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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for September, 2009

Wähler Doofmann

Mittwoch, 23. September 2009

Wähler Doofmann …

… betitelt Guido Bohsem in der Süddeutschen Zeitung (der besten Tageszeitung Deutschlands) vom 22. September 2009 seinen bissigen wie lesenswerten Kommentar.

Nun haben wenige Tage vor der Wahl zum Deutschen Bundestag der Bundesfinanz- und der Bundeswirtschaftsminister dankenswerter Weise das bislang eingeschworene Polit-Steuerlügenkartell verlassen und den Wählerinnen und Wählern zumindest angedeutet, was nach der Wahl auf sie zukommen wird. Und Experten wie auch ehrliche Politiker, die Wahllügen nicht nötig haben, rechnen Tag für Tag in den Medien vor, dass massive Steuererhöhungen nötig sein werden, um Deutschlands desolate Haushaltslage wenigstens einigermassen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Was “Gelb” aber nicht davon abhält, weiterhin auf das Schamloseste zu lügen und Wähler Doofmann Steuersenkungen vorzugaukeln. Er hat es nicht anders verdient.

Wussten Sie übrigens schon, dass es in Deutschland ein Lügenmuseum gibt? Es steht in Gantikow, einem Ortsteil von Kyritz, und wartet auf Ihren Besuch!

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Portal des Lügenmuseums in Gantikow (Foto: Wiska Bodo / wikimedia commons GFDL)

Tele-Visionen und Eisenbaum

Montag, 21. September 2009

Ingrid Hornef lädt ein zum Blick in eine merkwürdige Ferne -
ein Eisenbaum lockt zum gedankenschweren Aufstieg

Es gibt – viele meiner Leserinnen und Leser kennen ihn längst – den Regionalpark RheinMain. Wir besuchten unlängst wieder einmal das Parkgebiet Hochheim / Flörsheim: genauer gesagt die “Flörsheimer Schweiz” mit der im Jahr 1715 errichteten St. Anna-Kapelle, wobei unser Interesse – wie kann es anders sein – auch dem der Kapelle zu Füssen liegenden, gleichnamigen Weinberg galt, der kleinsten Einzellage des Anbaugebietes Rheingau. Er liefert, neben einem Rivaner, vor allem einen ordentlichen Rieslingwein, wie es sich für den Rheingau gehört. Und wo Wein wächst, kann bekanntlich die Kultur – sprich Kunst – nicht fern sein.

So finden wir denn auch alsbald oberhalb des ansteigenden, von Mispeln gesäumten Weinbergs zwei bemerkenswerte Installationen “im öffentlichen Raum”. Wir möchten sie kurz vorstellen, um Appetit auf mehr im Regionalpark positionierte Werke zu wecken.

Da sind zunächst die “Tele-Visionen I”: Die Bildhauerin Ingrid Hornef stellt sieben “FERNrohre” auf die Anhöhe. Man soll sie auf die am Horizont sichtbaren Hügel der Mülldeponie Flörsheim-Wicker richten – es handelt sich dort, im Gegensatz zu den Zuständen im Berlusconi-Land, fast schon um einen (von euphemischen Kommunalpolitikern auch tatsächlich so bezeichneten) Deponiepark. Wir schauen mangels eines gläsernen Okulars  sozusagen in die Röhre und reiben uns anschliessend verblüfft die Augen.

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Ingrid Hornef, Tele-Visionen I, 2002, Eisen verzinkt, Plexiglasscheiben, Folie, je 160 x 75 x 10 cm

Was wir da sehen, ist ja der Frankfurter Dom, wie das? Auf den Deponiehügeln? Ja und in den benachbarten Rohren den Eiffelturm im 480 Kilometer entfernten Paris und das Amphitheatrum Flavium im rund 1000 Kilometer entfernten Rom und, und … Und dann eine veritable Fata Morgana: die Sphinx vor der Chephren-Pyramide! Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen, es muss sich um ein Kunstwerk handeln.

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“Werden Generationen nach uns vielleicht ihre Prachtbauten auf unsere Müllberge errichten? Unser Abfall als Fundament künftiger Bauten?” fragt Ingrid Hornef.

Das aktike Rom liegt rund vier Meter unter dem heutigen Stadtniveu. Eine Kultur baut und entsteht auf den Schutthaufen der vergangenen – das ist wahr, bisher jedenfalls. Künftig auch auf den Gift- und Atommüllhalden unserer heutigen Zeit?

Nicht weit davon entfernt grüsst uns der “Eisenbaum”, dessen Anblick uns bei näherem Hinsehen auch bei spätsommerlicher Temperatur frösteln lässt.

