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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Zeichnung · Druckgrafik

„KOREA POWER. Design & Idendität“ und weitere Ausstellungen im Frankfurter „museum angewandte kunst“

Freitag, 26. April 2013

Wiedereröffnung des Museums nach fünfmonatigem Umbau

Es ist ein grossartiges Bauwerk, das der amerikanische Architekt Richard Meier 1985 neben der klassizistischen Villa Metzler am Frankfurter Museumsufer errichtet hat. Nach umfangreichen Umbauten und Renovierungen innerhalb der erstaunlich kurzen Zeit von nur rund fünf Monaten, bei denen die alten Sichtachsen und Ausblicke von allerlei zwischenzeitlich wuchernden Verbauungen befreit wurden, erstrahlt das Haus jetzt wieder lichtdurchflutet in seinem seinerzeitigen Originalzustand. Weiterlesen

„Laster des Lebens“ von William Hogarth im Städel Museum

Montag, 15. Juni 2015

Bilderzählungen voller Drastik, Tragik und Komik

Von Hans-Bernd Heier

Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Städel“ rückt die weltweit renommierte Frankfurter Galerie die Sammlungsgeschichte der ältesten bürgerlichen Museumsstiftung Deutschlands in den Fokus. Der Bankier Johann Friedrich Städel hinterließ der nach ihm benannten Stiftung nicht nur knapp 500 Gemälde, sondern auch rund 4.600 Zeichnungen und annähernd 10.000 Druckgrafiken. Er legte damit den Grundstein für die fünftgrößte Grafiksammlung in Deutschland. Aus dem reichen druckgrafischen Gründungsbestand zeigte das Städel zum Auftakt des Jubiläumsreigens bereits herausragende Arbeiten des französischen Künstlers Jean-Jacques de Boissieu.

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„Hogarth Painting the Comic Muse“ (Hogarth malt die komische Muse), Radierung und Kupferstich (7. Zustand von 7), 44 x 35,4 cm, 1764 Weiterlesen

„Legal Limbo“: Radierung und Lithografie von Dominik Gussmann im Ausstellungsraum EULENGASSE

Sonntag, 14. August 2016

Von Volker Steinbacher
Dozent für Freie Druckgrafik an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach

Das Werk von Dominik Gussmann umkreist Themen abendländischen Denkens im Spannungsfeld von klassisch-humanistischem Ideal und seiner Kehrseite in Form militärischer Gewalt.

Sein Medium ist die Druckgrafik, insbesondere die Radierung und die Lithografie. Bei ihm wird erkennbar, welche Wandlungen die traditionellen drucktechnischen Verfahren im Verlaufe der letzten Jahrzehnte genommen haben. Waren früher die rechteckige Druckformen obligatorisch, zerlegt, teilt und formt Gussmann seine Radierplatten neu, so dass sie meist der Kontur des Dargestellten folgen. Auch die Lithografieplatten zeigen Formen jenseits des Bildgevierts: Es sind zerbrochene Steine, gelegentlich auch mit einem Hammer zertrümmerte Stücke, die auf der Presse zum Drucken erneut zusammengefügt werden. Die Bruchlinien bleiben erkennbar und thematisieren das inhaltliche Anliegen Gussmanns.

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↑ „Mythos und Aufklärung (Odysseus)“, 2016, Fotoradierung, 90 x 60 cm
„Judith und Holofernes“, 2015/2016, Fotoradierung, 100 x 70 cm
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„Max Beckmann kommt nach Frankfurt“

Dienstag, 29. September 2015

Institut für Stadtgeschichte zeigt Druckgraphiken der Jahre 1915 bis 1925

Von Hans-Bernd Heier

Die Ankunft des schon damals bekannten Malers, Graphikers und Zeichners Max Beckmann in Frankfurt am Main jährt sich heuer zum 100. Male. Aus diesem Anlass zeigt das Institut für Stadtgeschichte bis zum 15. November 2015 die von Professor Klaus Gallwitz, ehemals Direktor des Städelschen Kunstinstituts, kuratierte Ausstellung „Max Beckmann kommt nach Frankfurt. Druckgraphik 1915-1925“. In der sorgfältig arrangierten Schau im Refektorium des Karmeliterklosters sind insgesamt 75 erlesene, hochqualitative Drucke Beckmanns zu sehen.

