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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for September, 2010

Bella Italia: Bambini & Cagnolini

Donnerstag, 30. September 2010

Das sieht man so konsequent wohl nur in Bella Italia:

Perfekteste Hochzeits- und Abendgarderoben für die Bambini, für Fünf- bis Zehnjährige. Wir haben sie nicht nur in den Schaufenstern entdeckt, sondern an Sonntagen oder bei Familienfeiern auch im – zugegebenermassen feinen – Hotel, begleitet und behütet von stolzen Eltern und Grosseltern, Tanten und Onkeln.

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Da dürfen die geliebten Cagnolini natürlich nicht nachstehen:

In feschen Jeans-Mäntelchen für die jugendlich-modebewussten Hundedamen und -herren …


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… im erotischen Hundedamen-Negligée, im Macho-Look oder im “Kiss Me” – Anmache-Dress:


Und damit es möglichst keine Verwechslungen gibt: Auf der Cagnolini-Haute-Couture findet sich jeweils der dezente Hinweis “for pets only”. Wird schon seinen Sinn haben …

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)

Pisa von innen (10)

Dienstag, 28. September 2010

Pisa von innen
Eine authentische Erzählung

von © Salias I.

Erster Teil (10)

Freitag, 7.3.8

5.44 Uhr. Die Pein der gequälten Kreatur, die sich nicht stellen will und sich stellen muss, das Ich sammelt sich im Jammer, zwingt sich per Pflicht, im Dunkeln fällt der Tag mir ein: ein Schrecken: heute BGJ, aber gemildert: Im BGJ lasse ich die Klassenarbeit schreiben, so können sie mir nicht viel antun. Und in der Bahn kann ich schlafen, weiter schlafen!
Gutgut: Heute kriege ich meine Nachdosis auf den Schienen. Mit taubem Geist und müden Gliedern trete ich kraftlos in die Pedale, lasse das alles wie unwahr an mir vorüberziehen. Ohne den W ist nichts als Ödnis, also fort in die Träume … (weiterlesen…)

Neu in Frankfurt am Main: Kunstverein Hoechst Bolongaro e.V.

Sonntag, 26. September 2010

Frankfurt am Main ist eine bekannt kunstsinnige Stadt, es hat sich weit über die Grenzen Hessens hinaus herumgesprochen. Aber auch hier ereignet sich nicht alle Tage die Gründung eines neuen Kunstvereins. Am 25. September 2010 war es soweit: Der “Kunstverein Hoechst Bolongaro e. V.” im “Atelier Bolongaro 97″ erblickte sozusagen das Licht der Welt und trat im Rahmen einer Feierstunde in die Öffentlichkeit. Zugleich eröffnete er seine erste Ausstellung.

Der Künstler Yuriy Ivashkevich, die Vorsitzende des Kunstvereins, Viktoria Pawlik (“Vikade”), und der Künstler Henry Paul

Stadträtin Elisabeth Haindl überbrachte in ihrem Grusswort zur Eröffnungsfeier die herzlichen Glückwünsche der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth. Die Stadt gewährte dem neuen Kunstverein eine finanzielle Starthilfe, aber um seinen Bestand in der Zukunft muss er sich selbst kümmern. Eine Handvoll Sponsoren aus dem Kreis der ortsansässigen Wirtschaft und bereits über 20 Mitglieder sind dabei kein schlechtes Startkapital, aber es sollten selbstverständlich erheblich mehr werden.

Stadträtin Elisabeth Haindl (auf dem Vereins”podium”) und Yuriy Ivashkevich in der Eröffnungsveranstaltung

Der neue Kunstverein, in unmittelbarer Nachbarschaft des Höchster Bolongaro-Palastes, möchte “professionellen Frankfurter Künstlern eine kostenfreie Ausstellungsmöglichkeit” geben in der Erwartung, dass diese ein ausgestelltes Werk an den Kunstverein kostenlos abgeben, welches in die Artothek der Stadt Frankfurt eingeht. Jedes letzte Wochenende eines Monats will er wechselnde Ausstellungen veranstalten, auch in Verbindung mit Musik und Lesungen. Keineswegs in Konkurrenz zu ähnlichen, bereits bestehenden Frankfurter Einrichtungen möchte der Verein treten, sondern deren Angebote ergänzen: vor allem stadtteilbezogen, denn Höchst – so die offizielle Schreibweise – bildet nicht nur einen Stadtteil von Frankfurt am Main, sondern ein lebendiges, ja eigenständiges Subzentrum der Rhein-Main-Metropole.

