Liebe Leserinnen und Leser,
genau in dieser Eigenschaft spreche ich Sie heute an: Haben Sie schon den neuesten Leseraum in Frankfurt am Main entdeckt? Haben Sie wohl sicherlich, die meisten unter Ihnen vermutlich, aber doch noch nicht alle.
Hier ist er: Treten Sie ein, schauen Sie sich um und zum Fenster hinaus … und spätestens jetzt wird Ihnen klar, wo Sie sich befinden: im MMK-Zollamt, vis à vis dem Portal des Haupthauses.

Der Blick zum Fenster hinaus auf die Braubachstrasse lässt die Welt in Pink erscheinen – was oder wer immer Ihnen dazu einfallen mag. Max Weinberg zum Beispiel. Im Inneren des Leseraums laden jedoch – warum eigentlich jedoch? – angenehme, lesegerechte Lichtverhältnisse zum Verweilen ein.
Das Frankfurter Architektenteam Meixner Schlüter Wendt hat diesen Raum entworfen und realisiert. Wenn Sie sich, riet sinngemäss der Stellvertretende MMK-Chef Andreas Bee dem Publikum bei der “Einweihung”, jemals ein Haus bauen wollen, dann fragen Sie dieses Architekturbüro. Kommunikative Dichte zeichnet den Leseraum aus. Fixiertes wie mobiles “Getisch und Gestühl” ermöglichen dem Besucher und Leser, sich individuell einzurichten. Er findet bald seine rechte Position, das Licht wirkt entspannend. Positiv gestimmt wendet er (und erst recht “sie”) sich den mitgebrachten oder den ausliegenden Schriften zu.
“Entscheidend für die Wirkung des Raumes ist”, schreibt Andreas Bee, “dass den Architekten mit geringem Aufwand etwas gelungen ist, was opulente Inszenierungen oftmals nicht vermögen: Das scheinbar Gesicherte und Stabile gerät hier in Bewegung und lässt so einen Raum entstehen, der auf Körper und Geist zielt und bei dem unsere Gefühle ebenso profitieren wie der analytische Verstand.”

Wann begegnen wir uns demnächst im MMK-Leseraum?
(Fotos: FeuilletonFrankfurt)