KUNST / 57
Man wünscht sich ferner, dass über Kunst substantiell diskutiert, dass kritischer, ja schärfer geurteilt und nicht länger hingenommen wird, dass Qualität und Bedeutung vom Markterfolg und von galoppierenden Preisen definiert werden. Was ist eigentlich, so darf man fragen, dran an dem inflationären Warhol und dem Equilibristen Gerhard Richter, das Preise rechtfertigt, die Raffael herausfordern und Rubens in den Schatten stellen? Der spekulative Kult um Hirst und Koons und Meese ist ohnehin absurd.
Eduard Beaucamp in: “Kuratoren, Künstler und Mäzene, vereinigt Euch!”, Kolumne “Kunststücke”, FAZ vom 7. Januar 2011

Raffaello Sanzio (1483 bis 1520), Selbstbildnis (circa 1506), Öl auf Holz, 47,5 x 33 cm, Galleria degli Uffizi, Florenz (Bildnachweis: wikimedia commons/artrenewal)
