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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for Dezember, 2010

Barbara Kruger: “Circus” in der SCHIRN Kunsthalle

Freitag, 31. Dezember 2010

Eine Lesebrille werden Sie, verehrtes Publikum, nicht benötigen, wenn Sie sich in die Rotunde der SCHIRN Kunsthalle in Frankfurt am Main begeben, denn die Buchstaben, die dort auf Sie zur Lektüre warten, sind übermannsgross. Und dennoch wird es Ihnen eine nicht geringe Anstrengung abverlangen, die Bild-Texte beziehungsweise Text-Bilder visuell aufzunehmen und in einen Sinnzusammenhang zu fügen.

In der offenen, jedermann zu jeder Zeit frei zugänglichen Rundhalle hat die US-amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger die eigens für diesen Ort entwickelte Installation “Circus” eingerichtet. Sie hat unter der Kuppel der Rotunde eine kreisrunde Zwischendecke eingezogen und diese – ebenso wie die Innenwände der Halle und den dafür eigens präparierten Boden – mit Majuskeln in Weiss vor dunklem Hintergrund versehen. In den die Rotunde umlaufenden inneren Galerien begegnet Ihnen auch manches “X” in einem kräftigen Rot.

Die Bild-Texte, allesamt in der einst unter dem Einfluss des Bauhauses entwickelten “Futura” (die uns in unserem PC-Programm leider nicht zur Verfügung steht): Wir geben sie hier in ihrer Konzeption wieder, gleichsam vorab und zum neugierig machen, in der Gewissheit, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, diese aussergewöhnlichen Wort-Bilder in der SCHIRN-Rotunde unmittelbar auf sich einwirken lassen, denn nur so und vor Ort in der konkreten Ausstellungssituation werden sie sich Ihnen sinnlich erschliessen:

BELIEVE + DOUBT = SANITY

BLINDER IDEALISMUS IST REAKTIONÄR BEÄNGSTIGEND TÖDLICH.

GEWALT LÄSST UNS VERGESSEN, WER WIR SIND.

THE WAR FOR ME TO BECOME YOU.

WHAT YOU LOVE IS BETTER THAN WHAT I LOVE. WHAT YOU BELIEVE IS TRUER THAN WHAT I BELIEVE. WHAT YOU HATE DESERVES IT.

DU BIST VERLIEBT. DU KANNST EINFACH NICHT AUFHÖREN ZU LÄCHELN. DEIN HERZ HÜPFT. DU LÄUFST DAVON.

Natürlich kommen wir nicht umhin, an die Geschichte von Belsazar und der Schrift an der Wand im alten Buch Daniel zu denken, an das mene mene tekel uparsin, das dem im Gastmahl prassenden Herrscher den alsbaldigen Tod und seinem Reich den Untergang voraussagt, aufgegriffen von Heinrich Heine in seiner Belsazar-Ballade. Womit wir bei der Frage wären, ob und inwieweit Kruger eine politische Künstlerin ist. Sie selbst will sich jedoch keinerlei Kategorien zuordnen lassen. Und ihre formale Bild-Sprache – oder sprechen wir von Sprach-Bildern – hat sie der Werbebranche entlehnt, in der sie über lange Jahre hinweg tätig war.

Dass die Installation just zur Zeit des Frankfurter Weihnachtsmarktes eingerichtet wurde, der sich vom Römerberg bis hin zum Fuss der Rotunde erstreckte, ist kein Zufall: handelt es sich doch um die publikumsträchtigste Zeit des Jahres für diese den Eingang zur Kunsthalle bildende Lokalität. Denn es liegt in der Intention der Künstlerin, dass ihre Texte von vielen gelesen werden. Sie stellen für Kruger sehr wohl Inhalte dar und nicht allein formale Elemente.  Denn Barbara Kruger ist überzeugt davon, dass Kunst durchaus die Welt verändern kann, zum Positiven, zum Guten hin selbstverständlich. So können wir uns auch vorstellen, dass es nicht unerwünscht sei, zumindest einige dieser Sentenzen als eine Art “gute Vorsätze” mit in das neue Jahr zu nehmen.

Eine gewisse Schlüsselrolle komme, sagt SCHIRN-Kuratorin Ingrid Pfeiffer, etwa der Aussage “BELIEVE + DOUBT = SANITY” zu: Den Glauben vielleicht gedacht als Symbol eines Engagements für das Gute und Richtige, den Zweifel als Korrektiv und Bewahrung vor “blindem Glauben”, die Sanity schliesslich gedacht als Balance und “gesunder Menschenverstand”. Immer aber geht es Kruger um die Auseinandersetzung auch mit Macht, mit Gewalt, um den Umgang der Menschen untereinander im Zeichen von Konsum als ökonomischer Macht. Und um das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Nicht nur deshalb aber fragen wir: Kann es heute noch eine Kunst geben, die unpolitisch ist?