Yuriy Ivashkevich, “Ende Februar”, 2010, Öl auf Papier, 71 x 101 cm

Im Mittelpunkt der Eröffnungsaustellung “Inbetween” stehen die Papierarbeiten (Öl, Acryl und Aquarell) des 1963 in Karaganda (Kasachstan) geborenen Yuriy Ivashkevich, ferner werden Malereien der Vereinsvorsitzenden Vikade (Viktoria Pawlik) sowie Objekte und Malereien von Henry Paul gezeigt. Ivashkevich studierte in Vitebsk und Minsk Kunstmalerei und lehrte an der Staatlichen Kunstakademie Minsk. 2004 übersiedelte er von seinem Wohnsitz in Weissrussland nach Kelkheim im Taunus. Seit 1997 ist er Mitglied der weissrussischen Künstlervereinigung. Seine Werke sind in verschiedenen Privatsammlungen in Deutschland sowie in Weissrussland, Frankreich, England, Österreich, Kanada, den Niederlanden und den USA anzutreffen.

Yuriy Ivashkevich, “Der Heimweg”, 2009, Öl auf Papier, 71 x 101 cm

Yuriy Ivashkevich, “Tauwetter”, 2010, Öl auf Papier, 71 x 101 cm

FeuilletonFrankfurt wünscht dem Kunstverein Hoechst-Bolongaro eine erfolgreiche Zukunft!

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)

Pisa von innen (9)

Samstag, 25. September 2010

Pisa von innen
Eine authentische Erzählung

von © Salias I.

Erster Teil (9)

5.+6. Stunde: 12 FOS I1

Der B sitzt am Laptop, der Beamer steht still. Warum, ein Verlängerungskabel fehlt! Also, wer holt so ein Teil beim Hausmeister? Keiner. Der B muss selbst laufen.
Derweil arbeite ich die Anwesenheit auf. Der L fehlt! Schon in 3.+ 4. Stunde war er nicht mehr da – wahrscheinlich hat der angehende Kampfflieger oder Offizier schwer an der Standpauke des Philologen zu schlucken gehabt? Kann er sich nicht damit trösten, nachher Bomben auf diese Intellektuellen schmeißen zu dürfen? Nein, ich tu dem L unrecht, die Jugend ist gewiss nicht böse, der L wird die Bomben bestimmt nur auf Befehl platzieren? Und Befehle führen wir ja alle aus, oder?
Nach zehn Minuten kriegt der Beamer seinen Strom – das ist erfreulich, (weiterlesen…)

“DeutschSommer” – ein richtungweisendes Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

Mittwoch, 22. September 2010

Der “DeutschSommer”, das Sprachförderprogramm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, ging bereits 2007 an den Start, lange bevor also Thilo Sarrazins jüngst erschienenes Bestseller-Buch “Deutschland schafft sich ab” die Politik aufschreckte oder besser gesagt aufweckte.

Als Exkurs und um es gleich vorweg zu nehmen: Wir halten es insofern mit dem ruhig abgewogenen, differenzierenden Urteil eines Frank Schirrmacher (“Ein fataler Irrweg” oder “Frau Merkel sagt, es ist alles gesagt”, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von 29. August bzw. 19. September 2010). Und auch mit dem provokanten, den Nagel aber auf den Kopf treffenden Kommentar eines Volker Zastrow “Körperzellenrock” in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 12. September 2010, der eine realitätsferne, sich vielfach im Weggucken und Wegducken erschöpfende “political correctness” der politischen Kaste geisselt. Denn leider und unbestreitbar gibt es einen nicht unerheblichen Anteil an Migranten in Deutschland, der sich integrationsfern bis integrationsverweigernd darstellt, mit allen sich daraus für die Gesellschaft wie auch für die Betreffenden selbst ergebenden absehbar negativen Konsequenzen.

