
<p>Der Literat, Musiker, Zeichner und Jurist E. T. A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann (1776 bis 1822), geb&#252;rtig in K&#246;nigsberg, und der Komponist Jacques Offenbach (1819 bis 1880), in K&#246;ln geboren, haben einiges gemeinsam: Beide arbeiteten nicht um der hehren Kunst willen, sondern um schnell Geld ins S&#228;ckel zu bekommen. Beide hatten einen ausgepr&#228;gten Gesch&#228;ftssinn. Beide wurden von Gl&#228;ubigern verfolgt.</p>
<p>Beide sind sehr gesellig. Der eine streift &#252;ber die Pariser Boulevards, der andere sitzt h&#228;ufig im  Weinhaus Lutter &amp; Wegner, wo er bis morgens erz&#228;hlt und trinkt. Beide sind auf Effekte aus, auf die Wirkung beim Publikum. Beide haben eine Schw&#228;che f&#252;r Fantastisches. Hoffmanns Gespensterwelt, seine Phantasmagorien ziehen den Komponisten in Bann.</p>
<p>14j&#228;hrig geht Offenbach nach Paris, um mit Musik Geld zu verdienen. Da ist in Frankreich bereits die Begeisterung f&#252;r den deutschen Poeten E. T. A. Hoffmann voll entbrannt. Offenbach, der Cello-Virtuose, wird von den franz&#246;sischen Zeitungsleuten mit Hoffmann in Verbindung gebracht: &#8220;Mit seinen langen Haaren, seinem schmalen Wuchs und seiner geistvollen Stirn k&#246;nnte man ihn f&#252;r eine Gestalt aus den fantastischen Erz&#228;hlungen Hoffmanns halten“, hiess es 1843.</p>
<p>Acht Jahre sp&#228;ter erlebt Offenbach die Urauff&#252;hrung des fantastischen Dramas &#8220;Les Contes d’Hoffmann&#8221; (&#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221;) der Autoren Michel Carré und Jules Barbier. Es basiert auf Erz&#228;hlungen  des deutschen Poeten. Offenbach ist begeistert. Der Stoff l&#228;sst ihn nicht mehr los.</p>
<p>In der zweiten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts kippt die Stimmung. Die Begeisterung f&#252;r Hoffmanns Werk schl&#228;gt um. Goethe hatte ja schon fr&#252;h gewettert &#8220;krankhafte Werke eines leidenden Mannes&#8221;. Ebenso schwindet Offenbachs Ruhm.  Der &#8220;Abgott der Boulevards&#8221; muss dringend ein  Werk schaffen, das ihn aus der finanziellen Misere holt. Da erinnert er sich an &#8220;Les Contes d’Hoffmann&#8221;, die er 25 Jahre zuvor im Théâtre National de l’Odéon sah. 1877, drei Jahre vor seinem Tod, beginnt der Komponist mit der Oper. Diesmal nimmt er sich Zeit mit der Arbeit. Er hinterl&#228;sst allerdings ein Opern-Fragment. Der Epilog ist nur vorgezeichnet.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20494" title="hoffmanns_erzaehlungen_03_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/hoffmanns_erzaehlungen_03_HQ-430.jpg" alt="" width="430" height="287" /></p>
<p><em>Alfred Kim (Hoffmann; rechts stehend in blauem Jackett) sowie im Hintergrund v. l. Florian Plock (Peter Schlemihl), Brenda Rae (Olympia), Elza van den Heever (Antonia), Michael MacCown (Cochenille), Claudia Mahnke (Giulietta) und Chor der Oper Frankfurt; Oper Frankfurt, Foto: © Wolfgang Runkel</em></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>Hoffmanns Erz&#228;hlungen am Tresen</strong></span></p>
<p>Hoffmann steht mit seinen Trinkkumpanen am Tresen. Vom Alkohol beseelt, erinnert er sich mit Wehmut an Stella, seine unvergessene Jugendliebe, nun eine gefeierte Operns&#228;ngerin. Sie gastiert mit Mozart in der Stadt. (Mozart war Hoffmanns und Offenbachs Lieblingskomponist.) Um seine Sehnsucht nach Stella zu &#252;berwinden, erz&#228;hlt er drei Geschichten &#252;ber seine Liebe zu ihr. In seiner Fantasie teilt er Stella in drei Frauen auf: in Olympia, eine automatisierte Puppe, in die schwinds&#252;chtige  S&#228;ngerin Antonia, die sich buchst&#228;blich zu Tode singt, und in die Kurtisane Giulietta, der er verf&#228;llt, an die er nicht nur sein Herz, sondern auch sein Spiegelbild verliert. Hinter diesen &#8220;drei Frauen in einer einzigen Frau&#8221; sieht der v&#246;llig betrunkene Poet seine Stella, die einzig Geliebte. &#8220;Die Tr&#228;ume sind die einzige Wahrheit in dieser Welt, in der alles falsch ist.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-20497" title="P1000789-300" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/P1000789-300.jpg" alt="" width="300" height="462" /></p>
<p><em>Regisseur Dale Duesing im Anschluss von &#8220;Oper extra&#8221;; Foto: Renate Feyerbacher</em></p>
<p>Der amerikanische Bariton Dale Duesing hat an allen grossen Opernh&#228;usern der Welt gesungen. <em>Opernwelt</em> k&#252;rte ihn einst zum &#8220;S&#228;nger des Jahres&#8221;. In Frankfurt sang er unter anderem den Wozzeck. Dale Duesing ist aber auch ein erfolgreicher Regisseur. Seine Frankfurter Inszenierung von Rossinis &#8220;Il viaggio a Reims&#8221; begeisterte. Nun hat er &#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221; inszeniert. Es geht um Tr&#228;umereien, um Phantasmagorien.</p>
