Frankfurt im Griff von Maurizio Cattelan!
Auch wer nur mit einem offenen Auge durch Frankfurt am Main laufen sollte, hat es längst bemerkt: Maurizio Cattelan ist nicht nur in der Stadt angekommen, sondern hat Frankfurt fest im Griff. Wie es das Plakat beweist:
Lassen Sie sich nicht allzu sehr von der Deutschlandfahne beirren (prägte sie nicht das öffentliche Leben letztes Jahr während der Fussball-Weltmeisterschaft?) Und was heisst Frankfurt? Im Mittelpunkt steht natürlich das Museum für Moderne Kunst MMK. Wer es bisher noch nicht wahrhaben wollte, sieht sich spätestens jetzt des Rechten belehrt: Das MMK unter der Leitung von Direktor Udo Kittelmann hat seinen festen Platz in der weltweiten Spitzenliste derartiger Museen, direkt neben dem MOMA und den Guggenheims dieser Welt!
Wer ist Maurizio Cattelan? Der Künstler, der weltweites Aufsehen erregte beispielsweise mit seiner Installation La Nona Ora (1999), einer Figur von Papst Johannes Paul II., von einem Meteoriten getroffen am Boden liegend. 1960 in Padua geboren, lebt und arbeitet Cattelan heute in New York. Er gestaltet unter anderem lebensgrosse und lebensecht wirkende Figuren, die er in verfremdeten und oft provokanten Situationen inszeniert. Cattelan zählt zweifellos zu den inspiriertesten, kreativsten und bedeutendsten Künstlern unserer Zeit.
Udo Kittelmann gelang es, Cattelan nach Jahren einer gewissen künstlerischen Abstinenz mit einer Reihe von neuen, durchaus spektakulären Arbeiten für das Frankfurter MMK zu gewinnen. Unverkennbar auch hier wiederum Cattelans spezifische “Handschrift”: Ausbrüche, Durchbrüche, seien es das lebensgrosse, mit dem Kopf in die Wand gerammte Pferd, der mit einer Geburtstagstorte für das MMK bestückte, durch die Aussenmauer des Museums gestossene (oder sorgsam geschobene?), halb über der Braubachstrasse schwebende Tisch oder die drei zum Faschistengruss aus der Wand herausgestreckten Arme offensichtlich korrekt oder feierlich gekleideter Herren.
Cattelan im documenta-Jahr 2007 in Deutschland, in Hessen, in Frankfurt – ein Zufall, ein besonders geglücktes Zusammentreffen, ein geschicktes Arrangement? Direktor Udo Kittelmann wird es uns offenbaren – demnächst in seinem wundervollen Haus!