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Der Eisenbaum, 2007; Beton und Stahl, verzinkt und lackiert; 18 x 13 m, Blätter 70 x 70 cm; Idee: Lorenz Rautenstrauch, Entwurf: Frank Geelhaar, Metallbau: Bernd Dasbach

Bäume, bedrohte und vielfach hingemeuchelte Wesen vor allem im Rhein-Main-Ballungsraum mit seinem Grossflughafen. Ganze Wälder werden abgeholzt, fallen verkehrstechnischen Anlagen zum Opfer. Vom Menschen angelegte Monokulturen sind leichte Beute für Naturkatastrophen. Gentechnische Manipulationen bedrohen Fauna und Flora. Wir leben in einer Welt des “Künstlichen”, des der Natur Nachgestellten, weil es der oberflächlichen Betrachtung nach billiger ist. Unsere Nahrungsmittel sind verdorben von Extrakten und Stabilisatoren, Emulgatoren und Regulatoren, von Antioxidantien und Farb- und Geschmacksverstärkern aller Art.

Werden vielleicht schon unsere künftigen Ur-Ur-Enkel nur noch Eisenbäume sehen, als Denkmäler längst vergangener Vegetation?

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Im Blätterwerk des Eisenbaums

Ein Mahnmal, aber auch ein Kunstwerk, der 18 Meter hohe Eisenbaum: ohne Treppe und Aussichtsplattform 38 Tonnen schwer; 10 Äste aus bis zu 29 Einzelsegmenten verzweigen sich; 91 Blätter, die drei obersten mit Solarzellen bestückt; bewegungsmeldergesteuerte Sprach- und Klanginstallation mit fünf Lautsprechern. Um den stählernen, ausbetonierten Stamm des Eisenbaums führt eine Treppe auf eine Aussichtsplattform. Der Aufstieg lohnt: Man kann von ihr aus noch recht viele echte Bäume erblicken.

(abgebildete Objekte © jeweilige Künstler; Fotos: FeuilletonFrankfurt)

53. Biennale Arte Venedig 2009 (12) – Der Alptraumgarten der Nathalie Djurberg

Donnerstag, 17. September 2009

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Sie erhielt den Silbernen Löwen der diesjährigen Biennale Arte als beste Nachwuchskünstlerin: die 1978 in Lysekil geborene schwedische Künstlerin Nathalie Djurberg. Der Titel ihrer Arbeit: “Experimentet”.

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Djurberg studierte von 1994 bis 2002 in Göteborg an der Folkuniversitetet und der Hovedskous Art School, ferner an der Malmö Art Academy. Sie stellte neben Malmö und Stockholm in Athen, Basel, Berlin, Bilbao, Brüssel, Budapest, Duisburg, Honolulu, Houston, London, Los Angeles, Mailand, New York, Philadelphia, Rom, Santa Monica, Tallin, Wien und Winterthur aus. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

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In Venedig baut Djurberg in einem verdunkelten Raum einen surrealistischen, schwülstig-wuchernden Garten Eden auf. In dessen Mitte stehen drei Videomonitore. Zu unterschiedlichen Zeiten laufen dort gespenstisch anmutende Knetanimations-Filme (Claymation).

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Die grotesk gestalteten Figuren treten aus dem Dunkel hervor, haschen und jagen sich, treiben satanische, orgiastische, perverse Satyr-Spiele. Leben und Tod, Macht, Brutalität und Sadismus, Erotik, Sex und Gewalt, aber auch Liebe und Verletzlichkeit sind die Themen der Künstlerin.

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Djurbergs Claymation-Arbeiten – es handelt sich um Einzelbild-Aufnahmen in Stop-Motion-Technik – sind sehr aufwendig und arbeitsintensiv. Alles ist handgefertigt: die Plastilin-Figuren, die Perücken, die Bekleidung, die Landschaften und Dekorationen. Die Filme sind mit einer aufwühlenden Lautgestaltung, komponiert von Hans Berg, akustisch untermalt.

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“Meine Arbeit bezieht sich”, schrieb Djurberg 2007 im artnet Questionnaire, “auf Situationen aus dem Alltag, auf Situationen, die ausser Kontrolle geraten. Ich interessiere mich für zwischenmenschliche Beziehungen, besonders dann, wenn sie eine politische Dimension haben. Indem eine Situation Gegenstand der Kunst wird, kann diese politisiert werden, sie wird symbolisch.”

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(Installation © Nathalie Djurberg; Fotos: FeuilletonFrankfurt)


Weisheiten / 14

Dienstag, 15. September 2009

Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus.

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Im Sozialismus ist es genau umgekehrt.

