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Deutsche Sprache – ein Auslaufmodell ?

Heute ein sattsam bekanntes Thema: Wie gehen wir angesichts der unerträglich gewordenen Zahl an Anglizismen im Alltagsgebrauch mit unserer deutschen Spache um ? Gefällt uns das Kauderwelsch (welch ein wunderschönes Wort übrigens !) etwa bei der Telekom oder der Bahn wirklich ? Müssen wir, wenn wir ein Stück Wegs mit der Strassenbahn fahren wollen, ein Ticket lösen statt einen Fahrschein ? Call and surf, park and ride – der Unsinn liesse sich beliebig lang fortsetzen. Auch möchte ich, wenn ich einige bauliche Schönheiten in einem Städtchen besuchen will, dass mich die Strassenschilder in die Innenstadt verweisen und nicht in die City. Warum bietet ein wackerer Handwerksmeister per Aufschrift auf seinem Kleinbus seine Dienstleistungen als Home Service an ? Und warum soll ich unbedingt einen Snack essen ?

Genug der grausamen Beispiele als kleiner Auswahl aus tausenden.Wir müssen nicht alle der Spache von Goethe und Schiller, Hölderlin und Klopstock, Hegel, Kant und Thomas Mann nacheifern – wir könnten es auch gar nicht. Aber wir sollten uns nicht gedankenlos und ohne Not der Verstümmelung der deutschen Sprache durch vermeidbare Anglizismen hingeben !

“Blogging” : Ja, das geht in Ordnung, weil es als originäres Wort für einen neuen Lebenssachverhalt steht. “Netz-Tagebuch” : Nein, das gefiele auch mir nicht.

2 Kommentare zu “Deutsche Sprache – ein Auslaufmodell ?”

  1. Schwarzmaler
    16. Februar 2007 00:20
    1

    Nun, da will auch mal einen Comment leaven…

    Ja, ich fürchte, Deutsch könnte auf lange Sicht tatsächlich ein Auslaufmodell werden. Wobei die vielen Anglizismen nur die Spitze des Eisbergs sichtbar machen.

    Viel bedrohlicher will mir die schleichende Entwicklung erscheinen, unter dem Vorwand des löblichen Fremdsprachenerwerbs unser gesamtes Unterrichtswesen nach und nach auf Englisch umzustellen. Das fängt schon im der Kita mit Schnullerenglisch an (”spielend Englisch lernen”). Dann kamen die ersten “Schulversuche”: Englisch schon in der Haupschule. Heute steht der Englischunterricht schon in der 3. Klasse auf dem Stundenplan, in Baden-Württemberg schon in der 1. Klasse. Jetzt ist bilingualer Unterricht der letzte Schrei: Auch reguläre Fächer wie Geografie, Geschichte, Mathematik etc. werden teils schon auf bilingual, sprich: auf Englisch unterrichtet.

    Auch an den Unis wird die Lehr- und Lernsprache zunehmend von Englisch verdrängt. Nur noch ein Prozent aller wissenschaftlichen Arbeiten werden auf Deutsch publiziert Publish or perish – in Englisch, of course. So gerüstet tritt der anglisierte Teutone ins Berufsleben ein, bzw. in eine Firma, die Englisch als Unternehmenssprache eingeführt hat. In allen 30 DAX-notierten (Deutsche Aktien Index) Unternehmen ist Englisch Firmensprache.

    Wenn unser Unterrichtswesen, von der Kita bis zur Uni, weiterhin nur auf das Lernziel Englisch fokussiert wird, ist der Tag nicht weit, dass sich Ministerpräsident Oettingers düstere Prophezeiung bewahrheiten wird: “Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.”

  2. Marcus
    21. Februar 2007 09:30
    2

    Ich halte nichts davon, sich in einer – leider – immer stärker nach globalen Erfordernissen ausgerichteten Welt künstlich gegen die englische Sprache zur Wehr zu setzen. In vielen Berufen sind entsprechende Anglizismen mittlerweile üblich. Das hat häufig nichts mit Missachtung der eigenen Sprache zu tun, sondern ist unserer besonderen Lage im Herzen Europas geschuldet.

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