“Ich arbeite mit Bildern und Worten”, sagt die Künstlerin, “weil sie die Fähigkeit haben, zu bestimmen, wer wir sind oder nicht sind”. Und: “Es ist jedes Mal eine Herausforderung und eine Freude, eine Installation in einem bestimmten Raum zu einem so machtvollen Statement wie möglich zu machen”.

Mit “Angry”: “BITTE LACHEN”

Mit “Smiley”: “WHAT YOU HATE DESERVES IT”

In ihren gossdimensionierten, teilweise agressiven, subversiv gegen die psychologischen Strategien der Werbung gerichteten Wort-Bildern greift Barbara Kruger Bilder und Texte der Massenmedien, eben der Werbung und des Konsums auf. In der ihnen eigenen Ästhetik wollen ihre Sentenzen kommentieren, irritieren und aufrütteln. Kruger bevorzugt für ihre – teils auch in die jeweiligen Landessprachen übersetzten – Botschaften den öffentlichen Raum, ohne jedoch als Künstlerin selbst öffentlich in Erscheinung zu treten.

Ihre mitunter nicht auf den ersten Blick zu entschlüsselnden Sentenzen und Textcollagen entfalten ihre Wirkung auf den Betrachter nicht zuletzt durch ihre orts- und raumbezogene Monumentalität und Suggestivkraft.


Barbara Kruger,1945 in Newark in New Jersey geboren, studierte seit 1965 Design und arbeitete zunächst als Grafikerin und Bildredakteurin. Sie hat unter anderem im Whitney Museum of American Art, dem Museum of Modern Art, New York, der Serpentine Gallery, London, dem PS1 in New York, dem Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen oder dem Magasin in Grenoble ausgestellt. Bei der 51. Biennale di Venezia 2005 erhielt sie den begehrten Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

Schirn-Direktor Max Hollein und Kuratorin Ingrid Pfeiffer in der Pressekonferenz

Die Ausstellung in der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt am Main läuft bis zum 30. Januar 2011. Man darf sie nicht versäumen. Aufgeschlossenheit und Bereitschaft, zu empfangen und aufzunehmen, sollten Sie mitbringen. Und denken Sie an die “guten Vorsätze ” für das neue Jahr 2011. Ihre Lesebrille hingegen können Sie getrost zu Hause lassen.

(Installation © Barbara Kruger; Fotografien: FeuilletonFrankfurt)

Else Lasker-Schüler: “Die Bilder”. Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt am Main

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Else Lasker-Schüler - Dichterin, Zeichnerin, Malerin

Text: Renate Feyerbacher

Bewundert und umstritten ist Else Lasker-Schüler, die 1869 in Elberfeld (heute Wuppertal) zur Welt kam und 1945 in Jerusalem starb. “Die grösste Lyrikerin, die Deutschland je hatte”, so pries der Dichter und Arzt, der Freund Gottfried Benn (1886 bis 1956 ) sie nach dem 2. Weltkrieg. Ihn hatte sie 1912 kennen gelernt.

Die Lyrik, die sie ab 1899 bis 1943 schrieb, ist von fantasievoller Poesie. Die Sprache und die Gedanken, Höhepunkte des deutschen Expressionismus bereits vor seinem Durchbruch, sind eigenwillig, subjektiv, sprachschöpferisch.

Ein Lied

Hinter meinen Augen stehen Wasser,
Die muss ich alle weinen.

Immer möcht ich auffliegen,
Mit den Zugvögeln fort;

Bunt atmen mit den Winden
In der grossen Luft.

O ich bin traurig . . .
Das Gesicht im Mond weiss es.

Drum ist viel samtne Andacht
Und nahender Frühmorgen um mich.

Als an deinem steinernen Herzen
Meine Flügel brachen,

Fielen die Amseln wie Trauerrosen
Hoch vom blauen Gebüsch.

Alles verhaltene Gezwitscher
Will wieder jubeln,

Und ich möchte auffliegen
Mit den Zugvögeln fort.

Else Lasker-Schüler, Werke und Briefe, Kritische Ausgabe Bd.I,1. Gedichte, 1996

Weniger erfolgreich waren die Theaterstücke der Künstlerin. Das bekannteste, “Die Wupper”, ein Milieudrama aus der Industriestadt, geschrieben 1908, erfuhr erst 1919 seine Uraufführung am Deutschen Theater Berlin. “… vielfach gebrochen in der Optik, einer verspielt grausen Phantastik. Vielschichtig überlagern sich die Themen.“(Zitat aus Gero von Wilpert “Lexikon der Weltliteratur”, 1997).

