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53. Biennale Arte Venedig 2009 (12) – Der Alptraumgarten der Nathalie Djurberg

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Sie erhielt den Silbernen Löwen der diesjährigen Biennale Arte als beste Nachwuchskünstlerin: die 1978 in Lysekil geborene schwedische Künstlerin Nathalie Djurberg. Der Titel ihrer Arbeit: “Experimentet”.

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Djurberg studierte von 1994 bis 2002 in Göteborg an der Folkuniversitetet und der Hovedskous Art School, ferner an der Malmö Art Academy. Sie stellte neben Malmö und Stockholm in Athen, Basel, Berlin, Bilbao, Brüssel, Budapest, Duisburg, Honolulu, Houston, London, Los Angeles, Mailand, New York, Philadelphia, Rom, Santa Monica, Tallin, Wien und Winterthur aus. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

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In Venedig baut Djurberg in einem verdunkelten Raum einen surrealistischen, schwülstig-wuchernden Garten Eden auf. In dessen Mitte stehen drei Videomonitore. Zu unterschiedlichen Zeiten laufen dort gespenstisch anmutende Knetanimations-Filme (Claymation).

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Die grotesk gestalteten Figuren treten aus dem Dunkel hervor, haschen und jagen sich, treiben satanische, orgiastische, perverse Satyr-Spiele. Leben und Tod, Macht, Brutalität und Sadismus, Erotik, Sex und Gewalt, aber auch Liebe und Verletzlichkeit sind die Themen der Künstlerin.

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Djurbergs Claymation-Arbeiten – es handelt sich um Einzelbild-Aufnahmen in Stop-Motion-Technik – sind sehr aufwendig und arbeitsintensiv. Alles ist handgefertigt: die Plastilin-Figuren, die Perücken, die Bekleidung, die Landschaften und Dekorationen. Die Filme sind mit einer aufwühlenden Lautgestaltung, komponiert von Hans Berg, akustisch untermalt.

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“Meine Arbeit bezieht sich”, schrieb Djurberg 2007 im artnet Questionnaire, “auf Situationen aus dem Alltag, auf Situationen, die ausser Kontrolle geraten. Ich interessiere mich für zwischenmenschliche Beziehungen, besonders dann, wenn sie eine politische Dimension haben. Indem eine Situation Gegenstand der Kunst wird, kann diese politisiert werden, sie wird symbolisch.”

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(Installation © Nathalie Djurberg; Fotos: FeuilletonFrankfurt)


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