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Das Internet-Magazin von Erhard Metz

Archive for the 'Das Krokodil' Category

Das Krokodil / 1

Donnerstag, 13. Mai 2010

Das Krokodil

Ein Krokodil, das schwamm im Nil,
dann wurd´ ihm dieses bald zu viel:

Des Schwimmens wurd´ es überdrüssig,
das Wasser war ihm viel zu flüssig,

und so kam, was kommen musste:
Es bildete sich eine Kruste

rundherum ums Krokodil,
die es trennte nun vom Nil.

Fortan, befand das Krokodil,
war es ihm nunmehr nicht zuviel,
sondern tat mit sehr viel Stil

schwimmen in dem grossen Fluss
nun gänzlich ohne Überdruss.

Die Kruste, die war seine Haut,
mit Höckern, grün und aufgerauht.
Als Tasche würd´ es sie vermissen!

Wir konstatier’n, fazit-beflissen:
Man muss sich nur zu helfen wissen!

© Gabi Wucher


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(Bildnachweis: Gifsmania.de)


Das Krokodil / 2

Donnerstag, 10. Juni 2010


Amouröses vom Krokodil

Ein Krokodil war ganz verschossen,
nein – nicht in einen Artgenossen!

Vielmehr war´s eine Meerjungfrau,
in die es voll verschossen war,
und das komplett  -  mit Schupp´ und Haar.

Sie schwamm im Meer und es im Fluss,
entsprechend gross war der Verdruss,

seinem Verlangen folgte Bangen,
es hatte schlimmen Liebeskummer
und so verschmähte es selbst Hummer.

Das Krokodil, es frass nicht viel,
schwamm trist herum im Flusse Nil

und fühlte sich gar ungeliebt,
das schlug ihm auf den Appetit.

Und so wurd´ es immer dünner
und richtig schmal gleich einem Aal.

Das Krokodil, es frass kaum mehr,
es wollte tunlichst raus auf´s Meer,

doch energielos fiel’s ihm schwer
zu schwimmen gegen den grossen Strom

bei der Konstitution – der reinste Hohn!
Bei der Verfassung: Unterlassung!

Schlapper noch war´s als Hinz oder Kunz
- und was heisst das nun für uns?

Zuallererst ist zu vermeiden,
dass wir denn Hunger tun erleiden.

Als nächstes dann ist die Devise
im Brennpunkt einer jeden Krise:

Wir müssen fortan stark uns machen,
um dann auch noch zuletzt zu lachen!

Und schliesslich schnellstens fit uns wissen
um künftig kräftig mitzumischen!

© Gabi Wucher


(Bildnachweis: jeweils gif-paradies.de)

Das Krokodil / 3

Donnerstag, 1. Juli 2010

Das Coach-odil

Ein Krokodil wollt’ es geniessen,
dass Fussballspieler Tore schiessen:

Es jubelte und grölte laut
und fuhr auch schon mal aus der Haut

wenn man’s nicht traf,
das and’re Tor
- obgleich man stand direkt davor !!

Dass es ganz dolle Spieler ranschafft,
zusammenstellt ‘ne klasse Mannschaft
- ‘ne Fussball-Elf – sowahr Gott helf! -,

das hat ‘s sodann gemeistert
und war alsbald begeistert

von dem Ergebnis der Aktion
- das Spiel schien ja gewonnen schon!

Doch das war falsch
wie ‘s raus sich stellte
(der liebe Gott es ihm vergelte!):

Ein Tor erzielt hat dann der Gegner
in ‘nem Verlängerungs-Elfmeter
in der Person von Stürmer Peter:

und der schoss, leicht wie ‘ne Feder
in’s Eckige das runde Leder!

Und schon erging ein mords Gezeter:
über’s wieso weshalb warum

man eigentlich nicht hat gewonnen
- man spielte ja doch so besonnen!

Und eigentlich nicht wurde Sieger
- trotz vieler kompetenter Krieger?

Und suchte nach Erklärungsmustern
mit denen wir zurecht uns schustern

die Gründe für ein solch “desastre”
- wir legen ‘s nur uns selbst zulaste!
(die Fahne hängt auf halbem Maste!)

Und so probiert man ‘s weiterhin
bis man dann zieht den Hauptgewinn,

und ist ‘s noch nicht das grosse Los
ist Fussballspielen doch famos!

© Gabi Wucher

(Bildnachweis: gif-paradies.de)

Das Krokodil / 4

Freitag, 9. Juli 2010

Das geflügelte Krokodil

Ein Krokodil wollt’ so gern fliegen
und so erklomm es ein paar Stiegen

hinauf auf einen hohen Hügel,
wo ‘s bat: “Ach lieber Gott, gib’ mir doch Flügel!”

Der Herr erhörte ‘s Krokodil
und sandte Flügel an den Nil.

Und so entstand der erste Drache -
beim Flugstart gab ‘s zunächst Gekrache:

Denn mit den Flügeln gab ‘s auch Feuer
- das war dem Drachen nicht geheuer:

Muss er ‘s nun speien,
um zu starten?

Um wie ‘ne Rakete abzuheben
und einen Gleitflug zu erleben?

Zweifel und Fragen, schon finster die Miene,
es fehlten Know-how und Flugroutine!

Gestresst, entnervt und auch frustriert
hat er ‘s dann weiter nicht probiert:

Der Drache hatte schnell genug
- flugs scheiterte der Flugversuch!

Er ging alsdann zerknirscht nach Haus’
und so starb dann die Spezies aus.

Mit Feuer fliegen war halt nicht
und das, was blieb,war dies’ Gedicht!

Und die Moral von der Geschicht’:
Krokodile fliegen nicht!

© Gabi Wucher

(Bildnachweis: jeweils gif-paradies.de)


Das Krokodil / 5

Dienstag, 13. Juli 2010

Das Frankfurter Krokodil

Ein Krokodil fand seine Herkunft fein
- geboren war ‘s in Frankfurt/Main!

Geschlüpft war es im dort’gen Zoo,
darüber war es auch sehr froh
- denn besser hier als anderswo!

Es liebte diese schöne Stadt
die immer viel zu bieten hat:

Bulle und Bär, und noch viel mehr,
und bekam’ s einfach nicht satt

sie immer wieder zu entdecken
und überall hin zu durchquer’n
- wer wollte ihm das auch verwehr’n?

Von rechts nach links und umgekehrt
- so ist das sicher nicht verkehrt!

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Von oben nach unten, und unten nach oben
- bei schönem Wetter ist ‘s nicht mal verschroben:

Denn der Fernsehturm, genannt auch Spargel
macht wenig Spass bei Schnee und Hagel!

Und auch der Eschenheimer Turm
ist doch viel schöner ohne Sturm!

Dann geht es weiter auf die Zeil
- und das tut ‘s völlig ohne Eil’!

Denn diese zünft’ge Shopping-Meile
verschafft ihm immer kurze Weile!

Sodann flaniert ‘s über ‘n Goethe-Platz
- und auch das gänzlich ohne Hatz!

Die Fressgass’ lang zur Alten Oper
- auch dieser Weg nicht für die Katz’!

Das Gartenschach im Bethmannpark,
fand ’s immer schon besonders stark,

und dann, in der Jahrhunderthalle,
vermeidet ‘s jegliche Krawalle.

Neue Kräme, Paulsplatz, Römerberg
- unter ‘m Dom fühlt ‘s sich als Zwerg!

Im Ostend dann -  es war ganz froh -
besucht ‘s noch ‘ne Reptilienshow:

Dort trifft ‘s auch Alligator “Ali”
- der schaffte früher bei “Roncalli”;

unten am Main gehen sie in ‘s “Nizza”,
verdrücken dort ’ne ganze Pizza!

Über den Eisernen Steg
führt dann ihr Weg

über die Gerbermühle
- trotz der Schwüle! -

bis rauf zur Sachsenhäuser Warte
- sie schaffen ‘s gar ganz ohne Karte!

Und dieser Reim auch gehet nu
auf sein sich’res Ende zu !

© Gabi Wucher

(Bildnachweis: gif-paradies.de und © sexy-gifs.de [3. von oben] )

Editorial des Herausgebers: Es kann kaum mehr ein Zweifel daran bestehen, dass sich seit Einführung der Kolumne “Das Krokodil” die im Rhein-Main-Gebiet lebenden Artgenossen emanzipieren und ermutigt fühlen, ihre nähere Umgebung auf eigene Faust zu erkunden: So kürzlich geschehen in der im südhessischen Ried gelegenen Gemeinde Gross-Rohrheim und unlängst im Frankfurter Ostend, wo sich Ali, das “friedlichste Krokodil der Welt” (O-Ton Frauchen bzw. Herrchen) neugierig umschaute, was es in der Stadt so alles zu sehen gibt. Ob Frauchen oder Herrchen ihren Lieblingen aus unserer Kolumne vorgelesen haben? Schon mehren sich Anfragen besorgter Leserinnen und Leser, wie sie sich verhalten sollten, wenn ihnen demnächst ein Krokodil über den Weg liefe. Wir können beruhigen und dazu raten, den lieben Tierchen freundlich zu begegnen und vor allem unsere Kolumne mit wertvollen Informationen zur Krokodilpsyche aufmerksam weiter zu lesen.