“Arthur Aronymus und seine Väter” schrieb sie 1932 – ein Stoff aus ihren deutsch-jüdischen Kindheitserinnerungen, eine hellsichtige Vorwegnahme der Judenverfolgung. Das Stück wurde 1933 kurz vor der Premiere vom Spielplan des Berliner Schiller-Theaters genommen. Das dritte Theaterwerk, “IchundIch”, schrieb sie im Jerusalemer Exil. 1940 /1941 lässt Else Lasker-Schüler in dieser theatralischen Tragödie prominente Nazis zur Hölle fahren, und das mit dem Personal von Goethes “Faust”, nämlich Mephisto und Faust. Die Nazi-Götzen des Dritten Reichs versinken im Höllenschlamm. Mit diesem Stück hat sich die Künstlerin als “intervenierende Intellektuelle” gezeigt; so wie schon einmal, als sie den Antikriegsroman “Der Malik” (1919) verfasste (in dem sie des im Krieg getöteten Franz Marc gedachte) und sich am Antikriegsprogramm des Malers George Grosz (1893 bis 1959) beteiligte.

Blumen, die Freundschaft schlossen, um 1928, Pastell- und Ölkreiden auf sehr dünnem elfenbeinfarbenem Papier, 21,8 x 13,7 cm, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Else-Lasker-Schüler, das jüngste von sechs Kindern einer jüdischen Bankiersfamilie, das schon mit vier Jahren lesen und schreiben konnte, heiratet mit 25 Jahren den Arzt Jonathan Berthold Lasker und zieht mit ihm nach Berlin. Dort widmet sie sich dem Zeichenstudium und richtet sich ein Atelier ein. Die bildende Kunst war also der Beginn der künstlerischen Laufbahn, geriet aber später in Vergessenheit.

Eine Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt am Main hat wunderschöne Blätter, genauer gesagt Papierarbeiten, aus Archiven wie aus öffentlichem und privatem Besitz weltweit zusammengetragen und zeigt sie noch bis zum 9.Januar 2011.

Einige der etwa 150 Zeichnungen, Collagen, Lithografien, bemalten Postkarten, Briefumschlägen und Notizblockzetteln wurden noch nie gezeigt. Viele sind fein, empfindlich und sehr klein. Die Skizzen auf den Notizblöcken vermitteln den Eindruck von Spontaneität. Mit feinsten Linien hält sie ein Gesicht, eine Szene fest. Die inszenierte Naivität entspringt grosser Kunstfertigkeit und künstlerischer Kraft.

Einflüsse kommen zunächst aus dem Jugendstil, dann aus dem Expressionismus und aus Dada. Eigenständige Zeichnungen entstehen jedoch. Einfluss kommt auch von Franz Marc (1880 bis 1916), dem berühmten Schöpfer des “Blauen Reiter”. Von 1912 bis 1916, dem Tod Marcs auf dem Schlachtfeld von Verdun, schreiben sie sich Briefe und Postkarten, die bildnerisch gestaltet sind. Es geht um Kunst, aber auch um alltägliche Nachrichten, Liebe, Gewalt. Auch zeigt die Ausstellung, wie der Maler Ernst Ludwig Kirchner (1880 bis 1938) sie in ihrer Arbeit prägte.

Else Lasker-Schüler war eine schillernde Persönlichkeit in Berliner Kunst-Kreisen. Sie lebt exzessiv, hat einige erotische Abenteuer. Ihr erster Mann verweigert nach der Geburt des unehelichen Sohnes 1899 die finanzielle Unterstützung. Vier Jahre später folgt die Scheidung und die Hochzeit mit dem “Sturm” – Herausgeber, dem Schriftsteller und Kunstkritiker Georg Lewin, dem sie das Pseudonym Herwarth Walden (1878 bis 1941) vorschlägt. Ständige finanzielle Sorgen begleiten diese Ehe, die ebenfalls scheitert. Else Lasker-Schüler bleibt ohne Geld. Freunde unterstützen sie. Die Gesundheit des an Tuberkulose erkrankten Sohnes, der 1927 stirbt, verschlingt das Wenige, das sie hat.

Gezeigt wird ein fein gestalteter Brief an Karl Kraus (1874 bis 1936) “Hochverehrter Herzog von Wien”. Er veröffentlicht ihre Gedichte in seiner Zeitschrift “Die Fackel” und unterstützt sie auch finanziell. Dieser sprachkritische Künstler nennt sie “die stärkste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland”.

Briefe an Martin Buber, an Theodor Däubler, Georg Trakl und Karl Wolfskehl bereichern die Ausstellung.

