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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Frankfurt und Hessen' Category

“Amt für Umbruchsbewältigung” in Frankfurt am Main

Samstag, 28. Januar 2012

Das “Amt für Umbruchsbewältigung” ist voll in Betrieb!

Öffnungs- und Sprechzeiten:

Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und
Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.

Die Themenkreise:

DEMOKRATIE UND FREIHEIT

GLOBALE PHÄNOMENE

ÖKONOMIE UND GERECHTIGKEIT

Anmeldung möglichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im Frankfurter Kunstverein

(Foto: FeuilletonFrankfurt)

 

“DeutschSommer” – ein richtungweisendes Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

Mittwoch, 22. September 2010

Der “DeutschSommer”, das Sprachförderprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, ging bereits 2007 an den Start, lange bevor also Thilo Sarrazins jüngst erschienenes Bestseller-Buch “Deutschland schafft sich ab” die Politik aufschreckte oder besser gesagt aufweckte.

Als Exkurs und um es gleich vorweg zu nehmen: Wir halten es insofern mit dem ruhig abgewogenen, differenzierenden Urteil eines Frank Schirrmacher (“Ein fataler Irrweg” oder “Frau Merkel sagt, es ist alles gesagt”, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von 29. August bzw. 19. September 2010). Und auch mit dem provokanten, den Nagel aber auf den Kopf treffenden Kommentar eines Volker Zastrow “Körperzellenrock” in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 12. September 2010, der eine realitätsferne, sich vielfach im Weggucken und Wegducken erschöpfende “political correctness” der politischen Kaste geisselt. Denn leider und unbestreitbar gibt es einen nicht unerheblichen Anteil an Migranten in Deutschland, der sich integrationsfern bis integrationsverweigernd darstellt, mit allen sich daraus für die Gesellschaft wie auch für die Betreffenden selbst ergebenden absehbar negativen Konsequenzen.

Da sucht man verzweifelt nach Auswegen oder gar Lichtblicken. Und findet sie: in dem erfolgreichen Projekt “DeutschSommer” der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.

(Bildnachweis: “DeutschSommer”; Foto: D. Buschardt)

Das sehen auch andere so, beispielsweise die von der Bundesregierung und der Wirtschaft getragene, unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Standort-Initiative “Deutschland – Land der Ideen” mit ihrem Wettbewerb “365 Orte im Land der Ideen”: Am 16. September 2010 zeichnete sie in einer Feierstunde in Frankfurt in Anwesenheit der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler den “DeutschSommer” als “Ausgewählten Ort 2010″ aus.

Dorothea Henzler, Kultusministerin des Landes Hessen, bei ihrem Grusswort zur Preisverleihung

“DeutschSommer – Ferien, die schlau machen”: eine geniale Idee, ebenso tatkräftig wie erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Stellt die Bildungsförderung bereits eines der zentralen Anliegen der Stiftung dar, so steht die Sprachförderung und insbesondere das Bemühen um Sprachkompetenz bei Migrantenkindern im Fokus des Förderprogramms “DeutschSommer”. Das Projekt begann im Sommer 2007 zunächst in Frankfurt am Main. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals auch die benachbarten Städte Offenbach, Hanau und Wiesbaden an ihm. Neben dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt sowie der Volkshochschule und dem hessischen Kultusministerium unterstützen namhafte private Stiftungen als Partner das Projekt.

In der Zeit der hessischen Sommer-Schulferien erhielten 150 Frankfurter Schülerinnen und Schüler des dritten Schuljahrs mit gezieltem Förderbedarf im Deutschen eine intensive und ganzheitliche Förderung: über drei Wochen hinweg täglich zwei Stunden Deutschunterricht und zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in kleinen Schülergruppen mit bis zu zwölf Kindern, die in Jugendherbergen untergebracht werden. Am Nachmittag betreuen Sozialpädagogen die Kinder in einem anregenden Freizeitprogramm. Am Ende der drei Wochen führen die Kinder ein Theaterstück auf, zu dem auch die Eltern eingeladen werden (die denn auch sehr zahlreich erscheinen).

