KUNST / 6
Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
Und haben sich, eh’ man es denkt, gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.
Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst, in abgemessnen Stunden,
Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.
So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen.
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.
Wer Großes will, muss sich zusammenraffen.
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.
Johann Wolfgang Goethe (1749 bis 1832)

(Gerhard von Kügelgen, J. W. Goethe [1808/1809])

7. November 2007 18:39
Es muss der Begabung ein Charakter, dem Schwung die Zucht, es müssen der Leichtigkeit und der Produktionslust die Hemmungen gegenüberstehen und die Waage halten.
Hermann Hesse
22. Dezember 2007 21:01
Habe gerade gefunden und steuere bei:
“Dann wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen der hat sie.” Albrecht Dürer