Jussuf empfängt die Tellerköpfe, einen von Freytag entdeckten Stamm, zwischen 1927 und 1933, Kreiden über Bleistift auf Papier, 21,8 x 13,5 cm, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Ein Besuch im ägyptischen Museum in Berlin regt sie zu “Jussuf” an. Der charakteristische Jussuf-Profilkopf, den sie in vielfältigen Variationen darstellt, ist dem ausgestellten ägyptischen Kopf des Pharao Amenophis IV. (Echnaton) nachempfunden. Die Nase ihres Jussuf ist wie beim Ägypter abgeflacht. Jussuf ist eine Kunstfigur, zusammengemixt aus dem alttestamentarischen Joseph und aus Yussuf aus dem Koran. Sie selbst schlüpft nach der “Prinzessin Tino von Bagdad” nun in die Rolle von “Prinz Jussuf” und seinem Reich Theben. Das zeichnerische und literarische Werk dreht sich vor allem um diese Figur, die spielerisch-provokativ die zeitgenössischen Debatten um Orientalismus, Primitivismus und Zionismus belebt. Jussuf wird zu ihrem zweiten Ich. Else Lasker-Schüler zeigt sich in Pluderhosen in Berlin.

Ein thebetanisches Brautpaar, zwischen 1927 und 1933, Kreiden auf Papier, 20,8 x 14,1 cm, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

In solchen Maskeraden begleitet und beeinflusst sie die literarische Moderne von der Jahrhundertwende bis in die Weimarer Republik. Für sie ist Kunst Spiel, ein Spiel von Wirklichkeit und Fantasie.

Ein Höhepunkt ihres poetischen und zeichnerischen Talentes sind die zehn Gedichte und zehn Lithografien, die Verleger Alfred Flechtheim herausgab. Ein eignerer Raum des Museums ist ihnen gewidmet. Tiefschwarz sind dort die Wände. Sie heben die Collagen – gezeichnet mit Tusche, mit Kreide und Buntstiften farblich gestaltet, mit Gold- und Silbermetallfolie, Transparentpapier und bräunlichem Papier collagiert oder von braunem Klebeband umrahmt – geheimnisvoll hervor. Am Hofe von Jussuf leben viele Ethnien: Zulus, Neger, Gaukler, Indianerinnen, die von Schlangen aus Stanniolpapier umzingelt werden.

Indianerinnen, um 1928, Kreiden, Tusche, Bleistift auf dünnem elfenbeinfarbenem Papier, 21,8 x 13,5 cm, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

Else Lasker-Schüler entführt ins Serail. Interessant die “Kopfpyramiden” oder “Theben mit Jussuf”, übereinander gestaffelte Haussilhouetten, an Paul Klee erinnernd, die ihr gestalterisches Können zeigen, ihr Gefühl für Fläche.

Und immer schreibt sie Texte und zeichnet Bilder ihres “Hebräerlandes”. Nichts haben sie mit der Realität zu tun. Es sind Dokumente ihrer Sehnsucht und ihrer Träumerei vom Orient. Künstlerische Kostbarkeiten.

Prinz Jussuf von Theben, um 1928, Pastell- und Ölkreiden, teils laviert, Tusche, mit farbigen und goldenen Metallfolien collagiert, auf Papier, 26,7 x 21,6 cm, Jüdisches Museum Frankfurt am Main

1932 erhält Else Lasker-Schüler den Kleist-Preis. Nach tätlichen Angriffen auf der Strasse emigriert sie 1933 in die Schweiz, die sie mit Schreibverbot belegt. Zwei Reisen – 1934 und 1937 – unternimmt sie nach Palästina. Sie zeichnet Skizzen ihres “Hebräerlandes”. 1939 reist sie erneut dorthin, aber eine Rückkehr in die Schweiz wird ihr wegen des Kriegsausbruchs verwehrt.

Diese Ausstellung ist eine Entdeckung. Sie bringt uns Lasker-Schüler als Künstlerin näher und hilft Hürden zu überwinden, die ihr Leben und ihr Werk umgeben.

Tiefe Sehnsucht nach der Heimat, die sie nie mehr wiedersah, spricht aus einem ihrer letzten Gedichte.

Es kommt der Abend

Es kommt der Abend und ich tauche in die Sterne,
Dass ich den Weg zur Heimat im Gemüte nicht verlerne
Umflorte sich auch längst mein armes Land.

Es ruhen unsere Herzen liebverwandt,
Gepaart in einer Schale:
Weisse Mandelkerne -

…. Ich weiss, du hältst wie früher meine Hand
Verwunschen in der Ewigkeit der Ferne…..
Ach meine Seele rauschte, als dein Mund es mir gestand.

aus: Else Lasker-Schüler: Mein blaues Klavier, 1943

Noch bis zum 9. Januar 2011 wird die Ausstellung “Else Lasker-Schüler. Die Bilder” im Jüdischen Museum Frankfurt am Main gezeigt. Anschliessend wandert sie in die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin.

