Freunde, flieht auf die Osterinsel – der Weihnachtsterror hat begonnen!
Donnerstag, 18. Oktober 2007Es begab sich vor wenigen Tagen, es wird Anfang dieser Woche gewesen sein, da sah sich der Autor dieser Zeilen genötigt, ein grosses Kaufhaus auf der Frankfurter Zeil zu betreten, so an der Hauptwache, es war, wenn ich mich recht erinnere, ach, jetzt hab’ ich’s vergessen …
Ich räume ja ein: Dem Autor schwante bereits – wir haben ja immerhin schon Mitte Oktober – durchaus nichts Gutes, und wieder, wie in all den vergangenen Jahren, bestätigte ihn die bittere Einsicht: der Weihnachtsmann ist da! Bereit, mit seinen terroristischen Insignien, will sagen mit rotem (!) Kapuzenmantel, ominösen Paketen, langem, weissen Bart (Kurt Beck lässt grüssen, rasiert hat er sich schon mal nicht, dann wird er sich auch nicht gewaschen haben!) alles platt zu machen, was nicht nach Weihnachten aussieht – hat er nicht sogar eine Rute in der Hand und einen verdächtigen Sack auf dem Rücken? Und ist da nicht sogar ein Laptop drin? Sollte man da nicht sofort, Herr Bundesinnenminister …
(Foto: Bärbel Jobst /pixelio.de)
Nachdem sich der Autor nicht ohne Mühe von seinem Schrecken erholt hatte, beruhigte ihn die Gewissheit, dass bereits die kaufhauseigenen Überwachungskameras ihre Objektivaugen auf den Weihnachtsterroristen fokussiert hatten und ihn gewiss nicht wieder aus dem Blick liessen. Auch wird man ihn, so die weitere beruhigende Überlegung, auf dem Weg ins Kaufhaus – er hat ihn, der Schurke, bestimmt bei Nacht und Nebel genommen – auf Schritt und Tritt observiert haben. Es ist ja immerhin schon Mitte Oktober, da musste man einfach damit rechnen, dass er kommt, der Weihnachtsterrorist, mit dem Bart, der Rute und dem verdächtigen Sack.
Und er wird von nun an sein hartes, unerbittliches Regiment führen, er wird hunderttausende weiterer Weihnachtsmänner zur Verstärkung herbeiholen (der Ai Wei Wei auf der Kasseler Documenta war ein Waisenknabe dagegen, hatte er gerade mal schlappe 1001 Chinesen als Kunstwerk aufgeboten) … Wir werden uns unterwerfen müssen, bis uns im Januar des kommenden Jahres die, jawohl, die Ostereier vom Weihnachtsterrorismus erlösen werden, aber da kommt mir eine Idee …
Der Autor, jetzt wieder in Kontenance, aber noch empört-angewidert von dem bedrückenden Erlebnis – ich bitte Sie, meine Leserinnen und Leser, wir haben gerade mal Mitte Oktober! -, begab sich in das nahe gelegene Reisebüro – nix wie weg von hier!, auf die Osterinsel, zu den Moais, ohne rote Kapuzenmäntel, ganz ohne Bart, Rute und Sack! Sind sie nicht ein ruhiger, ergreifender Anblick, diese Moais?
(Foto: ungenannt; wikimedia commons GFDL)






