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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Das besondere Geschenk zum 25. Geburtstag der SCHIRN: “Surreale Dinge”

Die SCHIRN Kunsthalle Frankfurt feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag – und bereitete sich ein Geschenk der besonderen Art: die weit über Frankfurt und Hessen hinaus vielbeachtete, Aufsehen erregende Ausstellung

Surreale Dinge. Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray.

Diese einzigartige Jubiläumsausstellung  läuft am Sonntag, den 29. Mai 2011 aus. Es soll Menschen in dieser Stadt und im Hessenland geben, die sie noch nicht gesehen haben. Deshalb unser Appell zum nahenden Ausstellungsende: unbedingt ansehen, und gerne auch ein zweites oder drittes Mal.

Wir möchten ein kleines Experiment machen und die Abbildungen (Ausstellungsansichten) einiger spektakulärer Exponate der Schau den Zitaten von André Breton (1896 bis 1966) und namhafter Künstler gegenüberstellen, die die SCHIRN Kunsthalle in Wandtexten wiedergegeben hat.

Ich glaube an die Ablösung von zwei augenscheinlich so widersprüchlichen Zuständen, von Traum und Wirklichkeit, durch eine gewissermassen absolute Wirklichkeit, die Surrealität.
(André Breton)

Salvador Dalí, Hummer – oder aphrodisisches Telefon, 1936, Metall, Kunststoff, Gips, 18 x 12,5 x 30,5 cm, © Museum für Kommunikation Frankfurt

Es genügt nicht, Dinge mit den Augen zu verschlingen, man möchte sie essen.
(Salvador Dalí)

Marcel Marien, L’introuvable (Das Unauffindbare), 1937, Glas, Plexiglas, 11 x 27 x 18 cm, Sammlung Sylvio Perlstein, Antwerpen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Es ist im Grunde das Objekt, wofür die zunehmend wachsamen Augen des Surrealismus in den vergangenen Jahren offen blieben. Durch aufmerksamste Überprüfung der in zahlreichen neuen Spekulationen, die das Objekt in der Öffentlichkeit ausgelöst hat (reales und virtuelles Objekt, bewegtes und stilles Objekt, Spektralobjekt, interpretiertes Objekt, verinnerlichtes Objekt, Kreatur-Objekt), und nur durch eine solche Überprüfung kann es uns gelingen, die gegenwärtige Versuchung des Surrealismus in ihrem vollen Ausmass zu begreifen. Für das weitere Verständnis ist es wesentlich, sich auf dieses interessante Detail zu konzentrieren.
(André Breton: Was ist Surrealismus?, 1934)

Meret Oppenheim, Pelzhandschuhe, 1936, Pelz, Holz, roter Nagellack, 5 x 21 x 10 cm, Sammlung Ursula Hauser, Schweiz, Courtesy Hauser & Wirth, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Es wäre an der Zeit, auf Kosten der männlichen Vorstellungen, deren Bankrott sich heute … vollzieht, weiblichen Vorstellungen Geltung zu verschaffen.
(André Breton, Arkane 17, 1944)

Hans Bellmer, La demi-poupée (Die halbe Puppe), 1971, Bemaltes Holz und Mischtechnik, 124,5 x 30,5 x 25,4 cm, Sammlung Hoffmann, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Das surrealistische Objekt ist ein vom praktischen und rationalen Standpunkt aus absolut nutzloser Gegenstand, einzig zu dem Zweck geschaffen, Wahnsinnsideen und –phantasien auf fetischistische Art mit einem Maximum an greifbarer Wirklichkeit zu materialisieren.
(Salvador Dalí)

Man Ray, Cadeau, 1921/1974, Bronze und Eisennägel, 16,5 x 10 x 10 cm, Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum ? Zentrum Internationaler Skulptur, Duisburg

Egal, in welcher Form es letztlich präsentiert wird – das Objekt sollte amüsieren, aufmuntern, langweilen oder zum Nachdenken anregen, aber nie Bewunderung für die technische Perfektion erregen, die bei einem Kunstwerk normalerweise verlangt wird. Ich sage, die Welt ist voll grossartiger Handwerker, aber es gibt wenige praktische Träumer.
(Man Ray)

Wilhelm Freddie, Sex-Paralysappeal, 1936, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Im Surrealismus wird die Frau geliebt und verherrlicht als das grosse Versprechen, das Versprechen, welches fortbesteht, nachdem es erfüllt worden ist.
(André Breton, 1953)

Marcel Marïen, L’arcord perfait, 1977, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Alles Treibgut in Reichweite unserer Hände muss als Niederschlag unserer Wünsche gelten.
(André Breton, 1936)

(Fotos – Ausstellungsansichten: FeuilletonFrankfurt)

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