Kein “Tod in Venedig”: Christoph Schlingensiefs Werk im Deutschen Pavillon zur Biennale 2011

Dienstag, 28. Dezember 2010

“Das Wichtigste ist, nicht nur ich liebe das, was ich mir erträumt habe.”

Christoph Schlingensief

Auch nach dem Tod von Christoph Schlingensief am 21. August dieses Jahres wird MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer, Kommissarin des Deutschen Pavillons der 54. Biennale von Venedig 2011, dessen Arbeit in der Lagunenstadt präsentieren.

“Wie bereits im Rahmen der Veröffentlichung meiner Einladung an Christoph Schlingensief im Mai diesen Jahres gesagt, war mein Ausgangspunkt die Überlegung, einen Künstler meiner Generation anzusprechen, der schon lange – und im Falle von Christoph Schlingensief sind das fast 30 Jahre – und in repräsentativer Weise Kunst macht, die die künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen der letzten Jahrzehnte der wiedervereinigten Bundesrepublik nicht nur begleitet, sondern massgeblich mitbestimmt hat. Christoph Schlingensief war einer der ganz bedeutenden Künstler dieses Landes, der immer vollkommen rückhaltlos, auch sich selbst gegenüber, seine Position geäussert und behauptet hat, in aller Deutlichkeit und Direktheit, die notwendig ist, um Zustände effektiv zu kommentieren. An dieser Einschätzung”, so Susanne Gaensheimer, “hat sich auch nach Christoph Schlingensiefs tragischem Tod nichts geändert”.

Und weiter: “Ein Projekt von Christoph Schlingensief ist ohne Christoph Schlingensief nicht zu realisieren. Fast ein Jahr vor der Biennale waren natürlich noch Fragen offen, und wer weiss, wie Schlingensief gearbeitet hat, der weiss auch, dass bis zur Eröffnung noch viele Veränderungen stattgefunden hätten. Seine Person kann niemand ersetzen, ohne ihn ist es unmöglich, das Angedachte zu Ende zu führen. Wir werden seine Pläne und Ideen jedoch über verschiedene Medien dokumentieren.”

Christoph Schlingensief; Museum für Moderne Kunst, Foto: © Perfect Shot Films GmbH

Zumindest drei unvollendete Projekte hinterliess Schlingensief bei seinem Tod: Das grösste unter ihnen ist das “Festspielhaus Afrika”, ein “Operndorf”  nahe Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Seit Januar 2010 befindet es sich im Aufbau, im Zentrum mit einer Theaterbühne nebst Festsaal und Proberäumen, aber auch mit einer Schule mit Film- und Musikklassen sowie Werkstätten, Wohn- und Gästehäusern. Es sollen Siedlungen entstehen samt notwendiger Inftrastrukturen, Büros, Sport- und Agrarflächen und einer Krankenstation. Ein Gremium aus langjährigen Weggefährten, Freunden und Partnern Schlingensiefs, dem neben seiner Witwe Aino Laberenz unter anderem Theaterintendanten und -dramaturgen, Architekten, die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer und nicht zuletzt der Berliner Rechtsanwalt und Kunstmanager Peter Raue angehören, treibt das Projekt im Sinne des Verstorbenen voran.

Inzwischen realisiert wurde sein Opernprojekt “Metanoia” (FeuilletonFrankfurt berichtete): an der Berliner Staatsoper im Schiller-Theater, von einem – wie es sich nannte – “kopflosen” Produktionsteam.

Steht also noch die Bespielung des Deutschen Pavillons zur Biennale 2011 in Venedig aus. Eine Reihe zum Teil durchaus bereits detaillierter Ideen und Überlegungen Schlingensiefs bilden die Grundlage für die von Gaensheimer geplanten Aktivitäten. Das Gebäude soll mit Werken und Projekten bespielt werden, die zentral für Schlingensiefs Arbeit und wesentlich für seine Ideen für den Pavillon stehen. Der entsprechende Entwicklungsprozess soll auf einer eigens einzurichtenden Webseite veröffentlicht werden, und zur Eröffnung der Biennale kündigt Gaensheimer eine entsprechende Buchpublikation an.

