Steuerhinterziehungsparadies Liechtenstein
“Das System Liechtenstein hat diese Taten ermöglicht und daraus jahrelang Profit gezogen, weswegen der Fall Zumwinkel auch ein Fall Vaduz ist. Ermittlungsrichter aus ganz Europa beklagen es seit Jahren: Das Fürstentum verdient an dem Geld, das anderen Staaten auf kriminelle Weise abhanden kommt, indem es die Täter und deren Vermögen abschottet.
Das Fürstenhaus, selbst ein Bankinhaber, aber sieht das Unrecht nur jenseits der Grenzen, weil dort Bankdaten aus Liechtenstein gekauft wurden. In Vaduz hingegen, behauptet der Prinz, stünden fiskalische Interessen nicht über rechtsstaatlichen Prinzipien. Das stimmt: Denn in Liechtenstein sind fiskalische Interessen mit rechtsstaatlichen Prinzipien weitgehend identisch. Das Gesetz ist darauf ausgelegt, andere Länder um ihr legitimes Einkommen zu bringen. Wäre der Begriff Schurkenstaat nicht so belastet – man könnte ihn in Finanzdingen auch auf das Fürstentum anwenden.”
Nicolas Richter, Das Finanz-Fürstentum, Süddeutsche Zeitung vom 20. Februar 2008; den vollständigen Beitrag finden Sie unter www.sueddeutsche.de/,tt5m4/wirtschaft/artikel/416/158987 .

(Bildnachweis: Michael Gredenberg wikimedia commons GFDL)
