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Archive for Juni, 2007

Viktor Naimark: Ein Architekt, der die Welt zum Schweben bringt

Donnerstag, 28. Juni 2007

Viktor Naimark in der Galerie der Heussenstamm-Stiftung

Wieder einmal lohnten sich die Schritte in die Frankfurter Braubachstrasse zur Galerie der Heussenstamm-Stiftung: Viktor Naimark lehrte uns dort das Staunen!

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Naimark, 1963 in St. Petersburg geboren, studierte an der dortigen loganson Kunstschule und der Repin-Kunstakademie Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur mit dem Abschluss als Architekt und Kunstmaler. Anfang der Neunziger Jahre zog er nach Frankfurt am Main, wo er als Architekt und Künstler arbeitet. Namhafte Galerien im In- und Ausland widmeten ihm zahlreiche Ausstellungen, in Estland, Frankreich, Griechenland, Österreich, der Ukraine und natürlich in Russland und in Deutschland. Viele seiner Arbeiten befinden sich in aller Welt in Privatbesitz.

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Seine jüngste Ausstellung in der Galerie der Heussenstamm-Stiftung stand unter dem Titel “Zwischenwelten” – er lässt sich auf vielerlei Weise deuten und erkennen: in der Beziehung zwischen Russland und Deutschland, zwischen St. Petersburg und Frankfurt am Main, dem Aufgegebenen und dem Neugefundenen, alter und neuer Heimat; im Spannungsverhältnis zwischen dem an Konstruktion und Statik orientierten Handwerk des Architekten und dem freien, inspirierten Schaffen des Künstlers; zwischen der Wehmut, der Hoffnung, den Phantasien und dem Geometrischen und Geordneten, wie es aus seinen Bildern und Zeichnungen beidermassen zu uns spricht.

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Aus Naimarks Bildern klingt bei aller formal-konstruktiven Bewusstheit nicht selten zarte Trauer und Melancholie. Zuweilen werden Erinnerungen wach an Chagall, Hofer, Cézanne – Erinnerungen nur, die die Eigenständigkeit des Naimarkschen Oeuvres hervortreten lassen. Naimark erzählt in seinen Bildern, und im Erzählen nimmt er uns mit in seine Träume, in geheimnisvolle Welten. Wir verlassen die Konstruktionen der Häuser, Türme, Burgen, die eben noch so sicher gewähnte Ebene des gedeckten Tisches, um uns inmitten von Gauklern, Tänzern, Masken, seltsamen Fabelwesen wiederzufinden. Das kann auch auf einer Theaterbühne sein, von der aus wir in Ränge blicken, die uns wie Katakomben anmuten. Räder, eine Achse, darauf Gebäude, gedeckte Tische, Wein – Symbol des Unterwegs, des auf dem Wege Seins?

Und immer wieder begegnet uns ein Fisch – sollte man sagen, d e r Fisch? “Was ist mit dem Fisch?” Naimark lächelt: “Ja, der Fisch. Er schweigt. Er ist geheimnisvoll”.

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Geheimnisvoll auch die Beziehungen zwischen den Menschen, den Masken, den Fabelwesen in Naimarks Bildern. Der Zauber der Farben. Die Leichtigkeit, wie sich die Figuren bewegen. Die Anmut des Schwebens.

Bei allem: Nie hat man das Gefühl der Orientierungslosigkeit, der Einsamkeit. Man ist auf gutem Wege. Ist d a s das Geheimnis von Naimarks Kunst?

Die Ausstellung endete am 24. August 2007. Die hier gezeigten Abbildungen sind Katalogen früherer Ausstellungen entnommen. Ein aktueller Katalog ist unter www.viktor-naimark.com abrufbar.

(Bildnachweis: Galerie der Heussenstamm-Stiftung / Viktor Naimark)

Der Kelch

Mittwoch, 27. Juni 2007


Vier Viertel sind dir gewährt

Im Kelch.

Zu drei Vierteln hast du seinen Inhalt

Getrunken,

In vollen wie in schmalen Zügen.

glas

Ist der Kelch jetzt

Zu drei Vierteln geleert?

Nein,

Lehrt das Leben,

Zu einem Viertel gefüllt.

Was fragst du,

Du Narr?

(Foto: Joujou, pixelio.de)

Weisheiten / 15

Dienstag, 26. Juni 2007

Lerne zu hören, und du wirst auch von denjenigen Nutzen ziehen, die nur dummes Zeug reden.

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Platon (427 bis 347 vor Chr.), Philosoph

Malerei von Hermann Albert

Sonntag, 24. Juni 2007

Ein “Deutsch-Italiener” in der Frankfurter Westend Galerie

Gleichsam als Hommage zu seinem siebzigsten Geburtstag würdigt die Frankfurter Westend Galerie das Oeuvre von Hermann Albert. Mit ihrer neuen Ausstellung “In heimatlicher Fremde” überrascht sie jedoch zugleich ihre Freunde und ihr Publikum: Gilt die Galerie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – als ein Hort der klassischen wie zeitgenössischen abstrakten italienischen Malerei, so konfrontiert sie jetzt die Szene mit dem ausschliesslich figurativen Werk Hermann Alberts.