“Mit dem Festspielhaus in Afrika … und vor allem auch mit der Selbstreflektion des Projekts und der Thematisierung seines eigenen Scheiterns im aktuellen Theaterstück ‘Via Intolleranza II’ gelingt es Schlingensief, seine Analyse des ‘Deutschseins’ und die damit verbundenen Fragen in eine transnationale Dimension zu übertragen: ‘Warum wollen wir ständig dem afrikanischen Kontinent helfen, obwohl wir uns selber nicht helfen können?’ fragt er. Für die Arbeit am Deutschen Pavillon für das nächste Jahr,” so Susanne Gaensheimer, “wird das Operndorf eine zentrale Rolle spielen.”

So wird der deutsche Biennale-Beitrag keine Ausstellung von, sondern eine über Christoph Schlingensief. Bei alldem wird die Biennale-Kommissarin auf Teamarbeit setzen – allen voran mit Aino Laberenz als “Ersatz der künstlerischen Instanz” (Gaensheimer). Das Produktionsteam für “Metanoia” mag da als Vorbild dienen: Es schrieb dazu im Programmzettel zur Oper: “Es würde uns gefallen, diese Gemeinschaftsarbeit könnte als ein Dokument des Fehlens und gleichzeitig auch der Anwesenheit verstanden werden.”

Einen anderen Künstler – als lediglich “zweite Wahl” – um den Beitrag Deutschlands im Pavillon zu bitten, konnte niemals ernsthaft in Betracht kommen; mit einem leeren Pavillon als Symbol der Leere aufzuwarten, die der Tod Schlingensiefs hinterlässt, wohl ebenso wenig, hätte das Biennalepublikum eine solche Geste doch kaum verstanden.

So könnte, wenn alles gut ginge, am Ende Swantje Karich doch noch Recht behalten: “Vielleicht sind Venedig und die Kunstwelt genau jetzt reif für Schlingensief”, wie sie in der FAZ schrieb. Das war allerdings noch zu seinen Lebzeiten.

Christoph Schlingensief, Via Intolleranza II, Uraufführung beim “Kunsten Festival des Arts Brüssel” am 15. 5. 2010; Museum für Moderne Kunst, Foto: Aino Laberenz

“Metanoia – über das Denken hinaus”

Montag, 27. Dezember 2010

Opernprojekt von Jens Joneleit an der Berliner Staatsoper -
Christoph Schlingensiefs letzte Arbeit

Ich kann heulen, solange es Menschen gibt”

Betrachtungen von Renate Feyerbacher

Vorspann: Die Staatsoper unter den Linden hat mit Beginn dieser Spielzeit ein Ausweichquartier bezogen. Es ist das Schiller-Theater, das legendäre Schauspielhaus, an dem Regisseure wie Gustaf Gründgens, Fritz Kortner, Peter Zadek, George Tabori und Hans Neuenfels unvergessliche Theaterabende schufen. Hier spielten Bernhard Minetti, Sabine Sinjen, Katharina Thalbach und viele andere Schauspielgrössen. Protest gab es, als der Senat die grösste deutsche Sprechbühne aus finanziellen Gründen schliessen liess. Das war vor 17 Jahren. Derzeit gibt es den Protest und Kampf beim Deutschen Theater in Hamburg. Drei Jahre lang wird sich die Staatsoper nun im Schiller-Theater einrichten müssen. Der schöne Bau hat sich aber schon bewährt.

Metanoia” – ein Schlingensief-Projekt über mehr als zwei Jahre

An einem Tag im Januar 2008 bekommt Christoph Schlingensief die erste Diagnose: Lungenkrebs. Zufällig trifft er noch am gleichen Tag Daniel Barenboim, den Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper. Ihm erzählt er als einem der Ersten von seiner Krankheit. Der Dirigent hatte dem jungen Komponisten Jens Joneleit einen Kompositionsauftrag gegeben. Aber bisher fehlt das Libretto, und Barenboim versucht in diesem intimen Gespräch, Schlingensief für diese Arbeit zu gewinnen. Dieser sagt nach einigem Zögern auch zu und entscheidet sich für Friedrich Nietzsches Text “Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik”. Seine Krankheit macht das Schreiben eines Librettos unmöglich. Sein Freund, der 1962 im hessischen Friedberg geborene Dramatiker René Pollesch, schafft die Grundlage für ein Libretto: “Ich habe dann die ersten zwanzig Seiten von dem Nietzsche mit Texten von mir beballert, ohne aber beim Nietzsche etwas zu streichen.” Das Libretto schreiben schliesslich Jens Joneleit und Jens Schroth. Kein leichtes Unterfangen.