Nach Kriegsausbruch 1914 meldete sich Max Beckmann (1884 – 1950) freiwillig als Krankenpfleger zum Sanitätsdienst nach Ostpreußen. Bereits im folgenden Jahr wurde er als Sanitätssoldat nach Belgien an die Flandern-Front verlegt. Dort – mit den unbeschreiblichen Kriegsgreueln konfrontiert – erlitt Beckmann im Juli 1915 einen Nervenzusammenbruch und wurde krankheitsbedingt zunächst vom Kriegsdienst beurlaubt und zwei Jahre später entlassen.

Der gemütskranke Beckmann kam nach seiner Beurlaubung als „klägliches Nervenbündel“ auf der Suche nach einer Unterkunft nach Frankfurt am Main. Eines Oktobermorgens stand der damals 31-jährige vor dem Haus in der Schweizer Straße 3, in dem sein Studienfreund aus Weimarer Tagen Ugi Battenberg mit seiner Frau Fridel wohnte, und fragte: „Wollen Sie mich für ein paar Tage aufnehmen?“ Beide sagten spontan zu: Aus Tagen sollten Wochen, Monate und Jahre werden. Aus dem kurzen Besuch wurde ein Aufenthalt von insgesamt 17 Jahren. In keiner anderen Stadt lebte und arbeitete Beckmann länger als in der Mainmetropole.

Der gastfreundliche Heinrich Rudolf Hermann – mit dem Künstlernamen Ugi – Battenberg überlässt dem Studienfreund sein eigenes Atelier in der vierten Etage und ein angrenzendes Zimmer. In dem geräumigen Dachatelier stand auch eine Handdruckpresse. Von Anfang an nutzt der Ankömmling diese eifrig und fertigt in den ersten zehn Jahren seines Frankfurt-Aufenthalts ganz überwiegend Graphiken.

Das unerwartet lange Bleiben führte keineswegs zu einem Zerwürfnis von Gastgebern und Beckmann. Zeugnisse seiner Freundschaft mit Ugi und Fridel Battenberg sind die zahlreichen Bildnisse des Ehepaars. Die Radierung „Der Abend“ hielt der Künstler nach eigener Einschätzung gar für „eine meiner besten Arbeiten“, wie er seinem Verleger Reinhard Piper schrieb. Seine Wertschätzung für Ugi zeigte sich auch an der Teilnahme an Jahresausstellungen des „Frankfurter Künstlerbundes“, dessen Malerausschuss Battenberg angehörte.

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„Selbstbildnis“, 1922, Holzschnitt, 22,2 x 15,5 cm; Sammlung Jürgen und Antje Conzelmann; Repro: Martin Joppen;  © VG Bild-Kunst, Bonn

In Frankfurt beginnt der als Künstler bereits etablierte Beckmann radikal neu. Weiterlesen

„OPEN STUDIOS“ im ATELIERFRANKFURT

Donnerstag, 17. November 2016

200 Künstler öffnen ihre Ateliertüren und bieten ein vielseitiges Programm
Freitag, 18. November 2016: 17-22 Uhr, anschliessend Party
Samstag, 19. November 2016: 16-20 Uhr
Sonntag, 20. November 2016: 14-18 Uhr

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Erstmals öffnet Hessens grösstes Kunstzentrum ATELIERFRANKFURT (AF) seine Türen. Drei Tage lang sind die Besucher während der „OPEN STUDIOS“ eingeladen, hinter 130 Ateliertüren zu schauen und die Arbeitswelt von etwa 200 Künstlern und Kreativen zu erleben. Ein vielseitiges Programm rundet das Wochenende der offenen Ateliers ab. Die neu entstehende KANTINE – das vereinseigene Lokal – lädt zum Verweilen und Speisen ein.

Zum ersten Mal seit der Eröffnung des neuen AF-Domizils 2014 können Besucher die gesamten 11.000 Quadratmeter Kreativfläche des Atelierhauses entdecken. Etwa 200 Künstler haben sich das campusartige, 1912 erbaute einstige Lagerhaus im Frankfurter Osten mittlerweile zu eigen gemacht. Künftig sollen die Türen im AF jährlich für die Besucher geöffnet werden, die das Haus im Rahmen von Führungen oder auch auf eigene Faust erkunden und erleben können.

Zu entdecken gibt es viel, denn die Künstler und Kreativen haben ein umfassendes Begleitprogramm entwickelt. Sie geben Einblick in ihr Schaffen, diskutieren im Rahmen von Künstlergesprächen über ihre Arbeit, zeigen Video-Kunst und Performances. Weiterlesen