Der Erfolg ist messbar: viele der Kinder gelangen aus den schwachen in die guten Leistungsgruppen mit unterrichtsfähigen Deutschkenntnissen. Zugleich wächst bei den Kindern das Bewusstsein, ihre Sprachkenntnisse nach bestimmten Regeln selbst verbessern zu können, und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Aufbauend auf den “DeutschSommer” folgt im Januar in der letzten Woche der Weihnachtsferien das Projekt “Endspurt” im Schullandheim “Wegscheide” der Stadt Frankfurt am Main, wiederum mit Deutschunterricht, sprachintensivem Theaterspiel und einem begleitenden Freizeitprogramm. Dreierteams – sie bestehen jeweils aus einer Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache sowie einem Theater- und einem Sozialpädagogen – betreuen Gruppen mit maximal 14 Kindern rund um die Uhr.

Ein zweitägiges Fortbildungsseminar “3x Deutsch: Sprache, Theater, Freizeit” schliesslich richtet sich an Lehrer der Schüler der Klassen 3 und 4, die am “DeutschSommer” teilgenommen haben. Es vermittelt praxisnah die erfolgreiche Methodik des “DeutschSommers” für den Einsatz im Schulalltag.

“DeutschSommer”-Kinder des Jahres 2010 bedanken sich für den Applaus des Publikums der Preisverleihung

Es ist unbestreitbar: Sprachkompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für eine gelingende Integration von Migranten. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main hat dies vor langem erkannt und mit ihrem erfolgreichen Projekt “DeutschSommer” entsprechend gehandelt.

(Fotos von der Preisverleihung und der sie begleitenden Ausstellung: FeuilletonFrankfurt)

“La Dame de Francfort”

Dienstag, 16. Dezember 2008

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Gustave Courbet (1819 bis 1877), “La Dame de Francfort” (oder: Dame auf der Terrasse), 1858, Öl auf Leinwand, 207 × 325 cm, Wallraf-Richartz-Museum Köln

Nicht allen Frankfurterinnen und Frankfurtern ist bewusst, dass Gustave Courbet, eine bedeutende Malerpersönlichkeit in der Zeit des Übergangs vom Realismus zum Naturalismus, im Jahr 1858 rund sechs Monate in Frankfurt am Main verbrachte. In Frankreich hatte er bereits manches Aufsehen erregt, sowohl künstlerisch als auch gesellschaftlich und politisch. Nach früheren Erfolgen im Pariser Salon sorgte er zur Weltausstellung 1855 in Paris für einen Eklat, als er sich weigerte, der Jury zunächst den Entwurf eines für die Ausstellung vorgesehenen grösseren Werkes vorzulegen. Zwar wurden zu dem Ereignis elf seiner Bilder präsentiert, doch errichtete der verärgerte Courbet in Konkurrenz einen eigenen “Pavillon du Réalisme” mit vierzig Arbeiten.

In Frankfurt am Main stellte die Kunstakademie Courbet ein eigenes Atelier zur Verfügung. Während dieses Aufenthaltes schuf er zwölf Bilder, darunter die bekannte Ansicht “Blick auf Frankfurt” (1858) sowie die besagte “Dame de Francfort”, unter deutschem Titel als “Dame auf der Terrasse” eingeführt. Im Frühjahr 2007 war die besagte Madame vom kölnischen Rhein an den heimatlichen Frankfurter Main zurückgekehrt – im Rahmen der Ausstellung des Städel Museums “Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück”.

Geheimnisvoll erscheint dieses Werk, gleichsam als eine “Frankfurter Mona Lisa”, wie Sabine Hock schreibt. Es ist nicht bekannt, wer das Gemälde in Auftrag gab und wen es darstellt. Zweifellos handelt es sich um eine Dame der “höheren” Gesellschaft, zu der der auch in Frankfurt erfolgreiche Courbet Zutritt hatte. Bemerkenswert erscheinen Komposition und Proportionen des Bildes, die zu vielerlei Spekulationen Anlass geben. Sie gehen zum Teil dahin, so etwa die Kunsthistorikerin Bettina Erche, dass ursprünglich neben der Dame ein Herr mit am Tische dargestellt gewesen sein soll, den Courbet jedoch später – möglicherweise aus persönlichen, in der Intimshäre angesiedelten Gründen – übermalt haben soll, allerdings in einer Weise, die die einstige Gestalt durchaus noch erahnen lasse.

Uns mutete es hingegen eher geheimnisvoll, wenn nicht unverständlich an, wenn dieses Rätsel einer eventuellen Übermalung des ominösen Begleiters der Dame mittels der heute zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Analysemöglichkeiten nicht längst gelöst sein sollte. Aber, so Sabine Hock, “das Geheimnis um Courbets Dame lässt das Bild eigentlich nur noch interessanter scheinen”. Das mag richtig sein; denn ohne Geheimnisse wäre die Welt um einiges ärmer.

“salon noir des artistes” und die neue Freitagsküche

Freitag, 15. April 2011

Was machen wir denn so am Freitag abend? Wir gehen in den:

salon noir des artistes

(Bildnachweis: Atelierfrankfurt/Anny und Sibel Öztürk)

Den präsentieren die bekannten Künstlerinnen-Geschwister Anny und Sibel Öztürk, natürlich im Clubraum des ATELIERFRANKFURT.

Dort gibt es auch eine neue Freitagsküche, denn Kunst und Kochkultur gehören zusammen.

Und so sieht das Programm aus:

1. Freitag im Monat:
Menü wie zu Omas Zeiten

Anny und Sibel Öztürk kochen ein grosses Menü zu Musik aus der Konserve

2. Freitag im Monat:
EssensKunst
Jessica Lau tischt kulinarische Kunststückchen auf

3. Freitag im Monat:
Swing Baby swing

DJ Kaiser L lässt zu Swing-Hits die Puppen tanzen
Zur Musik werden Leckereien aufgetischt

4. Freitag im Monat:
Grosse Kunstüberraschung

Passend zur Überraschung gibt es Kulinarisches

Der Eintritt kostet jeweils nur 3 Euro. Reservierungen sind ab vier Personen möglich.

In jeder Weise mächtig unter Dampf: Sibel und Anny Öztürk am Eröffnungsabend in Aktion (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Aber nun stellt sich da eine Frage:

Was machen wir eigentlich am 5. Freitag eines Monats, zum Beispiel demnächst am 29. April?

Also, wir haben da eine Idee: Wir gehen zur Eröffnung des Rundgangs 2011 in die Städelschule, deren Renovierung soeben abgeschlossen wurde. Die Vorbereitungen auf die Präsentationen der Künstlerinnen und Künstler laufen auf Hochtouren, wie wir heute schon gesehen haben:

Renoviertes Atelier in der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Städelschule (Foto: FeuilletonFrankfurt)

Und damit ist eigentlich schon alles, was wichtig ist, gesagt.

25 Jahre Artothek Frankfurt am Main

Dienstag, 6. September 2011

Das Haus der Artothek Frankfurt in der Sachsenhäuser Klappergasse (mit Geschäftsführerin Barbara Fuentes-Jelinek), in direkter Nachbarschaft des bekannten Frau Rauscher-Brunnens

Kunst zum Ausleihen – eine Idee, die viele Städte aufgreifen und realisieren, so auch Frankfurt am Main. Die entsprechenden Artotheken eröffnen Kunstinteressierten die Möglichkeit, Kunstwerke in den eigenen vier Wänden auf Zeit zu erproben und zu erleben, meist sogar mit der Möglichkeit, die Arbeiten später zu einem zuvor festgelegten Preis zu erwerben. Für die beteiligten Künstler bilden die Artotheken wiederum ein zusätzliches Forum, ihre Arbeiten zu präsentieren.

Die Artothek Frankfurt feiert in diesen Tagen ihren 25. Geburtstag. Sie hält im Schwerpunkt zeitgenössische Kunst ab etwa den 1960er Jahren bis in die Gegenwart bereit. Es handelt sich dabei um Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Original-Druckgrafiken in limitierter und signierter Auflage sowie um Fotografien, sämtlich gerahmt und hinter Glas, ferner um Objekte und Kleinplastiken. Der Bestand der Artothek umfasst rund 1000 Werke von etwa 300 vielfach in der Region ansässigen Künstlerinnen und Künstlern. Sie berät die Besucher bei der Auswahl von Kunstwerken, informiert die Kunstinteressierten über Künstler, Stilrichtungen und künstlerische Techniken. Für die Auswahl steht ein bebilderter alphabetischer Katalog zur Verfügung.

Interessenten können sich bei einer einmaligen Aufnahmegebühr von 5 Euro registrieren lassen. Die Ausleihe eines Werkes an Privatpersonen für die Dauer von acht Wochen kostet 11 Euro, wobei mehrere Werke gleichzeitig entliehen werden können. Eine Verlängerung der Leihe ist oft möglich. Für Firmen und Institutionen gelten spezifische Regelungen. Die Arbeiten sind durch die Artothek versichert.

Die Artothek Frankfurt ist eine Einrichtung der “Gesellschaft der Freunde und Förderer Bildender Künstler e. V. (GFF)” und wird von der Stadt Frankfurt am Main  gefördert.

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)