Christoph Schlingensief am 5. Oktober 2009 im Schauspiel Frankfurt; Foto: © Renate Feyerbacher

Die Oper sollte in einer Landschaft aus überlebensgross nachgebauten menschlichen Organen stattfinden und auch die Sängerdarsteller sollten Körperteile, Organe, Zellen, Parasiten, Eindringlinge sein, die in diesem Körper ein Eigenleben führen. Das passte für ihn (Schlingensief) zum Libretto, in dem es zum Beispiel heisst: ‘Sei doch froh, endlich mal einen Körper vor dir zu haben, der nicht vom Bewusstsein regiert wird. Hier macht eben jedes Organ, was es will. Das ist Evolution’.“ So steht es auf dem Zettel, der dem Programmheft beiliegt. Mehr war von der Schlingensiefschen Intention nicht bekannt.

Bühnenbilder werden angefertigt und im März gibt es die erste Stellprobe. Am 21. August 2010 stirbt Christoph Schlingensief, zwei Tage vor dem Probenbeginn in Berlin.

Bildung eines “kopflosen” Produktionsteams

Zu diesem “kopflosen” (so nennt es sich selbst) Team gehören unter anderen Aino Laberenz, die Witwe Schlingensiefs, Kostümbildnerin, die seit 2004 zu seinem Team gehörte, die Sängerinnen Annette Dasch, Anna Prohaska, Daniel Barenboim, der Schauspieler Martin Wuttke und der Dramaturg Carl Hegemann. Er war schon an Schlingensiefs “Parsifal” in Bayreuth und am “Fliegenden Holländer” im brasilianischen Urwald, in Manaus, dabei. “Die Gemeinschaftsarbeit könnte als ein Dokument des Fehlens und gleichzeitig auch der Anwesenheit (Schlingensiefs) verstanden werden,” so schreibt die Gruppe.

SOPRAN Anette Dasch, BASSBARITON Daniel Schmutzhard, CHARAKTERTENOR Graham Clark

Es wird kein nachgemachter Schlingensief. Das ist gut so. Herausgekommen ist allerdings eine statische Realisierung. Es fehlt Schlingensiefs Lebensinput. Man könnte sich vorstellen, dass bei ihm die Mitglieder des Chores in den Bühnenorganen herumgewuselt wären. So stehen sie in ihren gelben Ganzkörperanzügen nur an der Bühnenrampe, marschieren im Gänsemarsch ein und aus.

BASS Alfred Reiter, SCHAUSPIELER Martin Wuttke, SOPRAN Annette Dasch, BASSBARITON Daniel Schmutzhard, KOLORATURSOPRAN Rinnat Moriah, CHARAKTERTENOR Graham Clark

Auch die fünf Sängerinnen und Sänger positionieren sich so. Zwischendurch mal ein kleiner Gang ins Publikum. Und im Hintergrund laufen Video-Produktionen von Schlingensief und Texte. Entstanden ist quasi eine konzertante, sich widersprechende Inszenierung, die dem sich widersprechenden Text manchmal entspricht.

SCHAUSPIELER Martin Wuttke

Die Oper: Text und Musik

Metanoia bedeutet lateinisch: Busse, Reue (katholischer Aspekt), griechisch: Umdenken, Umkehr des Denkens, Sinnesänderung (protestantischer Aspekt).

Letzteres ist wohl gemeint. Es gibt keinen Erzählstrang, keine fest umrissenen Charaktere. Es gibt Standpunkte, über die verhandelt, debattiert wird.

“Es geht um Veränderung, nicht gleich der Gesellschaft, das wäre doch zuviel verlangt, aber doch um Veränderung von Wahrnehmungen, von Sicht- und Hörweisen, von Verständnis im weitesten Sinn, das mehr oder weniger eingefahren ist,” schreibt Jens Joneleit. “Es geht um Einheit, um Leben, Liebe und den Tod.”

BASS Alfred Reiter, SCHAUSPIELER Martin Wuttke, SOPRAN Annette Dasch, BASSBARITON Daniel Schmutzhard, KOLORATURSOPRAN Rinnat Moriah, CHARAKTERTENOR Graham Clark

Es wird vom Zuschauer / Zuhörer viel verlangt. Die Texte sind eben von Pollesch beballerte Nietzsche-Sätze, die in Übertiteln eingeblendet werden. Es geht um “Verdunkelung. Die Geburt. Gegenwart der Tragödie”. Philosophievorlesung. Von einem Libretto kann nicht geredet werden. Es ist eine Aneinanderreihung philosophischer und pseudophilosophischer Positionen. “Ich kann heulen, solange es Menschen gibt,” singen sie.

Annette Dasch

Die Musik von Jens Joneleit, geboren 1968 in Offenbach, mittlerweile vielfach ausgezeichnet, hat faszinierende Momente. Sie ist eruptiv. Sie begleitet vorzüglich den Gesang, der durch Annette Dasch, Daniel Schmutzhard, Graham Clark, Alfred Reiter und Anna Prohaska überzeugend übermittelt wird. Die Textpassagen spricht Martin Wuttke, der an allen grossen deutschen Bühnen spielt, der zuletzt in Quentin Tarantinos Film “Inglorious Bastards” mitwirkte.

