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Schlüsseltexte – Es ist, was es ist

Was es ist

Es ist Unsinn,
sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe.

Es ist ein Unglück,
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz,
sagt die Angst.
Es ist aussichtslos,
sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe.

Es ist lächerlich,
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig.
sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich,
sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist,
sagt die Liebe.

Erich Fried

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(Foto: psychodoc / pixelio.de)

2 Kommentare zu “Schlüsseltexte – Es ist, was es ist”

  1. Ursula Günther
    18. Januar 2008 18:35
    1

    Danke, lieber Herr Metz! Das ist auch so ein Gedicht bei dem ich sage: haut mich um! Ich übersetze: richtet mich auf! Es ist allerdings auch nicht schwer, sich hineinzuversetzen. Was aber halten Sie von Frieds Gedicht “Einbruch der Wirklichkeit”?? Können Sie damit etwas anfangen?? Mir ist es rätselhaft. Ich bin bisher niemandem begegnet, der mir darauf eine “gescheite” Antwort hat geben können.

  2. claudia johann
    18. Januar 2008 20:32
    2

    ein Liebesgedicht
    kann ich bewundern
    aber
    dass da einer anschrieb
    mit Gedichten (!)
    gegen Krieg
    und gegen das Vergessen
    “das nimmt mich Wunder” C.Jo.
    ——————————

    Genommenes Wunder

    Auch das sagen wir zu selten:
    “Es nimmt mich Wunder”.
    Zwar, wir wundern uns oft
    aber ohne an Wunder zu glauben

    Besonders nicht an so große
    die uns ganz einfach “nehmen”.
    Darum solls uns nicht Wunder nehmen
    dass unsere Sprache verarmt

    Erich Fried

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