Blickachsen 7 – Skulpturen im Kurpark und Schlosspark Bad Homburg

Sonntag, 13. September 2009

Können Kunst und Gesundheit etwas Gemeinsames haben? Aber sicher! Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, beispielsweise durch den Bad Homburger Kurpark und anschliessend noch durch den Schlosspark gehen und sich dabei nicht weniger als 40 Arbeiten, genauer gesagt Skulpturen, von 22 Künstlerinnen und Künstlern anschauen. Sie werden dabei so an die sechs, sieben Kilometer zurücklegen, gänzlich neue Eindrücke und Einsichten gewinnen und abends das gute Gefühl haben, an frischer Luft etwas für die körperliche Ertüchtigung getan zu haben.

Auf welche Reise möchten wir Sie gerne schicken? Zu der Schau “Blickachsen 7″, die nur noch bis zum 4. Oktober 2009 zu sehen sein wird. Hier möchten wir all denjenigen, die sich bislang noch nicht auf den Weg nach Bad Homburg begeben konnten, mit einer Auswahl von 13 Objekten möglichst viel Appetit machen. Um niemandem Unrecht anzutun, gehen wir in alphabetischer Reihenfolge vor. Ein paar kleine Überraschungen haben wir eingestreut. Auf geht’s!

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Hanneke Beaumont, Melancholia I, 1999, Bronze, Eisen und Corten Stahl, 303 x 190 x 398 cm

Die 1947 in Maastricht geborene Künstlerin beruft sich auf die rätselhafte “Melencolia I” von Albrecht Dürer. Die dunkle, bildhauerisch vollendete Bronzefigur der Melancholie blickt auf ihr aus rohem Eisen gegossenes, erst noch im Werden begriffenes Pendant, zurück also in die Vergangenheit. Wie auch zugleich in die Zukunft: auf das Erscheinungsbild ihrer, langen Alterungs- und Verwitterungsprozessen ausgesetzten künftigen Gestalt.

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Laura Ford, Rag and Bone With Bags, 2007, patinierte Bronze, 118 x 145 x 90 cm

Als Element einer dreiteiligen Installationsreihe präsentiert die 1961 in Cardiff geborene Laura Ford eine ihres Weges ziehende Obdachlose mit deren Habseligkeiten, ein in der Frankfurter Innenstadt erschütternd-”vertrauter” Anblick. Die Frau in der Gestalt eines Igels erinnert an die uns aus dem Frankfurter MMK bekannten, mit Obdachlosengut behangenen Fahrräder von Andreas Slominski. Eine eindringliche Anklage gegen die gesellschaftliche Realität unserer Zeit.

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Paul Hoffmann, Tor (Hemmingen), 2005, Granit, 230 x 250 x 210 cm

Der Künstler, 1970 in Hannover geboren, widmet sich der Steinbildhauerei. In den monolithischen Granitblock mit seiner rauh behauenen Oberfläche scheint ein Tor zu weisen, soll es einen  – gedanklichen – Zutritt in das Innere des vom Künstler bearbeiteten, urweltlichen, für seine Härte bekannten Materials erschliessen?

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Kenny Hunter, Bonfire, 2009, Eisenguss, 120 x 122 x 64 cm

Kenny Hunter, 1962 in Edinburgh geboren, “entzündet” zwei an Lagerfeuer, aber auch an Scheiterhaufen erinnernde rostrote Eisengüsse. Wird der Brand den in der Nähe heraufgewachsenen, mächtigen alten Baum verschonen? Welchen Frevel an den Wäldern, an der Natur begehen die Menschen mit ihrem ständig wiederkehrenden brandstifterischen Treiben in aller Welt, mit den grauenvollen Rodungen der Urwälder?

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Dietrich Klinge, Gordian V, 2006, Bronze, 254 x 122 x 148 cm

Es ist wirklich kein Holz, sondern ein Bronzeguss, staunt der Betrachter, durch Klopfen auf die Skulptur hat er sich überzeugt. Dietrich Klinge, 1954 in Heiligenstadt geboren, arbeitet lediglich mit Modellen aus Holz. Seinen Bronzearbeiten gibt er mit einer geschickten Patinierung die Anmutung von Holz oder lebendigen Baumstämmen. Die Skulptur wächst gleichsam aus dem Boden heraus, leider stört die nicht überzeugende Sockelplatte.

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Masayuki Koorida, Flower, 2008, Granit, mehrteilig, verschiedene Ausmasse

Der 1960 in Kyoto geborene Masayuki Koorida breitet seine “Blumen” genannten Skulpturen aus poliertem schwarzen Granit – sie erreichen einen Durchmesser von bis zu zwei Metern – auf einer grossen Grünfläche aus, riesigen Bakterien oder Parasiten gleich. Bei aller Schwere und Wucht des Granits wirken die Gebilde doch nahezu zierlich, ja auf eine gewisse Weise lebendig, als wollten sie sich langsam über die Wiesenfläche fortbewegen.

