Fernsehen philosophisch
Auf die Frage “Wie meditieren Sie heute?”:
Durch Fernsehen. Es ist das äussere Äquivalent zur vollkommenen Stilllegung des Gehirns.
“Was schauen Sie dann an?”
Einfach alles. Ich benutze das Fernsehen als Gleichgültigkeitsmaschine. Ich schaue so lange auf den Bildschirm, bis der gefühlte Unterschied zwischen einem Papst-Segen, einer pornografischen Dauerwerbesendung und einem Bericht über die Fauna von Madagaskar gegen null geht. Dann ist der Zustand erreicht, in dem das Gehirn bereit ist, sich für ein paar Stunden von der Welt zurückzuziehen.
Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie und Ästhetik (im Interview mit dem stern, Ausgabe 2/2010 vom 7. Januar 2010)

(Foto: Jonathan McIntosh / wikimedia commons cc)
