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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for Juni, 2008

Keine Überraschung und doch eine am Frankfurter Museum für Moderne Kunst

Samstag, 21. Juni 2008

Dass in aller Regel der zweite Mann (oder die zweite Frau) in der Hierarchie der eigenen Institution aus mehr oder weniger plausiblen Gründen nicht zum(r) ersten “aufsteigen” kann, ist eine personalpolitische Binsenweisheit. So musste denn die Entscheidung über die Nachfolge des scheidenden MMK-Direktors Udo Kittelmann zugunsten einer Persönlichkeit von “draussen” fallen. Also keine Überraschung, wenn der Kulturdezernent Felix Semmelroth den städtischen Gremien die 1967 in München geborene Kunsthistorikerin Susanne Gaensheimer zur Berufung an das MMK vorschlägt. Und doch eine Überraschung insoweit, als die Kandidatin in der Frankfurter Kulturszene bislang noch nicht sehr bekannt ist und auch nicht im oberen Bereich der einschlägigen Spekulationsskala “gehandelt” wurde. Das mag nun eher ein Problem der die Gerüchteküchen anheizenden Personalspekulanten sein.

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(Museum für Moderne Kunst Frankfurt; Bildnachweis: MMK)

Nicht unähnliche Kompetenzabgrenzungsprobleme um den Sammlungsauftrag für Gegenwartskunst, wie sie in jüngerer Zeit am Museumsstandort Frankfurt am Main zu beobachten sind, kennt Gaensheimer aus ihrer Arbeit als Kuratorin für “Kunst nach 1945″ und Sammlungsleiterin an der Münchener Städtischen Galerie im Lenbachhaus, den meisten bekannt durch die Sammlung von Werken der Gruppe “Der Blaue Reiter”, aber auch durch vielbeachtete wechselnde Ausstellungen von Bildern, Objekten und Installationen international bekannter zeitgenössischer Künstler. Und auch die spezifischen Probleme eines letztlich der Kommunalpolitik (samt ihrer unter parteipolitischen Aspekten zusammengesetzten Gremien) unterworfenen Hauses dürften ihr kein Buch mit sieben Siegeln sein.

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(Städtische Galerie im Lenbachhaus München; Foto: Dominik Hundhammer wikemedia commons GFDL)

Die Fussstapfen, in die Susanne Gaensheimer in Frankfurt am Main eintreten wird, sind nach den Direktionen von Jean-Christophe Ammann und Udo Kittelmann gewiss nicht klein. Gerade letzterer hat sich durch eine Reihe spektakulärer Ausstellungen der deutschen wie internationalen Fachöffentlichkeit für höhere Weihen – wie seine Berufung an die Berliner Alte und Neue Nationalgalerie unter Beweis stellt – empfohlen. In Frankfurt baut man wohl auf Susanne Gaensheimers solide Arbeit als Kunstwissenschaftlerin wie Ausstellungsmacherin in München, und man hofft, dass sie die auch im weltweiten Vergleich einzigartigen Bestände des MMK stärker zur Geltung bringt, als dies vielleicht bislang unter der Leitung Kittelmanns der Fall war, der gerne auch das Unerhörte und Provokante in die Frankfurter Dom- bzw. Braubachstrasse holte (denken wir beispielsweise an Teresa Margolles oder jüngst Bernard Buffet).

Die Dominanz des ebenso dynamischen wie erfolgreichen de facto-Generaldirektors Max Hollein (Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und SCHIRN Kunsthalle) wird für die neue Chefin des eher auf sich selbst gestellten, nicht mit einem überreichen städtischen Budget ausgestatteten, zuletzt in eine Art Defensive geratenen MMK eine Herausforderung sein, die neben viel Überzeugungskraft ein enormes Standing und ein auch Konflikten nicht aus dem Weg gehendes Durchsetzungsvermögen voraussetzt. Vielleicht kann es dabei eher einer Frau gelingen, im Frankfurter, bislang männerweltlichen, von Eitelkeiten nicht freien Kompetenzgerangel Pflöcke einzuschlagen, zumal wenn sie über “Sexualität und Destruktion. Aspekte der Gewalt im Werke Bruce Naumans” promoviert hat. On verra – man wird sehen!