Da sucht man verzweifelt nach Auswegen oder gar Lichtblicken. Und findet sie: in dem erfolgreichen Projekt “DeutschSommer” der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.

(Bildnachweis: “DeutschSommer”; Foto: D. Buschardt)

Das sehen auch andere so, beispielsweise die von der Bundesregierung und der Wirtschaft getragene, unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Standort-Initiative “Deutschland – Land der Ideen” mit ihrem Wettbewerb “365 Orte im Land der Ideen”: Am 16. September 2010 zeichnete sie in einer Feierstunde in Frankfurt in Anwesenheit der hessischen Kultusministerin Dorothea Henzler den “DeutschSommer” als “Ausgewählten Ort 2010″ aus.

Dorothea Henzler, Kultusministerin des Landes Hessen, bei ihrem Grusswort zur Preisverleihung

“DeutschSommer – Ferien, die schlau machen”: eine geniale Idee, ebenso tatkräftig wie erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Stellt die Bildungsförderung bereits eines der zentralen Anliegen der Stiftung dar, so steht die Sprachförderung und insbesondere das Bemühen um Sprachkompetenz bei Migrantenkindern im Fokus des Förderprogramms “DeutschSommer”. Das Projekt begann im Sommer 2007 zunächst in Frankfurt am Main. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals auch die benachbarten Städte Offenbach, Hanau und Wiesbaden an ihm. Neben dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt sowie der Volkshochschule und dem hessischen Kultusministerium unterstützen namhafte private Stiftungen als Partner das Projekt.

In der Zeit der hessischen Sommer-Schulferien erhielten 150 Frankfurter Schülerinnen und Schüler des dritten Schuljahrs mit gezieltem Förderbedarf im Deutschen eine intensive und ganzheitliche Förderung: über drei Wochen hinweg täglich zwei Stunden Deutschunterricht und zwei Stunden sprachintensives Theaterspiel. Lesen, Schreiben, Wortschatz und Grammatik stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit in kleinen Schülergruppen mit bis zu zwölf Kindern, die in Jugendherbergen untergebracht werden. Am Nachmittag betreuen Sozialpädagogen die Kinder in einem anregenden Freizeitprogramm. Am Ende der drei Wochen führen die Kinder ein Theaterstück auf, zu dem auch die Eltern eingeladen werden (die denn auch sehr zahlreich erscheinen).

Der Erfolg ist messbar: viele der Kinder gelangen aus den schwachen in die guten Leistungsgruppen mit unterrichtsfähigen Deutschkenntnissen. Zugleich wächst bei den Kindern das Bewusstsein, ihre Sprachkenntnisse nach bestimmten Regeln selbst verbessern zu können, und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Aufbauend auf den “DeutschSommer” folgt im Januar in der letzten Woche der Weihnachtsferien das Projekt “Endspurt” im Schullandheim “Wegscheide” der Stadt Frankfurt am Main, wiederum mit Deutschunterricht, sprachintensivem Theaterspiel und einem begleitenden Freizeitprogramm. Dreierteams – sie bestehen jeweils aus einer Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache sowie einem Theater- und einem Sozialpädagogen – betreuen Gruppen mit maximal 14 Kindern rund um die Uhr.

Ein zweitägiges Fortbildungsseminar “3x Deutsch: Sprache, Theater, Freizeit” schliesslich richtet sich an Lehrer der Schüler der Klassen 3 und 4, die am “DeutschSommer” teilgenommen haben. Es vermittelt praxisnah die erfolgreiche Methodik des “DeutschSommers” für den Einsatz im Schulalltag.

“DeutschSommer”-Kinder des Jahres 2010 bedanken sich für den Applaus des Publikums der Preisverleihung

Es ist unbestreitbar: Sprachkompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für eine gelingende Integration von Migranten. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main hat dies vor langem erkannt und mit ihrem erfolgreichen Projekt “DeutschSommer” entsprechend gehandelt.

(Fotos von der Preisverleihung und der sie begleitenden Ausstellung: FeuilletonFrankfurt)