Archive for the 'Fernsehen' Category
Fernsehen – nimmt es kein Ende?
Mittwoch, 2. April 2008Der mündige Bürger soll selbstverständlich selbst entscheiden, welche Fernsehsendungen er ein- oder ausschaltet, aber man soll ihm diese Entscheidung erleichtern, indem man einige Sendungen nicht herstellt, die er dann abschalten könnte.
Dieter Hildebrandt (geb. 1927), Kabarettist

(Stern für Dieter Hildebrandt auf dem “Walk of Fame” des Kabaretts in Mainz; Foto: Kandschwar wikimedia commons GFDL)
Fernsehen ohne Ende
Montag, 21. Januar 2008Das Fernsehen unterhält die Leute, indem es verhindert, daß sie sich miteinander unterhalten.
Sigmund Graff (1898 bis 1979), Schriftsteller, Bühnenautor

(Foto: Paul-Georg Meister; pixelio.de)
Fernsehen philosophisch
Freitag, 15. Januar 2010Auf die Frage “Wie meditieren Sie heute?”:
Durch Fernsehen. Es ist das äussere Äquivalent zur vollkommenen Stilllegung des Gehirns.
“Was schauen Sie dann an?”
Einfach alles. Ich benutze das Fernsehen als Gleichgültigkeitsmaschine. Ich schaue so lange auf den Bildschirm, bis der gefühlte Unterschied zwischen einem Papst-Segen, einer pornografischen Dauerwerbesendung und einem Bericht über die Fauna von Madagaskar gegen null geht. Dann ist der Zustand erreicht, in dem das Gehirn bereit ist, sich für ein paar Stunden von der Welt zurückzuziehen.
Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie und Ästhetik (im Interview mit dem stern, Ausgabe 2/2010 vom 7. Januar 2010)

(Foto: Jonathan McIntosh / wikimedia commons cc)
Glückwunsch zur “Sauren Gurke” 2007, Johann Lafer!
Montag, 8. Oktober 2007Medienfrauen verleihen in Frankfurt am Main ihren diesjährigen Preis
Na ja, Sie werden es, verehrter, lieber Herr Lafer, Ikone der Kochkunst in Deutschland und Europa, mit dem notwendigen Mass an Humor und Gelassenheit nehmen! Teilen Sie sich diese Auszeichnung doch mit keinen Geringeren als beispielsweise den ehemaligen Intendanten Fritz Pleitgen und Peter Voß oder auch mit Mike Krüger und vielen anderen Leuchtfeuern der Fernsehbranche.
Was ist passiert, werden Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, nicht ohne Besorgnis fragen?
Na ja, die Medienfrauen, also die entsprechend organisierten Frauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der ARD, dem ZDF und von Deutschlandradio, haben soeben in ihrem 30. Herbsttreffen in Frankfurt am Main den beliebten (au weh!) Fernsehpreis “Saure Gurke” für die besonders frauenunfreundliche Sendung des Jahres an die ZDF-Produktion “Lafer! Lichter! Lecker!” (samstags 16.15 Uhr bis 17.00 Uhr, Redaktion: Eva Wahler) verliehen. Begründung: “Eine Appetit anregende Einladung in die Küche, wo die beiden Herren in den besten Jahren ihre Kunst zelebrieren. Da werden aus weiblichen Gästen schon mal ‘Täubchen an seiner Seite’ oder ‘nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen’. Und Hühnerbrüstchen bekommen eine ganz neue Bedeutung. Der Stammtisch mit seiner klaren Rollenzuteilung hat ein neues Zuhause in der Küche gefunden, der Zuschauerin aber liegt die kalorienreiche Nachmittagsunterhaltung schwer im Magen.”
Sie müssen wissen, liebe Leserinnen und Leser: Der Preis wird vergeben an Sendungen, “in denen Frauen nicht vorkommen, in denen Frauen über ihren Körper definiert werden, die den Zuschauerinnen und Zuschauern überidealisierende Rollenmodelle aufdrängen”.

Medienpreis “Saure Gurke” (Bildnachweis: Medienpreis “Saure Gurke” Manuela Schönberg)
Ja, lieber Herr Lafer, den ungeliebten Preis hat ja eigentlich und der Form nach das ZDF bekommen, aber Sie hängen da ja nun einmal mit dran mit Ihrem legendären Namen auf der Stromburg! Was tun?
Nun wird ja, gerade auch in Ihrem Metier – stimmen Sie mir zu? – , nicht alles so heiss gegessen, wie es gekocht wird – im wahrsten Sinne dieser Binsenweisheit. Und auch die Medienfrauen verbrennen sich, so dürfen wir annehmen, nicht gerne die Zunge. Aber vielleicht sollten Sie beziehungsweise das ZDF die Preisverleihung doch zum Anlass von Selbstkritik nehmen, denn ganz so unrecht scheinen mir die Medienfrauen nicht zu haben. Wie verhält es sich denn nun mit den “Hühnerbrüstchen”, den “Täubchen” und den “Marzipanpralinen”? Liegt nicht manches Mal schon eine ganze Menge Meisterkoch-Macho in manchen Beiträgen? Da ist doch der Johann Lafer der Koch und da sind die Frauen die Kellner(innen), wie man so sagt. Nachdenken schadet ja nicht und hat noch nie geschadet, oder?
Ja, was tun? Ich habe da eine Idee, die Sie leider auch schon haben werden, ich aber bin am heutigen Montag schneller in der Presse – nein, dem Online-Magazin Frankfurt-live! – als Sie: Sie machen aus der frisch verliehenen “Sauren Gurke” ein tolles Sexgang-Menü!
Sagen wir, vielleicht so:
Stromburger Ackersalat im Täubchenmäntelchen mit geriebener Schale von saurer Mediengurke
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Marinierte Essence von Hühnerbrüstchen à la “Medienfrauen”
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Saure-Gurken-Schaum-Süppchen mit Trüffel-Medien-Öl
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Schweinelendchen “Saure Gurke” an Sauce “Saugu Gourmet”, Saure-Gurken-Törtchen und Pommes “SG”
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Kaltwarmer Saure-Gurken-Dialog mit karamelisierter Sauce und gurkengrünem Sauereis
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Alkoholisierte Variationen “Medienfrauen” von Nougat und Käse mit Zweibein-Marzipanpralinen
(Übrigens: Der Autor konnte einige Male Gast auf der Stromburg sein, und er freut sich aller sauren Gurken zum Trotz auf das nächste Mal!)

