Sprachpanscher 2010
Der Verein Deutsche Sprache e. V. lädt ein zur Wahl des Sprachpanschers 2010!
Der unrühmliche Titel für unrühmliche Sprach”leistungen” ging in den letzten fünf Jahre an den Deutschen Turnerbund (Slacklining, Gymmotion, Speedjumping, Speedminton), Klaus Wowereit (Be Berlin), Hartmut Mehdorn (Service Point, counter, McClean), Günther Oettinger (“Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit …”) und Herbert Beck, früherer Direktor des Frankfurter Städel-Museums (Member’s Night, Art Talk for Families, Holbein’s Lounge).

(Bildnachweis: Trelmo1009/Folker T./pixelio.de)
Dieses Jahr stehen die folgenden fünf Kandidaten zur Wahl an:
• Stiftung Preussische Schlösser und Gärten (Ausstellung zur Preussen-Königin Luise: It Girl, Fashion Victim, Working Mom)
• René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Telekom (gesamter Telekom-Denglisch-Quatsch)
• Manfred Beilharz, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden (Stairways to heaven, Anything goes, Orchestertalk)
• Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin (Aufruf an die bayerischen Kindertagesstätten zum Literacy-Monat)
• Fritz Pleitgen, früherer Intendant des WDR, Chef der Ruhr 2010 AG/Kulturhauptstadt Essen-Ruhr (mapping the region, collection tours, Lit.AwardRuhr)
Nun, wo es bereits das Städel Museum getroffen hat, müssen wir auch über das von uns ansonsten so sehr geschätzte Frankfurter Museum für Moderne Kunst MMK die Stirn runzeln: Was haben Begriffe wie “Show up” und “boys/girls” als Titel für ein Projekt zu suchen, bei dem in Zusammenarbeit zwischen dem MMK und der Carl von Weinberg-Schule Schülerinnen und Schüler als Kuratoren einer Ausstellung auftreten? Nichts! Die deutsche Sprache ist alles in allem betrachtet sehr viel ausdrucksreicher als die englische, warum also sich dem – wenn auch leider zeitgeistigen – “Denglisch” andienern?

(Foto: Gmhofmann)
Ebenso hässlich wie dümmlich ist dieses Kaufhausschild. Kommentar überflüssig – Denglisch: nein, danke!