<p>Hoffmann steht auf einer fast leeren B&#252;hne. Weit hinten der Tresen, die Bar – ein grosses Regal gef&#252;llt mit Flaschen. Nichts Gem&#252;tliches ist da, das zu Tr&#228;umereien einladen k&#246;nnte. Hoffmann wirkt verloren auf dieser B&#252;hne, die seine Einsamkeit unterstreichen soll. Befremdlich ist, dass die Akteure, Olympia, Antonia, Giulietta und andere sich bereits anfangs an der Bartheke tummeln. Es fehlt  die Personenf&#252;hrung durch Dale Duesing. Er zeigt einen torkelnden Hoffmann. Seine N&#246;te, seine &#196;ngste, seine Krankhaftigkeit werden nicht wirklich sichtbar.</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>Drei Frauen in Stella</strong></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20499" title="hoffmanns_erzaehlungen_14_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/hoffmanns_erzaehlungen_14_HQ-430.jpg" alt="" width="430" height="323" /></p>
<p><em>Peter Marsh (Pitichinaccio), Alfred Kim (Hoffmann) und Brenda Rae (Olympia); Oper Frankfurt, Foto: © Wolfgang Runkel</em></p>
<p>Die Szene mit Olympia, die Bewegungen wie ein Roboter vollzieht, &#252;berzeugt nicht.</p>
<p>Es ist zu turbulent. Der Chor steht zu nah und die Marionetten, die &#252;ber dem Geschehen auch noch kreisen, lenken ab. S&#228;ngerin Brenda Rae beeindruckt jedoch durch ihre Koloraturen und zieht so die ganze Aufmerksamkeit auf sich.</p>
<p>Auch die Szene mit Antonia, die sich nur um den auf der rechten B&#252;hnenseite<span style="color: #ff0000;"> </span>stehenden Fl&#252;gel abspielt, hat wenig Dramatik. Elza van den Heever macht mit ihrem fulminanten Sopran die dramaturgische Einfallslosigkeit vergessen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-20500" title="hoffmanns_erzaehlungen_05_HQ-430" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/hoffmanns_erzaehlungen_05_HQ-430.jpg" alt="" width="430" height="287" /></p>
<p><em>Alfred Kim (Hoffmann) und Elza van den Heever (Antonia); Oper Frankfurt, Foto: © Wolfgang Runkel</em></p>
<p>Die ber&#252;hmte Barcarole leitet die dritte Erz&#228;hlung ein. Auch hier kommt das Prickelnde der Erotik nicht wirklich zur Geltung. Es springt kein Funke &#252;ber. Es geht ja immerhin um Verf&#252;hrung. Claudia Mahnkes starker Mezzosopran macht auch das vergessen. Wunderbar ihre k&#252;hle &#220;berlegenheit.</p>
<p>Alfred Kim als Hoffmann, eine &#220;berraschung &#8211;  s&#228;ngerisch, weniger darstellerisch.</p>
<p>M&#252;helos erreicht seine tenorale Stimme die H&#246;hen und f&#252;hrt sie zur Entfaltung.</p>
<p>Giorgio Surian gibt die vier B&#246;sewichte in &#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221;. Sehr intensiv ist sein Bass, und schauspielerisch &#252;berzeugt er auch. Peter Marsh in seiner Vierfachrolle gef&#228;llt.</p>
<p>Im Epilog f&#252;hrt Jenny Carlstedt als Muse mit sch&#246;ner Altstimme den Dichter zu seiner wahren Bestimmung, n&#228;mlich der Kunst, zur&#252;ck.</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong>Einfachheit der Offenbach’schen Musik</strong></span></p>
<p>Dirigent der Neuinszenierung ist Roland B&#246;er. Sechs Jahre lang war er Kapellmeister an der Oper Frankfurt. Er h&#228;tte die Musiker des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters manchmal mehr anfeuern k&#246;nnen.</p>
<p>Von der Einfachheit der Mittel, derer sich der Komponist bedient, spricht B&#246;er. &#8220;Die Musik lebt vom Gesang, der schlicht Dur-Moll-kadenziell begleiteten Melodie, ungetr&#252;bt durch Polyphonie oder gar psychologische Kontrapunktik.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-20498" title="P1000794-300" src="http://erhard-metz.de/wp-content/uploads/P1000794-300.jpg" alt="" width="300" height="443" /></p>
<p><em>Dirigent Roland B&#246;er im Anschluss von &#8220;Oper extra&#8221;; Foto: Renate Feyerbacher</em></p>
<p>Manchmal sind es nur wenige T&#246;ne, die sich oft wiederholen. Vielleicht ist das das Geheimnis der musikalischen Faszination von Offenbachs Musik. Beim Rausgehen aus dem Opernhaus summen einige Besucher die Barcarole. Das Publikum war zufrieden.</p>
<p>&#8220;Die Fantasie ist meine Amme, meine Z&#252;gel heissen Vergn&#252;gungen. Leicht und frech singe ich meine Lieder, und Trag&#246;dien kenne ich nicht&#8221;, singt Hoffmanns Muse. So leicht und beschwingt wie in seinen Operetten geht es in Jacques Offenbachs fantastischer Oper &#8220;Hoffmanns Erz&#228;hlungen&#8221; nicht zu.</p>
<p>Trotz einiger Einw&#228;nde zur Inszenierung ist das ein gelungener Opernabend. Er lebt vom Gesang.</p>
<p>Weitere Auff&#252;hrungen in franz&#246;sischer Originalsprache mit deutschen &#220;bertiteln in der Oper Frankfurt am 23. und 29. Oktober, am 6. November und noch dreimal im Dezember 2010.<br />
<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://erhard-metz.de/2010/10/19/hoffmanns-erzaehlungen-in-der-oper-frankfurt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

