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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archiv für Juni, 2014

„Paradiesvögel“ im Museum Wiesbaden

Montag, 30. Juni 2014

Den buntgefiederten „Boten der Götter“ auf der Spur

Von Hans-Bernd Heier

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Historische Zeichnung eines Strahlenparadiesvogels aus der 1873 erschienen Monografie der Paradiesvögel von Daniel Giraud Elliot

Nach der ersten Weltumseglung läuft am 6. September 1522 die Karavelle „Victoria“ mit einem traurigen Häuflein von 18 Überlebenden in ihren Heimathafen von Sanlúcar im Südwesten Spaniens ein. Von dort aus waren drei Jahre zuvor unter dem Kommando des wagemutigen portugiesischen Seefahrers Fernão de Magalhães, bekannter unter dem Namen Magellan, fünf Schiffe mit 250 Mann Besatzung zu ihrer verwegenen Entdeckungsreise in See gestochen Weiterlesen

„A Village Romeo and Juliet“ von Frederick Delius in der Oper Frankfurt

Donnerstag, 26. Juni 2014

Kein idyllisches Dorf – Schönheit der Natur, aber tiefe Abgründe, kalte Umwelt

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

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Amanda Majeski (Vreli) und Jussi Myllys (Sali); Foto © Barbara Aumüller

Am 22. Juni 2014 fand im Opernhaus Frankfurt die Premiere – zugleich als Frankfurter Erstaufführung – von Frederick (Fritz) Delius lyrischem Drama „A Village Romeo and Juliet“ („Romeo und Julia auf dem Dorfe“) statt. Ein sofort einsetzendes lautes „Buh“, das wahrscheinlich der Inszenierung galt, wurde von einem starken Bravo-Ruf abgelöst. Darauf frenetischer Beifall.
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Mit dem Segway über die „Mannemer Neggabrigg“

Dienstag, 24. Juni 2014

Von Elke Backert

Mannheim? Ach ja, Mannem. Vielen ging es sicher genauso wie mir. Erst als alle Radiosender im Jahr 1972 den „Mannemer Neggabriggebluus“ spielten und die Moderatoren so nett waren, den Titel zu übersetzen, hörte ich erstmals von der Stadt Mannheim. Man könnte also locker sagen, der kurpfälzischen Jazz-, Rock- und Blues-Röhre Joy Fleming und einzigen deutschen Blues-Sängerin ist die Bekanntheit Mannheims zu verdanken. Der „Neckarbrückenblues“ schlich sich in die Ohren vieler Blues- und Joy-Fleming-Fans und ist untrennbar mit der Stadt an Neckar und Rhein verbunden.

Wie schön, dass man Mannheim und die „Neggabrigg“ auch auf besondere Weise kennenlernen kann. Das Maritim Parkhotel am Wasserturm, dem Wahrzeichen der Stadt, organisiert für seine Gäste Führungen mit dem Segway, jenem Zweirad, auf dem man sich stehend und nur durch Verlagerung des Körpers – nach vorn oder nach hinten – und natürlich durch Lenkung fortbewegen kann. Nach Einführung durch die Verleihfirma ist es für jeden ein Leichtes und eins mit viel Spaß, das Gefährt zu manövrieren. Helm auf – und ab geht’s!

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Das Wahrzeichen Mannheims – der Wasserturm

Zuerst über den reich blühenden Friedrichsplatz zum Wasserturm Weiterlesen

Die Göttliche Komödie im MMK Frankfurt (4)

Sonntag, 22. Juni 2014

HIMMEL
HÖLLE
FEGEFEUER

aus Sicht
afrikanischer Gegenwartskünstler

Über drei Ausstellungsebenen verfügt das grossartige Stammhaus des Frankfurter Museums für Moderne Kunst an der Domstrasse – demnächst MMK 1 geheissen, wenn die Dependance im TaunusTurm als MMK 2 den Ausstellungsbetrieb aufnimmt und das MMK Zollamt zum MMK 3 wird. Im Stammhaus beherbergen die obere Ebene die Dantesche „Hölle“ und die mittlere dessen „Fegefeuer“. Dementsprechend steigen wir nunmehr hinab bzw. je nach Sichtweise herab in den

HIMMEL (PARADIES)

Und ein weiteres Mal warnen wir vor der möglichen Fehlannahme, die Ausstellung „Die Göttliche Komödie. HIMMEL HÖLLE FEGEFEUER aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ stelle eine Art von Illustrierung der Danteschen „Divina Commedia“ dar.

„Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden,
Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio“

zitieren wir Hamlet, und lenken den Blick auf eine Arbeit von Ndary Lo im Treppenhaus, gewissermassen also zwischen Himmel und (nicht Erde, sondern hier) Fegefeuer. Der 1961 in Tivaouane, Senegal geborene Künstler studierte an der École Nationale des Beaux-Arts in Dakar, wo er auch heute lebt und arbeitet. Seine in einem „Zwischenraum“ schwebenden, dünnen, Giacometti-haften Figuren sind aus Eisen. Sie breiten die Arme wie ein Fliegender oder wie ein Kruzifixus aus. Ndary Lo sagt: „Ich sehe die Welt, in der wir leben, zugleich als Hölle und als Fegefeuer. Unsere einzige Hoffnung in diesem Leben, alles was uns zu tun übrig bleibt, besteht darin, unser Bestes zu tun, um eines Tages in den Himmel eingelassen zu werden. ‚The Day  After‘ ist eine Installation, in der man nach einer langen Wanderung durch einen dichten und dunklen Wald einen Raum erreicht, in dem alles aufgehoben zu sein scheint und man diese besondere Spannung spüren kann, die wir vor Antritt einer Reise erfahren, deren Ziel wir nicht wirklich kennen.“

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Ndary Lo, The Day After, 2013, aus der Serie „Self-Portrait As a White Man“, Installationsansicht, © VG Bild-Kunst, Bonn

Maurice Pefura wurde 1967 in Paris geboren, wo er heute lebt und arbeitet. Der zum Architekten ausgebildete Künstler zeigt eine begehbare Installation aus weissem, sich im Lufthauch sanft bewegendem, verletzlich erscheinendem Papier Weiterlesen

Hornist Peter Steidle – ein global aktiver Musiker

Freitag, 20. Juni 2014

„Ich liebe die Musik über alles“

Von Renate Feyerbacher

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Peter Steidle am 26. Februar 2014 mit Triplehorn; Foto: Renate Feyerbacher

Zu seinem 75. Geburtstag, den Peter Steidle am 19. Februar 2014 feierte, hatten sich namhafte Musiker- und Künstlerfreunde, Studentinnen und Studenten im „gelben“ Haus am Dornbusch eingefunden. Wunderbar locker war die Stimmung, die das Ehepaar Helga und Peter Steidle, zwei sympathische, aufgeschlossene Menschen, den Gästen bereiteten. Über 50 Jahre sind die beiden schon verheiratet.

Das Gespräch, das wir später zusammen führten, war informativ und persönlich.

Mit 28 Jahren, das war Ende 1967, kam Peter Steidle als Hornist zum Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt Weiterlesen