Hermann Albert, 1937 im mittelfränkischen Ansbach geboren, begann nach dem Studium, primär an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig, sein malerisches Schaffen zunächst mit abstrakten Werken. Nach mancherlei Experimenten und den mit ihnen gewonnenen Erfahrungen drängte sich ihm mehr und mehr die Frage nach der Zukunft der abstrakten Malerei auf. Er beantwortete sie, indem er sich ganz dem Figurativen, Narrativen zuwandte und darin mehr und mehr eine grosse Profession und Meisterschaft entwickelte.

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Eine Wende in Alberts Leben trat ein, als er 1971 den Preis der Villa Romana erhielt: Nach seinem einjährigen Stipendium in Florenz wurde Italien, wurden sein Haus und sein Atelier in der Nähe von Cortona zu seinem geliebten Arbeits- und Lebensort. Weder die vielen Ausstellungen und Auszeichnungen, die er in Deutschland erhielt, noch die Professur für Malerei an der besagten Hochschule in Braunschweig, die er zwischen 1985 und 2002 inne hatte, vermochten daran etwas zu ändern.

Hermann Alberts Schaffen lässt sich nicht in den Mainstream der zeitgenössischen Kunst einordnen. Seine Malerei ist leichter vor dem Hintergrund italienischer Traditionen verständlich, als dass sie sich in der deutschen Gegenwart und den hier wirkenden Tendenzen ansiedeln liesse. In diesen Traditionen stehen zunächst Giotto, Masaccio, Piero della Francesca. Später das Oeuvre von Carlo Carrá und Giorgio de Chirico. Der gleichsam nachfuturistische Mario Sironi und der Deutschitaliener Massimo Campigli inspirierten ihn auf ihre Weise, jener mit seinem Hang zu dekorativer Monumentalität, dieser mit seiner Vorliebe für alles Etruskische und Archaische. Ungeachtet aller stimulierenden Einflüsse steht Alberts Werk als Eigenes da, das uns mit der Kraft wie auch zugleich der Behutsamkeit, Gefasstheit und Stille seiner Formen, dem weiten Spektrum seiner Farben anspricht und in Bann zieht.

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Albert malt zunächst in grossem Format. Viele seiner Bilder erstrecken sich in Höhe oder Breite über zwei Meter hinaus. Er beherrscht aber ebenso das Kleine, Intimere. Seine Sujets sind ganz überwiegend Frauen: Akte, Halbakte und Köpfe. Darüber hinaus Landschaften, Tiere, vor allem Pferde, Ziegen. Oft sind die Darstellungen in der Fläche zueinander in Beziehung gesetzt, mal perspektivisch angeordnet. Weiter Stilleben, Blumen, Früchte, Gläser, Krüge. Auffallend sind seine “Fensterbilder”: Fensterbänke mit Gegenständen und Halbakten. Sie gleichen oft Puppenbühnen, auf denen er seine Figuren auftreten lässt und hinter denen sich Ausblicke auf anderes weiten. Bei den Frauenbildnissen dominieren voluminös-üppige Gestalten. Albert wechselte bei ihnen von in den früheren Jahren eher erotisch-sinnlichen zu heute mehr statuarisch-archaischen, idealisierenden Darstellungen. Auch diese bewegen sich ungezwungen und selbstbewusst in südlichen Phantasielandschaften, individuelle Züge lassen sich jedoch nur selten ausmachen.

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Albert arbeitet ausschliesslich mit Temperafarben. Er stellt sie nach eigens entwickelten Mixturen als ein eher breiiges Material her. Die Oberflächen muten mitunter freskenhaft an. Er liebt das schnelle Trocknen, das ein zügiges, konzentriertes Arbeiten erfordert, aber auch nachträgliche Übermalungen erlaubt. Die Farbpalette spiegelt die verschiedenen Erden und Vegetationen unter südlichem Himmel wider, je nach Jahreszeit, nach dem Licht des Tageslaufs, nach dem Wetter. Es verwundert nicht, dass Albert es liebt, zwischen seinem Haus und dem Atelier einen Fussweg durch die italienische Landschaft zurückzulegen.

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Albert ist nicht nur in Deutschland und Europa ein geschätzter und nachgefragter Künstler. Die Reihe seiner Ausstellungen ist lang: Sie reicht von der documenta 6 im Jahr 1977 in Kassel über zahlreiche Präsentationen in deutschen und in Galerien des europäischen Auslands bis hin zu Auftritten in Chicago, London, Los Angeles, Montreal, Moskau, New York und Sydney.

Die am 23. Juni eröffnete Ausstellung endete am 8. September 2007.

(Bildnachweis: Frankfurter Westend Galerie / Hermann Albert)

Telefonieren, bis der Arzt kommt . . .

Freitag, 22. Juni 2007

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Äh, wiebitte, tun, äh, tun, nein, äh, nichts . . .

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