Da gibt es eindrucksvolle instrumentale Solopassagen. Daniel Barenboim wird am Ende für die grossartige Orchesterführung bejubelt, ebenso der Komponist. Es gefällt, dass der Generalmusikdirektor alle Musiker beim Schlussapplaus auf der Bühne um sich schart und sie so der Orchestergraben-Vergessenheit entreisst.

“Metanoia” an der Berliner Staatsoper wird in dieser Spielzeit erst wieder am 2. und 5. Juli 2011 aufgeführt.

BASS Alfred Reiter, SOPRAN Annette Dasch, BASSBARITION Daniel Schmutzhard, CHARAKTERTENOR Graham Clark, STAATSOPERNCHOR

Bildnachweis (ausser Schlingensief-Porträt): Staatsoper im Schiller-Theater Berlin, Fotos © Monika Rittershaus

Weihnachten 2010

Samstag, 25. Dezember 2010

Jesus Christus als Guter Hirte, Wandmalerei, um etwa 250, Domitilla-Katakomben, Rom

Rund 1000 Jahre älter als die älteste Darstellung in unserem Frankfurter Adventskalender mit Meisterwerken des Städel Museums ist diese Wandmalerei im Coemeterium der Domitilla-Katakomben, Rom, genauer gesagt in der dortigen sogenannten Krypta der Bäcker. Zu den ältesten frühchristlichen Darstellungen zählt das Motiv des Jesus als Guter Hirte, inmitten einer Schafherde, ein Lamm um den Hals über die Schultern gelegt, dessen Beine er mit der Rechten umklammert, in der Linken hält er den Hirtenstab, hier in der vorliegenden Malerei auf einer leichten Anhöhe stehend, so dass die Schafe zu ihm aufblicken, umgeben von Symbolen der vier Jahreszeiten.

Wir hatten vor einigen Jahren Gelegenheit, unter Führung eines leitenden Archäologen der vatikanischen Pontificia Commissione di Archeologia Sacra die Domitilla-Katakomben, und zwar auch deren jedenfalls damals nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Abschnitte zu besichtigen. Im Schein heller Batterieleuchten sahen wir die immer noch recht gut erhaltenen, jedoch äusserst empfindlichen Wand- und Deckenmalereien aus der Zeit um etwa 25o. Es war ein Anblick, den wir niemals vergessen werden.

Unter den über 60 antiken Katakomben-Systemen in Rom sind die Domitilla-Katakomben, südlich des Stadtzentrums an der alten Via Ardeatina gelegen, mit ihren über 15 Kilometer langen unterirdischen Galeriegängen die grössten ihrer Art. Über 80 zum Teil noch recht gut erhaltene Wand- und Deckenfresken aus heidnischer wie aus frühchristlicher Zeit stellen einen einzigartigen Kunstschatz dar. Im 4. Jahrhundert wurde in dem Tuffstein der Domitilla-Katakomben unter dem Pontifikat des Damasus durch den Umbau einer älteren Kirche die Basilika Santi Nereo e Achilleo errichtet (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kirche nahe den Caracalla-Thermen), die heute den Ausgangspunkt eines Gangs durch die “Unterwelt” bildet. Ihre Säulen und Kapitelle stammen, wie in manchen Kirchen Roms, aus heidnisch-römischen Tempelanlagen. Vermutlich bei einem Erdbeben im Jahr 897 stürzte die Decke der Basilika ein. Die im Zuge der Ausgrabungen erfolgte Rekonstruktion vermittelt einen lebendigen Eindruck dieser frühchristlichen Anlage. Rund 75.000 Menschen haben allein in diesen Katakomben ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Bis ins 8. Jahrhundert hinein besuchten Pilger die Katakomben, bis sie anschliessend in Vergessenheit gerieten. Erst im 16. Jahrhundert begann ihre archäologische und geschichtliche Erschliessung, die bis heute andauert.

Wir zwängten uns damals, oft gebückt, durch die mitunter nur wenig mehr als einen halben Meter an Breite messenden, nur mit dem Schein einiger mitgeführter Taschenlampen beleuchteten Galerien, der schlafwandlerisch anmutenden Ortskenntnis unseres unter pontifikalem Schutz handelnden Führers vertrauend. Und dachten mit “weichen Knien” und Anflügen von Klaustrophobie und Panik an das Erdbeben des Jahres 897 und all die darauf folgenden. Der “Lohn der Angst” indes war überwältigend.



FeuilletonFrankfurt wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest!