home

FeuilletonFrankfurt



Erhard MetzHerzlich willkommen!
Das Internet-Magazin von Erhard Metz

Archive for Februar, 2010

Städelschule: Rundgang 2010

Dienstag, 16. Februar 2010

STAATLICHE HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE FRANKURT AM MAIN – STÄDELSCHULE

RUNDGANG 2010

Wer sich über das aktuelle Kunstgeschehen in Frankfurt am Main informieren wollte, musste einfach dabei sein: beim “Rundgang 2010″ durch die Städelschule.

167 Studentinnen und Studenten der Bildenden Kunst und der Architektur aus den Klassen der Professoren Ben van Berkel, Judith Hopf, Michael Krebber, Christa Näher,  Mark Leckey, Tobias Rehberger, Willem de Rooij und Simon Starling präsentierten aktuelle Arbeiten.

L1004284-430

Stadträtin Elisabeth Haindl, Barbara Bernoully vom Kuratorium Städelschule und Rektor Daniel Birnbaum bei der Eröffnung des Rundgangs 2010 nebst Preisverleihung

Wie in den vergangenen Jahren überreichten die Sponsoren der Städelschule Albig-Stiftung, Delbrück Bethmann Maffei ABN AMRO AG, Ernst & Young GmbH, Frankfurter Verein für Künstlerhilfe e.V., Hans und Stefan Bernbeck-Stiftung, Haus & Grund Deutschland, Landwirtschaftliche Rentenbank, Linklaters LLP sowie Lohr & Schach attraktiv dotierte Förderpreise an:

Marisa Argentato, Zoe Barcza, Plamen Bontchev, Max Brand, Sofia Buchardi, Helen Demisch, Jonas Jensen, Erik Lavesson, Xue Liu, Marcel Petry, Bonny Poon, Beatrice Steimer und Phillip Zach.

Berücksichtigt wurden die Arbeiten aller Studierenden ab dem zweiten Semester sowie der Austauschstudentinnen und -studenten ungeachtet deren Semesteranzahl. Mit den Preisen wollen die Sponsoren herausragende künstlerische Leistungen belohnen und zu interessanten jungen Positionen ermutigen.

Aus der Vielzahl der gezeigten Arbeiten an den Standorten der Schule Dürerstrasse und Daimlerstrasse hier eine kleine Auswahl, wohl wissend, dass Auswahlen stets unvollkommen und auch ungerecht sind:

L1004290-430

L1004292-430

Britta Kamptner, “…weil die Wespe keine Biene ist und die Kartoffel kein Ei ! Zack, zack, zack … fertig ist der Lack” (Klasse Christa Näher)

L1004334-430

Silja Yvette

L1004376-430

Hannes Michanek, “Raft” (Klasse Michael Krebber)

L1004347-550

Jenny Kalliokulju (Klasse Christa Näher)

L1004389-430

Alfred Bomann (Klasse Tobias Rehberger)

L1004344-430

Sarah Schoderer (Klasse Christa Näher)

L1004391-430-a

” … dann sah er es. Sanfte weisse Hände strichen die Schneide entlang. Diese Macht war unbekämpfbar, das Handgelenk entspannte, die Finger gaben auf. Es kam abhanden.”
Rasmus Søndergaard Johannsen (Klasse Simon Starling)

Abschliessend eine interessante Arbeit, die die derzeit in der Bauphase befindliche Erweiterung des Städel Museums in ihrer gesellschaftlichen Situation und Dimension mit Esprit und Ironie reflektiert:

L1004295-650

L1004297-650

Paul Wiersbinski / Zuzanna Czebatul (Klassen Michael Krebber/Mark Leckey)

(abgebildete Arbeiten © der jeweiligen Künstler;
Fotos: FeuilletonFrankfurt)


Was wäre wenn … Sie einen Giacometti hätten?

Donnerstag, 11. Februar 2010

Auf alle Fälle wären Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein Multimillionär. Vorausgesetzt, der Giacometti wäre echt. Was bei den vielen in der Welt herumgeisternden Giacometti-Fälschungen nicht unbedingt als selbstverständlich angenommen werden könnte. Just im Sommer letzten Jahres wollte ein Gaunertrio weitere rund eintausend (!) Falsifikate unter die kunstgierige Kundschaft bringen.

Nun, der “L’Homme qui marche I” (”Schreitender Mann I”), der vor wenigen Tagen bei Sotheby’s London unter den Hammer kam, war sicherlich echt – echt wie seine fünf Brüder (gibt es doch sechs Bronzegüsse dieses Werkes). Einst kaufte der Dresdner Bank-Vorstand besagtes Stück für schlappe 1,4 Millionen DM zum Schmuck der Frankfurter Vorstandsetage im besonderen und vielleicht zum höheren Ruhme des Geldhauses im allgemeinen. Der Hammerpreis in London betrug jetzt 58 Millionen Pfund, plus Aufgeld 65 Millionen, also rund 75 Millionen Euro. Bislang das teuerste je auf einer Auktion versteigerte Kunstwerk.

CHF100_8_back

Dass Giacomettis so sehr geschätzte Werke etwas mit Banken zu tun haben, haben wir soeben gelernt. Auch die möglicherweise sich des Ruchs der Beihilfe zu deutscher Steuerhinterzieherei zu entledigen genötigt sehende Schweiz steht da nicht nach: ziert doch just dieser “Schreitende” die 100 Franken-Note. So bleibt man in diesen finanziellen Regionen unter sich.

Vielleicht kramen Sie, liebe Leserinnen und Leser, doch sicherheitshalber noch einmal gründlich in Keller und Dachboden herum, ob Ihnen vielleicht unter mancherlei dürrem Metallgestänge etwas verdächtig Aussehendes in die Hände fällt – es könnte ja ein Giacometti sein. Auf alle Fälle wären Sie dann saniert. Und falls es ein gefälschter wäre – Sie müssten eine solche Panne ja nicht gleich unter die Leute bringen – die anderen tun es ja auch nicht.

Und wenn Sie keinen finden, trösten Sie sich: mit einer 100 Franken-Note, leicht gegen einen ohnehin durch griechisches Finanzgebaren krisengefährdeten Euro-Betrag einzutauschen, hätten Sie auch einen Giacometti – die Note würde ja wohl echt sein.

Ach ja, wir vergassen es fast: 75 Millionen Euro für eine (wenn auch lebensgrosse, dafür klapperdürre) Figur – ist das nicht ein bisschen zuviel? Zumal es sie in sechs Originalen gibt? Was für ein Umgang mit Geld ist das eigentlich? Wenn man demgegenüber so an das Gehalt etwa der Bundeskanzlerin denkt oder gar an Hartz IV? Gleicht unsere Welt nicht manchmal doch einem Irrenhaus?

Gesetzgebungswahnsinn

Mittwoch, 10. Februar 2010

“§ 20 Absatz 2 1. Halbsatz und Absatz 3 Satz 1, § 28 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 1. Alternative, jeweils in Verbindung mit § 20 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24. Dezember 2003 (Bundesgesetzblatt I Seite 2954), § 20 Absatz 2 Satz 1 und Absatz 3 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 24. März 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 558), § 28 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 1. Alternative in Verbindung mit § 74 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland vom 2. März 2009 (Bundesgesetzblatt I Seite 416), jeweils in Verbindung mit § 20 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende vom 20. Juli 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 1706), sowie die Bekanntmachungen über die Höhe der Regelleistung nach § 20 Absatz 2 und § 20 Absatz 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch vom 1. September 2005 (Bundesgesetzblatt I Seite 2718), vom 20. Juli 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 1702), vom 18. Juni 2007 (Bundesgesetzblatt I Seite 1139), vom 26. Juni 2008 (Bundesgesetzblatt I Seite 1102) und vom 17. Juni 2009 (Bundesgesetzblatt I Seite 1342) sind mit Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Artikel 20 Absatz 1 Grundgesetz unvereinbar.”

So lautet der erste Absatz des gestrigen richtungweisenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts, mit dem es dem (damals rot/grünen bzw. später schwarz/roten) Gesetzgeber erneut eine schallende Ohrfeige verpasst. Das Gericht musste die von ihm als verfassungswidrig verworfenen Regelungen in dieser monströsen Weise exakt zitieren.

An diesem traurigen Beispiel gesetzgeberischen Wahnsinns ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht das Gericht schuld, sondern es sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die solche Machwerke beschliessen. Fragen Sie doch bitte einmal die Abgeordneten Ihres Wahlkreises, in dem Sie wohnen, ob sie diesen Verbalunsinn im Ernst verstehen, über den sie ja damals vielleicht selbst abgestimmt haben.

Wundern Sie sich eigentlich darüber, liebe Leserinnen und Leser, dass trotz aller Gesetzgebung das eine oder andere in diesem schönen Land dennoch funktioniert? Wir auch!

§§§§§§§§§§§§§§§§ §§§§§§


Weisheiten / 55

Dienstag, 9. Februar 2010

Wie du einen Fluss überqueren kannst, weisst du erst, wenn du am anderen Ufer angekommen bist.

(Autor unbekannt)

430-y

Eine Reise ins Innere der Mongolei (Folge 1)

Montag, 8. Februar 2010

Eine Reise ins Innere der Mongolei (1)

Text und Fotografien: © Ingrid Malhotra

Vor einiger Zeit hatte ich einmal Gelegenheit, eine Gruppe durch die Innere Mongolei zu begleiten. Nun bin ich nicht gerade der Typ für Gruppenreisen, aber wie war das noch: Einem geschenkten Gaul …

Und es stellte sich doch auch als recht interessant heraus, zu sehen, welche Pflichten ein Reisebegleiter so hat, und die Gruppe zu beobachten. Angefangen bei der Erschöpfung, mit der die Teilnehmer unmittelbar nach der Ankunft mit gewaltigem Jetlag und bei glühender Hitze durch den Sommerpalast und den Himmelstempel stolperten (ich war selbst überrascht, wieviel ich bei meinem ersten Besuch unter ebensolchen Bedingungen nicht gesehen hatte – zumindest dieser Reiseveranstalter mutet das seinen Kunden jetzt nicht mehr zu!), über den Bayern, der auf der Fahrt nach Datong ungeduldig auf die hohen Berge wartete (die leider ganz woanders sind!) bis zu den Damen, die gegen Ende der Reise grosse Mühe hatten, ihre gegenseitigen Abneigungen mit einiger Höflichkeit zu überspielen.

Gruppendynamik ist schon etwas sehr Interessantes!

Aber noch interessanter war die Reise selbst.

Denn die Innere Mongolei steht in totalem Kontrast zum Osten Chinas.

Hier quirliges Leben, Moderne, phantastische Restaurants, Kulturleben, Chic – selbst beim Radfahren tragen die Chinesinnen gerne Hut und die höchsten Absätze der Welt!

Dort, ja, Mao-China wie aus dem Bilderbuch – grauer Städte Mauern, Parolen auf Wänden und Spruchbändern, Lautsprecher auf den Hauptplätzen der Städte, aus denen abwechselnd martialische Musik und martialische Sprüche ertönen, und viele tragen noch immer die Mao-Uniform mit Schlabberhose und Tunika.

Gleichzeitig ist unübersehbar, wieviele Spuren uralter Kultur es hier gibt, und durchaus nicht nur Spuren der Han-Chinesen. Hier haben viele Völker ihren Fingerabdruck hinterlassen …

Aber zurück zur Fahrt. Von Beijing ging es mit einem kleinen Bus zunächst zur Grossen Mauer, wo es regnete und erstaunlichweise fast alle Chinesen mit dem gleichen hellblauen Plastikregencape herumwanderten … Gab ein interessantes Bild.

Mauer im Regen-360

Regenlandschaft-430

Und die Mauer ist auch wirklich sehr fotogen, wie sie Berge hinauf- und hinunterklettert, mit Türmen und Stufen und breiter Mauerkrone und immer wieder Öffnungen, durch die man in die Landschaft und gelegentlich auch auf die Seitenansicht der Mauer selbst schauen kann

Mauerseite-360

Auch interessante Souvenirs gab es – alles made in China, aber zum Glück nicht alles aus Plastik. Liu, unser Führer, trank Tee, in dem eine Blüte lag, die während des Trinkens aufging – sehr eigenartig.

Teeblüte-430

Dann ging es weiter, eine lange eintönige Fahrt. Die chinesischen Autobahnen sind gut, aber sie ziehen sich in diesem unendlichen Land. Liu erklärte uns, was wir sehen würden, die Raucher klärten, wie oft es Zigarettenpausen geben würde, der Bayer wurde immer hibbeliger, weil keine grossen Berge in Sicht kamen, nur eine endlose Reihe von grauen, felsigen Hügeln zog sich neben der Autobahn entlang.

Entlang der Autobahn-430

Schliesslich gab es einen willkommenen Aufenthalt in einer Fabrik, in der Schmuck aus Süsswasserperlen hergestellt wurde. Das hat uns Frauen natürlich sehr viel Spass gemacht.

Dann ging es weiter. Auf der Gegenfahrbahn kam ein Kohlenlaster nach dem anderen entgegen. Sie würden sich am Stadtrand von Beijing aufreihen und nach Büroschluss in die Stadt fahren, damit der Energiebedarf für den kommenden Tag gedeckt werden konnte. Unser Fahrer wies schon jetzt darauf hin, dass wir bei der Rückkehr schnell sein müssten, damit wir vor den Kohlenlastern in die Stadt kämen …

Endlich erreichten wir Datong. Regen, Plattenbauten, bedrückende offizielle Gabäude – schon ein Vorgeschmack auf den Westen Chinas.

Datong-430

Datong7-430

Aber Datong ist Ausgangspunkt zu zwei ganz grossen Sehenswürdigkeiten, dem Hängenden Kloster und den Yun-Gang-Grotten. Zunächst fuhren wir über den Huang-Ho,

Huangho-430

den Gelben Fluss, zum Hängenden Kloster.

In einem, dank einer hohen Staumauer hufeisenförmigen Tal quetscht sich dieses äusserst schmale Kloster an eine steile Felswand, die selbst nicht übermässig stabil wirkt.

H.Kloster 1-600

Nach dem Aufstieg, der trotz glühender Hitze nicht so anstrengend ist, wie zunächst befürchtet, quetscht man sich durch einen schmalen offenen Gang mit phantastischen Ausblicken, insbesondere auch zur Staumauer, der man sich durch ein weit aufgerissenes Drachenmaul nähern kann,

H.Kloster 3-430

H.Kloster 7-600

H

vorbei an Altären und engen Zugängen ins, wie ich zunächst erwartete, finstere Innere des Berges – es waren aber nur schmale dunkle Räume auf Stelzen. Altäre gibt es hier nicht nur für den Buddha, sondern auch für Tao-Gottheiten, die in China durchaus noch nicht vergessen sind. Fotografieren ist leider verboten, aber mit den kleinen Digitalkameras kann man trotzdem hie und da unauffällig ein Foto machen. Dann wird man halt von der Aufseherin ein bisschen beschimpft …

H. Kloster 6-430

Über unseren Köpfen chinesisch geschwungene Dächer mit Schutzgöttern auf den Ecken.

H. Kloster 4-430--

Ehe wir wieder in den Bus steigen, noch einmal einen Blick hinauf, zu den Stangen, auf denen dieses fragile Nest ruht.

H.Kloster 2-600

Und weiter geht es.

Nach einer Weile entlang der ewig gleichen Hügelkette ändert sich die Landschaft. Wir kommen in einer weiten, leicht welligen Lösslandschaft an, in welche der Regen tiefe Schluchten gegraben hat, und fahren vorbei an von der Moderne weitgehend unberührten Dörfern zur nächsten Zigarettenpause.

Löss-430

Dorf-430

Dort wachsen urplötzlich Männer, Frauen und Kinder aus dem Boden, die sich eifrig bemühen, uns selbstgebastelte Souvenirs zu verkaufen: gestrickte und gehäkelte Figuren, selbstgeschnitzte Buddhafigürchen – ich glaube, keiner von uns geht ohne eine Neuerwerbung in den Bus zurück.

Verkäufer-430

Wieder geht es durch Datong, wo uns im Vorüberfahren ein überaus heroisches Monument auffällt,

Monument-360

dann kommen wir zu den Yun-Gang-Grotten.

Wer immer eine China-Rundreise gemacht hat, kennt die Long-Men-Grotten und vielleicht auch die von Dazu; diese hier sind nicht sehr bekannt; aber mir scheinen sie bei weitem die eindrucksvollsten zu sein. Beim Eingang sieht alles noch bescheiden aus: ein troddelgeschmücktes Kamel hier,

Kamel-430

Ballons dort, und wenn man dann auf die Anlage zugeht, sieht man, dass schmale Häuser halb in die Grotten hineingebaut sind. Dort wohnen bis heute buddhistische Mönche. Und dann steht man vor dieser immensen Felswand

Yungang8

voller Löcher und Höhlen, mal schimmert es bunt aus dem Dämmerlicht des Inneren,

Yungang2-600

mal schaut von weit oben ein gewaltiger Buddha auf mich herab.

Yungang10-600

In manchen Höhlen findet sich nur eine schlichte Stele, in anderen wimmelt es von Figuren und Reliefs.

Yungang4-600

Yungang6-430

Manche Grotten sind flach und von aussen ganz schlicht, andere haben kunstvolle Säulen vor der Pracht des Inneren. Die Anlage ist riesig und absolut überwältigend …

Yungang7-600

Aber es geht schon wieder weiter. Unterwegs besuchen wir einen Bauernhof – darüber fühlte ich mich jetzt natürlich sehr erhaben, aber es half alles nichts. Ich musste mit, und ich durfte auch nicht darüber sprechen, wie stark sich die Ansichten chinesischer Bauern zum Thema Hygiene von den meinen unterscheiden – schliesslich sollte den anderen die Illusion erhalten bleiben, dass dies ein spontanes Intermezzo sei und dass alle Bauern dort gastfeundlich sind und sich gewaltig über den Besuch einer Horde Langnasen freuen.

Naja, ich schäme mich ein bisschen! Die Leute haben sich tatsächlich gefreut, haben erklärt, wie sie ihre Arbeit machen, die Teegläser waren blitzsauber poliert, und das kleine Mädchen, das so bereitwillig für unsere Fotos posierte, war entzückend.

Bauernhof3-430


Folge 2