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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archiv für Februar, 2011

„Mein blaues Cello“ – Frank Wolff

Sonntag, 27. Februar 2011

Dokumentation des Filmemachers Wolfgang Würker

Von Renate Feyerbacher

Wer kennt ihn nicht, den „tanzenden“ Cellisten Frank Wolff, der nicht nur in Frankfurt am Main, sondern auf der ganzen Welt, auch in China, mit seinem Instrument tanzt? Der Weltmusiker streicht sein Cello auf grossen und kleinen Bühnen, bei Ausstellungseröffnungen, Hochzeiten und Beerdigungen von Freunden. Berühmt wurde Frank Wolff mit dem originellen „Frankfurter Kurorchester“, das er 1981 mit der Sängerin und Pianistin Anne Bärenz, die 2005 starb, gründete. Mit ihr musizierte und lebte er. Ab 2002 spielten die beiden im „Neuen Frankfurter Schulorchester“ mit Sabine Fischmann, Ali Neander und Markus Neumeyer.

Angefreundet hat sich Frank Wolff mit dem Cello, als er zehn Jahre alt war. Er vertiefte diese Zuneigung im Musikstudium in Freiburg, wechselte aber dann nach Frankfurt zum Studium bei dem Soziologen und Komponisten Theodor W. Adorno. Weiterlesen

Matthew Brannon im Frankfurter Portikus

Samstag, 26. Februar 2011

Vor dem Betreten der Halle: Hände desinfizieren!

Wo sind wir? Im Ausstellungshaus Portikus auf der Frankfurter Maininsel. Was sehen wir? Eine ortsspezifische Installation des US-amerikanischen Künstlers Matthew Brannon. Ihr – wie so üblich alles oder eben auch nichts sagender oder positiv gewendet neugierig machender – Titel:  „A question answered with a quote“. Ihre Bestandteile: eine Sprühflasche in Schwarz und Chrom; acht Holzgestelle mit insgesamt 24 Letterpress-Drucken hinter Glas in vitrinenartigen schwarzen Bildträgern; eine Wandtapete mit schwarzweissen Ornamenten; die Skulptur einer von der Decke herabhängenden schwarzen Glühbirne; ein schwarzer Plattenspieler mit einer Schallplatte in Weiss mit rotem Etikett, darüber ein Letterpress-Druck mit der Aufschrift „gag“, eine Sound-Arbeit, aus Lautsprechern ertönen Würge- und Erbrechenslaute eines Menschen. Weiterlesen

Semesterausstellung im Institut für Kunstpädagogik

Donnerstag, 24. Februar 2011

Über mangelnden Zuspruch konnte sich das Institut für Kunstpädagogik der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität in der Vernissage just am diesjährigen Valentinstag nicht beklagen: Zahlreich strömte zum Eröffnungsakt ein vorwiegend junges Publikum in die Ausstellungshalle auf dem Gelände der alten Fabrik des Uni-Campus Bockenheim. Dort sowie auf dem übrigen Fabrikgelände, ferner im Jügel-Haus in der Mertonstrasse sowie in Räumen der Dantestrasse 9 waren vor allem die Abschlussarbeiten aus dem Wintersemester 2010/2011 ausgestellt – aus den vier Fachbereichen des Instituts Grafik, Malerei, Plastik und Neue Medien.

Sehr kurz – drei halbe Tage nur – währte diese Präsentation; umso ärgerlicher war es deshalb, dass der Saal der stillgelegten Bibliothek im Jügel-Haus, in dem die meisten Arbeiten der Hauptklasse Malerei des Wintersemesters untergebracht waren, für das allgemeine Publikum alsbald aus nicht näher vermittelten und deshalb nicht nachvollziehbaren Gründen gesperrt wurde – Anlass für FeuilletonFrankfurt, gezielt einige der sehr bemerkenswerten, gerade in diesem Saal anzutreffenden Arbeiten vorzustellen.

Wie stets bedauern wir, an dieser Stelle wiederum nur eine Auswahl treffen zu können.

Nina Balzer, über die wir auch im Ausstellungskatalog leider keine näheren biografischen Notizen finden (ausser dass sie im Winter im dritten Semester studierte), arbeitet mit Fliesen und MDF-Platten und überzeugt dabei mit einer Reihe sorgfältig komponierter, kleinformatiger Acryl-Arbeiten in meist pastellener Farbgebung.

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Jutta Heun und der Genius loci

Montag, 21. Februar 2011

Es gibt ihn: den Genius loci; Orte, die inspirieren, die mit dafür empfänglichen Menschen kommunizieren, die auf geheimnisvolle Weise Ideen, Energien und Kräfte mobilisieren. Oder man kommt zu dem Schluss: Alles hängt mit allem zusammen. Oder wie Shakespeare Hamlet sagen lässt: „There are more things in heaven and earth, Horatio,  than are dreamt of in your philosophy“.

Im Garten des Kunsthauses am Lohrberg

Da gibt es also, unweit des gleichnamigen Hanges, der gern auch als der Hausberg Frankfurts bezeichnet wird, das „Kunsthaus am Lohrberg“. Und der Lohrberg, eine in Teilen noch naturbelassene, des Sommers blütenreich duftende, von gaukelnden Schmetterlingen bevölkerte parkähnliche Landschaft im Osten Frankfurts hoch über der Mainebene, beherbergt den einzigen noch im Stadtgebiet verbliebenen, den südlich einfallenden Sonnenstrahlen ausgesetzten Weinberg, im städtischen Weingut keltert man seine Rieslingtrauben als Kabinett und Spätlese zum „Frankfurter Lohrberger Hang“, durchaus einem ordentlichen Tropfen, Geheimtip einheimischer Schenkender, ihre auswärtigen Gäste zu überraschen. Ach, wir schweifen ab … Weiterlesen

WANDA PRATSCHKE – EIN KÜNSTLERISCHER PROZESS / 8

Donnerstag, 17. Februar 2011

Sie wird ihre Metamorphose in Kürze vollzogen haben, vom weissen Gipsmodell zum patinierten Bronzeguss: die “GROSSE LIEGENDE” der Frankfurter Bildhauerin Wanda Pratschke.

Wir blicken zurück: Ende 2008 lernten wir die bekannte und bedeutende Bildhauerin kennen – viele ihrer Arbeiten befinden sich in der Stadt Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet im öffentlichen Raum, die Zahl der Sammler ihrer Skulpturen ist gross – , und wir erhielten ihre Zustimmung, den schöpferischen Werdensprozess einer Skulptur von den ersten Anfängen bis zur Vollendung zu begleiten.

Eine überlebensgrosse Skulptur in Bronze – die „Grosse Liegende“ – war angesagt: Die Künstlerin gönnte sich eine solche Arbeit zu ihrem 70. Geburtstag. Auch die Stadt Frankfurt am Main zeigte sich erkenntlich und stellte ihr für den Zeitraum von drei Monaten die Sachsenhäuser Ausstellungshalle 1 A als ein „offenes Atelier“ zur Erarbeitung des Gipsmodells und zugleich für eine Jubiläumsausstellung zur Verfügung.

Der Weg zu einem solchen grossvolumigen Werk ist lang und durchaus mühevoll. FeuilletonFrankfurt hat ihn in bislang sieben Folgen mitverfolgt und beschrieben. Jetzt ist es soweit: Die „Grosse Liegende“ wurde in der Kunstgiesserei Otto Strehle im bayerischen Neuötting in ihren Einzelteilen gegossen, die anschliessend zusammengeschweisst werden. Wir geben einen fotografischen Zwischenbericht:

Verschiedene Silikonformen werden vorbereitet Weiterlesen