Finanzkrise – einfach erklärt
Dienstag, 20. Januar 2009Ein neuer Internet-Wurm krabbelt in verschiedenen Versionen über die Bildschirme:
FINANZKRISE EINFACH ERKLÄRT:
Heidi besitzt eine Bar in der Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern beschliesst sie, die Getränke der treuen Kundschaft – sämtlich Alkoholiker – anzuschreiben, ihnen also Kredit zu gewähren.
Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in Heidis Bar.
Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, erhöht Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und steigert damit massiv ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben; er erhöht Heidis Kreditlinie.
Er macht sich keine Sorgen, denn er hat ja die Schulden der Alkoholiker als Deckung.
Am Sitz der Bank transformieren top-ausgewiesene Banker diese Kundenguthaben in SUFFBONDs, ALKOBONDs und KOTZBONDs. Diese Papiere werden dann weltweit gehandelt.
Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten und wie die Papiere garantiert werden. Da die Kurse aber steigen, werden die Papiere ein Renner.
Eines Tages – und obwohl die Kurse immer noch steigen - stellt ein Risk Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen – Begründung: er war zu negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkoholiker von Heidis Bar langsam einfordern sollte.
Die können aber nicht zahlen.
Heidi kann ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen und macht Konkurs.
SUFFBOND und ALKOBOND verlieren 95 %, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich nach einem Verlust von 80 %.
Die Lieferanten hatten Heidis Bar längere Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Papiere investiert: der Weinlieferant geht Konkurs, der Bierlieferant wird von einem Konkurrenten übernommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden entlassen.
Die Bank-Manager haben ihre üppigen Boni-Zahlungen auf den Kaimaninseln längst in Sicherheit gebracht.
Die Bank wird durch die Regierung Merkel/Steinmeier in einer dramatischen, tage- und nächtelang andauernden Aktion gerettet.
Die hierfür notwendigen Milliarden-Summen werden in einer Umlage von allen Nichtalkoholikern eingezogen.
Ist doch ganz einfach, nicht wahr?






