home

FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archive for März, 2007

Rund um´s Internet

Montag, 12. März 2007

Aktuellen, vor allem aber auch strategischen und Zukunftsfragen rund um das Internet widmet sich die Homepage von Marcus Schuler, einem ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet.

snmp-managementkonsole

(Foto: Stefan Müller, wikimedia commons GFDL)

Seine Beiträge kreisen um Themen wie Medienjournalismus, Weblogs und Podcasts, Computertechnik, Software und Suchmaschinen, Musiktauschbörsen, Webgurus und Wikipedia, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie finden interessante Interwiews mit namhaften Protagonisten der Webszene. Es entsteht ein fachlich fundiertes Kompendium für alle, die sich mit der Zukunft der – vor allem journalistischen – elektronischen Kommunikation auseinandersetzen, sei es professionell oder auch als Amateure.

Bloggersprache! Bloggersprache?

Samstag, 10. März 2007

brummbassgeiger hey, und…? (schreib einen kommentar!)
fizzilizzy ööh, noch zu früh :-(
brummbassgeiger ich komm nachher rüber :-)
fizzilizzy nee, hab zu tun
brummbassgeiger biste nich gut drauf?
fizzilizzy is was mit dir?
brummbassgeiger nä. hast du auch so schönes wetter?
fizzilizzy bist du heute doof! :-(
brummbassgeiger gestern lotto gewonnen
fizzilizzy echt? stark!
brummbassgeiger klar. :-)
fizzilizzy echt krass. wieviel? :-)
brummbassgeiger na, zwei blaue.
fizzilizzy krass. echt geil. hihihi! gehn wir essen?
brummbassgeiger klar. :-)
fizzilizzy hihihi! :-) :-) :-)
brummbassgeiger was macht pummsy?
fizzilizzy immer noch verstopft
brummbassgeiger hastn tierarzt?
fizzilizzy biste blöd?
brummbassgeiger na hör mal! :-(
fizzilizzy is schon gut
brummbassgeiger gib ihm rizinussöl
fizzilizzy hä, wasn das?
brummbassgeiger hä, weiste nich? krass! :-(
fizzilizzy :-( :-( :-(
brummbassgeiger selber :-(

(Abdruck mit freundlicher und ausdrücklicher Genehmigung der Bloggersprachler N.N. und N.NN. )

Hessisch für Anfänger (Folge 5)

Samstag, 10. März 2007

Eine von wartenden Kunden bedrängte Verkäuferin in Frankfurt:

“Liewe Leut, zwaa Fiess, zwaa Händ, awwer nur aan Kopp”

Heute wieder ein Sinnspruch, diesmal aus Frankfurt. Dem ebenso wohlklingenden wie inhaltsklaren Text ist nichts hinzuzufügen. Falls Sie einmal in Bedrängnis geraten sollten, spechen Sie diesen Satz einfach natürlich und überzeugend aus. Das Verständnis Ihrer Mitmenschen wird Ihnen sicher sein.

Warum brauchen wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Freitag, 9. März 2007

Rundfunk, also Fernsehen und Hörfunk, ist lebenswichtig. Er gehört zur Daseinsvorsorge. Rundfunk kann, vor allem in gesellschaftlichen und politischen Krisenzeiten oder bei äusseren und inneren Konfliktsituationen, sogar überlebens-wichtig sein.

Dem Rundfunk soll, ja muss man vertrauen können. Dieses Bedürfnis ist in der Gesellschaft verankert. Die in der Medienforschung seit langen Jahren gestellte “Inselfrage” belegt: Vor die Wahl gestellt, welches einzige Fernsehprogramm sie auf eine einsame Insel mitnehmen möchten, entschieden sich auch in der jüngsten repräsentativen Trend-Untersuchung 22 % der Befragten für das Erste Deutsche Fernsehen. Die Mehrheit der an verlässlicher und seriöser Information interessierten Bevölkerung schaltet vorzugsweise die Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, also von ARD und ZDF ein: tagesschau und tagesthemen, heute und heute-Journal sowie die zahlreichen Informationssendungen des Hörfunks. Letztere auch im Blick auf das landesspezifische und regionale Geschehen. Vergleichbares gilt für die zwei bundesweiten Programme des von ARD und ZDF getragenen DeutschlandRadio.

Das war nicht immer so. Im “Dritten Reich” war der Rundfunk unter der Herrschaft des Nationalsozialismus gleichgeschaltet und wurde zunehmend und am Ende ausschliesslich als politisches Propagandainstrument missbraucht. Wer sich damals objektiv über das politische und kulturelle Geschehen informieren wollte, musste dazu ausländische Sender einschalten (was später sogar verboten und unter Strafe gestellt war).

Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit, Unabhängigkeit, Orientierung, Wertevermittlung: Diese Qualitäten prägen nicht nur die Informationssendungen, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Programme in den Bereichen Kultur, Bildung und Unterhaltung. Diese Sparten kennzeichnen den Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Alle Rundfunk- und Mediengesetze in Deutschland legen ihn in dieser Weise ausdrücklich fest. Das Bundesverfassungsgericht hat ihn in mehreren Entscheidungen mit Nachdruck bestätigt.

800px-uebertragungs_wagen_hr_ironman_2007_2

(Foto: rupp.de wikimedis commons GFDL)

Ein funktions- und leistungsfähiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist, wie das Bundesverfassungsgericht wiederholt formulierte, als “Medium und Faktor” des freien Meinungsbildungsprozesses in der demokratischen Gesellschaftsordnung die unerlässliche Voraussetzung dafür, dass es neben ihm einen privatwirtschaftlich betriebenen, kommerziellen Rundfunk geben kann.

Kommerzieller Rundfunk ist legitim und akzeptiert. Wie funktioniert er? Er finanziert sich allein durch Werbung. Das heisst: Die Anzahl an Zuschauern und Hörern, sprich die Reichweite, die er der werbungtreibenden Wirtschaft nachweist, wird an diese verkauft. Der Preis für diese Werbereichweite geht über die Werbebudgets der Unternehmen in die Kalkulation der Produkte ein und wird von deren Käufern mit dem Kaufpreis entrichtet. Was folgt daraus? Private Rundfunkprogramme sind keinesfalls “gratis”.

Privatwirtschaftlicher Rundfunk soll und muss sich rechnen. Also muss er Gewinne erwirtschaften. Entsprechend müssen seine Produkte, also die Programme, beschaffen sein. Er zielt auf den Verkaufserfolg am “Markt”. Er kann deshalb nicht unabhängig sein. Zumal ihn grosse, zumeist auch international konzernverflochtene Unternehmenskonfigurationen mit ihren geschäftspolitischen Zielen betreiben.

Der auf die Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen Rundfunk hin nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gegründete, aus allgemeinen Gebühren solidarfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk ist demgegenüber der Gesellschaft verpflichtet, der er letztlich “gehört”. Die Kontrolle über ihn üben unabhängige Rundfunk- und Verwaltungsräte aus. Sie bestehen aus Vertretern der gesellschaftlich wichtigen Guppen: Kirchen und Religionsgemeinschaften; Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände; Hochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung; Verbände der bildende Künste, der Musik und Literatur; Sportinstitutionen, Elternvertretungen, Ausländerbeiräte, Frauenvereinigungen … die Aufzählung liesse sich länger fortsetzen. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk sollte und muss zugleich staatsfrei sein, insbesondere frei vom Zugriff politischer Parteien. So jedenfalls das Ideal.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist für alle da und muss allen Kreisen der Bevölkerung angemessene Angebote unterbreiten. Die Programme müssen das gesamte Meinungsspektrum umfassen und in der Summe ausgewogen sein. Dazu zählen auch finanziell aufwendige Hör- und Fernsehspiele, die oft kein zahlenmässig grosses Publikum erreichen können und die der kommerzielle Rundfunk deshalb schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht anbieten kann.

RAMÉE – ein Stern am Klassikhimmel

Dienstag, 6. März 2007

RAMÉE – wer oder was ist das? Die bekannte Hotelgruppe? Die wunderschön gelegene Zisterzienserabtei in Brabant? Denken wir an den klassizistischen Gartenbaumeister und Architekt Joseph Ramée oder den unglücklichen, in der “Bartholomäusnacht” am 26. August 1572 ermordeten Philosophen Pierre de La Ramée?

Nein, RAMÉE ist ein noch relativ junges Unternehmen, verkörpert durch seinen Schöpfer Rainer Arndt, das sich der Produktion alter Musik auf CD verschrieben hat – mit einer Leidenschaft und Liebe zum Metier, wie man sie nicht mehr oft antreffen kann.

Arndt produzierte bislang zwölf CD mit spätmittelalterlichen sowie Kompositionen des 16. bis 18. Jahrhunderts. Er erweckt nicht nur nahezu in Vergessenheit geratene Musiken, sondern auch entsprechende Instrumente zu neuem Leben. Vom Pantaleon beispielsweise war schon in einer vorangegangenen Notiz meiner Internetseite die Rede. Weiter finden Sie Einspielungen unter anderem mit Fidel und Viola da gamba, Theorbe und Clavicord. Näheres über das Programm von RAMÉE erfahren Sie über den obigen Link.

Aussergewöhnlich liebevoll wie apart sind die Plattenhüllen nebst den Beschreibungen in Text und Bild gestaltet. Arndt hat für seine Produktionen bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten.

Sehen Sie sich einmal in einer ruhigen Stunde nach RAMÉE um – es lohnt sich!