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David Nash, Lightning Strike, 2008, Corten Stahl, 500 x 280 x 260 cm

David Nash, 1945 in Esher / Surrey geboren, beschäftigt sich mit Holz, und auch seine Metallgüsse entwickelt er, ähnlich wie Dietrich Klinge, aus diesem naturgewachsenen Material. Der fünf Meter hohe “Blitzschlag” lässt die Kraft, ja Gewalt verspüren, die diesem Naturphänomen innewohnt.

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Michele Oka Doner, Titan, 2004, Bronze, 162 x 61 x 45 cm

Die 1945 in Miami Beach geborene Michele Oka Doner sammelt organische Materialien, deren Formen und Anmutungen sie in ihren Arbeiten künstlerisch umsetzt. Ein Mitglied der Titanen, Nachkommen der Gaia (Erde) und des Uranos (Himmel), des mächtige Göttergeschlechts der altgriechischen Mythologie, hier ohne Kopf  und ohne Arme dargestellt, der Körper, auf menschlichen Füssen stehend, von muschelkalkähnlicher ausgelaugter, zerfressener Struktur. Die Macht der einst mächtigen Götter ist gebrochen.

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Tom Otterness, The Lion and the Mouse, 2003, Bronze, 81 x 163 x 124 cm

“Der Löwe und das Mäuschen” des altgriechischen Fabeldichters Äsop, eine Geschichte ähnlich der von David und Goliath, den Sieg des Schwachen über den Starken finden wir in dem Bronzguss des figurativ arbeitenden, 1952 in Wichita, Kansas geborenen Bildhauers. Seine zunächst humorvoll wie kindlich anmutenden, narrativen Skulpturen sind oft von politischer Sprengkraft, sie karikieren und kritisieren politische wie gesellschaftliche Machtverhältnisse. Der mächtige Löwe liegt gefesselt am Boden, das kleine Mäuschen triumphiert.

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Vanessa Paschakarnis, Internal Shield, 2005, roter italienischer Marmor, 100 x 80 x 116 cm

Für ihre Arbeiten erhielt die 1970 in Werneck geborene Künstlerin unlängst den im Rahmen der “Blickachsen” verliehenen Förderpreis des Rotary Clubs Bad Homburg-Schloss. Die streng durchkomponierte Form und Marmor von erlesener Schönheit verleihen der Skulptur einen zeitlosen ästhetischen Reiz. Mögen sich beim Betrachter auch mancherlei Assoziationen einstellen, so zeugt bereits die formale Vollendung dieses Kunstwerks von dessen herausragender Qualität.

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Jaume Plensa, Nosotros, 2009, bemalter Stahl, 500 x 329 x 329 cm

Fünf Meter hoch ragt die aus Buchstaben aller Schriftkulturen dieser Welt zusammengesetzte Plastik zwischen den Denkmälern für Kaiser Friedrich III. und Victoria “Kaiserin Friedrich” in den Himmel. Wir verstehen die Arbeit des 1955 in Barcelona geborenen Künstlers als einen Aufruf für Völkerverständigung und Überwindung nationalen Machtstrebens.

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Peter Randall-Page, Warts and All, 2006, Granit, 150 x 225 x 120 cm

Welch eigenartiges Tier präsentiert uns der 1954 in Essex geborene Künstler? Oder welche überirdisch-riesige Frucht? Die kaum zu zählenden pickeligen Erhebungen der vermeintlichen Haut oder Fruchtschale sind in fein geschwungenen, sich kreuzenden bogenförmigen Linien angeordnet. Licht und Schatten der umstehenden Bäume geben der Oberfläche zusätzlich eine besondere, wechselnde Kontur. Randall-Page setzt sich mit den in der Natur vorfindlichen Mustern und Strukturen auseinander.

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Bernar Venet, 218.5° Arc x 13, 2008, Corten Stahl, 380 x 600 x 350 cm

13 geborstene Ringe eines gewaltigen Synchrotrons, von aufleuchtenden Magnetströmen durchflossen? Die monumentale Arbeit von Bernar Venet, 1941 in Château-Arnoux / Saint-Auban geboren, suggeriert elementare Energie und Kraftentfaltung. Und doch schliessen sich die Ringe nicht, sie unterbrechen den Kraftstrom. Der Rost auf der stählernen Oberfläche bildet feine lineare Strukturen – wir erstaunen: Wie makellos schön das ungeliebte Korrosionsprodukt doch sein kann!

(Abgebildete Werke © jeweilige Künstler; Fotos: FeuilletonFrankfurt)