60 Jahre Deutsche Mark

Freitag, 20. Juni 2008

Wir erinnern uns – nicht ohne Wehmut

Heute vor 60 Jahren, am 20. Juni 1948, wurde die Deutsche Mark zunächst in den damaligen westlichen Besatzungszonen und wenige Tage später in West-Berlin eingeführt. Diese Währungsreform war zugleich die Geburtsstunde der Sozialen Marktwirtschaft (die damals das Prädikat noch zu Recht trug) und des deutschen “Wirtschaftswunders”. Die Vaterschaft konnte der spätere Bundeswirtschaftsminister und Bundeskanzler Ludwig Erhard, seinerzeit noch Direktor für Wirtschaft der amerikanisch-britischen Besatzungszone (Bi-Zone), für sich in Anspruch nehmen.

Ja, wir trauern der guten, harten DM noch immer ein wenig nach: Allen Statistiken zum Trotz gibt es manche Bereiche, in denen ohne Zweifel der “TEURO” regiert – ganz sicher im Hotel- und Gaststättengewerbe, wo die Preise schon vor langem im Verhältnis von nahezu 1:1 von DM auf Euro umgestellt wurden.

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Wer hat noch, liebe Leserinnen und Leser, ein Exemplar des ersten 2 DM-Stücks, dessen Ausgabe alsbald wieder eingestellt wurde, weil es der 1 DM-Münze wegen der identischen Rückseite und der fast gleichen Grösse zum Verwechseln ähnlich sah? Heute ist es einen hohen zweistellige Euro-Betrag wert. Und war das erste, noch silberhaltige 5 DM-Stück nicht um ein Vielfaches schöner gestaltet als sein potthässlicher Nachfolger?

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(Foto ungenannt; wikimedis commons GFDL)

Wer kennt sie noch, diese mit allegorischen Darstellungen geschmückten, den US-Dollar-Scheinen nachempfundenen, zunächst 1947 und 1948 in den USA gedruckten ersten DM-Banknoten? Ich kann mich noch gut an sie erinnern. Hätten die Eltern, Gross- oder Urgrosseltern doch nur einige Exemplare aufgehoben! Gut erhaltene 50 DM- und 100 DM-Scheine erzielen heute bei Sammlern auf Auktionen abenteuerlich hohe Preise.

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Vorübergehend, in den Jahren von 1948 bis 1951, gab es sogar Banknoten auch für 5 und 10 Pfennige, für ½, 1, 2 und 5 DM, bis die bekannten Münzen diese Werte nach und nach ersetzten.

Das rätselhafte Musikinstrument

Mittwoch, 18. Juni 2008

Lust auf ein neues Rätsel? Also dann!

Heute geht es in das Reich der Musik: Wie heisst dieses – eben rätselhafte – Instrument, das der Musikmeister gerade fertigstellt oder stimmt, im heutigen aktuellen deutschen Sprachgebrauch?

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Das allein wäre jetzt zu leicht. Deshalb die Fortsetzung der Frage: Wie lauten die drei historischen, seinerzeit gebräuchlichen, sehr unterschiedlichen Namen dieses Musikinstruments (das natürlich früher auch durchaus anders aussah und teilweise um ein Vielfaches grösser war)? Vier Begriffe also sind zu nennen.

Wiederum muss bei mehreren richtigen Lösungen das Los, sprich Fortuna entscheiden – und die ist launisch, wie wir wissen. Die Lösung wird nach Ablauf einer Woche veröffentlicht.

Und nun der Gewinn: Eine CD mit Musik, in der das Instrument eine Rolle spielt (aus der Zeit seiner alten Bezeichnungen).

Viel Spass und viel Glück!

KUNST / 25

Dienstag, 17. Juni 2008

Jede künstlerische Leistung ist ein Sieg über die menschliche Trägheit.

Herbert von Karajan (1908 bis 1989), Dirigent

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(Herbert von Karajan-Platz in Salzburg mit dem Grossen Festspielhaus; Foto: Optimale wikimedia commons GFDL)

Das grüne Kanapee / 3

Sonntag, 15. Juni 2008

Und wieder setzen wir uns mit habust, dem Dichter, auf das grüne Kanapee und, indem wir es anklicken, hören wir ein neues Gedicht (nein, es ist nicht wirklich neu, spricht es doch noch von D-Mark statt Euro, welch ein Graus, oder: welch eine Erinnerung):

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(©  habust; Foto: GearedBull wikimedia commons GFDL)